21. Dezember in der Adventszeit (Lk 1,39-45)
39In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. 40Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt 42und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. 45Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
„In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth“ (Lk 1,39+40)
… „Ich brach also von Nazareth auf, begleitet von St. Josef, und begab mich auf eine lange Reise über die Berge, um in Judäa Elisabeth zu besuchen, die in spätem Alter wunderbarerweise Mutter geworden war.
Ich begab mich zu ihr, nicht einfach um sie zu besuchen, sondern weil ich brannte vor Verlangen, ihr Jesus zu bringen. Die Fülle der Gnaden, des Lichtes, der Liebe, die ich in mir fühlte, trieb mich an, den Geschöpfen das Leben meines Sohnes zu bringen, es zu vervielfältigen, zu verhundertfachen.
Ja, meine Tochter, die Liebe einer Mutter, die ich für alle Menschen und für dich im Besonderen hatte, war so groß, dass ich ein großes Verlangen hatte, allen meinen teuren Jesus zu schenken, damit alle ihn besitzen und lieben könnten.
Das Recht als Mutter, das mir vom Fiat verliehen worden war, stattete mich mit solcher Macht aus, dass ich Jesus soviel Mal vermehren konnte, als es Geschöpfe gab, die ihn empfangen wollen.
Das war das größte Wunder, das ich vollbringen konnte: Jesus bereitzuhalten, um ihn jedem zu geben, der ihn begehrte. Wie war ich glücklich!
Wie sehr wünschte ich, dass auch du, meine Tochter, wenn du zu den Menschen gehst und Besuche machst, immer die Trägerin Jesu seiest, fähig, ihn bekannt zu machen und voll Verlangen, dass er geliebt werde.
Nach einigen Tagen der Reise kamen wir schließlich in Judäa an, und eilig begab ich mich zum Haus Elisabeths. Sie kam mir freudig entgegen. Beim Gruß, den ich ihr entbot, geschahen wunderbare Dinge.
Mein kleiner Jesus jubelte auf in meinem Schoß und überflutete mit den Strahlen der Gottheit den kleinen Johannes im Schoß seiner Mutter, heiligte ihn, verlieh ihm den Gebrauch der Vernunft und ließ ihn erkennen, dass er der Sohn Gottes war.
Da fuhr Johannes so stark auf vor Liebe und Freude, dass Elisabeth erschüttert wurde. Auch sie wurde vom Licht der Gottheit meines Sohnes getroffen und erkannte, dass ich Muttergottes geworden war, und zitternd vor Dankbarkeit rief sie in bewegter Liebe aus. „Woher kommt mir die Ehre, dass die Mutter des Herrn zu mir kommt?“
Ich leugnete nicht dieses erhabene Geheimnis, sondern bekräftigte es demütig. Ich lobpries Gott mit dem Gesang des Magnifikat, jenem erhabenen Hymnus, mit dem die Kirche mich fortwährend ehrt, wo ich bekundete, dass der Herr Großes an mir, seiner Magd, getan hatte, und deshalb mich alle Geschlechter seligpreisen würden.
Meine Tochter, ich war wie vernichtet vom Wunsche, meine Liebesflammen, die mich verzehrten, mitzuteilen und mein Geheimnis Elisabeth anzuvertrauen, die ebenfalls den Messias auf die Erde herbeisehnte.
Das Geheimnis ist ein Bedürfnis der Herzen, das sich unwiderstehlich den Personen enthüllt, die einander verstehen. Wer könnte dir je schildern, wieviel Segen mein Besuch Elisabeth, Johannes und dem ganzen Haus gebracht hat?
Alle wurden geheiligt, sie blieben voll Heiterkeit, erfuhren ungewöhnliche Freuden, verstanden unerhörte Dinge; besonders Johannes empfing alle nötigen Gnaden, um sich auf das Amt des Vorläufers meines Sohnes vorzubereiten.
Meine liebste Tochter, der Göttliche Wille tut große und unerhörte Dinge, wo immer er regiert. Wenn ich also so viele Wunder wirkte, so deshalb, weil er seinen königlichen Platz in mir innehatte.
Wenn auch du den Göttlichen Willen in deiner Seele herrschen lässt, so wirst auch du Jesus den Menschen bringen können und das unwiderstehliche Verlangen fühlen, ihn allen zu geben.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: Erste Betrachtung)
„Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes“ (Lk 1,42)
… „Tochter meines Willens, die Akte meiner Himmlischen Mutter waren so wertvoll, weil sie aus dem unermesslichen Schoß meines Göttlichen Willens hervorgingen, dessen Reich und Leben Sie besaß.
Es gab keine Bewegung, Akt, Atem noch Herzschlag von Ihr, die nicht voll des Höchsten Willens waren, sodass sie schließlich nach außen überflossen. Ihre liebenden Küsse entsprangen aus seiner
Quelle, ihre keuschen Umarmungen, mit denen Sie meine kindliche Menschheit umfing, enthielten seine Unermesslichkeit. Als Ich ihre reinste Milch aus ihrer jungfräulichen Brust trank, mit der Sie Mich nährte, saugte Ich an der unermesslichen Brust meines Fiat.
So bezog Ich in dieser Milch aus dem unermesslichen Abgrund meines Göttlichen Willens dessen unendliche Freuden und unaussprechliche Süßigkeit, die Nahrung, die Substanz und das Wachstum meiner kindlichen Menschheit. Daher nahm Ich in ihren Küssen den ewigen Kuss meines Willens wahr, der den Akt, den Er tut, unaufhörlich tut.
In ihren Umarmungen fühlte Ich, wie Mich die Unermesslichkeit Gottes umfing; und mit ihrer Milch nährte Sie Mich auf göttliche und menschliche Weise und schenkte Mir erneut meine himmlischen Wonnen und die Freuden meines Göttlichen Willens, der Sie ganz erfüllte.
Hätte die Höchste Königin nicht einen Göttlichen Willen in ihrer Macht gehabt, so hätten Mich ihre Küsse, ihre Liebe, ihre Umarmungen und ihre Milch nicht befriedigen können – höchstens meine Menschheit hätte sich damit begnügt.
Doch meine Gottheit, Ich, das Wort des Vaters, der Ich die Unendlichkeit und Unermesslichkeit in meiner Macht hatte, wünschte unendliche Küsse, unermessliche Umarmungen, eine Milch voll göttlicher Freuden und Süßigkeiten.
Nur so war Ich zufrieden, da meine Mutter, die meinen Göttlichen Willen besaß, Mir Küsse, Umarmungen, Liebe und alle ihre Akte geben konnte, die etwas vom Unendlichen an sich hatten.
Nun, du musst wissen, dass alle Akte, die in meinem Göttlichen Willen getan werden, nicht von Ihm getrennt werden können. Der Akt und mein Wille bilden sozusagen einen einzigen Gegenstand.
Mein Wille kann Licht, und der Akt kann Wärme genannt werden, die man nicht trennen kann. So werden alle, die mein Fiat als Leben besitzen, alle Akte der Himmlischen Mutter in ihrer Macht haben.
Sie wiederum hatte alle Akte dieser Seelen in ihrer Macht, sodass Ich Mich in ihren Küssen und Umarmungen von all jenen geküsst und umarmt fühlte, die in meinem Willen leben sollen. Und in diesen, [die in meinem Willen leben sollen], fühle Ich Mich wieder von meiner Mutter geküsst und umarmt.
In meinem Willen ist alles gemeinsam und in vollkommener Übereinstimmung. Jeder menschliche Akt steigt aus seinem Schoß herab, und mein Wille lässt ihn in seiner Macht wieder zum Mittelpunkt, von dem er ausgegangen ist, hinaufsteigen.
Sei deshalb aufmerksam und lasse dir nichts entgehen, das nicht in meinen Göttlichen Willen eintritt, wenn du Mir alles geben und alles empfangen willst.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 18. Oktober 1930)
„In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib“ (Lk 1, 44)
… „Wenn sich nun mein Göttlicher Wille seiner totalen Herrschaft in der Seele versichert hat, beginnt Er seine sprechende Handlungsweise. Du musst wissen, dass jedes Wort von Ihm eine Schöpfung ist.
Wo Er regiert, kann Er nicht untätig bleiben, und da Er die schöpferische Kraft besitzt, kann Er nicht sprechen, ohne [zugleich] zu erschaffen. Doch was erschafft Er?
Er möchte Sich selbst im Geschöpf erschaffen und seine göttlichen Eigenschaften zur Schau stellen: Er tut dies Wort für Wort, gleichsam wie Ich bei der Erschaffung des Universums nicht nur ein einziges Wort, sondern so viele Worte aussprach, wie viele verschiedene Dinge Ich erschaffen wollte.
Die Seele kostet Uns mehr als das ganze Universum. Und wenn sich mein Wille seiner Herrschaft sicher ist, hält Er seine Worte nicht mehr zurück, sondern erweitert, sobald die Seele den Akt seines Schöpferwortes aufnimmt, ihre Fassungskraft und bereitet weitere [Worte] vor.
So spricht Er und erschafft [zugleich] das Licht, Er spricht und erschafft die Sanftheit, spricht und erschafft die göttliche Kraft, spricht und kreiert in der Seele seinen Tag des Friedens, spricht und erschafft seine Kenntnisse, jedes seiner Worte kreiert das Gute, das Er besitzt und offenbart.
Sein Wort macht sich zum Ankündiger des Guten, das Er in der Seele erschaffen will. Wer nennt dir den Wert eines einzigen Wortes meines Göttlichen Willens?
Wie viele Himmel und Meere an Reichtümern und vielfältigen Schönheiten legt Er nicht in die glückliche Seele, die seine milde und glückliche Herrschaft besitzt?“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 12. Januar 1932 (2. Teil))


