1In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. 2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. 3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. 5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. 7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!
8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. 9Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.

„Nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg“ (Mk 9, 2)

An diesem Morgen kam mein süßer Jesus und sprach zu mir: „Meine Tochter, bleibe nicht in dir, in deinem Willen, sondern tritt ein in Mich und in meinen Willen.
Ich bin unermesslich, und nur wer unendlich ist, kann die Akte, sooft er will, vervielfältigen; wer in der Höhe ist, kann der Niederung Licht spenden; siehst du nicht die Sonne?
Da sie in der Höhe weilt, ist sie Licht für jedes Auge, ja jeder Mensch kann die Sonne zu seiner Verfügung haben, wie wenn sie ganz ihm gehörte.
Die Pflanzen, die Bäume, die Flüsse, die Meere hingegen, die unten am Boden sind, stehen nicht allen zur Verfügung, sie können nicht wie hinsichtlich der Sonne sagen: ‚Wenn ich will, mache ich mir alles zu eigen, obwohl auch die anderen es genießen können.‘
Dennoch empfangen alle Dinge am Boden die Wohltat der Sonne, jener das Licht, dieser die Wärme, die Fruchtbarkeit und die Farbe.
Nun, Ich bin das ewige Licht, Ich stehe am höchsten Punkt, und je mehr Ich in der Höhe bin, desto mehr befinde Ich Mich überall und auch tiefer unten; und somit bin Ich das Leben aller, als wäre Ich allein für jeden einzelnen da.
Wenn du also allen Gutes tun willst, tritt in meine Unermesslichkeit ein, lebe in der Höhe, losgeschält von allem und auch von dir selbst.
Sonst wäre Erdreich rund um dich, und dann könntest du eine Pflanze sein, ein Baum, aber niemals eine Sonne, und anstatt zu geben, müsstest du empfangen, und das Gute, das du tun wirst, wäre so eng begrenzt, dass man es zählen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. Juli 1918)

„Warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie“ (Mk 9, 5)

… Als Er dies gesagt hatte, befand ich mich in mir selbst, zwar getröstet und gestärkt, doch in höchster Bitterkeit; ich dachte mir: „Wer weiß, wann Er zurückkommt, und ich habe Ihm kein einziges Wort über meine schwere Lage gesagt“.
So begann ich, mich in sein Heiligstes Wollen zu versenken, und mein liebenswürdiger Jesus trat aus meinem Inneren heraus und bildete um mich eine Wolke aus Licht; Er stützte seine Arme auf diese Wolke und betrachtete die ganze Welt; alle Geschöpfe wurden vor seinem reinsten Blick gegenwärtig!
O, wie viele Beleidigungen von Personen aller Gesellschaftsschichten verwundeten meinen süßen Jesus! Wie viele Intrigen, wie viel Betrug und Heuchelei, wie viele revolutionäre Machenschaften, die bereit sind für unvorhergesehene Ereignisse!
All dies zog die Züchtigungen Gottes auf sich, sodass ganze Städte zerstört wurden! Mein süßer Jesus, auf diese Lichtwolke gestützt, schüttelte den Kopf und war bis ins tiefste Herz hinein erbittert; Er wandte sich mir zu und sprach:
„Meine Tochter, schau den Zustand der Welt an! Er ist so ernst, dass Ich sie nur durch diese Wolke aus Licht hindurch betrachten kann. Wenn Ich sie außerhalb dieser Wolke ansähe, würde Ich sie zum Großteil vernichten…. Doch weißt du, was diese Wolke aus Licht ist?
Es ist mein Wille, der in dir wirkt, und es sind deine in Ihm getanen Akte. Je mehr Akte du in Ihm tust, umso größer wird diese Lichtwolke, damit Ich Mich auf ihr aufstützen und den Menschen mit jener Liebe ansehen kann, mit der mein Wille ihn erschuf.
Er entzückt meine liebenden Augen und indem Er Mir alles vor Augen führt, was Ich aus Liebe zum Menschen tat, erweckt Er in meinem Herzen einen mitleidsvollen Willen und lässt Mich schließlich Erbarmen haben mit dem, den Ich so sehr liebe.
Außerdem nützt dir diese Lichtwolke auf wunderbare Weise. Sie dient dir als Licht für dein ganzes Wesen, sie legt sich um dich, um dich der Erde zu entfremden und erlaubt nicht, dass du irgendeinen – wenn auch unschuldigen – Geschmack an Personen oder an anderem bekommst, und da sie auch deine Augen mit einem süßen Zauber entzückt, lässt sie dich die Dinge gemäß der Wahrheit sehen – und so, wie dein Jesus sie ansieht.
Wenn sie dich schwach sieht, schließt sich diese Wolke um dich und verleiht dir ihre Stärke; wenn sie dich untätig sieht, tritt sie in dich ein und wird aktiv, ja sie ist vielmehr aufs höchste eifersüchtig mit ihrem Licht, wenn sie darüber wacht, dass du nichts ohne sie, und sie nichts ohne dich tut.
Warum also, meine Tochter, betrübst du dich so sehr? Lasse zu, dass mein Wille in dir handelt und deinem Willen keinen Akt des Lebens zugesteht, wenn du willst, dass sich in dir meine großen Pläne erfüllen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 9. April 1925)

„Als die Jünger das hörten, warfen sie sich mit dem Gesicht zu Boden und fürchteten sich sehr“ (Mk 9, 6)

… „Wisse, meine Tochter, dass allein der menschliche Wille den Himmel verschloss, daher war es dem Menschen weder gegeben in diese himmlischen Regionen vorzudringen, noch mit seinem Schöpfer vertraut zu verkehren; der menschliche Wille hatte hingegen den Menschen weit weg von Dem geworfen, der ihn erschaffen hatte.
Als sich der Mensch dem Göttlichen Willen entzog, wurde er furchtsam, ängstlich und verlor die Herrschaft über sich selbst und über die ganze Schöpfung. Alle Elemente – da vom FIAT beherrscht – waren ihm überlegen geblieben und konnten ihm Böses zufügen.
Der Mensch hatte Angst vor allem; scheint es dir unbedeutend, meine Tochter, dass der, der als König und Herrscher über alles geschaffen worden war, soweit kam, dass er vor Dem Angst hatte, der ihn schuf?
Es ist seltsam, meine Tochter, gleichsam gegen die Natur, dass ein Sohn Angst vor seinem Vater hat; es liegt in der Natur, dass, wenn man zeugt, zugleich Liebe und Vertrauen zwischen Vater und Sohn zeugt; dies kann man als Erstes erbrecht, das dem Sohn galt, bezeichnen, und als erstes Recht, das den Vater betraf.
Indem Adam seinen Willen tat, verlor er also das Erbe seines Vaters, verlor sein Reich und wurde zur Zielscheibe des Spottes aller geschaffenen Dinge. Meine Tochter, höre deine Mutter an und erwäge gut das große Übel des menschlichen Willens; er nimmt der Seele die Augen und macht sie blind, sodass alles Furcht und Finsternis für die arme Kreatur wird; lege daher die Hand auf dein Herz und gelobe deiner Mama, lieber zu sterben als deinen Willen zu tun.
Ich hatte keine Angst im Umgang mit meinem Schöpfer, weil ich nie meinen Willen tat; wie sollte ich Angst haben, wenn ich mich so geliebt fühlte? Sein Reich war in mir so gegenwärtig, dass ich mit meinen Akten den vollen Tag bildete, um die neue Sonne des Ewigen Wortes auf der Erde aufgehen zu lassen.
Und ich, wie ich sah, dass es immer mehr Tag wurde, verstärkte mein Flehen, um den ersehnten Tag des Friedens zwischen Himmel und Erde zu erwarten. Morgen erwarte ich dich, um dir eine andere überraschende Begebenheit meines irdischen Lebens zu erzählen.
Die Seele:
Meine erhabene Mama, wie süß sind deine Lehren! Sie machen mir das große Unheil des menschlichen Willens begreiflich! O wie oft fühlte auch ich in mir Angst und Scheu und fühlte mich weit weg von meinem Schöpfer!
Es war der menschliche Wille, der in mir regierte, nicht der Göttliche! Deshalb spürte ich seine traurigen Auswirkungen. Wenn du mich daher als Tochter liebst, nimm mein Herz in deine Hände und nimm Angst und Scheu von mir, die mich hindern, zu meinem Schöpfer zu fliegen; und gib mir an ihrer Stelle jenes FIAT, das du so liebst, damit Es in meiner Seele regiere.“
Tagesaufopferung:
Um mich heute zu ehren, lege alle Plagen, Ängste und Misstrauen in meine Hände, damit ich sie dir alle in Willen Gottes verwandle; dreimal wirst du mir sagen: „Meine Mama, mach, dass der Göttliche Wille in meiner Seele regiere.“
Stoßgebet:
Meine Mama, mein Vertrauen, bilde den Tag des Göttlichen Willens in meiner Seele. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 16. Tag)