34In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange. 35Gegen Abend kamen seine Jünger zu ihm und sagten: Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät. 36Schick sie weg, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich etwas zu essen kaufen können.
37Er erwiderte: Gebt ihr ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Sollen wir weggehen, für zweihundert Denare Brot kaufen und es ihnen geben, damit sie zu essen haben? 38Er sagte zu ihnen: Wie viele Brote habt ihr? Geht und seht nach! Sie sahen nach und berichteten: Fünf Brote, und außerdem zwei Fische.
39Dann befahl er ihnen, den Leuten zu sagen, sie sollten sich in Gruppen ins grüne Gras setzen. 40Und sie setzten sich in Gruppen zu hundert und zu fünfzig. 41Darauf nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten. Auch die zwei Fische ließ er unter allen verteilen.
42Und alle aßen und wurden satt. 43Als die Jünger die Reste der Brote und auch der Fische einsammelten, wurden zwölf Körbe voll. 44Es waren fünftausend Männer, die von den Broten gegessen hatten.

„In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Mk 6,34)

… Als ich dann weiter über den großen Nutzen des Göttlichen Willens für das Geschöpf nachdachte, fügte mein höchster Jesus hinzu:
„Meine gesegnete Tochter, du musst wissen, dass unsere Liebe und der brennende Wunsch nach der Gesellschaft des Geschöpfes so groß sind, dass Wir ihm schon bei seiner Erschaffung den königlichen Platz in unserem Göttlichen Willen anweisen.
Somit hat jedes Geschöpf seinen Ehrenplatz in unserem göttlichen Palast, und sein Ursprung, sein erster Akt des Lebens, sowohl in der Ewigkeit wie in der Zeit, sind in unserem Fiat.
Der Mensch existierte noch nicht in der Welt, da wiesen Wir ihm schon in Liebe und sehnsüchtiger Erwartung nicht nur seinen Platz an, sondern stellten ihm unsere Liebe, Heiligkeit, Macht, Schönheit und unser Licht als Geleit zur Verfügung. Die Kreatur, das Geschöpf, ist die edle Prinzessin, die von der Himmelshöhe herabsteigt, um die Verbannung zu durchwandern.
Aber unser Wille verlässt sie nicht, sondern steigt gemeinsam mit ihr hinunter, schließt sich um sie und geht zusammen mit ihr durch das Exil. In jeden Akt, den sie tut, in die Leiden, Freuden oder diversen Begegnungen legt Er seinen primären göttlichen Akt hinein, damit sie ihren Adel und ihren Stand als Prinzessin bewahre.
Und wenn Er sie mit all seinen Gütern angefüllt hat, sodass sie keine weiteren mehr fassen kann, nimmt Er sie wieder in die Himmelshöhen hinauf und präsentiert sie triumphierend dem ganzen Himmlischen Hof. Dies also möchte mein Göttlicher Wille mit dem Geschöpf tun – und dies vermag Er zu tun.
Doch zu unserem Leidwesen müssen Wir sehen, dass die Seele, sobald sie in die Verbannung hinabsteigt, ihren königlichen Platz sowie ihren edlen Ursprung vergisst und sich dafür gerne von unserem Willen lossagen möchte, Der sie zärtlicher als eine Mutter in seinen Armen trägt; und die Tore ihrer Sinne gebrauchend, die Wir ihr geschenkt haben, steigt sie in die Niedrigkeit ihres menschlichen Willens hinab.
Wir hatten ihr diese Tore geschenkt, damit sie wieder zu Uns aufsteige und mitten in ihrer Verbannung kleine Abstecher in den Schoß ihres Schöpfers mache. Sie jedoch benützt diese Tore, um ihre kleinen Abstecher in Armseligkeit, Schwäche und Leidenschaften zu machen, die ihr den Adel rauben. So erkennt man in der menschlichen Kreatur nicht mehr die Prinzessin vom Himmel, sondern eine Dienerin der Erde.
Trotzdem verschließen Wir unsere Türen, d.h. unsere Liebe, Vatergüte und mitleidsvolle Barmherzigkeit nicht, sondern erwarten sie weiterhin: sobald Wir sehen, dass sie die Türen [ihrer Sinne] schließt, um in unseren Willen zu kommen, gehen Wir ihr entgegen und öffnen weit unsere Tore.
Obwohl Wir in ihr eine unattraktive Schönheit erblicken, die ihre königliche Kleidung zerrissen und beschmutzt hat, machen Wir ihr keinen Vorwurf, sondern fragen sie mit ganz väterlichem Erbarmen:
‚Wo bist du gewesen? Arme Tochter, wie bist du heruntergekommen! Hast du gesehen, wie schlecht es dir bekam, in der Niedrigkeit deines menschlichen Willens und getrennt von Uns zu leben? Du warst ohne Führung unterwegs, ohne Licht, Nahrung und Verteidigung.
Mach es daher nicht mehr, damit du wiederhergestellt werdest und das verlorene Gut wiedergewinnst.’ Wir wissen, dass die Seele ohne unseren Göttlichen Willen nichts Gutes tun kann. Es ist, als wollte sie ohne Augen sehen, ohne Füße gehen und ohne Speise leben.
Gib daher acht und verlass nie meinen Göttlichen Willen, wenn du Kraft, Licht, Unterstützung, ja deinen Jesus selbst zu deiner Verfügung finden möchtest.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 29. April 1933)

„(Er) blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis, brach die Brote und gab sie den Jüngern, damit sie sie an die Leute austeilten“ (Mk 6, 41)

Ich ergoss mich ganz in den Göttlichen Willen, um alles ersetzen zu können, was das Geschöpf gegen die Höchste Majestät zu tun verpflichtet ist, und während ich so tat, sagte ich bei mir: „Wo werde ich so viel Liebe finden, um meinem süßen Jesus Liebe für alle zu schenken?“ Und in meinem Inneren sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, in meinem Willen wirst du all jene Liebe finden, welche die Liebe aller ersetzen kann. Denn wer in meinen Willen eintritt, findet so viele hervorsprudelnde Quellen, und wie viel er auch entnimmt, wird es niemals um einen Tropfen weniger, es gibt also die Quelle der Liebe, die ungestüm ihre Wogen aufwirft, aber wie viel sie auch ausgießt, sie quillt immer hervor; es gibt hier die Quelle der Schönheit, und wie viele Schönheiten sie auch hervorbringt, sie verblasst nie, sondern es erstehen stets neue und noch schönere Schönheiten; es ist dort die Quelle der Weisheit, die Quelle der Wonnen, die Quelle der Güte, der Macht, der Barmherzigkeit, der Gerechtigkeit und all meiner übrigen Eigenschaften.
Alle entspringen und die eine ergießt sich in die andere, sodass die Liebe schön und weise und mächtig ist, usw. Die Quelle der Schönheit bringt die Schönheit der Liebe hervor, weise und mächtig und mit solcher Macht ausgestattet, dass sie den ganzen Himmel entzückt, ohne ihn je zu ermüden.
Diese entspringenden Quellen bilden eine solche Harmonie, ein solches Wohlgefallen und stellen ein solch bezauberndes Schauspiel dar, dass alle Seligen in sanfter Weise bezaubert sind und sie nicht einmal einen Blick wegwenden, um nicht eine dieser Wonnen zu verlieren.
Deshalb meine Tochter, ist es für den, der lieben, sühnen, für alle Ersatz leisten will, eine unbedingte Notwendigkeit, in meinem Willen zu leben, wo alles entspringt, wo die Dinge sich so oft wie benötigt, vervielfältigen und sie alle mit dem göttlichen Stempel geprägt werden; und dieser göttliche Stempel bildet andere Quellen, deren Wogen sich so hoch erheben, dass sie beim Zurückfließen alles überfluten und allen Wohltaten erweisen.
Daher erwarte und wünsche Ich dich immer, immerdar in meinem Willen“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 15.1.1920)

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… „Die Eintrittspforte zum Leben im Göttlichen Willen, das erste Verbindungsglied, meine Menschheit ist. Sie war das erste und wahre Sühneopfer, das wegen des Mir von meinem Himmlischen Vater verliehenen Amtes, geopfert und vollständig gekreuzigt im Göttlichen Willen lebte; und in der Macht meines Ewigen Willens konnte Ich mein Leben für alle und für jeden einzelnen vervielfältigen.
Wie Ich in der Macht eines einzigen FIAT so viele geschaffene Dinge vermehrte, wobei Ich jeden Menschen berechtigte, sie sich zu eigen zu machen, so vervielfältigte die Macht meines Willens ein einziges Leben, damit jeder Mich für sich allein als Hilfe, Verteidigung und Zuflucht habe – wie immer er Mich wollte.
Darin besteht die ganze Größe, der Nutzen, das Alles, der unendliche Abstand zwischen dem Leben in meinem Willen und einem anderen, wenn auch guten und heiligen Leben: „Die Vervielfältigung eines Aktes in ebenso viele Akte, wie man will, genügend für so viele, wie viele es sich zu Nutze machen möchten…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 10. Juni 1923)

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… Als ich dann die heilige Kommunion empfangen hatte, sagte ich zu meinem geliebten Jesus: „Meine Liebe und mein Leben, dein Wille hat die Kraft, dein Leben so oft zu vervielfältigen, als Wesen auf der Erde existieren und existieren werden.
Ich möchte in deinem Willen so viele Jesus bilden, um Dich ganz und gar jeder Seele im Fegefeuer zu schenken, jedem Seligen des Himmels und jedem, der hier auf der Erde lebt.” Da sprach mein himmlischer Jesus zu mir:
„Meine Tochter, wer in meinem Willen lebt, für den tut mein Wille genau dies: Er vervielfältigt die Akte der Seele in der eigenen Kraft so oft, wie viele geschaffene Wesen es gibt. Die Seele nimmt die Eigenschaft göttlichen Wirkens an (empfängt göttliche Eignung), und ihr Akt wird zum Akt von allen.
Genau das ist die Art des göttlichen Wirkens: ein Akt, den die Seele tut, vervielfältigt sich in Vielen, und alle können sich diesen Akt zu eigen machen, als wäre er für jedes einzelne Wesen getan worden, während der Akt [nur] einer war.
So versetzt sich die Seele, in der mein Wille regiert, in die Lage Gottes Selbst, sei es in der Herrlichkeit oder im Schmerz, je nachdem, ob die Geschöpfe diesen Akt aufnehmen oder zurückweisen.
Die Herrlichkeit, die davon herrührt, dass der Akt der Seele allen die Schätze und das Leben Jesu bringen kann, ist groß, überfließend, ja unendlich. Der Schmerz, dass nicht alle Geschöpfe dieses Gut annehmen, und mein eigenes Leben wie in der Schwebe (suspendiert) bleibt, ohne den Nutzen meines göttlichen Lebens zu bringen, ist ein Schmerz, der jeden anderen übertrifft.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 23. Februar 1927)