31Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten, baten die Juden Pilatus, man möge den Gekreuzigten die Beine zerschlagen und ihre Leichen dann abnehmen; denn dieser Sabbat war ein großer Feiertag. 32Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war.
33Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, 34sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.
35Und der, der es gesehen hat, hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres berichtet, damit auch ihr glaubt. 36Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. 37Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

„Sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus“ (Joh 19, 34)

… „Meine Tochter, nicht nur die Dornenkrönung war dreifach, sondern fast alle Leiden, die Ich in meiner Passion erduldete, waren dreifach. Drei Stunden waren es bei meiner Todesangst am Ölberg, dreifach war die Geißelung, da sie Mich mit drei verschiedenen Arten von Geißeln schlugen.
Dreimal entkleideten sie Mich, und ganze drei Mal wurde Ich zum Tode verurteilt: Nachts, früh am Morgen und mitten am Tag. Dreimal fiel Ich unter dem Kreuz, drei waren die Nägel, dreimal vergoss mein Herz Blut, d.h. am Ölberg von selbst; im Akt der Kreuzigung, als Ich am Kreuz ausgestreckt wurde, so dass mein Körper ganz verrenkt und Mein Herz innerlich zerschmettert wurde und Blut aus seiner Mitte heraus vergoss; und nach meinem Tod, als meine Seite mit einer Lanze geöffnet wurde.
Drei Stunden der Agonie erduldete ich am Kreuz. Wenn man alles überlegen wollte, o wie viele „dreifach“ fände man! Und das war kein Zufall, sondern alles geschah nach göttlicher Anordnung, um die Ehre zu vervollständigen, die dem Vater geschuldet wird, ebenso die Wiedergutmachung, welche die Geschöpfe Ihm schuldeten, wie auch das Gut, das Ich für die Menschen selbst verdienen sollte.
Denn die größte Wohltat, die das Geschöpf von Gott erhalten hat, ist die, dass es nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen und mit drei Kräften ausgestattet wurde, nämlich mit Intellekt, Gedächtnis und Wille.
Es gibt keine Sünde, die das Geschöpf begeht, an der diese drei Kräfte nicht beteiligt sind; so befleckt und entstellt es das schöne göttliche Abbild, das es in sich schließt und bedient sich der Gabe, um den Geber zu beleidigen.
Um dieses Abbild Gottes im Geschöpf wiederherzustellen und Gott die ganze Herrlichkeit darzubringen, welche die Seelen Ihm schulden, wirkte Ich [in der menschlichen Natur] mit meinem ganzen Intellekt, meinem Gedächtnis und Willen mit – und indem Ich in besonderer Weise diese drei Kräfte mit meinem Leiden vereinte, vervollständigte Ich die Ehre, die alle Seelen dem Vater schulden und erlangte die Wohltaten, die alle Geschöpfe benötigten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 26. September 1904)

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Ich verbringe die Tage zwischen Entbehrungen Jesu und Ängsten, und oft beklagte ich mich bei meinem süßen Jesus; und Er kam zu mir, drückte mich an sein Herz und sprach: „Trinke an meiner Seite.“
Ich trank das Heiligste Blut, das aus der Wunde seines Herzens hervorkam. Wie war ich glücklich! Aber Jesus war nicht damit zufrieden, mich einmal trinken zu lassen, Er sagte mir, dass ich ein zweites und dann ein drittes Mal trinken sollte; ich war erstaunt über seine große Güte, weil Er selbst wollte, dass ich trinke, ohne dass ich Ihn gebeten hätte. Danach fügte Er hinzu:
„Meine Tochter, jedes Mal wenn du dich erinnerst, dass du Meiner beraubt bist und leidest, wird dein Herz mit einer göttlichen Wunde verletzt, die, da sie göttlich ist, die Kraft hat, sich in meinem Herzen widerzuspiegeln und es zu verletzen.
Diese Wunde ist süß, sie ist Balsam für mein Herz, und Ich benütze sie, um die grausamen Wunden zu lindern, die Mir die Geschöpfe zufügen, die Wunden der Gleichgültigkeit Mir gegenüber, der Verachtung, die sie gegen Mich hegen bis sie so weit kommen, Mich zu vergessen.
Wenn sich also die Seele kalt, trocken oder zerstreut fühlt und darüber meinetwegen Schmerz empfindet, wird sie verwundet und verwundet sie Mich, und Ich werde dadurch getröstet.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 1. August 1918)

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… „Meine Tochter, wie viele Tugenden mein Herz übte, so viele Quellen formten sich in Ihm, und als sie gebildet wurden, entsprangen daraus unzählige Bächlein, die bis zum Himmel sprudelnd, in würdiger Weise den Vater im Namen aller verherrlichten, und diese Bächlein flossen vom Himmel zum Wohl aller Geschöpfe zurück.
Wenn nun auch die Geschöpfe die Tugenden üben, bilden sich in ihren Herzen die kleinen Quellen, aus denen ihre kleinen Bächlein entspringen, die sich mit meinen Bächlein kreuzen und gemeinsam mit den meinen aufsprudelnd, den Himmlischen Vater verherrlichen und zum Wohl aller hinabsteigen, und eine solche Harmonie zwischen Himmel und Erde bilden, dass selbst die Engel über diesen zauberhaften Anblick erstaunt sind.
Sei daher darauf bedacht, die Tugenden meines Herzens zu üben, damit Ich die Quellen meiner Gnaden auftun möge.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 27. Juni 1919)

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Mein dahingeschiedener Heiland! Die Natur stieß einen Schrei des Schmerzes aus bei deinem Verscheiden und beweinte deinen schmerzvollen Tod, da sie dich als ihren Schöpfer anerkannte. Die Engel umschweben zu Tausenden und Abertausenden dein Kreuz und beweinen deinen Tod, beten dich als wahren Gott an und begleiten dich zur Vorhölle, wo du jene zahl

Mein dahingeschiedener Heiland! Die Natur stieß einen Schrei des Schmerzes aus bei deinem Verscheiden und beweinte deinen schmerzvollen Tod, da sie dich als ihren Schöpfer anerkannte.
Die Engel umschweben zu Tausenden und Abertausenden dein Kreuz und beweinen deinen Tod, beten dich als wahren Gott an und begleiten dich zur Vorhölle, wo du jene zahllosen Seelen beseligst, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden auf deine Ankunft gewartet haben.
Mein Jesus! Ich vermag mich nicht vom Kreuz zu trennen, kann nicht satt werden, deine heiligen Wundmale zu küssen, die mir mit eindringlicher Beredsamkeit erzählen, wie sehr du mich geliebt hast. Wenn ich deinen zerfleischten Leichnam sehe, die Wunden, so tief, dass deine Gebeine bloßliegen, ach, dann vermeine ich, sterben zu müssen.
Mit meinen Tränen möchte ich deine Wunden waschen, möchte dich so innig lieben, dass meine Liebe sie heilt und deiner Menschheit, die gänzlich unkenntlich geworden ist, ihre natürliche Schönheit wiedergibt. Ich möchte mein Blut geben, um deine blutleeren Adern zu füllen und dich zum Leben zurückzurufen.
Mein Jesus, was vermag doch die Liebe alles! Liebe ist Leben. Ich möchte dir mit meiner Liebe Leben geben. Genügt aber die meinige nicht, dann gib mir deine Liebe, mit der ich alles vermag. Ganz gewiss werde ich deiner heiligsten Menschheit Leben geben können.
Mein süßer Jesus! Sogar nach deinem Tod willst du mir zeigen, ja mir den Beweis erbringen, dass du mich liebst und mir eine Zufluchtsstätte in deinem Herzen bereitest. Es kommt ein Soldat, der sich, einer höheren Gewalt gehorchend, deines Todes versichern will.
Mit einer Lanze öffnet er deine Seite, bringt dir eine tiefe Wunde bei und durchbohrt dein Herz. Du, meine Liebe, vergießt die letzten Bluts- und Wasser-tropfen, die dein liebeglühendes Herz noch enthält. Oh, was sagt mir diese Wunde, welche die Liebe geöffnet hat!
Ist auch dein Mund verstummt, so spricht doch dein Herz, und es sagt zu mir: „Mein Kind, nachdem ich alles hingegeben hatte, wollte ich durch diese Lanze für alle Seelen einen Zufluchtsort in meinem Herzen öffnen lassen.
Dieses offene Herz wird ohne Unterlass allen zurufen: ,Kommt zu mir, wenn ihr gerettet werden wollt. In diesem Herzen werdet ihr die Heiligkeit finden und heilig werden, in ihm Trost in der Betrübnis, Stärke in der Schwäche, Frieden in den Zweifeln und Gesellschaft in der Verlassenheit.
Ihr Seelen, die ihr euch nach Liebe zu mir sehnt, wollt ihr mich wirklich lieben, dann kommt und nehmt Wohnung in diesem meinem Herzen. Hier werdet ihr die wahre Liebe zu mir finden, glühende Flammen, die euch entzünden und gänzlich verzehren.
Alles hat seinen Mittelpunkt in diesem Herzen. Hier sind meine Sakramente, hier ist meine Kirche, hier der Pulsschlag ihres Lebens und das Leben aller Seelen.‘ In diesem Herzen empfinde ich auch die Entweihungen meiner Kirche, die Anschläge ihrer Feinde, die Pfeile, die sie treffen, die Leiden meiner Kinder, die man mit Füßen tritt.
Ja, es gibt keine Beleidigung, die dieses mein Herz nicht fühlte. Darum, mein Kind, sei dein Leben in diesem meinem Herzen, verteidige mich, sühne für mich und führe mich zu ihnen.“
Meine Liebe! Hat eine Lanze dein Herz für mich verwundet, dann bitte ich dich, dass auch du mit eigenen Händen mein Herz, meine Neigungen, meine Begierden und mein ganzes Wesen verwunden möchtest. Nichts sei an mir, was nicht von deiner Liebe verwundet wäre.
Was ich dabei leide, vereinige ich mit den übergroßen Leiden unserer lieben Mutter Maria, die, als sie dein Herz durchbohrt sah, vor Schmerz und Liebe dem Tode nahe war. Mein Jesus, in diesem deinem durchbohrten Herzen werde ich mein Leben finden.
Alles, was ich brauche, um wirken zu können, werde ich aus diesem Herzen holen. Dann werden meine Gedanken nicht mehr aus eigener Kraft lebensfähig sein, und selbst wenn sie kommen, werde ich mir deine Gedanken zu eigen machen.
Auch mein Eigenwille wird nicht mehr lebensfähig sein, und selbst wenn er sich regt, werde ich mich an deinen Willen halten. Meine Eigenliebe wird absterben. Sollte sie aufleben, werde ich deine Liebe nehmen.
Jesus, dein ganzes Leben ist mein Leben. So ist es dein Wille, und so ist es mein Wille. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 15 bis 16 Uhr: Durchbohrung der Seite Jesu mit der Lanze. Abnahme vom Kreuz)

“Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben” (Joh 19, 37)

Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus und ließ sein anbetungswürdiges Herz voller Wunden sehen, aus denen Ströme von Blut entsprangen, und ganz leidend sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, unter so vielen Wunden, die mein Herz enthält, sind drei davon, die Mir Todesqualen und einen solch heftigen Schmerz zufügen, dass sie alle anderen Wunden zusammen übertreffen, und dies sind: die Leiden meiner liebenden Seelen.
Wenn Ich eine Seele, die ganz mein ist, um meinetwegen leiden sehe, gefoltert, unterdrückt und bereit, auch den schmerzhaftesten Tod für Mich zu leiden, dann empfinde Ich ihre Leiden, als wären es die meinen, und vielleicht noch mehr. Ach, die Liebe weiß tiefe Wunden aufzureißen, sodass sie die anderen Leiden nicht fühlen lässt. In diese erste Wunde tritt als erste meine teure Mutter ein.
O, wie doch ihr wegen meiner Schmerzen durchbohrtes Herz in das meine überströmte, und Ich fühlte lebhaft alle dessen Durchbohrungen; und als Ich sie wegen meines Todes sterbend und doch nicht sterben sah, fühlte Ich in meinem Herzen die Qual und Grausamkeit ihres Martyriums und Ich empfand die Schmerzen meines Todes, die das Herz meiner lieben Mutter fühlte, und mein Herz starb zugleich.
So übertrafen also alle meine Leiden zusammen mit den Leiden meiner Mutter, alles, und es war gerecht, dass meine Himmlische Mama den ersten Platz in meinem Herzen innehabe, sowohl im Leiden, wie auch in der Liebe, denn jede aus Liebe zu Mir gelittene Pein eröffnete Meere von Gnaden und Liebe, die sich in ihr durchbohrtes Herz zurück ergossen.
In diese Wunde treten alle Seelen ein, die meinetwegen und allein aus Liebe leiden. In diese Wunde trittst du ein, und sogar wenn alle Mich beleidigen und nicht lieben würden, finde Ich in dir die Liebe, die Mir für alle Ersatz leisten kann.
Und wenn Mich also die Geschöpfe verjagen und Mich zwingen, vor ihnen zu flüchten, komme Ich geschwind, um in dir Zuflucht zu nehmen, wie in meinem Versteck, und da Ich meine Liebe und nicht die ihre vorfinde, und eine Liebe, die nur meinetwegen leidet, sage Ich: Ich bereue es nicht, Himmel und Erde erschaffen und so viel gelitten zu haben.
Eine Seele, die Mich liebt und für Mich leidet, ist meine ganze Freude, meine Wonne, mein Lohn für alles, was Ich getan habe, und indem Ich gleichsam alles Übrige zur Seite lege, erfreue Ich Mich und scherze Ich mit ihr.
Während diese Liebeswunde in meinem Herzen die schmerzhafteste ist, dass sie alles übertrifft, beinhaltet sie jedoch zur gleichen Zeit zwei Wirkungen: sie bereitet Mir heftigen Schmerz und höchste Freude, unsagbare Bitterkeit und unbeschreibliche Süßigkeit, schmerzvollen Tod und glorreiches Leben.
Es ist das Übermaß meiner Liebe, unbegreiflich für den erschaffenen Geist. In der Tat, welche Freude fand mein Herz nicht in den Schmerzen meiner durchbohrten Mutter?
Die zweite tödliche Wunde in meinem Herzen ist die Undankbarkeit; das Geschöpf verschließt mit seiner Undankbarkeit mein Herz, ja, es dreht den Schlüssel selbst zweimal um, und mein Herz schwillt an, weil Es Gnaden und Liebe ausgießen möchte, und nicht kann, weil die Seele Mir das Herz versperrt hat und es durch seine Undankbarkeit besiegelt hat, und Ich werde fast wahnsinnig, Ich schmachte ohne Hoffnung, dass diese Wunde verheile, weil die Undankbarkeit die Wunde immer mehr verschlimmert und Mir dadurch Todesschmerzen bereitet.
Die dritte Wunde ist die Verstocktheit. Welch tödliche Wunde für mein Herz! Die Verhärtung vernichtet alle Wohltaten, die Ich den Geschöpfen erwiesen habe; sie ist die Unterschrift der Erklärung, die das Geschöpf setzt, Mich nicht mehr zu kennen, Mir nicht mehr zu gehören, sie ist der Schlüssel zur Hölle, in die sich die Seele hinabstürzt, und mein Herz fühlt den Riss, Es wird in Stücke gerissen und Ich fühle, wie eines von diesen Stücken weggerissen wird. Welch tödliche Wunde ist die Verstocktheit!
Meine Tochter, tritt ein in mein Herz und nimm an diesen meinen Wunden teil, bemitleide mein gequältes Herz, leiden und beten Wir zusammen.“
Ich trat in sein Herz ein: wie schmerzhaft war es, aber schön, mit Jesus zu leiden und zu beten! (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 27. Januar 1919)