29. SONNTAG IM JAHRESKREIS – B – (Mk 10,35-45)
35In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. 36Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
37Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. 38Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
39Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. 40Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.
41Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. 42Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.
43Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, 44und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. 45Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
„In jener Zeit traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst“ (Mk 10,35)
Als ich verschiedene Seelen sah, die Jesus umgaben, besonders eine empfindsamere, sagte Jesus zu mir: Meine Tochter, die Seelen sensibler Natur machen, wenn sie sich dem Guten hingeben, größere Fortschritte als andere, denn ihre Empfindsamkeit macht sie geneigt zu schwierigen und großen Unternehmungen.”
Ich bat Ihn, dass Er von dieser Seele wegnehmen möge, was von ihrer menschlichen Empfindsamkeit noch geblieben war, und dass Er sie mehr an sich drücken und ihr sagen möge, dass Er sie liebt, damit, wenn sie hört, dass Er sie liebt, Er sie gänzlich erobern möge: ‘Du wirst sehen, dass es Dir gelingen wird. Hast Du mich nicht auch auf diese Weise erobert, indem Du mir sagtest, dass Du mich sehr, sehr liebst?’
Und Jesus: „Ja, ja. Ich werde es tun, doch Ich will ihre Mitarbeit – dass sie, so sehr sie kann, die Menschen flieht, die ihre Sensibilität erregen.”
So fügte ich hinzu: ‘Meine Liebe, sag mir, was ist mit meinem Temperament – welches habe ich?’
Und Jesus: „Wer in meinem Willen lebt, verliert sein Temperament und erwirbt das Meine. So findet man in der Seele, die meinen Willen tut, ein gefälliges, anziehendes, durchdringendes, würdiges und gleichzeitig einfaches Temperament, von einer kindlichen Einfachheit, mit einem Wort, sie ist Mir in allem ähnlich.
Ja, mehr noch: sie hat das Temperament in ihrer Macht, wie sie will und wie es nötig ist. Da sie in meinem Willen lebt, nimmt sie teil an meiner Macht und hat somit die Dinge und sich selbst zu ihrer Verfügung; so nimmt sie je nach Umständen und Personen, mit denen sie umgeht, mein Temperament und wendet es an.”
Und ich: ‘Sag mir, gibst Du mir einen ersten Platz in deinem Willen?”
Jesus lächelte: „Ja, ja, Ich verspreche es dir, aus meinem Willen werde Ich dich niemals mehr heraustreten lassen, und du wirst nehmen und tun, was immer du willst.”
Und ich: ‘Jesus, ich will arm sein, arm und ganz klein, ich will nichts von deinen Dingen, es ist besser, wenn Du selbst sie behältst. Nur Dich will ich, und wenn ich die Dinge brauche, wirst Du sie mir geben, nicht wahr, o Jesus?
Und Jesus: „Bravo, bravo, meine Tochter. Endlich habe Ich eine gefunden, die nichts will. Jeder will etwas von Mir, aber nicht Alles, d.h. Mich allein, doch indem du nichts wolltest, wolltest du alles, und hier liegt die ganze Feinheit und Raffinesse der wahren Liebe.”
Ich lächelte, und Jesus verschwand. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 24. Februar 1912)
„Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen“ (Mk 10,37)
Ich war dabei, mich im Heiligen Willen meines stets liebenswürdigen Jesus zu versenken, und gemeinsam mit Ihm verlor sich mein Verstand im Werk der Schöpfung, in Anbetung und Danksagung an die Höchste Majestät für alles und für alle, und mein Jesus sprach ganz liebevoll zu mir:
„Meine Tochter, als Ich den Himmel erschuf, schuf Ich zuerst die Sterne als kleinere Gestirne, und dann schuf Ich die Sonne als größeres Gestirn, und verlieh ihr so viel Licht, dass sie alle Sterne in den Schatten stellt, als ob sie diese in sich selbst verbergen würde. Ich machte sie zur Königin der Sterne und der ganzen Natur.
Es ist meine Gewohnheit, zuerst die kleineren Dinge zu wirken als Vorbereitung für die größeren, als deren Krönung. Während die Sonne meine ‚Berichterstatterin‘ (Offenbarerin) ist, verhüllt sie zugleich auch die Seelen, die ihre Heiligkeit in meinem Willen bilden werden; im Gegensatz dazu werden die Heiligen, die im Spiegel meiner Menschheit und gleichsam wie im Schatten meines Willens gelebt haben, die Sterne sein.
Die Ersten werden die Sonnen sein, obgleich sie später gekommen sind. Diese Ordnung hielt Ich auch bei der Erlösung ein: meine Geburt erfolgte ohne Lärm, ja sie war unbeachtet.
Meine Kindheit ohne den Glanz großer Dinge vor den Menschen; mein Leben in Nazareth war so verborgen, dass Ich wie unbeachtet von allen lebte, Ich fügte Mich darein, die unbedeutendsten und dem menschlichen Leben gemeinsamen Dinge zu tun.
In meinem öffentlichen Leben kamen große Dinge vor, aber wer erkannte meine Gottheit? Niemand, nicht einmal alle Apostel. Ich ging inmitten der Volksmengen einher wie ein anderer Mensch, so dass alle sich Mir nähern und wenn nötig, Mich auch verachten konnten.“
Da unterbrach ich die Rede Jesus und sagte: „Jesus, meine Liebe, welch glückliche Zeiten waren dies! Glücklicher jene Leute, die – wenn sie es nur wollten – sich Dir nähern, mit Dir sprechen und bei Dir bleiben konnten!“
Darauf Jesus: „Ach, meine Tochter, die wahre Glückseligkeit bringt mein Wille mit sich, nur Er schließt alle Schätze in der Seele ein, und indem Er sich selbst zur Krone um die Seele macht, setzt Er sie zur Königin der wahren Glückseligkeit ein. Nur diese Seelen werden die Königinnen meines Thrones sein, weil sie aus meinem Willen hervorgehen.
Es ist wohl wahr, dass jene Leute nicht glücklich waren, dass viele Mich sahen, aber Mich nicht erkannten, weil mein Wille in ihnen nicht seinen Wohnsitz als Mittelpunkt des Lebens hatte; daher verblieben sie, obwohl sie Mich sahen, unglücklich, und nur jene, die die Gnade erhielten, in ihren Herzen den Keim meines Willens zu empfangen, disponierten sich für die Gnade, Mich als Auferstandenen zu sehen.
Nun, das Wunder meiner Erlösung war die Auferstehung, die – mehr als eine glänzende Sonne – meine Menschheit krönte und auch meine kleinsten Akte mit einem Glanz und solchem Wunder erstrahlen ließ, dass Himmel und Erde staunten; die Auferstehung wird Anfang, Fundament und Erfüllung aller Güter, sowie die Krone und Glorie aller Seligen sein.
Meine Auferstehung ist die wahre Sonne, die in würdiger Weise meine Menschheit verherrlicht, sie ist die Sonne der katholischen Religion und die wahre Ehre jedes Christen; ohne Auferstehung wäre es wie ein Himmel ohne Sonne, ohne Wärme und Leben.
Nun, meine Auferstehung ist das Symbol der Seelen, die die Heiligkeit in meinem Willen bilden werden; die Heiligen der vergangenen Jahrhunderte sind Symbol meiner Menschheit; obwohl sie ergeben waren, hatten sie keine beständige Handlungsweise in meinem Willen, empfingen also nicht die Prägung der Sonne meiner Auferstehung, sondern die Prägung der Werke meiner Menschheit vor der Auferstehung; es werden daher viele sein, gleichsam als Sterne werden sie einen schönen Schmuck am Himmel meiner Menschheit bilden; aber die Heiligen des Lebens in meinem Willen, die meine auferstandene Menschheit symbolisieren, werden wenige sein.
In der Tat sahen viele Menschenmassen und Unmengen von Leuten meine Menschheit, bevor Ich starb, aber meine auferstandene Menschheit sahen wenige, nur die Glaubenden, und die am besten disponiert waren, und Ich könnte sagten, nur jene, die den Keim meines Willens in sich enthielten; denn ansonsten (wenn sie den nicht besessen hätten,) hätte ihnen die notwendige Sicht gefehlt, um meine glorreiche und auferstandene Menschheit schauen zu können, und somit Zuschauer meines Aufstiegs zum Himmel zu sein.
Meine Auferstehung nun versinnbildlicht die Heiligen, die in meinem Willen leben. Dies zurecht, weil jeder Akt, jedes Wort, jeder Schritt, usw., der in meinem Willen vollbracht wird, eine göttliche Auferstehung ist, die die Seele empfängt, eine Prägung der Glorie, die ihr aufgedrückt wird.
Es ist ein Herausgehen aus sich selbst, um in die Gottheit einzutreten, wo sie sich in der glänzenden Sonne meines Willens verbirgt und dort liebt, wirkt und denkt.
Wen sollte es wundern, wenn die Seele gänzlich auferstanden und eins geworden mit der Sonne meiner Glorie bleibt und für Mich meine auferstandene Menschheit symbolisiert? Aber wenige sind es, die sich dazu disponieren, weil die Seelen, selbst in der Heiligkeit, etwas als ihr eigenes Gut wollen.
Die Heiligkeit des Lebens in meinem Willen hingegen hat nichts, gar nichts eigenes, sondern sie ist ganz von Gott, und damit sich die Seelen dafür disponieren, sich von den eigenen Gütern loszuschälen, braucht es zu viel; daher werden diese Seelen nicht zahlreich sein.
Du bist nicht bei der Anzahl der vielen, sondern der wenigen; sei deswegen stets aufmerksam auf den Anruf und auf deinen beständigen Flug.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 15. April 1919)
„Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke…?“ (Mk10, 38)
Ich dachte über die Worte Jesu am Ölberg nach: „Vater, wenn es möglich ist, lasse diesen Kelch an Mir vorüber gehen, doch non mea voluntas, sed Tua Fiat (nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine).“
Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, glaubst du, dass Ich wegen des Kelches meiner Passion zum Vater sagte: ‚Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an Mir vorüber?‘ Überhaupt nicht!
Es war der Kelch des menschlichen Willens, der so viel Bitterkeit und die Fülle der Laster enthielt, dass mein menschlicher, mit dem Göttlichen vereinter Wille, solchen Widerwillen, Schrecken und Entsetzen empfand, dass Ich ausrief: ‚Vater, wenn es möglich ist, gehe dieser Kelch an Mir vorüber…!‘
Wie hässlich ist der menschliche Wille ohne den Göttlichen, der sich fast wie in einem Kelch in jedem Geschöpf eingeschlossen hat! Es gibt kein Übel in den Generationen, dessen Ursprung, Saat und Quelle er nicht wäre, und als Ich Mich von all jenen Übeln bedeckt sah, welche der menschliche Wille hervorgebracht hat, glaubte Ich angesichts der Heiligkeit des Meinen zu sterben und wäre auch tatsächlich gestorben, wenn die Gottheit Mich nicht unterstützt hätte.
Doch weißt du, warum Ich gleich drei Mal hinzufügte: ‚Nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine‘? Ich fühlte zugleich alle menschlichen Willen, alle ihre Übel auf Mir [lasten] und rief im Namen aller zum Vater: „Nicht mehr der menschliche Wille geschehe auf Erden, sondern der Göttliche!
Der menschliche Wille werde verbannt, und der Deine möge herrschen.“ So betete Ich schon von da an – und Ich wollte dies am Anfang meiner Passion tun, denn es lag Mir am meisten am Herzen und war Mir am wichtigsten, das „FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden“ auf die Erde herabzurufen – im Namen aller: „Non mea voluntas, sed Tua fiat, nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe.“
Von diesem Zeitpunkt an begründete Ich die Epoche des FIAT VOLUNTAS TUA auf Erden, und indem Ich es dreimal wiederholte, erflehte Ich beim ersten Mal den Göttlichen Willen, beim zweiten Mal hieß Ich Ihn herabzusteigen, und beim dritten Mal setzte Ich Ihn zum Regenten und Herrscher ein.
Und mit den Worten, Non mea voluntas, sed Tua fiat’, Nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe, beabsichtigte Ich, die Geschöpfe ihres Willens zu entleeren, und sie mit dem Göttlichen auszufüllen.
Da Mir vor meinem Sterben nur noch wenige Stunden blieben, wollte Ich mit meinem Vater im Himmel über den primären Zweck meines Kommens auf Erden verhandeln, dass nämlich der Göttliche Wille seinen ersten Ehrenplatz im Geschöpf einnehme.
Dieser Rückzug aus dem Höchsten Willen war der erste Akt des Menschen gewesen und daher die erste Uns zugefügte Beleidigung, all seine anderen Übel sind zweitrangig.
Ich musste zuerst den Zweck des ‚FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden‘ verwirklichen und dann mit meinen Leiden die Erlösung bewirken. Tatsächlich tritt selbst die Erlösung in die sekundäre Ordnung ein, und es ist stets mein Wille, der die Oberherrschaft in allem besitzt.
Und obwohl man aus den Früchten der Erlösung die Wirkungen ersehen konnte (obwohl die Früchte der Erlösung früher sichtbar waren als die Wirkungen), war es dennoch kraft dieses Vertrages, den Ich mit meinem Himmlischen Vater schloss – dass nämlich sein FIAT kommen sollte, um auf Erden zu herrschen, und hierdurch der wahre Zweck der Erschaffung des Menschen verwirklicht werde und der primäre Zweck, wozu Ich auf die Erde kam – dass der Mensch die Früchte der Erlösung empfangen konnte, sonst hätte es an der Ordnung meiner Weisheit gefehlt.
Da der Ursprung des Bösen der menschliche Wille war, musste Ich diesen ordnen und wiederherstellen, und ihn wieder mit dem Göttlichen vereinen. Und obwohl die Früchte der Erlösung zuerst sichtbar waren, bedeutet dies nichts.
Mein Wille ist wie ein König, der als Letzter kommt, obwohl er der Erste von allen ist. Ihm voran gehen zu seiner Ehre und Zierde, seine Völker, die Heere, Minister, Führenden und der ganze königliche Hof.
So waren die Erlösungsfrüchte zuerst notwendig, damit die Erhabenheit der Majestät meines Willens das königliche Gefolge, die Völker, Heere, Minister und Fürsten haben (finden) möge. Doch weißt du, wer die Erste war, die gemeinsam mit Mir rief: ‚Non mea Voluntas, sed tua fiat – nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine‘?”
Es war die kleine Neugeborene in meinem Willen, meine kleine Tochter, die solchen Widerwillen und Schrecken vor ihrem Willen hatte, dass sie sich zitternd an Mich drückte und zusammen mit Mir ausrief: „Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch meines Willens an mir vorübergehen”, und weinend gemeinsam mit Mir hinzufügte: ‚Non mea Voluntas, sed tua fiat – nicht mein Wille geschehe, sondern der Deine‘.
O ja, du warst gemeinsam mit Mir in diesem ersten Vertrag mit meinem Vater im Himmel, da es wenigstens eines Geschöpfes bedurfte, um diesen Vertrag für gültig zu erklären; wem sollte Ich ihn sonst geben, wem ihn anvertrauen?
Um den Vertrag sicherer zu verwahren, stattete Ich dich mit allen Früchten meiner Passion aus, die Ich wie ein formidables Heer um dich herum aufstellte, das ein königliches Gefolge für meinen Willen darstellt und zugleich einen erbitterten Krieg gegen deinen Willen führt.
Fasse daher Mut in dem Zustand, in dem du dich befindest! Weise den Gedanken von dir, dass Ich dich verlassen könnte; es wäre zum Nachteil meines Willens, da Ich ja den Vertrag meines Willens in dir hinterlegt habe. Bleibe daher im Frieden.
Es ist mein Wille, Der dich prüft und dich nicht nur läutern, sondern selbst den Schatten deines Willens vernichten möchte. Setze also in allem Frieden den Flug in meinem Willen fort und sei über nichts besorgt.
Dein Jesus wird es so machen, dass alles, was innerhalb und außerhalb von dir geschehen mag, meinen Willen noch mehr hervorglänzen lassen und in dir die Grenzen meines Willens in deinem menschlichen Willen erweitern wird.
Ich selbst werde die Arbeitsgeschwindigkeit (den Takt, das Tempo) in deinem Inneren aufrecht halten, damit Ich alles nach meinem Willen in dir leiten kann. Ich kümmerte Mich um nichts anderes, als allein um den Willen meines Vaters, und da Dieser alle Dinge [in Sich] enthält, kümmerte Ich Mich um alles.
Und wenn Ich ein Gebet lehrte, so ging es dabei nur darum – dass der Göttliche Wille im Himmel wie auf Erden geschehe, aber es war das Gebet, das alles einschloss. So kreiste Ich also nur um den Höchsten Willen, und meine Worte, meine Leiden, Werke und Herzschläge waren vom Himmlischen Willen durchtränkt.
So sollst auch du es machen: du musst so sehr um Ihn kreisen, dass du dich vom ewigen Hauch des Feuers meines Willens verbrennen lässt und somit jegliches andere Wissen aufgibst und nichts anderes kennst als allein und immer meinen Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 4. Januar 1924)
„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen“ (Mk 10,45)
… „Meine Tochter, wer im Reich des Höchsten FIAT leben soll, muss als seinen Anfang seinen Ursprung haben, und alles, was mein Wille aus Liebe zu ihm getan hat und immer noch tut, denn mein Wille wird nicht geliebt, weil man Ihn nicht kennt.
Nun ist die Schöpfung das sprechende Leben meines Willens. In allen geschaffenen Dingen ist Er wie ein edler König verborgen, der bekannt sein möchte, um hervorzutreten. Die Kenntnis wird den Schleier, der Ihn verhüllt, zerreißen, damit Er hervortritt und unter seinen Kindern herrscht. Wer könnte besser als die Schöpfung anzeigen, was mein Wille aus Liebe zu den Geschöpfen tut, da sie doch von allen betrachtet und berührt wird, mit einem stets gegenwärtigen Akt?
Betrachte, meine Tochter, die leidenschaftliche Liebe dieses edlen Königs. Er geht so weit, dass Er sich mit Erde verhüllt, um sie fest zu machen, damit der Mensch sicher darüber schreiten kann.
Während der Mensch über die Decke der Erde schreitet, die Ihn verhüllt, nimmt Er die Fußsohlen [des Menschen] in seine edlen und königlichen kleinen Hände, damit der Mensch nicht schwanke und mit festem Schritt auftrete.
Während Er durch Mutter Erde die Sohlen des Menschen fest an seine adelige Brust hält, möchte Er hervortreten und Sich von der Hülle der Erde befreien, die Ihn bedeckt.
Doch der Mensch geht über Ihn hinweg, ohne Ihn auch nur zu beachten, um zu sehen, wer seinen Schritt stützt, wer diese große Masse von Erde so fest für ihn bewahrt, damit er nicht schwanke.
Und der edle König fährt fort, sich in der Erde zu verhüllen. Er wartet mit unsagbarer Geduld, die nur ein Göttlicher Wille besitzen kann, dass Er erkannt werde, damit Er geliebt werde und ihm seine lange Geschichte erzähle, was Er – verhüllt von dieser Erde – aus Liebe zum Menschen getan hat.
Seine Liebe ist so groß, dass Er oft die Notwendigkeit empfindet, diesen Ihn bedeckenden Schleier aus Erde zu zerreißen. Von seiner Herrschaft Gebrauch machend, lässt Er die Erde beben und verbirgt in seinem Schoß mit seiner Macht Städte und Menschen.
So möge der Mensch erkennen, dass innerhalb dieser Erde und unter seinen Füßen ein regierender und herrschender Wille ist, der liebt und nicht geliebt wird und der sich leidvoll schüttelt, um sich bekannt zu machen.
Im Evangelium liest man mit Staunen, dass Ich Mich zu Füßen meiner Apostel niederwarf und ihnen die Füße wusch und dabei nicht einmal den treulosen Judas überging. Diesen Akt, der gewiss ganz demütig und unsagbar zärtlich war, und dessen die Kirche gedenkt, vollbrachte Ich aber nur einmal.
Mein Wille hingegeben erniedrigt sich noch mehr und begibt sich unter die Füße der Menschen mit einem fortdauernden Akt, um sie zu stützen, um die Erde fest zu machen, damit sie nicht in den Abgrund stürzen, und dennoch erntet Er keine Aufmerksamkeit.
Der edle König wartet mit unbesiegter Geduld – seit so vielen Jahrhunderten in allen geschaffenen Dingen verhüllt – dass sein Wille bekannt werde. Wenn Er bekannt sein wird, wird Er die vielen Schleier zerreißen, die Ihn verbergen, und offenbar machen, was Er seit so vielen Jahrhunderten aus Liebe zum Menschen getan hat.
Er wird unerhörte Dinge sagen, Exzesse der Liebe, an die nie jemand gedacht hätte. Das ist der Grund, warum Ich, wenn Ich zu dir von meinem Willen spreche, so oft von der Schöpfung rede.
Mein Wille ist nämlich das Leben aller geschaffenen Dinge, und durch diese geschaffenen Dinge verleiht Er allen das Leben, und dieses Leben möchte offenbar werden, damit das Reich des ewigen FIAT kommen kann.
Überall ist mein Wille verhüllt. Er ist verhüllt im Wind, und aus dem Inneren dieser Schleier heraus bringt Er dem Menschen seine erholsame Frische, wie um ihn zu liebkosen, und seinen regenerierenden Atem, um ihn ständig zu neuem Leben zu regenerieren, das stets an Gnade zunimmt.
Doch der im Wind verhüllte edle König fühlt seine Liebkosungen in Beleidigungen zurückgewiesen, seine Frische in Feuer menschlicher Leidenschaften, und seinen regenerierenden Atem vergolten mit einem Hauch, der seine Gnade tötet.
Und Er schüttelt seine Schleier, und der Wind verwandelt sich in Wut und reißt mit seiner Heftigkeit Menschen, Städte und Gebiete fort, als wären sie Federn, indem er die Macht des edlen Königs, der im Wind verborgen ist, bekannt macht. Es gibt kein erschaffenes Ding, in dem mein Wille nicht verhüllt ist.
Deshalb warten alle darauf, dass Er bekannt werde und das Reich des Höchsten FIAT und sein voller Triumph komme.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 4. November 1926)
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Ich meditierte über das Höchste Fiat und dachte mir dabei: ‘Wenn der Göttliche Wille sein Reich unter den Völkern errichten möchte, welche Beziehung hatte dann der Göttliche Wille zu den Geschöpfen, ehe unser Herr auf die Erde kam, als Er auf Erden war, und nach seinem Kommen?’
Da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, mein Wille war in seiner Unermesslichkeit stets unter den Menschen, denn es gibt von Natur aus keinen Ort, wo Er sich nicht befindet, und das Geschöpf kann nicht ohne Ihn existieren.
Es wäre so, als wäre man unfähig, Leben zu besitzen oder wahrzunehmen. Ohne meinen Göttlichen Willen würden sich alle Dinge in Nichts auflösen, zumal der primäre Akt aller geschaffenen Dinge mein Göttliches Fiat ist.
Dieses Fiat ist wie das Haupt für die Glieder, und wenn eines davon sagen wollte: ‘Ich kann ohne Haupt leben’, wäre ihm das unmöglich – der bloße Gedanke daran ist die größte Torheit.
Doch Herrschaft bedeutet dies, dass der Göttliche Wille anerkannt, geliebt und ersehnt wird, und dass man von Ihm abhängig ist, wie die Glieder vom Haupt abhängen – das bedeutet Herrschaft.
Das Anwesendsein unter den Menschen jedoch ist [noch] keine Herrschaft, wenn sie nicht gänzlich von meinem Willen abhängen. Obwohl mein Göttlicher Wille vor meinem Kommen auf die Erde mit seiner Unermesslichkeit mitten unter den Menschen war, waren die Beziehungen zwischen Ihm und den Menschen so, als würde Er in einem fremden Land leben.
Sie empfingen aus der Ferne die spärlichen Verbindungen und kurzen Nachrichten, die ihnen mein Kommen auf Erden ankündigten. Welch ein Kummer, in ihrer Mitte zu sein und nicht erkannt und von ihrem eigenen Willen so ferngehalten zu werden, als wohnte Er in einem fremden Land!
Mit meinem Kommen kam Er durch Mich den Menschen näher, da Ich Ihn als Leben besaß und meine Menschheit Ihn anerkannte, liebte und herrschen ließ.
Und seine Beziehungen zu den Menschen waren so, als würde Er nicht mehr in einem fremden Land leben, sondern in ihren eigenen Ländern. Doch da sie Ihn weder kannten, noch Ihm die Herrschaft über sich gaben kann man nicht behaupten, dass mein Göttlicher Wille sein Reich errichtet hat.
Deshalb diente mein Kommen auf die Erde dazu, den menschlichen und den Göttlichen Willen einander anzunähern, sie in enge Beziehung zu bringen und die Nachrichten zu vermehren, um Ihn bekannt zu machen, sodass Ich sie das ‘Vaterunser’ lehrte und sie beten ließ: ‘Dein Reich komme, Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden’. Wenn mein Wille nicht so auf Erden lebt, wie Er es im Himmel tut, kann man nicht sagen, dass Er sein Reich unter den Völkern hat.
Daher wird Er in der Zeit seines Königreiches nicht nur in ihrer Mitte gegenwärtig, sondern in jedem von ihnen das immerwährende Leben sein. Um dies zu erreichen, muss man wissen, dass Er gleichsam das Haupt und primäre Leben eines jeden Geschöpfes ist.
Da nun dieses Haupt nicht erkannt wird, fließen seine Kraft, Heiligkeit und Schönheit nicht in die Glieder und kann Er auch sein edles und göttliches Blut nicht in ihren Adern fließen lassen – daher kann man in den Geschöpfen nicht das Leben des Himmels erblicken.
Deswegen liebe Ich es so sehr, dass mein Göttlicher Wille bekannt werde: die Kenntnis wird die Liebe erwecken, und wenn Er sich geliebt und ersehnt fühlt, wird es Ihn so anziehen, dass Er kommt und unter den Menschen herrscht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 24. Juli 1929)
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… So fühlte ich mich mehr denn je an das unermessliche Licht des Göttlichen Willens hingegeben und konnte darin meinen guten Jesus sehen und hören, wie Er ganz aufmerksam auf die Kleinheit meiner armen Seele bedacht war; Er kümmerte sich um alles, wollte mir alles geben und alles tun; so konnte man sehen, wie Er mit der Berührung seiner Finger meinen Herzschlag bildete, den Atem und die Bewegung anregte, die Gedanken und Worte und alles in Ordnung hielt – doch mit so viel Liebe und Zärtlichkeit, dass es entzückte.
Als mich der gebenedeite Jesus überrascht sah, sprach Er zu mir:
„Meine kleine Tochter, wundere dich nicht über so viel Aufmerksamkeit und liebevolle Zärtlichkeit, die Ich dir innerlich und äußerlich angedeihen lasse. Wisse, dass Ich in der Seele, in der mein Göttlicher Wille herrscht, Mir Selbst diene; daher stelle Ich zur Zierde meiner Gottheit und Heiligkeit, meine [eigenen] Akte zur Verfügung, als wären sie für mein eigenes Leben getan und lege zu diesem Zweck meine feurige Liebe, die Ordnung meiner Gedanken und die Heiligkeit meiner Werke hinein.
Wenn Ich dann die Fügsamkeit der Seele sehe, die als Tochter willig die Dienste ihres Vaters, seine liebevolle Zärtlichkeit und das Leben des Vaters in seiner Tochter annimmt, dann fühle Ich Mich so glücklich und geehrt, ihr zu dienen, zumal Ich Mir selbst in meiner Tochter diene; sich selbst zu dienen ist aber keine Knechtschaft, sondern Ehre und Herrlichkeit.
Es bedeutet, sich in der Würde, Heiligkeit und Ordnung seines Standes bewahren zu können, ohne dass man sich degradiert. Knechtschaft beginnt dort, wo man anderen Personen dient, aber sich selbst zu dienen heißt, die Höhe des eigenen Standes zu bewahren.
Wo aber mein Göttlicher Wille regiert, ist Mir daran gelegen, dass alle Akte der Seele, meines Willens würdig und Frucht meiner Akte seien, sonst wäre es für meinen Göttlichen Willen und die Akte der Seele unziemlich; daher biete Ich Mich an, alles [Selbst] zu tun, um meinem eigenen Willen zu dienen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 17. Juni 1932)

