10In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun? 11Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso.
12Es kamen auch Zöllner zu ihm, um sich taufen zu lassen, und fragten: Meister, was sollen wir tun? 13Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist.
14Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemand, erpresst niemand, begnügt euch mit eurem Sold!
15Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei. 16Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.
17Schon hält er die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Weizen in seine Scheune zu bringen; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. 18Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk in seiner Predigt.

„In jener Zeit fragten die Leute den Johannes den Täufer: Was sollen wir also tun?“ (Lk 3,10)

… Fühlte ich mich nach einem Tag mit vielen Besuchen müde; ich beklagte mich innerlich bei Unserem Herrn und sprach: „Entferne von mir die Menschen, ich fühle mich sehr bedrängt; ich weiß nicht, was sie bei mir finden oder von mir wollen. Hab Erbarmen mit der Gewalt, die ich ständig anwende, um in meinem Inneren bei Dir und im Äußeren bei den Geschöpfen zu sein!“
Da kam inzwischen die Königin Mutter; sie hob ihre Rechte und deutete auf mein Inneres, wo der liebenswürdige Jesus zu sein schien, und sprach: „Meine geliebte Tochter, sei nicht bekümmert, die Menschen eilen dorthin, wo ein Schatz ist. Da in dir der Schatz der Leiden ist, in dem mein süßer Sohn eingeschlossen ist, kommen sie zu dir.
Wenn du dich mit ihnen beschäftigst, sollst du dich jedoch nicht von deinem Schatz ablenken lassen, sondern bewirken, dass jeder den Schatz liebt, der in dir enthalten ist, nämlich das Kreuz und meinen Sohn; so wirst du sie alle bereichert nach Hause schicken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 9. März 1908)

„Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso“ (Lk 3, 11)

„Von dir will Ich die vollkommene Übereinstimmung mit meinem Willen, sodass dein Wille in meinen vernichtet ist, und absolute Loslösung von allem – so sehr, dass Ich will, dass alles Irdische wie Mist und Fäulnis von dir betrachtet wird, vor dem jemand schon beim bloßen Hinsehen Abscheu empfindet.
Und dies deshalb, weil selbst dann, wenn jemand nicht an diesen irdischen Dingen hängt, er sie aber um sich hat, und auf sie schaut, diese bereits Schatten auf die himmlischen Dinge werfen, und die Erfüllung dieser mystischen Vermählung verhindern, die Ich dir verheißen habe.
Mehr noch, Ich will, dass du Mich in der Armut nachahmst, so wie Ich arm war: du musst dich in diesem Bett als eine kleine Arme betrachten; die Armen sind mit all dem, was sie haben, zufrieden, und sie danken zuerst Mir, und dann ihren Wohltätern.
So mache es du mit allem, was dir gegeben wird, ohne um dieses oder jenes zu bitten, denn es könnte in deinem Geist ein Hindernis sein, sondern ergib dich mit heiliger Gleichgültigkeit, ohne zu denken, ob es dir Gutes oder Schlechtes bringt, dem Willen der anderen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)

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Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, da betete ich zu Unserem Herrn, dass Er unter jenen Seelen Frieden schaffe, die ganz in Zwiespalt leben; die Armen möchten die Reichen überfallen, es herrscht ein schauderbarer Durst nach Menschenblut, sie können sich anscheinend selbst nicht mehr zurückhalten.
Wenn der Herr nicht seine Hand erhebt, sind wir schon so weit, die Strafen zu verdienen, die Er so oft kundgetan hat. Als Er kurz kam, sprach Er zu mir: „Meine Tochter, wie gerecht ist meine Gerechtigkeit!
Die Reichen waren die ersten, die den Armen ein schlechtes Beispiel gegeben und sich von der Religion distanziert haben und davon, deren Pflichten zu erfüllen, sodass sie sich sogar dafür schämten, die Kirche zu betreten, die Hl. Messe anzuhören, und ihre Gebote zu erfüllen.
Die Armen haben sich von ihrem giftigen Geifer ernährt, und nachdem sie genügend vom Gift ihres schlechten Beispiels aufgenommen haben, können sie dieses Gift nicht mehr in sich einschließen und suchen mit eben diesem Gift, das man ihnen gegeben hat, sie zu attackieren und sogar zu töten.
Es gibt keine Ordnung ohne Unterwerfung; die Reichen haben sich von Gott losgesagt, und die Völker erheben sich gegen Gott, gegen die Reichen und gegen alle. Die Waage meiner Gerechtigkeit ist voll und Ich kann sie nicht mehr zurückhalten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 12. Mai 1908)

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Als ich diesen Morgen in meinem gewohnten Zustand war, befand ich mich in einem Augenblick [wieder] in mir, doch ohne fähig zu sein, mich zu bewegen. Da nahm ich wahr, wie jemand in meinen kleinen Raum eintrat, dann die Tür wieder schloss, und ich fühlte, dass er sich meinem Bett näherte.
In meinem Geist dachte ich, dass jemand heimlich eingetreten sei, ohne von meiner Familie gesehen worden zu sein, und bis in mein Zimmerchen eingedrungen war. Wer weiß, was er mir antun wird?
Meine Angst war so groß, dass das Blut in meinen Adern gefror, und ich am ganzen Körper zitterte. „O, Gott, was tun?“ sagte ich mir, „meine Familie hat ihn nicht gesehen; ich fühle mich ganz steif und kann mich nicht verteidigen noch um Hilfe rufen.
Jesus, Maria, meine Mama – helft mir! Heiliger Joseph, verteidige mich in dieser Gefahr!“ Als ich wahrnahm, dass er auf mein Bett kam, und sich in meiner Nähe niederkauerte war meine Angst so groß, dass ich meine Augen öffnete, und zu ihm sagte: „Sage mir, wer bist du?“
Er antwortete: „Ich bin der Ärmste der Armen, ich habe keinen Ort, wo ich bleiben kann. Ich bin zu dir gekommen, um zu sehen, ob du mich in deinem kleinen Raum bei dir aufnehmen willst. Sieh, ich bin so arm, dass ich nicht einmal Kleidung habe; doch du wirst dich um alles kümmern.“
Ich betrachtete ihn eingehend; es war ein fünf oder sechs Jahre alter Knabe, ohne Kleider, ohne Schuhe, aber so schön und anmutig. Sofort antwortete ich ihm: „Was mich betrifft, ich würde dich gerne behalten, aber was wird mein Vater sagen? Ich bin keine freie Person, die tun kann, was sie will. Ich habe meine Eltern, die dies verhindern.
Was deine Bekleidung betrifft, dies könnte ich mit meinen armseligen Bemühungen schaffen, ich werde jedes Opfer bringen – aber dich hier zu behalten, das ist unmöglich. Außerdem, hast du keinen Vater, keine Mutter, wo du bleiben könntest?“
Aber der Knabe antwortete bitterlich: „Ich habe niemanden. O bitte! Lasse mich nicht mehr weiter wandern, sondern bei dir bleiben!“ Ich wusste nicht, was tun – wie ihn behalten. Ein Gedanke schoss mir durch den Kopf: „Wer weiß, ob es Jesus ist? Oder vielleicht ist es ein Dämon, um mich zu stören.“
So fragte ich ihn erneut: „Aber sage mir wenigstens die Wahrheit – wer bist du?“ Und er wiederholte: „Ich bin der Ärmste der Armen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 21. April 1899)

„Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren“ (Lk 3,16)

… „Meine Tochter, als Ich auf Erden war, küssten mein Göttlicher Wille, der von Natur aus in Mir regierte, und derselbe Göttliche Wille, der in allen geschaf-fenen Dingen existierte und regierte, einander bei jeder Begegnung.
Da sie ihre Begegnung herbeisehnten, feierten sie ein Fest, und die geschaffenen Dinge wetteiferten miteinander, Mir zu begegnen und die gebührenden Ehren zu erweisen.
Die Erde wollte, als sie meine Schritte spürte, Mir die Ehre geben und grünte und erblühte neu unter meinen Füßen. Sie ließ bei meinem Vorübergehen aus ihrem Schoß alle Schönheiten hervortreten, die sie besaß und den Zauber der schönsten Blumen, sodass Ich ihr oft befehlen musste, Mir nicht diese Bezeu-gungen zu machen.
Um Mir zu huldigen, gehorchte sie, wie um Mir eine blühende Ehrenbezeugung zu geben. Die Sonne trachtete stets danach, Mir zu begegnen, um Mir mit ihrem Licht zu huldigen, indem sie alle mannigfaltigen Schönheiten der Farben aus ihrem Sonnenschoß vor meinem Blick ausströmen ließ, um Mich gebüh-rend zu verherrlichen.
Alles und alle strebten danach, Mir zu begegnen, um Mich zu feiern: der Wind, das Wasser, bis hin zum Vöglein, das Mich mit seinem Zwitschern, Schmettern und Singen ehrte. Alle geschaffenen Dinge erkannten Mich und lieferten sich einen Wettstreit, wer Mich am meisten ehren und feiern kann.
Wer meinen Göttlichen Willen besitzt, hat den Blick dafür, zu erkennen, was zu meinem Willen selbst gehört. Nur der Mensch erkannte Mich nicht, da Er nicht die Sicht und den Spürsinn zu Gott hin besaß. Ich musste es ihm sagen, um Mich zu erkennen zu geben, und viele glaubten Mir trotz all meiner Worte nicht, denn wer nicht mein Göttliches Wollen besitzt, ist blind und taub und ohne Geruchssinn und kann nicht erkennen, was zu Ihm gehört.
Ihn nicht zu besitzen, ist das größte Unglück für den Menschen, er ist [dann wie] der arme Krüppel, blind, taub und stumm: da er das Licht meines Göttlichen Willens nicht besitzt, bedient er sich derselben geschaffenen Dinge nur, um die Exkremente zu nehmen, die sie ausscheiden, aber lässt in ihrem Inneren das wahre Gut zurück, das sie enthalten.
Welcher Schmerz, die Geschöpfe ohne den Adel des Lebens meines Göttlichen Willens zu sehen!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 6. Oktober 1927)

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Ich fühle in mir die fortwährende Macht des Göttlichen FIAT, das mich mit solcher Herrschaft umhüllt, dass Es meinem sterbenden Willen keine Zeit lässt, auch nur den geringsten Akt zu tun.
Es rühmt sich, meinen Willen nicht gänzlich sterben zu lassen, denn wenn Es dies täte, würde Es seine Ehre einbüßen, über einem menschlichen Willen zu wirken, der – obgleich lebendig – freiwillig sich dem vitalen Akt des Göttlichen FIAT über sich selbst ergibt.
Mein Wille ist zufrieden, sterbend zu leben, um dem Höchsten Willen Leben und absolute Herrschaft zu überlassen, der, siegreich in seinen Göttlichen Rechten, seine Grenzen erweitert und über den sterbenden Willen des Geschöpfes triumphiert.
Obgleich es stirbt, lächelt es und fühlt sich glücklich und geehrt, dass ein Göttlicher Wille in seiner Seele sein Wirkungsfeld innehat. Als ich mich nun unter der Herrschaft des Göttlichen FIAT fühlte, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir:
“Kleine Tochter meines Göttlichen Wollens, wisse, dass das Vorrecht über jeden geschöpflichen Akt das absolute Recht meines Göttlichen FIAT ist. Wer Ihm das Vorrecht verweigert, nimmt Ihm seine Göttlichen Rechte, die Ihm aus Gerechtigkeit geschuldet werden, da Es der Schöpfer des menschlichen Willens ist.
Wer beschreibt dir, meine Tochter, wie viel Böses ein Geschöpf tun kann, wenn es so weit kommt, sich dem Willen seines Schöpfers zu entziehen? Du siehst, es reichte ein Akt des Rückzugs des ersten Menschen aus unserem Göttlichen Willen, um das Schicksal der Menschengeschlechter zu verändern, und nicht nur das, sondern das Los unseres Göttlichen Willens selbst.
Hätte Adam nicht gesündigt, dann hätte das Ewige Wort, d.h. der Wille des Himmlischen Vaters selbst, glorreich, triumphierend und herrschend auf die Erde kommen sollen, sichtbar von seinem Engelheer begleitet, das alle sehen hätten sollen.
Mit dem Glanz seiner Glorie und seiner Schönheit hätte Er alle faszinieren und an sich ziehen sollen. Er wäre als König gekrönt und mit dem Zepter der Befehlsgewalt gekommen, um König und Haupt der Menschheitsfamilie zu sein, sodass diese die große Ehre gehabt hätten, sagen zu können: ‘Wir haben einen König, der Mensch und Gott ist’.
In der Tat, dein Jesus sollte nicht vom Himmel herabsteigen, um eine kranke Menschheit vorzufinden.
Denn hätte er sich nicht aus meinem Göttlichen Willen zurückgezogen, so hätte es weder Krankheiten der Seele noch des Leibes gegeben, da es [nur] der menschliche Wille war, der das arme Geschöpf gleichsam in Leiden ertränkte. Das FIAT war unantastbar für jeglichen Schmerz und so sollte auch der Mensch sein. So sollte Ich den Menschen glücklich, heilig und in der Fülle der Güter antreffen, mit der Ich ihn erschaffen hatte. Da er aber seinen eigenen Willen tun wollte, verwandelte er unser Los.
Und da es festgesetzt worden war, dass Ich auf die Erde herabsteigen sollte – und wenn die Gottheit etwas beschließt, kann Sie nichts davon abbringen – so änderte Ich nur die Art und die Erscheinung, aber Ich stieg herab – doch unter demütigster Verkleidung: arm, ohne jegliche glorreiche Ausstattung, leidend und weinend und beladen mit allen menschlichen Armseligkeiten und Leiden…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 31. März 1929)