7. Januar in der Weihnachtszeit (Mt 4,12-17.23-25)
12Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. 13Er verließ Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naftali. 14Denn es sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist:
15Das Land Sebulon und das Land Naftali, die Straße am Meer, das Gebiet jenseits des Jordan, das heidnische Galiläa: 16das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen. 17Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.
23Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden. 24Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Man brachte Kranke mit den verschiedensten Gebrechen und Leiden zu ihm, Besessene, Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie alle. 25Scharen von Menschen aus Galiläa, der Dekapolis, aus Jerusalem und Judäa und aus dem Gebiet jenseits des Jordan folgten ihm.
„Das Volk, das im Dunkel lebte, hat ein helles Licht gesehen; denen, die im Schattenreich des Todes wohnten, ist ein Licht erschienen“ (Mt 4,16)
Ich fühlte mich wie versenkt im Göttlichen Willen, ja mir schien, dass seine lichtreichen Wellen und sein Licht sich ausweiteten, wenn ich meine Akte im Fiat tat, und sich noch mehr in mir konzentrierten. So nahm mein Bedürfnis, Ihn zu lieben und Ihn mehr als mein Leben einzuatmen, zu.
Ohne Ihn fühlte ich mich wie ohne Atem, Wärme und Herzschlag. Als ich dann erneut meine Akte im Göttlichen Willen tat, spürte ich, wie Atmung, Wärme und Herzschlag Gottes zurückkehrten und meine arme Existenz erfreuten. So ist mir das Leben im Göttlichen Willen ein Bedürfnis, ja ein Lebensbedürfnis.
Da kam mein guter Jesus zurück, um meine kleine Seele zu besuchen und sprach gütig zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wie die Natur ihren Tag für das menschliche Leben hat, an dem alle Aktivitäten des Lebens vollzogen werden, so bildet der Göttliche Wille seinen Tag am Grund der Seele, die in meinem Willen lebt.
Wenn die Seele beginnt, ihre Akte in Ihm zu bilden und Ihn als sein Leben [herbei] ruft, dann gestaltet Er den Anfang des Tages, indem Er eine überaus strahlende Morgenröte auf dem Grunde der Seele bildet.
Diese Morgenröte vereint die Fähigkeiten der Seele und erneuert in ihr die Macht des Vaters, die Weisheit des Sohnes, die Kraft und Liebe des Heiligen Geistes. So beginnt sie ihren Tag gemeinsam mit der Heiligsten Dreifaltigkeit, die in die kleinsten Akte und geheimsten Stellen der Seele hinabsteigt, um ein gemeinsames Leben mit ihr zu führen und zu tun, was sie tut.
Diese Morgenröte vertreibt jede Finsternis in der Seele, sodass alles Licht für sie ist, und wacht als aufmerksamer Wächter darüber, dass all ihre Akte das Licht des Göttlichen Willens empfangen können.
Diese Morgenröte ist die erste Rast Gottes im Gemach der Seele, der Anfang des ewigen Tages, an dem das Leben des Höchsten Wesens zusammen mit dem Geschöpf beginnt.
Mein Wille bewegt sich nicht, noch kann oder vermag Er etwas ohne die anbetungswürdige Dreifaltigkeit zu tun. Er geht höchstens voran als Protagonist, aber zieht Sie in unwiderstehlicher Weise nach sich und bildet das Geheime Gemach, wo sich die Dreifaltigkeit an dem von Ihr so geliebten Geschöpf erfreut.
Wo Er herrscht, dort hat mein Wille die Macht, alles, auch unser göttliches Leben zu konzentrieren. Wie schön ist der Tagesanbruch in der Seele, die in unserem Fiat lebt! Er bezaubert den ganzen Himmel.
Wären die Himmelsbewohner des Neides fähig, so würden sie jenes glückliche Geschöpf beneiden, das in seiner Seele, während es noch in der Zeit lebt, den Anfang des ewigen Tages, des kostbaren Tages besitzt, an dem Gott beginnt, sein gemeinsames Leben mit dem Geschöpf zu führen.
Wie nun die Seele dazu übergeht, die nächsten Akte im Göttlichen Willen zu tun, steigt die Sonne meines ewigen Wollens auf. Ihre Lichtfülle ist so groß, dass sie die ganze Erde einhüllt, zu allen Herzen gelangt und dem ganzen Himmlischen Hof den ‚Guten Morgen‘-Gruß des Lichtes und neuer Freuden bringt.
Dieses Licht ist voller Liebe, Anbetung, Danksagung, Anerkennung, Glorie, Segnungen, aber von wem ist das alles? Von jener Seele, die mit ihrem Akt in meinem Willen die Sonne hat aufgehen lassen, die auf alle scheint, sodass alle eine [Seele] finden, die Gott in ihrem Namen geliebt, angebetet, gedankt, gepriesen, verherrlicht hat; alle finden [in ihr] das, was sie Gott gegenüber verpflichtet zu tun waren, und für alle wird Ersatz geleistet.
Ein Akt in meinem Willen muss alles einschließen, er hat die Macht und Kapazität, für alles aufzukommen und allen Wohltaten zu erweisen, sonst könnte er nicht ein in meinem Willen getaner Akt genannt werden. Diese Akte sind prallvoll mit unerhörten Wundern, die unseres schöpferischen Wirkens würdig sind.
Wenn nun die Seele zu ihrem dritten Akt in unserem Willen zurückkehrt, steigt unsere ewige Sonne in der Seele zum [mittäglichen] Höchststand auf. Weißt du, was die Seele Uns zu diesem vollen Mittag gibt? Sie bereitet Uns den Tisch.
Weißt du auch, welche Speise sie Uns vorsetzt? Die Liebe, die Wir ihr gegeben haben, und unsere göttlichen Eigenschaften! Alles trägt den Stempel unserer Schönheit, unserer keuschen und reinen Wohlgerüche.
Dies bereitet Uns so großes Wohlgefallen, dass Wir Uns daran sättigen; zumal die Seele, da sie ja in unserem Willen lebt, Besitzerin all unserer Güter ist und – sollte etwas für unsere Würde fehlen – sie das Nötige von unseren Schätzen nimmt und Uns das schönste Mahl bereitet, das unserer Höchsten Majestät würdig ist.
Wir laden alle Engel und Heiligen ein, an diesem himmlischen Bankett Platz zu nehmen, damit sie es wahrnehmen und sich mit Uns an jener Liebe sättigen, die Uns die in unserem Willen lebende Seele dargebracht hat.
Nachdem Wir nun zusammen am Bankett teilgenommen haben, dienen die weiteren Akte der Seele in unserem Willen zu verschiedenem anderen: einige spielen Uns eine himmlische Musik vor, einige Liebeslieder oder wunderschöne Szenen, wieder andere wiederholen unsere Werke, die stets im Akt sind.
Kurzum, die Seele beschäftigt Uns immer. Wenn sie all ihre Handlungen in unserem Willen dahinfließen hat lassen, dann bereiten Wir ihr eine Ruhepause und rasten Uns gemeinsam aus. Nach der Ruhe machen Wir uns an die Arbeit und lassen einen neuen Tag aufgehen usw.
Oft ist es so, dass diese unsere treue Tochter – denn die wahre Treue besteht darin, im Göttlichen Willen zu leben – ihre Brüder und unsere Kinder sieht, die wegen ihrer Sünden in Gefahr sind, von verdienten Strafen gezüchtigt zu werden: dann beschließt sie ihren Tag nicht, sondern betet und leidet, um ihnen sowohl seelische als auch leibliche Gnadenerlässe zu erflehen.
Daher ist das Leben einer Seele, die in meinem Göttlichen Willen lebt, die neue Freude und Glorie des Himmels, die Hilfe und Gnaden[fülle] für die Erde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 14. Dezember 1937)
„Von da an begann Jesus zu verkünden: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe“ (Mt 4,17)
… „Meine Tochter, wie süß und wohlgefällig ist Mir das Gebet der Seelen, die innig mit Mir verbunden sind! Wie fühle Ich das verborgene Leben von Nazareth sich wiederholen, ohne irgendeine Äußerlichkeit, ohne einen Kreis von Leuten, ohne Glockengeläute, ganz vernachlässigt, unbeachtet, allein, sodass Ich kaum bekannt war.
Ich erhob Mich zwischen Himmel und Erde und bat um Seelen, und nicht ein Atemzug noch ein Herzschlag entging Mir, der nicht um Seelen bat. Und als Ich dies tat, drang mein Klang in den Himmel und zog die Liebe des Vaters an, Mir Seelen zu gewähren, und dieser Klang, der in den Herzen widerhallte, rief mit lauter Stimme: „Seelen!“ Wie viele Wunder wirkte Ich nicht in meinem verborgenen Leben, nur von meinem Vater im Himmel und meiner Mutter auf Erden gekannt!
So betet die verborgene Seele, die innig mit Mir verbunden ist; wenn auf Erden auch kein Ton zu hören ist, so klingen ihre Gebete wie Glocken umso tönender im Himmel, dass sie den ganzen Himmel herbeirufen, sich mit ihr zu vereinen, um Barmherzigkeit auf die Erde herabsteigen zu lassen, die nicht ans Ohr, sondern in die Herzen der Geschöpfe tönt und diese bewegt, sich zu bekehren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 10. Dezember 1918)
——————-
… „Der Mensch schuf sich durch den Rückzug aus meinem Willen das Reich seiner Übel, seiner Schwächen, Leidenschaften und Armseligkeiten.
Ich wollte auf die Erde kommen und so viel leiden und erlaubte, dass meine Menschheit zerrissen und das Fleisch in Stücke gerissen wurde. Ich wollte voller Wunden sein und sogar sterben, um durch so viele Leiden und meinen Tod das Reich aufzubauen, das so vielen Übeln entgegengesetzt ist, die sich das Geschöpf gebildet hatte.
Ein Reich wird nicht mit einem einzigen Akt gebildet, sondern mit sehr vielen Akten; je mehr Akte es sind, desto größer und herrlicher wird ein Reich. So war mein Tod für meine Liebe notwendig, denn mit meinem Tod sollte Ich den Geschöpfen den Kuss des Lebens geben.
Aus meinen vielen Wunden sollten alle Güter hervorsprudeln, um ein Reich voller Schätze für die Geschöpfe zu bilden. So sind meine Wunden Quellen, die von Gütern überquellen, und mein Tod ist ein Brunnen, aus dem das Leben zum Wohle aller hervorquillt…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 12. April 1928)
„Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich“ (Mt 4, 23)
Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ sich mein süßer Jesus voller Freude und unbeschreiblich glücklich erblicken, und ich sagte zu Ihm: „Was hast Du, Jesus? Bringst Du mir gute Nachrichten, weil du so glücklich bist?“ Und Jesus:
„Meine Tochter, weißt du, warum Ich so glücklich bin? Es ist meine ganze Herrlichkeit und Festfeier, wenn Ich dich schreiben sehe. Ich sehe in den geschriebenen Worten meine Herrlichkeit, mein Leben, die Kenntnis über Mich, die sich immer mehr verbreitet, das Licht der Gottheit, die Macht meines Willens, den Erguss meiner Liebe.
Ich sehe sie zu Papier gebracht und nehme in jedem Wort den Duft aller meiner Wohlgerüche wahr. Dann sehe Ich, wie diese geschriebenen Worte eilen und sich mitten unter die Völker begeben, um ihnen neue Kenntnisse zu bringen, meine sich verströmende Liebe, die Geheimnisse meines Willens.
O, wie freue Ich mich darüber, sodass Ich nicht weiß, was Ich dir tun soll, wenn du schreibst! Und da du Neues über das schreibst, was Mich betrifft, erfinde Ich neue Gefälligkeiten, um dir zu vergelten, und schicke Mich an, dir neue Wahrheiten zu sagen, um dir neue Gunst zu erweisen.
Ich habe jene, die über Mich geschrieben haben, stets mehr geliebt und habe ihnen größere Gnaden vorbehalten, denn sie sind die Fortsetzung meines evangelischen Lebens, die Sprachrohre meines Wortes.
Und was Ich nicht in meinem Evangelium gesagt habe, habe Ich mir vorbehalten, denen mitzuteilen, die über Mich schreiben würden. Ich habe damals nicht zu predigen aufgehört, Ich muss immer predigen, solange die Generationen existieren.“
Und ich: „Meine Liebe, die Wahrheiten zu schreiben, die Du mir sagst, ist ein Opfer für mich, doch das Opfer wird dann noch härter, und ich fühle beinahe nicht die Kraft, es zu erbringen, wenn ich verpflichtet werde und sie mich zwingen, die Vertrautheiten zwischen Dir und mir niederzuschreiben, und Dinge, die mich betreffen. Ich weiß nicht, was ich tun würde, um sie nicht zu Papier bringen zu müssen.“
Und Jesus: „Du bleibst immer beiseite; immer ist es von Mir, dass du sprichst: was Ich an dir tue, die Liebe, mit der Ich dich liebe, und wie weit meine Liebe zu den Menschen geht.
Das wird die anderen anspornen, Mich zu lieben, damit auch sie das Gut empfangen können, das Ich dir erweise. Überdies ist dieses Vermengen von dir und Mir beim Schreiben ebenfalls notwendig, sonst würde man sagen: „Wem hat Er das gesagt?
Mit welcher Seele war Er so großzügig, sie zu bevorzugen? Vielleicht mit dem Wind, der Luft?“ Wird nicht berichtet, dass Ich in meinem Leben gegen meine Mutter so großzügig war, dass Ich zu den Aposteln sprach, zu den Menschenmengen, und dass Ich diesen und jenen Kranken heilte?
Deshalb ist alles notwendig; und sei dir sicher, dass bei dem, was du schreibst, immer Ich es bin, den du noch mehr bekannt machst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 14. Februar 1922)


