8In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. 9Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden.
10Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben.
11Wenn man euch vor die Gerichte der Synagogen und vor die Herrscher und Machthaber schleppt, dann macht euch keine Sorgen, wie ihr euch verteidigen oder was ihr sagen sollt. 12Denn der Heilige Geist wird euch in der gleichen Stunde eingeben, was ihr sagen müsst.

„Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen“ (Lk 12,8)

Ich fühlte mich wie im Ewigen Wollen versenkt, und mein stets liebenswürdiger Jesus zog mich an sich, brachte mich aus meinem Leib heraus und zeigte mir Himmel und Erde; während Er mich schauen ließ, sprach Er zu mir:
„Siehst du, geliebte Tochter unseres Höchsten Willens? Dieses ganze Gefüge des Universums, der Himmel, die Sonne, die Meere und alles Übrige wurde von Uns erschaffen, um daraus ein Geschenk zu machen – doch weißt du, für wen?
Für jene, die unseren Willen tun würden. Alles wurde ihnen als unseren rechtmäßigen Kindern geschenkt.
Dies taten Wir zur Zierde unserer Werke, indem Wir sie weder bei Fremden noch unrechtmäßigen Kindern deponierten, noch sie ihnen zum Geschenk machten, da jene die großen Güter, die darin enthalten sind, weder verstanden, noch die Größe und Heiligkeit unserer Werke geschätzt, sondern sie vergeudet und verachtet hätten – Wir beschenkten indessen unsere rechtmäßigen Kinder damit.
Da in jedem geschaffenen Ding eine bestimmte Liebe und ein besonderes Gut für den enthalten ist, an den diese Gabe gerichtet ist, so hätte unser Wille, der in unseren Kindern wohnt und ihr Leben darstellt, sie diese ganze, je unterschiedliche Liebe, die in allem Geschaffenen gegenwärtig ist, und alle Besonderheiten der Güter verstehen lassen.
So hätten Uns unsere Kinder für jede besondere Liebe und für alle Güter, die ihnen geschenkt wurden, Herrlichkeit und Ehre als Vergeltung dargebracht.
Unser Wille, der sie mit einem einzigen FIAT geschaffen hatte und alle ihre Geheimnisse kannte – und der in unseren rechtmäßigen Kindern wohnt – hätte mit einem weiteren FIAT unsere Geheimnisse enthüllt, die in allen geschaffenen Dingen enthalten sind und hätte bewirkt, dass sie Uns Liebe mit Liebe erwidern; es bestünde eine gegenseitige Harmonie und Kommunikation zwischen ihnen und Uns.
Und obwohl es scheint, dass jene, die unseren Willen nicht tun, sich dennoch an den Gütern erfreuen und an ihnen teilhaben, genießen sie diese Gaben – da sie ihnen nicht gehören – [bloß] wie eine indirekte Folge, als Usurpatoren und unrechtmäßige Kinder.
Mehr noch, da mein Wille nicht in ihnen wohnt, begreifen sie nichts oder sehr wenig von meiner Liebe, welche die ganze Schöpfung ihnen zuträgt und von den großen Gütern, die in ihr ist.
Ja, viele wissen nicht einmal, wer diese vielen Dinge erschaffen hat – es sind wahrlich Fremde, die Mich, während sie von den Dingen leben, die Mir gehören, nicht einmal erkennen wollen.
So wurde dieses große Geschenk des ganzen Universums von meinem Vater im Himmel meiner Menschheit, als wahrem rechtmäßigem Sohn, übergeben, die Ihm alles vergalt: Gabe für Gabe, Liebe für Liebe.
Danach kam meine Himmlische Mutter, die es so gut verstand, ihrem Schöpfer zu vergelten, und dann kamen die Kinder meines Willens, die Er als seine eigenen Kinder legitimieren musste.
Deshalb jauchzt die ganze Schöpfung vor Freude, feiert ein Fest und lächelt, wenn Ich dich aus deinem Leib heraustreten lasse; zusammen mit Mir erkennt sie die legitime Tochter des Höchsten Willens an, ihre wahre Besitzerin.
Alle geschaffenen Dinge würden sich gerne in deinen Schoß begeben und dich umringen, nicht nur um dich zu feiern, sondern um geschätzt, verteidigt und als Gaben ihres Schöpfers angesehen zu werden, und alle wetteifern darin, dir die besondere Liebe und die Gabe zu schenken, die jedes geschaffene Ding enthält: Einige möchten dir die Gabe der Schönheit deines Schöpfers geben und die Liebe, die das Schöne enthält, einige die Gabe der Macht, und die Liebe, welche die Macht enthält, einige die Gabe der Weisheit, der Güte, der Heiligkeit, des Lichtes, der Reinheit und die besonderen Arten der Liebe, welche die Weisheit, die Güte, die Heiligkeit, das Licht, die Reinheit usw. enthalten.
So überwältigt mein Wille alle Hindernisse zwischen der Seele und Gott, Er setzt die Seele in Einklang mit Himmel und Erde, enthüllt ihr alle Geheimnisse, die in der ganzen Schöpfung enthalten sind und macht sie zur Schatzwalterin aller Güter Gottes.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 25. Mai 1923)

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… „Meine Tochter, mein Göttlicher Wille trägt die Seele auf seinen Armen. Seine Liebe ist so groß, dass Er die ganze Schöpfung um diese Seele herum belässt, als wäre Er immer gerade dabei, die Schöpfung zu erschaffen, um der Seele Freude zu bereiten, sie glücklich zu machen und ihr zu sagen: ‘Meine Schöpferkraft hält dieses ganze Gefüge des Universums aufrecht.
Zöge sie sich zurück, so würde die Sonne wie von Zauberhand verschwinden, der Himmel und alles andere würden sich ins Nichts auflösen, so wie sie aus dem Nichts hervorgingen, da meine Schöpferkraft sie ständig neu erschafft und in aller Wahrheit behaupten kann: ‘Gerade für dich erschaffe Ich [eben jetzt] die Sonne, damit dein Leben und dein Schritt von ihrem Licht erhellt wird; für dich den blauen Himmel, damit dein Auge umherschweift und sich in seiner Ausdehnung erfreut; alles erschaffe Ich [jetzt gerade] für dich und bewahre es in der Ordnung, weil Ich dich liebe.’
Mein Göttlicher Wille macht sich zum aktiven Leben aller Dinge, nährt und bewahrt sie und stellt sie um die Seele auf, damit diese aus allen Dingen und von allen Seiten her, sein unverrückbares Leben, seine unwandelbare Kraft und unbesiegbare Liebe spürt. Man kann sagen, dass Er die Seele allerorten als Triumph seiner Liebe fest in seinen Armen hält.
Und Er bewahrt nicht nur die äußere Ordnung und alle Dinge im Akt, als würde Er sie gerade erschaffen, sondern bewahrt auch im Inneren mit seiner Schöpferkraft die ganze innere Ordnung der Seele.
So ist Er stets dabei, immer im Akt, Herzschlag, Atmung, Bewegung, Blutkreislauf, Intellekt, Gedächtnis und Wille zu erschaffen. Er fließt als Leben im Herzschlag, im Atem, in allem.
Er versorgt und bewahrt sie, ohne sich je aus der Seele oder dem Leib zurückzuziehen. Und doch wird dieser mein Höchster Wille, der alles ist, alles tut, alles gibt, nicht erkannt, sondern wird vergessen. Ich könnte – wie zu den Aposteln – sagen: ‘So lange bin Ich schon bei euch, und ihr kennt Mich noch nicht.’
So vieles wird gelehrt, was nicht das Leben des Menschen ausmacht, über meinen Willen jedoch, der das Leben bildet und der ständige Akt des Lebens ist, ohne den der Mensch nicht sein könnte, wird nichts gesagt.
Sei daher aufmerksam, meine Tochter, erkenne Ihn, mehr als dein eigenes Leben, in und außerhalb von dir, in allem; und du wirst wunderbare Dinge wahrnehmen, seinen kontinuierlichen Akt, der dich mit unermüdlicher Liebe liebt und dir, bloß weil Er dich liebt, das Leben schenkt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 17. Juli 1931)

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… „Meine gesegnete Tochter, mein Wille ist alles für das Geschöpf, und ohne Ihn könnte es nicht einmal leben. Du musst wissen, dass jeder Mann und jede Frau bereits vom Anfang der Existenz an einen Akt hat, der von meinem Willen gewollt und beschlossen ist und der einen intensiven Akt der Liebe zu jener Person trägt, die das Leben beginnt.
Du siehst also, wie die Erschaffung jeder Seele unter der Herrschaft eines Aktes unserer göttlichen Liebe und des Göttlichen Willens beginnt, der mit der ganzen Fülle der Kenntnis gewollt ist: somit sind diese beiden Akte – Liebe und Göttlicher Wille – mit allen Gnaden von [unserer] Macht, Weisheit, Heiligkeit und Schönheit ausgestattet, mit denen die Seele leben und ihr[e Bestimmung im] Leben vollbringen soll.
Wenn mein Wille nun seinen ersten und gewollten Akt in der Seele gebildet hat, entfernt Er sich nicht mehr von ihr: dieser Akt erschafft, formt, zieht die Seele groß und entfaltet dabei seinen wirkenden Akt, um sie in unserem gewollten Akt zu bestätigen.
So fließen mein Wille und meine Liebe in jedem menschlichen Akt und bilden das Leben der Seele, ihre Unterstützung, Verteidigung und Zuflucht, nähren dieses Leben und umgeben es mit ihrer Macht.
Meine Liebe umfängt die Seele und hält sie an ihre Brust gedrückt, mein Wille umgibt sie schützend von allen Seiten mehr als eine Wohnstätte, um seinen gewollten Akt sicher zu bewahren, den mein Fiat bei der Erschaffung der Seele ausgesprochen hat.
Nun ist dieser von unserem Fiat gewollte Akt der größte und mächtigste Akt, der unser Göttliches Wesen am meisten verherrlicht, und den nicht einmal die Himmel fassen und verstehen können.
Scheint es dir unbedeutend, dass unser Wille in jedem Akt der Seele wirkt und nicht mit Worten, wohl aber mit Taten, zu ihr spricht: ‚Ich bin Dein und stehe zu deiner Verfügung.
O, erkenne Mich doch bitte! Ich bin dein Leben, dein Akt, wenn du Mich erkennst, wirst du Mir deine kleine Vergeltung der Liebe bringen. Wenn sie auch klein ist, wünsche und verlange Ich sie, als Ermutigung für meine ständige Arbeit und für das Leben, das Ich für dich einsetze.’
Um nicht hinter meinem Fiat zurückzubleiben, empfindet meine Liebe das unwiderstehliche Bedürfnis, jeden Akt der Seele wirksam zu lieben und ihr in jedem Akt zu beteuern: ‚Ich liebe dich, und du liebe Mich!’ Zudem kommt alles darauf an, dass dieser gewollte Akt meines Fiat [von den Seelen] anerkannt wird.
Dann macht mein Wille aus diesen Seelen[, die Ihn anerkennen,] unerhörte Wunder der Heiligkeit und Schönheit, die den schönsten Schmuck der Himmlischen Heimat und die strahlendsten [göttlichen] Leben bilden werden, die ihrem Schöpfer ähnlich sind, da unser Wille [aus ihnen] keine Uns unähnlichen Wesen schaffen kann.
Das Erste, was Er hervorbringt, ist die Ähnlichkeit mit Uns, da Er sich selbst im wirkenden Akt finden möchte, den Er im Geschöpf entfaltet. Sonst könnte mein Wille [zur Seele] sagen: ‚Du bist Mir nicht ähnlich, also gehörst du nicht zu Mir.’
Wenn Er aber vom Geschöpf nicht erkannt und geliebt wird, so stellt dies einen Schmerz für meinen Willen dar, obwohl Er [auch dann] in jedem Akt des Geschöpfs wirkt, ansonsten würde Er ihm das Leben nehmen müssen.
Daher fühlt Er in seinem Schmerz sein göttliches Leben zurückgewiesen, die Heiligkeit behindert, die Er entfalten will, und die Gnadenmeere in seinen gewollten Akt zurückgedrängt, gleichsam verschlossen, mit denen Er das Geschöpf überfluten, und die Schönheit, mit der Er es bedecken sollte.
So kann mein Wille sagen: ‚Es gibt keinen Schmerz, der meinem Schmerz gleicht, zumal es kein Gut gab, das Ich der Seele nicht geben wollte, keinen Akt von ihr, wo Ich nicht etwas von dem Meinen hineingelegt hätte.’
Sei also aufmerksam, meine Tochter. Bedenke, dass jeder deiner Akte von einem Göttlichen Willen abhängt, der ihn umhüllt, formt und ihm das Leben verleiht.
Da Er dich liebt, möchte Er, dass du das Leben kennst, das Er dir gibt, und dies als Bestätigung seiner Akte in dir. Sei daher bereit, eher zu sterben, als diesen schon vom Anfang deiner Existenz an gewollten Akt meines Willens zu behindern.
Wie schön ist es, sagen zu können: ‚Ich bin Wille Gottes, denn Er hat alles in mir getan: Er hat mich erschaffen, mich geformt und wird mich in seinen lichtvollen Armen in den Himmel tragen, als Sieg und Triumph des allmächtigen Fiat und seiner Liebe’!“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 4. Januar 1937)

„Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden“ (Lk 12, 8-9)

Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort und suchte meiner Gewohnheit entsprechend, mich in meinen süßen Jesus zu versenken. Aber wie ich mich auch anstrengte, es war vergebens; Jesus selbst zerstreute mich und mit einem tiefen Seufzer sagte Er zu mir: „Meine Tochter, das Geschöpf ist nichts anderes als mein Atem; wenn Ich atme, so gebe Ich allem das Leben.
Alles Leben liegt im Atem; wenn dieser fehlt, schlägt das Herz nicht mehr, das Blut kreist nicht mehr, die Hände bleiben untätig, der Geist fühlt die Denkfähigkeit schwinden, und so ist es mit allem übrigen. Das ganze menschliche Leben liegt also im Empfangen und Weitergeben dieses Atems.
Aber während Ich mit meinem Atem allen Geschöpfen Leben und Bewegung verleihe, und mit meinem heiligen Atem sie heiligen, lieben, verschönern, bereichern, usw. möchte, bereiten sie Mir, indem sie Mir den Atem, den sie empfangen zurückgeben, Beleidigungen, Auflehnung, Undankbarkeiten, Flüche, Verkennung und alles übrige.
Ich sende ihnen also den reinen Atem, und er kommt unrein zu Mir zurück, Ich sende ihn aus zum Segnen und er kommt zu Mir als Fluch, Ich sende ihn ganz voller Liebe und er trifft Mich, indem er Mich im Innersten meines Herzens beleidigt.
Aber die Liebe lässt Mich fortfahren, den Atem auszusenden, um diese ‚Maschinen‘ des menschlichen Lebens aufrechtzuerhalten, ansonsten würden sie nicht mehr funktionieren und zusammenbrechen.
Ach, meine Tochter, hast du gespürt, wie das menschliche Leben aufrechterhalten wird? Von meinem Atem; und wenn Ich eine Seele finde, die Mich liebt: wie süß ist ihr Atem, wie erquickt er Mich, wie stärkt er Mich!
Zwischen ihr und Mir bildet sich einen Widerhall von Harmonien, die sich von den anderen Geschöpfen unterscheiden, und sie werden auch im Himmel besonders sein. Meine Tochter, Ich konnte meine Liebe nicht mehr zurückhalten und wollte Mir bei dir Erleichterung verschaffen.“
So konnte ich mich heute nicht in Jesus versenken, weil Er Selbst mich mit seinem Atem beschäftigt hielt; wie vieles habe ich begriffen! Aber ich kann sie nicht gut ausdrücken und mache hier Schluss. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 10. Mai 1917)

„Jedem, der etwas gegen den Menschensohn sagt, wird vergeben werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem wird nicht vergeben“ (Lk 12,10)

Der Göttliche Wille ist stets dabei, mit seinem süßen Zauber sein göttliches Leben in meiner Seele zu weben. Er lässt es heranwachsen, bearbeitet und nährt es, bedeckt es mit seinen Flügeln aus Licht und verbirgt es, damit kein Windhauch ihm schaden und das Wachstum seines Lebens in meiner Seele behindern kann.
O, wenn der Göttliche Wille mich nicht zärtlicher als eine liebende Mutter in meinen allzu schmerzvollen Lebensumständen in seinen Armen hielte und mit seinem Licht bedeckte, wüsste ich nicht, was ich täte!
Aber sein Licht beruhigt und stärkt mich, und so mache ich weiter. O anbetungswürdiger Wille, wie dankbar sollte ich Dir für eine so große Wohltat sein. So opfere ich Dir als angemessenen Dank die Unendlichkeit deines eigenen Willens auf.
Als sich mein Geist ganz in sein Licht getaucht fühlte, machte mein geliebter Jesus wieder einen kurzen Besuch bei meiner Seele und sagte zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wie schön ist es, die Seele unter den Lichtflügeln meines Willens heranwachsen zu sehen!
Eingehüllt in sein Licht, sieht, hört und berührt sie nichts anderes als das Licht ihrer Mutter, das sie einhüllt. Wenn die Menschen sie verwunden, schlagen und betrüben, spürt sie, wie sie noch tiefer [in meinen Willen] eindringt und sich noch inniger in seine Lichtarme schmiegt.
Sie reagiert mit einem lichtvollen Lächeln auf alle, die sie betrüben und verwunden wollen, macht sich über sie lustig und beschämt somit ihre menschliche Niedertracht. O, Macht meines wirkenden Willens!
Er entkommt allem, triumphiert über alles und errichtet mit seinem Licht den Thron seiner unvergänglichen Glorie in der Seele, die Ihn frei wirken lässt. Wisse, dass seine Macht so groß ist, dass Er aus allen Jahrhunderten ein einziges macht, seine Herrschaft sich überall hin ausdehnt und Er aus allen Akten einen einzigen macht.
Die Jahrhunderte verschwinden angesichts seiner Macht, und alle guten Akte der Menschen sind nichts als ebenso viele Atome, die zusammen einen einzigen Akt bilden. Diese Atome anerkennen seine Macht, und stellen, zu seinen Füßen niedergeworfen, die Verherrlichung und Anbetung seines Höchsten Willens durch die Menschengeschlechter dar.
Ein Sinnbild dafür ist die Sonne, die nichts anderes als eine große Menge Lichtatome ist, die zusammen die Sonne bilden, welche der ganzen Erde Licht spendet. Jene Atome sind jedoch mit einer göttlichen Macht bewehrt, und jedes enthält eine wunderbare Macht.
So teilen sie bei der bloßen Berührung der Erde und der Vegetation wunderbare Güter und Wirkungen mit, um in jeder Pflanze und Blume deren eigenes Leben heranzubilden.
In gleicher Weise schließen auch die geschöpflichen Akte, obwohl sie [nur] Atome sind, die wunderbare Macht meines Willens ein und bringen daher wunderbare Wirkungen hervor.
Du musst wissen, wenn sich die Seele disponiert, einen Akt in meinem Willen zu tun, dann festigt Er ihre Schlagkraft und macht es ihr einfacher. Er schafft in ihr einen leeren Platz, bildet die göttliche Natur im menschlichen Willen heran und bahnt sich gleichsam siegreich seinen Weg in den Willen der Seele.
Er geht unentwegt voran, um erst dann anzuhalten, wenn der menschliche Wille seinen Schritt behindert und Schranken aufrichtet, indem er nicht meinen Willen, sondern den eigenen tut.
Welch ein Verbrechen, meinem Willen den Weg und die Durchfahrt im Willen der Seele zu blockieren: Ich schuf ja die Menschen gerade dazu, um Mir so viele Wege in den menschlichen Willen zu schaffen, damit Ich meinen ständigen Weg und somit meinen wirkenden Akt in ihnen besitze!
Wer meinen Weg blockiert, der würde Mir gleichsam die Fortsetzung meiner Schöpfung behindern und meine Schritte und Hände binden wollen, damit Ich nicht aktiv sei.
Meinen Willen nicht zu tun, scheint unbedeutend zu sein, und doch ist es das größte Verbrechen, das vor der Göttlichen Majestät nach Rache an den armen Geschöpfen schreit; besonders wenn die Seele weiß, dass mein Wille ein bestimmtes Werk oder Opfer verlangt; es nicht zu tun, hieße, die Wahrheit bestreiten, sie ableugnen zu wollen – dies ist eine Sünde gegen den Heiligen Geist und schreit bei Gott um Rache.
Meinen Willen zu kennen und Ihn nicht zu tun, verschließt den Himmel, bricht die Beziehungen mit Gott ab und heißt, das Eigentumsrecht Gottes nicht anzuerkennen; jedes Geschöpf muss nämlich dieses anerkennen und sich den Wünschen meines Willens unterwerfen, selbst um den Preis des eigenen Lebens.
Sei daher aufmerksam, bete meinen Willen und mein Walten über dir an, wenn du deinen Jesus glücklich machen willst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 16. Oktober 1932)