Montag der 2. Woche im Jahreskreis (Mk 2,18-22)
18Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten? 19Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.
20Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten. 21Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Kleid; denn der neue Stoff reißt doch vom alten Kleid ab, und es entsteht ein noch größerer Riss.
22Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren, und die Schläuche sind unbrauchbar. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.
„Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?“ (Mk 2, 18)
„… Wenn nun jemand diese Zeilen liest, die Ich dich niederschreiben ließ und das Geschrieben nicht versteht; wenn er sich darüber wundert, diese hochheiligen Wahrheiten in Zweifel zieht und bezweifelt, dass die Seele wirklich soweit gelangen kann, wenn sie mit meinem Willen zusammenlebt, so ist dies ein Zeichen, dass diese [zweifelnde] Seele nicht mit Ihm lebt.
Wie könnte sie Ihn verstehen, wenn sie dieses heilige Leben nicht in sich selbst besitzt, nie seine Wonnen verkostet, nie seine schönen Lehren angehört und ihr Gaumen nie diese himmlische Speise gekostet hat, die mein Wille zu geben vermag?
So ignorieren sie das, was mein Fiat zu tun und zu geben versteht; wenn sie es aber nicht beachten, wie könnten sie es da verstehen? Wenn man ein Gut nicht erkennt und nicht wenigstens die Bereitschaft hat, es glauben zu wollen, so führt dies zur Blindheit des Geistes und zur Herzenshärte und schließlich vielleicht zur Verachtung jenes Gutes.
Wer aber meinen Willen kennt und Ihn besitzt, für den ist Er Glück und Herrlichkeit. Diese Seele würde sogar ihr irdisches Leben hingeben, um das Leben meines Fiat zu besitzen und seine Güter, die sie erkannt hat. Sie erkennt Ihn und ist ganz Ohr, um auf Ihn zu hören, ganz Auge, um Ihn zu betrachten, ganz Herz, um Ihn zu lieben und ganz Zunge, um von Ihm zu sprechen.
Ja, sie besäße gern beliebig viele Zungen, um das Gut zu schildern, das sie erkennt, die wunderbaren Vorzüge meines Willens, den sie als ihr Leben besitzt, da ihre eigene Zunge nicht genügt, alles aufzuzählen, was sie weiß.
Wenn Ich also eine Wohltat oder ein Geschenk gewähren will, besonders die große Gabe meines Willens als Leben des Geschöpfs, dann ist das erste, dass Ich es dem Menschen zu erkennen gebe. Ich möchte nicht das Licht geben und es unter den Scheffel stellen, so als besäße es die Seele nicht, noch meine Gaben, um sie zu verbergen und gleichsam in ihr zu begraben.
Wozu sollte Ich sie dann geben? Wenn die Seele sie nicht [er]kennt, wie könnte sie Mir dann entsprechen und die Gaben lieben und schätzen? Wenn Ich gebe, so deshalb, weil Ich ein gemeinsames Leben mit der Seele führen und zusammen das Gute genießen möchte, das Ich ihr gegeben habe.
Ja, vielmehr behütet dein Jesus selbst als aufmerksamer Wächter die Gaben, die Ich meinem geliebten Geschöpf gewährt habe. Zu kennen heißt daher besitzen, und besitzen heißt zu wissen. Wer die Wahrheiten nicht kennt, für den werden sie schwierig und leblos. Sei daher aufmerksam und genieße, was dein Jesus dir gegeben und dich erkennen lassen hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 13. August 1933)
„Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten“ (Mk 2,20)
(73) In dieser Art verbrachte ich manchmal zwei Tage, manchmal vier, mehr oder weniger, wie es Ihm gefiel. Mein einziger Trost war es, Ihn im Sakrament zu empfangen…
Ach, ja, sicherlich, dort fand ich Ihn, daran konnte ich nicht zweifeln; und ich entsinne mich, dass Er sich nur selten nicht hören ließ, denn ich bat Ihn immer wieder und bedrängte Ihn so sehr, dass Er mich zufrieden stellte, jedoch nicht liebevoll und milde, sondern streng.
(74) Nachdem ich diese Tage in dem oben beschriebenen Zustand verbracht hatte, fühlte ich Ihn in mich zurückkehren, besonders wenn ich Ihm treu gewesen war.
Er sprach klarer zu mir, und da ich in den vergangenen Tagen nicht imstande gewesen war, ein Wort in meinem Inneren zu empfangen, noch etwas zu empfinden, kam ich zu der Erkenntnis, dass es nicht meine Phantasie war, wie ich es mir zuvor oft gesagt hatte; sodass ich von dem, was ich bis jetzt gesagt habe, nichts erzählt habe, weder dem Beichtvater noch einer anderen lebenden Seele.
Aber ich tat, was ich konnte, um Ihm zu entsprechen, denn sonst führte Er einen solchen Krieg gegen mich, dass ich keinen Frieden hatte. Ach, Herr! Du bist so gut zu mir gewesen, und ich bin immer noch so schlecht.
(75) Ich setzte dort fort, wo ich begonnen hatte. Ich fühlte Ihn in mir, umarmte Ihn, drückte Ihn fest an mich und sagte zu Ihm: „Geliebtes Gut, schau wie bitter mir unsere Trennung gefallen ist!“ Und Er sagte zu mir:
(76) „Was du durchgemacht hast, ist nichts, bereite dich auf härtere Prüfungen vor. Denn Ich bin gekommen, um dein Herz zu bereiten und es zu stärken. Du wirst Mir jetzt alles sagen, was du durchgemacht hast, deine Zweifel und Ängste, alle deine Schwierigkeiten, damit Ich dich lehren kann, wie du dich während Meiner Abwesenheit verhalten sollst.“
(77) So erzählte ich Ihm über meine Leiden und sagte zu Ihm: „Herr, du siehst, ohne Dich war ich nicht fähig, etwas Gutes zu tun. Die Betrachtung habe ich ganz zerstreut verrichtet, so ungenügend, dass ich nicht den Mut hatte, sie Dir anzubieten.
Bei der Kommunion war ich nicht imstande, für mehrere Stunden zu verweilen wie damals, als ich Dich gefühlt habe; ich sah mich allein, ich hatte niemanden, mit dem ich mich unterhalten konnte, ich fühlte mich völlig leer. Der Schmerz über Deine Abwesenheit ließ mich Todesqualen fühlen; meine Natur wollte diesem Schmerz rasch entfliehen; umso mehr, als es mir schien, dass ich nichts anderes tat, als Zeit zu verschwenden.
Und dann hatte ich Angst, dass Du, wenn Du zurückkehrst, mich züchtigen würdest, weil ich nicht treu gewesen war; so wusste ich nicht, was ich tun sollte….
Und dann der Schmerz, weil Du ständig beleidigt wirst, und ich nicht wusste, wann es sein wird wie damals, als Du mich diese Akte der Wiedergutmachung lehrtest, und diese Besuche des Heiligsten Altarsakramentes für die verschiedenen Beleidigungen, die Du erhältst!… Erkläre mir also ein wenig, was ich tun soll?“ Und Er sagte zu mir, indem Er mich gütig belehrte:
(78) 1. : „Du tatest Unrecht, dich so zu beunruhigen, weißt du nicht, dass Ich der Geist des Friedens bin und das Erste, was Ich dir empfehle, ist, den Frieden des Herzens nicht zu stören? Wenn du dich im Gebet nicht zu sammeln vermagst, möchte Ich nicht, dass du dies oder jenes denkst, – ob es ist, oder ob es nicht ist – weil du, indem du das tust, selbst die Zerstreuung provozierst.
Stattdessen ist das erste, was du zu tun hast, wenn du dich in diesem Zustand befindest, dich selbst zu demütigen, zu bekennen, dass du diese Leiden verdienst, und dich selbst wie ein demütiges kleines Lamm in die Arme des Henkers begibst, das dessen Hand leckt, während er es schlachtet; so sollst du, während du dich geschlagen, entmutigt und allein siehst, dich Meinen heiligen Verfügungen überlassen, Mir aus ganzem Herzen danken, Meine Hand, die dich schlägt, küssen, und dich als dieser Leiden nicht würdig erkennen.
Dann wirst du Mir diese Bitterkeit, Bedrängnis und den Überdruss darbieten, und Mich bitten, sie als Opfer des Lobes, der Genugtuung für deine Sünden, und der Wiedergutmachung für die Beleidigungen, die sie Mir zufügen, anzunehmen.
Wenn du so handelst, wird dein Gebet vor Meinem Thron als der wohlriechendste Duft aufsteigen, es wird Mein Herz verwunden, und du wirst neue Gnaden und neue Gaben auf dich herabziehen.
Der Teufel wird nicht die Macht haben, sich dir zu nähern, wenn er dich demütig und ergeben sieht und ganz in dein Nichts eingetaucht. Und hier, wo du dachtest, du würdest verlieren, wirst du große Gewinne machen.
(79) 2. Was die Kommunion betrifft, möchte Ich nicht, dass du dich darüber betrübst, nicht imstande zu sein, wie in der früheren Verfassung zu sein; wisse, dass es ein Schatten der Schmerzen ist, die Ich in Getsemani litt.
Was wird geschehen, wenn Ich dich an der Geißelung, den Dornen und den Nägeln teilhaben lassen werde? Der Gedanke an die größeren Schmerzen wird dich die kleineren Leiden mutiger ertragen lassen.
Wenn du dich also während der Kommunion allein, in Agonie befindest, denke daran, dass Ich ein wenig deine Gesellschaft in meiner Todesangst im Garten wünsche.
Begib dich deshalb in Meine Nähe, und mache einen Vergleich zwischen deinen Schmerzen und den meinen: betrachte dich – allein und Meiner beraubt, und Ich auch – allein, verlassen von meinen treuesten Freunden, die hier schlafen; sogar von Gott, meinem Vater alleingelassen; und dann, inmitten der bittersten Leiden, von Schlangen umgeben, von Vipern, von tollwütigen Hunden, welche die Sünden der Menschen waren, wo auch die deinen dabei waren, die einen Teil davon ausmachten, die Mir schienen, als wollten sie Mich lebendig verschlingen.
Mein Herz war von solcher Beklemmung erfasst, dass Ich mich wie unter einer Presse fühlte; sodass Ich lebendiges Blut schwitzte. Sag Mir, wann hast du je so viel gelitten?
Wenn du dich also Meiner beraubt siehst, betrübt, ohne jeden Trost, erfüllt von Traurigkeit, Sorgen und Schmerzen, dann komme nahe zu Mir, trockne Mir das Blut ab, opfere Mir diese Leiden auf, als Erleichterung für meine bitterste Agonie. Wenn du das tust, wirst du den Weg finden, um nach der Kommunion bei Mir zu bleiben.
Es ist nicht so, dass du nicht leiden wirst, denn das bitterste Leid, das Ich Seelen geben kann, die mir teuer sind, ist, sie Meiner zu berauben, doch indem du denkst, dass du Mir durch deine Leiden Erleichterung verschaffst, wirst du auch zufrieden sein.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; (73)-(79))
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Nachdem ich mich sehr abgekämpft hatte, kam Er nur für eine kurze Zeit und sagte zu mir:
„Meine Tochter, einer Seele, die sich in meinen Willen fügt, gleicht einem, der sich einer köstlichen Speise nähert, um sie anzusehen, den Wunsch verspürt, sie zu kosten, und wenn der Appetit angeregt ist, beginnt er diese Speise zu essen und sie in sein Fleisch und Blut umzuwandeln.
Hätte er diese schöne Speise nicht erblickt, so wäre der Appetit nicht angeregt worden, er hätte ihren Geschmack nicht kosten können und wäre weiter hungrig geblieben.
Nun, so wirkt die Ergebung für die Seele. Wenn sie sich fügt, erblickt sie in ihrer Ergebung selbst ein göttliches Licht, und das Licht zerstreut alles, was sie daran hindert, Gott zu sehen. Und sobald sie Gott sieht, verlangt sie danach, Ihn zu „verkosten“, und während sie Ihn „verkostet“ (genießt), empfindet sie es, als würde sie Ihn verzehren, auf eine Weise, dass sie Gott selbst ganz in sich umgewandelt fühlt.
Deshalb folgt daraus, dass der erste Schritt in der Ergebung besteht. Der zweite Schritt ist das Verlangen, den Willen Gottes in allem tun zu wollen, der dritte, daraus täglich seine bevorzugte Speise zu machen, der vierte, den Willen Gottes im eigenen Willen zu verzehren.
Doch wenn man den ersten Schritt nicht tut, wird man Gott entbehren müssen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 8. November 1905)
„Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten“ (Mk 2, 19-20)
Ich dachte über die glorreiche Himmelfahrt meines süßen Jesus nach und den Schmerz der Apostel über die Beraubung eines solchen Gutes; da bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, der größte Schmerz aller Apostel in ihrem ganzen Leben war, ihres Meisters beraubt zu bleiben.
Als sie Mich zum Himmel aufsteigen sahen, wurden ihre Herzen von der Pein meiner Beraubung verzehrt, und dieser Schmerz war noch viel schärfer und durchdringender, da es kein menschlicher Schmerz war – sie hatte ja keine materielle Sache verloren – sondern ein Göttlicher Schmerz: es war ein Gott, der von ihnen ging.
Und obwohl Ich meine Menschheit hatte, war sie, als sie auferstand, vergeistigt und verherrlicht, daher war ihr ganzer Schmerz in ihren Seelen, der ihr gesamtes Wesen durchdrang, und sie sich ganz vom Schmerz verzehrt fühlten, dass es ihr schrecklichstes und leidvollstes Martyrium darstellte.
Doch all dies war notwendig für sie; man könnte sagen, dass sie bisher nichts anderes als zarte Kinder in den Tugenden und der Kenntnis der Göttlichen Dinge und meiner eigenen Person waren. Ich war in ihrer Mitte und sie kannte Mich nicht, noch liebten sie Mich wahrhaft.
Doch als sie Mich zum Himmel aufsteigen sahen, zerriss der Schmerz über meinen Verlust den Schleier, und sie erkannten Mich mit solcher Sicherheit als den wahren Sohn Gottes, dass der intensive Schmerz, Mich nicht mehr in ihrer Mitte sehen zu können, in ihnen die Festigkeit im Guten und die Stärke hervorbrachte, alles aus Liebe zu Dem zu erleiden, Den sie verloren hatten; der Schmerz gebar das Licht der Göttlichen Wissenschaft, nahm ihnen die Windeln der Kindheit weg und machte unerschrockene Männer aus ihnen, die nicht mehr ängstlich, sondern mutig waren Der Schmerz verwandelte sie und bildete den wahren Charakter als Apostel aus.
Was sie mit meiner Gegenwart nicht erreichen konnten, erlangten sie durch den Schmerz meiner Beraubung. Nun, meine Tochter, eine kleine Lektion für dich: Dein Leben könnte man einen ständigen Schmerz bezeichnen, Mich zu verlieren, und eine ständige Freude, Mich zu gewinnen, doch zwischen dem Schmerz des Verlustes und der Freude, Mich zu finden, wie viele Überraschungen habe Ich dir nicht bereitet, wie viele Dinge habe Ich dir nicht gesagt?
Es war der Schmerz und das schmerzhafte Martyrium meines Verlustes, der dich vorbereitete und disponierte, die erhabenen Lektionen über meinen Willen anzuhören.
Wie oft schien es dir in der Tat so, als hättest du Mich verloren, und während du in deinen qualvollen Schmerz versenkt warst, kehrte Ich mit einer der schönsten Lektionen über meinen Willen zu dir zurück und ließ die erneute Freude über meine Rückkehr zu dir wiederkehren, um dich von neuem für den durchbohrenden Schmerz meiner Abwesenheit zu disponieren.
Ich kann behaupten, dass der Schmerz über meine Abwesenheit in dir die Wirkungen, den Wert, die Kenntnisse und das Fundament meines Willens hervorgebracht hat. Ich musste Mich dir gegenüber so verhalten, d.h., sehr oft zu dir zu kommen und dich in der Gewalt des Schmerzes über meine Abwesenheit zu belassen.
Da Ich beschlossen hatte, dir auf ganz besondere Weise so viel über meinen Willen zu offenbaren, musste Ich dich einem ständigen göttlichen Schmerzes ausliefern, denn da mein Wille Göttlich ist, konnte Ich nur auf einem Göttlichen Schmerz seinen Thron begründen und seine Herrschaft ausbreiten; und Ich handelte als Lehrer und teilte dir die Kenntnis meines Willens mit, soweit es einem Geschöpf möglich ist.
Viele werden sich über meine ständigen Besuche bei dir wundern – was Ich an den anderen nicht tat – und über deinen ständigen Schmerz meiner Beraubung.
Hättest du Mich nicht so oft gesehen, so hättest du Mich weder gekannt, noch so sehr geliebt, denn jeder meiner Besuche vermehrt die Kenntnis über Mich und bringt eine neue Liebe; und je mehr die Seele Mich kennt und liebt, umso größer wird ihr Schmerz.
Und Ich regte durch mein Kommen deinen Schmerz noch mehr an, da meinem Willen nicht das edle Gefolge des Schmerzes fehlen sollte, der die Seele festigt und stark macht, sodass mein Wille in ihr meine feste Wohnstätte errichten und sie immer neu und andauernd über meinen Willen belehren kann.
Daher – Ich wiederhole es dir – lass Mich machen und vertraue Mir.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 29. Mai 1924)

