13. SONNTAG IM JAHRESKREIS – B – (Mk 5,21-43)
21In jener Zeit fuhr Jesus im Boot ans andere Ufer hinüber, und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, 22kam ein Synagogenvorsteher namens Jaïrus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen 23und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt.
24Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. 25Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt. 26Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. 27Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten an ihn heran und berührte sein Gewand.
28Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. 29Sofort hörte die Blutung auf, und sie spürte deutlich, dass sie von ihrem Leiden geheilt war.
30Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? 31Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt?
32Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. 33Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. 34Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. 35Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaïrus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger?
36Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur! 37Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.
38Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Lärm bemerkte und hörte, wie die Leute laut weinten und jammerten, 39trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur.
40Da lachten sie ihn aus. Er aber schickte alle hinaus und nahm außer seinen Begleitern nur die Eltern mit in den Raum, in dem das Kind lag. 41Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talita kum!, das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
42Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen. 43Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben.
„Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie wieder gesund wird und am Leben bleibt“ (Mk 5, 23)
„Das ist es, was Ich will: deine Vernichtung. Und je mehr Ich zu dir von meinem Willen spreche, erschafft mein Wort, da es schöpferisch ist, meinen Willen in dem deinen, und der deine bleibt angesichts der Macht des Meinigen vernichtet und aufgelöst, deshalb deine Vernichtung.
Wisse, dass dein Wille sich in Meinem auflösen muss, wie der Schnee unter den Strahlen einer brennenden Sonne zunichte wird. Nun, du musst wissen, je größer das Werk ist, das Ich tun will, umso mehr Vorbereitungen sind nötig.
Wie viele Prophezeiungen, wie viele Vorbereitungen, wie viele Jahrhunderte sind nicht meiner Erlösung vorausgegangen? Wie viele Symbole und Zeichen haben nicht die Empfängnis meiner Himmlischen Mutter vorweggenommen?
Nach vollbrachter Erlösung nun musste Ich den Menschen in den Gütern der Erlösung festigen, und dafür wählte Ich die Apostel aus als Bestärker der Früchte der Erlösung, die mit den Sakramenten den verlorenen Menschen aufsuchen und ihn in Sicherheit bringen sollten. Deshalb ist die Erlösung Rettung, es bedeutet, den Menschen vor jedem Abgrund zu retten.
Aus diesem Grund habe Ich dir ein anderes Mal gesagt, dass es etwas Größeres als selbst die Erlösung ist, die Seele in meinem Willen leben zu lassen: Denn sich zu retten, indem man ein mittelmäßiges Leben führt, bald fällt und bald wieder aufsteht, ist nicht so schwierig, und dies hat meine Erlösung erfleht, denn Ich wollte den Menschen um jeden Preis retten. Dies habe Ich meinen Aposteln als Schatzwaltern der Erlösungsfrüchte anvertraut.
Da Ich also noch das Geringere tun musste, bewahrte Ich das Größere für später auf, und behielt Mir andere Epochen vor zur Vollendung meiner hohen Pläne.
Nun, das Leben in meinem Willen ist nicht nur Rettung, sondern es ist Heiligkeit, die sich über alle anderen Arten von Heiligkeit erheben muss, welche den Stempel der Heiligkeit ihres Schöpfers tragen muss.
Deshalb mussten zuerst die geringeren Heiligkeiten einander folgen, wie ein Gefolge, Träger, Boten und Vorbereiter dieser Heiligkeit, die ganz göttlich ist.
Und wie Ich bei der Erlösung meine unvergleichliche Mutter als Verbindungsglied mit Mir erwählte, von dem alle Früchte der Erlösung herabsteigen sollten, so wählte Ich dich als Verbindungsring, aus dem die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen ihren Anfang nehmen sollte.
Und da sie aus meinem Willen hervorgegangen ist, um Mir die vollständige Glorie des Zweckes zu bringen, für den der Mensch erschaffen wurde, muss er auf demselben Weg meines Willens zurückkehren, um zu seinem Schöpfer heimzukehren.
Was wunderst du dich also? Das sind seit Ewigkeit festgesetzte Dinge, und niemand wird es zuwege bringen, dass Ich davon abrücke (wird imstande sein, sie zu verschieben).
Und da diese Angelegenheit groß ist – es geht um die Errichtung meines Reiches in der Seele auch auf Erden – ging Ich vor wie ein König, der ein Reich in Besitz nehmen soll: Er geht nicht als Erster hin, sondern lässt zuerst seinen Königspalast vorbereiten, dann schickt er seine Soldaten, um das Reich zu bereiten und die Völker als seine Untertanen zu disponieren. Dann folgen die Ehrengarden und die Minister, und der Letzte ist der König: das ist ehrenvoll für einen König.
So tat Ich es: Ich ließ meinen Palast bereiten, welcher die Kirche ist; die Soldaten waren die Heiligen, um Mich bei den Völkern bekannt zu machen; dann folgten die Heiligen, die Wunder säten, als meine vertrautesten Minister; und nun komme Ich als König, um zu herrschen, deshalb musste Ich eine Seele auswählen, wo Ich meine erste Wohnstätte errichten sollte, und dieses Reich meines Willens gründen.
Lass Mich deshalb herrschen und gib Mir volle Freiheit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 3. Dezember 1921)
„Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte…“. (Mk 5, 30)
Ich dachte über die vielen Wahrheiten nach, die mein anbetungswürdiger Jesus mir über den Göttlichen Willen geoffenbart hatte: wie viele überraschte, freudige, bewegte Gedanken über diese Wahrheiten kamen mir in den Sinn!
Diese Wahrheiten schienen ganz geordnet vom Himmel herabzusteigen, damit sie die Erde füllen und in sich selbst Wege bahnen, damit wir, die Menschen, wieder in diese Wahrheiten eindringen; sodann bilden sie gleichsam eine Mauer um die Seelen, damit ihnen keine entkomme. Als mein Jesus vom Himmel meine kleine Seele besuchte, sagte Er zu mir:
„Kleine Tochter meines Willens, wisse, dass jede Wahrheit, die Ich über meinen Göttlichen Willen offenbarte, nichts als eine weitere Annäherung an die Geschöpfe war. Als unser Höchstes Sein sprach, tat Es einen neuen Schritt auf sie zu, stellte ihnen ein weiteres Göttliches Teilchen (Partikel) zur Verfügung und schmiedete neue Bande der Einheit und Liebe.
Unser Wort ist stets ein Sprössling von Uns; Wir senden Unser WORT (Verbum, die zweite Göttliche Person) vom Himmel her auf die Suche nach dem Menschen, nach dem Wir Uns sehnten. Und Wir, die Heiligste Dreifaltigkeit, gehen, angezogen von der Macht des WORTES, Das ja nicht von Uns getrennt werden kann, diesem Wort nach und nähern Uns Schritt für Schritt dem Ziel, wo unser Wort hingelangt.
Nun sollst du dies wissen: wenn Wir beschließen, eine Wahrheit durch unser Wort zu offenbaren, dann nimmt, da diese aus Uns hervorgebrachte Wahrheit ja ein Teil von Uns selbst ist, unser Höchstes Wesen ein ungewöhnliches Aussehen an.
Eine neue Freude erfüllt Uns, und eine Kraft geht von Uns aus, die neue Seligkeiten mitteilt. Der ganze Himmel ahnt bereits aufgrund unseres ungewöhnlichen Anblickes, dass Wir ein Wort der Wahrheit aus Uns hervorbringen möchten; denn die Ersten, die diese Wahrheiten feiern, sind Wir, die Drei Göttlichen Personen, und dann der ganze Himmel zugleich mit Uns.
Es sind ja die Gaben des großen Königs, der alles zu bewegen und zu erfüllen versteht. Es ist unser Wort, das schaffen, beleben und umwandeln kann; und das manchmal überwältigt, zermalmt und alles in Stücke schlägt und über den Trümmern das Leben unseres Wortes aufgehen lässt und dort die schönsten Dinge, die neue Schöpfung, die prächtigen Werke schafft, sodass Himmel und Erde staunen.
Was kann ein Fiat von Uns nicht alles tun? Es vermag alles! Und was wird die Kette unserer vielen Fiat nicht alles bewirken? Unser, in ein Wort der Wahrheit umgewandeltes Fiat, ist unbesiegbar, unvergleichlich mächtig, unerschütterlich fest in jenem Guten, das Es in der Macht meines sprechenden Fiat schaffen möchte.
Du willst die große Gabe und die erhabene Wohltat nicht begreifen, die ein einziges Wort der göttlichen Wahrheit von Mir in sich birgt; doch du wirst es mit der Zeit verstehen, wenn du die Taten und Werke siehst, die meine Wahrheiten hervorgebracht haben.
Meine Wahrheiten haben nämlich nicht nur die Macht, unser Göttliches Sein nach sich zu ziehen und Uns auf die Geschöpfe zugehen zu lassen – und oft bewirken sie sogar, dass Wir Uns ihnen quasi im Eilschritt annähern – sondern sie schenken den Seelen auch die Gnade, dass sie Schritte tun und Dem entgegeneilen, Der ihnen schon entgegengeht, um ihnen das große Gut zu geben, das unser Fiat ausgesprochen [und dadurch gewirkt] hat.
So machtvoll agieren also unsere Wahrheiten, wenn sie aus unserem Göttlichen Sein hervorströmen. Wenn sie nämlich hervorgehen, so deshalb, weil sie das Leben und das Gute, das sie besitzen, geben wollen und zugleich die Seelen disponieren möchten, sich der Quelle zu nähern, von der sie ausgegangen sind, um sie in das Gute dieser Wahrheit selbst umzuwandeln.
Alles kommt darauf an, ob Wir eine neue Wahrheit aus Uns hervorgehen lassen. Es besagt auch nichts, wenn Zeiten und Jahrhunderte vergehen, da diese Wahrheiten nicht nur mit Macht, sondern mit unbesiegter und Göttlicher Geduld bewehrt sind und, unermüdlich und unbeugsam, des Wartens nicht müde werden.
Zuerst müssen sie das Gute und das Leben, das sie besitzen, ausspenden, und dann senden sie triumphierend und siegreich die eroberten Früchte in den Himmel zurück. Meine Tochter, höre daher meine Wahrheiten aufmerksam an.
Zuerst musst du dir bewusstmachen, woher sie kommen, und wer sie dir darbietet, das Gute, das sie bewirken wollen und die Schritte der Annäherung auf beiden Seiten. Ziehe sie auch nicht in Zweifel, weil du in der Welt [jetzt noch] nicht die Wirkungen, das Gute und das Leben siehst, das meine Wahrheiten besitzen.
Die Zeit wird alles regeln und klären. Tue du einstweilen deinen Teil, an das Übrige wird dein Jesus denken. Zudem sollst du wissen, dass Wir Uns zuerst die Stütze, den Platz, die Seele heranbilden, in die unsere Wahrheiten herabsteigen sollen, und danach beschließen Wir, sie aus unserem Väterlichen Schoß hervorströmen zu lassen.
In der Tat, wenn Wir, das Höchste Sein, Wahrheiten aus Uns bekanntgeben, die sich dann in Werke für die Menschen verwandeln, lassen Wir diese Wahrheiten, die Wir hervorbringen, nicht in der Luft [aufgehängt] und untätig; nein – unsere Weisheit kann nämlich nie nutzlose Dinge tun.
Wenn Wir sie hervorbringen, dann müssen diese [Wahrheiten den Seelen auch] das Gute bringen, das sie in sich bergen. Daher ist eine Stütze nötig, wohin unsere Güte unsere Wahrheiten lenkt, damit diese sofort damit beginnen, das Gute, das sie besitzen, mitzuteilen und [die Seelen darin] umzuwandeln – wenn sie es am Anfang auch nur bei einer einzigen Seele tun mögen.
Danach aber verbreiten sie sich so stark, dass sie Heere von Geschöpfen bilden, die in den Wohltaten leben, die unsere Wahrheiten besitzen. Haben unsere Wahrheiten dann diese edlen Heere herangebildet, dann bringen sie diese (Heere) in ihrem Schoß zu Uns in unsere Himmlische Heimat.
Unsere Wahrheiten sind die Eroberer, die den Himmel bevölkern, als Boten die Erde durcheilen, den Samen aussäen, bearbeiten und einernten und triumphierend in den Himmel holen, wo er sicher ist. Sie sind unermüdlich und halten nie inne, bis sie ihr Ziel erreicht haben.
Sei daher aufmerksam und handle keinen Worten zuwider, welche dich dein Jesus gelehrt hat.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 29. Januar 1933)
„Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein“ (Mk 5,34)
… Nun, zum Glauben zurückkehrend, sagte Jesus: „Um zu empfangen, muss man glauben. Wie für das Haupt ohne das Augenlicht alles Finsternis und Verwirrung ist, sodass man beim Gehen einmal an dieser, dann an jener Stelle stolpern und schließlich ganz fallen würde, so geht es der Seele ohne Glauben – sie tut nichts anderes als von Abgrund zu Abgrund zu stürzen.
Aber der Glaube dient der Seele als Sehvermögen und als Licht, welches sie zum ewigen Leben führt. Nun, wovon wird dieses Licht des Glaubens genährt? Von der Hoffnung. Und was ist die Substanz dieses Lichtes des Glaubens und dieser Nahrung der Hoffnung? Es ist die Liebe. Alle diese drei Tugenden sind so ineinander verflochten, dass keine ohne die andere bestehen kann.
Tatsächlich, was würde dem Menschen der Glaube an die unermesslichen Reichtümer des Glaubens nützen, wenn er sie nicht für sich selbst erhoffen würde? Er würde sie wohl ansehen, aber mit einem gleichgültigen Blick, weil er weiß, dass sie nicht ihm gehören.
Aber die Hoffnung verleiht dem Licht des Glaubens Flügel, und in der Hoffnung auf die Verdienste Jesu Christi betrachtet sie diese Schätze als die ihren, und beginnt sie zu lieben…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; 227+228)
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Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand; sobald ich meinen anbetungswürdigen Jesus sah, sprach ich zu Ihm: „Mein Herr und mein Gott.“ Er setzte fort: „Gott, Gott, Gott allein. Tochter, der Glaube lässt Gott erkennen, aber das Vertrauen lässt Ihn finden, so ist der Glaube ohne Vertrauen ein unfruchtbarer Glaube.
Obwohl der Glaube unermessliche Reichtümer besitzt, mit denen sich die Seele bereichern kann, bleibt sie immer arm, und es fehlt ihr alles, wenn sie kein Vertrauen hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 29. Juli 1904)
„Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Sei ohne Furcht; glaube nur!“ (Mc 5,36)
… Danach dachte ich mir, wie hart doch die Beraubung meines süßen Jesus sei, man fühlt den wahren Tod der Seele. Es geschieht wie beim Leib, wenn die Seele sich von ihm trennt: während er [noch immer] dieselben Glieder besitzt, sind diese jedoch des Lebens entleert und reglos, ohne Bewegung und haben keinen Wert mehr.
So scheint mir meine kleine Seele ohne Jesus zu sein. Sie besitzt dieselben Fähigkeiten, aber ist des Lebens beraubt. Ist Jesus weggegangen, so ist das Leben, die Bewegung, die Wärme zu Ende, und somit ist die Pein qualvoll, unbeschreiblich und mit keinem anderen Schmerz vergleichbar.
Ach, die Himmlische Mutter hat diese Pein nicht gelitten, denn ihre Heiligkeit machte Sie unzertrennlich von Jesus, und deshalb war Sie Seiner nie beraubt!”
Doch während ich dies dachte, bewegte sich mein geliebter Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, du täuschst dich. Wenn die Seele Meiner beraubt ist, so ist dies nicht Trennung, sondern Schmerz; du hast Recht, wenn du sagst, dass sie mehr als tödlich ist, aber dieser Schmerz hat die Ei-genschaft, die unzertrennliche Einheit mit Mir nicht zu trennen, sondern mit noch stärkeren und festeren Banden zu verbinden.
Nicht nur das, sondern jedes Mal, wenn die Seele ohne ihre Schuld gleichsam Meiner beraubt ist, erstehe Ich für sie zu neuem Leben von Kenntnissen auf, indem Ich Mich noch mehr begreifen lasse, Ich gebe ihr neue Liebe, indem Ich sie noch mehr liebe, und neue Gnade, um sie zu bereichern und zu verschönern.
Sie ersteht zu neuem göttlichem Leben, zu neuer Liebe und zu neuer Schönheit, denn es ist gerecht, dass, wenn die Seele tödliche Leiden erduldet, ihr Leben durch neues göttliches Leben ersetzt wird. Wäre dies nicht so, so würde Ich mich von der Liebe des Geschöpfes besiegen lassen, was nicht sein kann.
Außerdem stimmt es nicht, dass die Höchste Königin nie Meiner beraubt war – getrennt von Mir war Sie nie, jedoch auch beraubt, aber dies tat der Erhabenheit ihrer Heiligkeit keinen Abbruch, sondern mehrte sie noch.
Wie oft beließ Ich Sie im Zustand des reinen Glaubens, denn da Sie die Königin der Schmerzen und die Mutter aller Lebenden sein sollte, konnte Ihr die schönste Zierde und die strahlendste Perle nicht fehlen, die Ihr die Charakteristik der Königin der Märtyrer und erhabenen Mutter aller Schmerzen verlieh.
Diese Pein, im reinen Glauben gelassen zu sein, disponierte Sie dazu, das Pfand meiner Lehren, den Schatz der Sakramente und aller Güter meiner Erlösung zu empfangen. Da nämlich meine Beraubung die größte Pein ist, versetzt sie die Seele in den Umstand, dass sie die Schatzkammer der größten Güter ihres Schöpfers, seiner höchsten Erkenntnisse und Geheimnisse zu werden verdient.
Wie oft habe Ich an dir nicht so gehandelt? Nach einer meiner Beraubungen tat Ich dir die höchsten Kenntnisse über meinen Willen kund und machte dich somit schließlich zur Schatzwalterin, nicht nur seiner Kenntnisse, sondern meines Willens selbst.
Und die Höchste Königin musste außerdem als Mutter alle Seelenzustände besitzen, daher auch den Zustand des reinen Glaubens, um ihren Kindern diesen unerschütterlichen Glauben geben zu können, der Blut und Leben hingeben lässt, um den Glauben zu verteidigen und zu bezeugen.
Wenn Sie diese Gabe des Glaubens nicht besessen hätte, wie hätte Sie diese ihren Kindern geben können?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 22. August 1926)
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… „Meine Tochter, hier unten ist alles verschleiert, sowohl in der übernatürlichen wie auch in der natürlichen Ordnung. Nur im Himmel sind die Dinge unverhüllt, da es in der Himmlischen Heimat keine Schleier gibt, sondern man sieht dort die Dinge, wie sie in sich selbst sind.
Der Verstand braucht sich dort oben daher nicht abmühen, um sie zu begreifen, da sie sich von selbst so zeigen, wie sie sind. Wenn es in der Wohnstatt der Seligen eine Arbeit gibt – wenn man sie wirklich Arbeit nennen kann – dann ist es diese, sich an den Dingen zu erfreuen und zu beseligen, die man unverhüllt sieht; hier unten ist es jedoch nicht so.
Da die menschliche Natur aus Geist und Leib besteht, hindert die Hülle des Körpers die Seele daran, meine Wahrheiten zu sehen. Die Sakramente und alles andere sind verhüllt, und sogar Ich selbst, das Wort des Vaters, hatte den Schleier meiner Menschheit.
Alle meine Worte und mein Evangelium gab Ich unter der Gestalt von Beispielen und Gleichnissen. Jeder konnte Mich verstehen, der sich Mir näherte, um Mich mit gläubigem Herzen, mit Demut und dem Wunsch anzuhören, die Wahrheiten, die Ich ihnen mitteilte, kennenzulernen, um sie in die Tat umzusetzen.
Indem sie so handelten, zerrissen sie den Schleier, der meine Wahrheiten verbarg und entdeckten den darin verborgenen Schatz. Der Glaube, die Demut und der Wunsch nach der Erkenntnis meiner Wahrheiten war das Werk, das sie taten, wodurch sie den Schleier zerrissen und meine Wahrheiten entdeckten, wie sie in sich selbst sind.
So blieben sie mit Mir und mit dem Gut verbunden, das meine Wahrheiten enthielten. Andere, die sich dieser Arbeit nicht unterzogen, erreichten zwar den Schleier meiner Wahrheiten, aber nicht die Frucht, die darin war: so gingen sie leer aus und verstanden überhaupt nichts, kehrten Mir den Rücken zu und verließen Mich.
So sind auch meine Wahrheiten, die Ich dir mit so viel Liebe über meinen Göttlichen Willen offenbarte. Damit meine Wahrheiten wie unverhüllte Sonnen – wie sie wirklich sind – erstrahlen können, müssen die Menschen ihre Arbeit tun und den Weg gehen, um sie zu erreichen – was der Glaube ist.
Sie müssen meine Wahrheiten ersehnen, sie kennen wollen, beten und ihren Verstand demütigen, damit er den Schatz und das Leben meiner Wahrheiten aufnehmen kann. Dadurch werden sie die Hülle zerreißen und meine Wahrheiten finden – leuchtender als eine Sonne.
Sonst bleiben sie blind, und Ich wiederhole das Wort des Evangeliums an sie: ‘Ihr habt Augen und seht nicht, Ohren und hört nicht, eine Zunge und ihr seid stumm.’ Siehst du, auch in der natürlichen Ordnung sind die Dinge verhüllt.
Die Früchte haben die Hülle der Schale, aber wer hat das Glück, sie zu verkosten? Wer sich die Mühe macht, zu einem Baum zu gehen, die Frucht zu pflücken und die Schale zu entfernen, die diese Frucht verbirgt: dieser verkostet die ersehnte Frucht und ernährt sich von ihr.
Dieser liebt sie und macht aus der ersehnten Frucht seine Speise. Die Felder sind mit Stroh verdeckt. Wer empfängt das Gute, das unter den [Stroh]halmen verhüllt ist? Wer diese Halme entkleidet, kann die Körner ernten, um das Brot für seine tägliche Nahrung daraus zu bereiten.
Mit einem Wort, alle Dinge hier unten sind mit einem Schleier verhüllt, damit der Mensch die Arbeit, den Willen und die Liebe aufbringe, die Dinge zu besitzen und zu verkosten.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. August 1930)



