Freitag der 2. Woche im Jahreskreis (Mk 3,13-19)
13In jener Zeit stieg Jesus auf einen Berg und rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm. 14Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten 15und mit seiner Vollmacht Dämonen austrieben.
16Die Zwölf, die er einsetzte, waren: Petrus – diesen Beinamen gab er dem Simon -, 17Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus – ihnen gab er den Beinamen Boanerges, das heißt Donnersöhne -, 18dazu Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon Kananäus 19und Judas Iskariot, der ihn dann verraten hat.
„In jener Zeit… Jesus…rief die zu sich, die er erwählt hatte, und sie kamen zu ihm“ (Mk 3, 13)
… „Meine Tochter, wenn Ich die Seelen auf eine besondere und außergewöhnliche Weise rufe, mache Ich es wie ein König, wenn er seine Minister auswählt und gemeinsam mit ihnen die Gesetze macht, das Reich beherrscht und regiert.
So mache Ich es, Ich rufe diese Seelen zur Beteiligung an meiner Regierung und meiner Herrschaft, Ich mache die Gesetze, welche die ganze Welt regieren.
Da Ich dich nun auf besondere Weise berufen habe, im Palast meines Willens zu leben, zeigt dir mein eigener Wille meine innersten Geheimnisse und lässt dich die schweren Übel sehen, die Kriege und die höllischen Vorbereitungen, die viele Städte zerstören werden.
Deine Kleinheit, die den Anblick dieser Übel nicht erträgt, möchte zu Recht in den Himmel flüchten. Doch wisse, dass die Minister den König oft davon abbringen, strafende Gesetze zu machen, und wenn sie auch nicht alles erreichen – etwas erreichen sie immer.
So wird es auch bei dir sein: wenn du auch nicht alles auf Erden erreichst, so wirst du manches erreichen. Hab also Mut, und dein Flug in meinem Willen sei beständig.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 12. Mai 1927)
————————
… „Gesegnete Tochter meines Willens, da alle geschaffenen Dinge für die [menschlichen] Geschöpfe gemacht wurden, blieb mein Göttlicher Wille in jedem von ihnen zurück, um die Menschen zu rufen.
Er wollte nämlich nicht allein bleiben, sondern wünschte den Menschen, für den alles geschaffen wurde, um ihm die Rechte über sie zu verleihen, und damit Er nicht um den Zweck betrogen werde, wofür Er sie geschaffen hatte. Wer vernimmt nun diesen Ruf?
Die Seele, die meinen Willen als Leben besitzt. Das Echo meines Willens, der in den geschaffenen Dingen ist, gleicht dem Echo in der Seele, die Ihn besitzt, und Er selbst trägt sie in seinen Armen dorthin, wohin mein Wille selbst sie hin ruft.
Da sie ihre von Mir verliehenen Rechte hat, sprechen, wenn sie liebt, alle geschaffenen Dinge [ebenfalls] ‚Liebe‘; wenn sie anbetet, sagen sie ‚Anbetung‘; wenn sie dankt, dann sprechen sie ‚Danksagung‘, sodass man im Himmel, in der Sonne, im Meer, im Wind, in allem, selbst im kleinen Vöglein, das zwitschert, die Liebe, die Anbetung, die Danksagung der Seele schweben sieht, die meinen Göttlichen Willen besitzt.
Wie weitreichend ist ihre Liebe und alles, was sie tun und sagen kann! Himmel und Erde sind in ihrer Macht. Doch das ist noch gar nichts.
Du musst wissen, dass die Allmacht meines Göttlichen Willens in das Wirken der Seele eintritt, die Ihn besitzt; und wahre Macht bedeutet, dass sich die Seele in allen und allem ausbreitet, um alle in diesen Akt zurückzurufen; es bedeutet, dass sie sich mit ihrer Herrschaft allen bemerkbar macht, die Aufmerksamkeit aller auf sich zieht, sodass alle die aktive Macht meines Fiat im Akt der Seele wahrnehmen, da Ich diesen Akt nicht ihren Akt, sondern meinen Akt nennen kann.
Und jene, die sich im Besitz meines Fiat befinden, d.h. die Engel, die Heiligen, die Schöpfung, spüren wie im Akt der Seele eine Spur seiner Macht fließt, nehmen sie ganz achtsam auf und beten tiefgebeugt den wirkenden Göttlichen Willen an, danken Ihm und lieben Ihn.
Ein Akt von Ihm ist das Größte und Schönste für den ganzen Himmel und die ganze Erde. Ein Akt von Ihm kann – da Er die vollständige Macht besitzt, sowohl wenn Er im menschlichen Akt, wie auch wenn Er allein tätig ist – alles erneuern, umwandeln und Neues erstehen lassen, das vorher nicht existierte.
So nimmt ein Akt in meinem Göttlichen Willen seinen Platz in der göttlichen Ordnung ein und herrscht mit seiner machtvollen Herrschaft über alle. Er herrscht mit seiner verlockenden Liebe, mit seiner hinreißenden Schönheit, mit seinen Freuden und seiner unendlichen Milde.
Es ist ein Akt, der alles zugleich einschließt; wer seine Schönheit nicht wahrnimmt, ist gezwungen, die Last der göttlichen Gerechtigkeit über sich zu fühlen – aber alle ohne Ausnahme werden die Berührung der Macht eines Aktes meines Willens empfinden.
Allein diese Akte nehmen in ständiger Huldigung vor Gott Selbst ihre Aufstellung, denn es sind jene im Fiat getanen Akte, welche Gott mehr Ehre und stete Huldigung darbringen; es sind nämlich Akte, die Gott selbst reproduziert hat, und sie nehmen an seinem unaufhörlichen Akt teil.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 23. April 1932)
„Und er setzte zwölf ein, die er bei sich haben und die er dann aussenden wollte, damit sie predigten“ (Mk 3,14)
… „Meine Tochter, gewöhnlich wähle Ich die am meisten verachteten, die unfähigsten und ärmsten Seelen für meine größten Werke aus. An meiner Mutter selbst war nichts Außergewöhnliches in ihrem äußeren Leben; es gab keine Wunder, keine Zeichen, die sie von den anderen Frauen unterschieden hätten.
Ihr einziges Unterscheidungsmerkmal war ihre vollkommene Tugend, auf die fast niemand achtete. Und wenn Ich anderen Heiligen als Besonderheit die Wundergabe verlieh, und wieder anderen meine Wundmale einprägte – meiner Mutter nichts, gar nichts.
Und doch war sie das Wunder aller Wunder, die wahre und vollkommene Gekreuzigte, niemand anderer ist ihr ähnlich. Ich mache es für gewöhnlich wie ein Herr, der zwei Diener hat: der eine gleicht einem Riesen, ist kräftig, fähig zu allem; der andere ist klein, niedrig, untüchtig.
Es scheint, dass er nichts versteht und keinen bedeutenden Dienst ausführen kann: wenn der Herr ihn anstellt, dann mehr aus Erbarmen und auch zum Spaß. Wenn nun der Herr einen Millionen- oder Milliardenbetrag in eine andere Stadt schicken soll, was tut er?
Er ruft den kleinen, unfähigen herbei, vertraut ihm die große Summe an und sagt sich: ‚Wenn ich sie dem Riesen anvertraue, so werden alle auf ihn aufmerksam.
Diebe werden ihn überfallen, können ihn ausrauben, und wenn er sich mit seinen Herkuleskräften zur Wehr setzt, könnte er verletzt werden. Ich weiß, dass er tapfer ist, aber ich will ihn verschonen, ich will ihn nicht der offensichtlichen Gefahr aussetzen.
Niemand wird hingegen auf diesen Geringen achten, von dem man weiß, dass er untüchtig ist. Niemand wird vermuten können, dass ich ihm eine so bedeutende Summe anvertrauen könnte, und er wird heil und gesund zurückkehren.‘
Der arme, unfähige wundert sich, dass der Herr ihm dies anvertraut, während er sich des Riesen bedienen könnte. Und zitternd und voll Demut wird er die große Summe zustellen, ohne dass jemand sich herabgelassen hätte, ihn auch nur anzusehen; und gesund und heil wird er zu seinem Herrn zurückkehren, noch zitternder und demütiger als zuvor.
So handle Ich. Je größer das Werk ist, das Ich ausführen will, umso eher wähle Ich niedrige, arme und unwissende Seelen ohne jegliche äußere Erscheinung, die sie exponieren, auf sie hindeuten könnte. Das Niedrig- und Unbeachtetsein ist ein sicherer Schutz für mein Werk. Die Räuber des Eigendünkels und der Eigenliebe werden ihr keine Aufmerksamkeit widmen, da sie ihre Unfähigkeit kennt.
Und die Seele führt demütig und zitternd den Auftrag aus, den Ich ihr anvertraut habe, wohl wissend, dass nicht sie, sondern Ich alles in ihr vollbracht habe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 17. Januar 1921)


