30In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. 31Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.
32Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. 33Aber man sah sie abfahren, und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. 34Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

„Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen.“ (Mk 6,31)

Ich befand mich in meinem gewöhnlichen Zustand, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus und nahm mich, da ich ein wenig leidend war, in seine Arme wobei Er zu mir sprach:
„Meine geliebte Tochter, meine geliebte Tochter, ruhe dich in Mir aus; ja behalte deine Leiden nicht bei dir, sondern lege sie auf mein Kreuz, damit sie den meinen das Geleit geben und Mich erquicken, und meine Leiden die deinen begleiten und dich stützen, mit demselben Feuer brennen und sich gemeinsam verzehren.
Und Ich werde deine Leiden als die meinen betrachten, werde ihnen dieselben Wirkungen verleihen, den gleichen Wert, und sie werden dieselbe Aufgabe erfüllen, die Ich auf dem Kreuz beim Vater und bei den Seelen hatte.
Ja, komm du selbst auf das Kreuz; wie glücklich werden Wir zusammen sein, auch im Leiden, weil es nicht das Leiden ist, welches das Geschöpf unglücklich macht, sondern das Leiden macht es siegreich, glorreich, reich und schön; aber es wird unglücklich, wenn ihm etwas in seiner Liebe fehlt.
Du wirst, mit Mir am Kreuz vereint, in allem in der Liebe befriedigt werden, selbst deine Leiden werden Liebe sein, dein Leben wird Liebe, ganz Liebe sein, und deshalb wirst du glücklich sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 12.4.1917)

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… „Meine Tochter, Ich empfinde das Bedürfnis, dass das Geschöpf sich in Mir ausruht, und Ich Mich in ihm, doch weißt du, wann das Geschöpf in Mir ruht, und Ich in ihm? Wenn sein Intellekt an Mich denkt und Mich versteht, ruht es im Intellekt seines Schöpfers, und die des Schöpfers findet ihre Ruhe im geschaffenen Geist.
Wenn der menschliche Wille sich mit dem Göttlichen Willen vereint, umarmen sich die beiden Willen und ruhen gemeinsam. Wenn die menschliche Liebe sich über alle geschaffenen Dinge erhebt, und nur ihren Gott liebt, welche schöne Ruhe finden Gott und die Seele beiderseits!
Wer Ruhe schenkt, der findet sie. Ich mache Mich zum Bett der Seele und halte sie im süßesten Schlaf in meinen Armen gefesselt. Daher komm und ruhe an meiner Brust.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 18. März 1922)

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… „Tochter, gib dich meinen Armen hin und ruhe in Mir. Deine Hingabe an Mich ruft nach meiner Hingabe an dich und lässt Mich sanft in deiner Seele ruhen.
Die Hingabe an Mich bildet die süße und machtvolle Kette, die Mich so stark an die Seele bindet, dass Ich Mich nicht von ihr lösen kann, bis Ich sogar zu ihrem teuren und süßen Gefangenen werde. Die Hingabe an Mich bringt das wahre Vertrauen hervor: sie hat Vertrauen zu Mir, und Ich zu ihr.
Ich vertraue auf ihre Liebe, die nie versagt, auf ihre Opfer, die Mir nie etwas verweigern, was Ich wünsche, und Ich habe volles Vertrauen, dass Ich meine Pläne vollenden kann.
Ihre Hingabe an Mich besagt, dass sie Mir die Freiheit lässt und Ich frei tun kann, was Ich will – und Ich vertraue Mich ihr an und offenbare ihr meine innersten Geheimnisse.
Deshalb, meine Tochter, wünsche Ich dich ganz meinen Armen hingegeben, und je mehr du dich Mir hingibst, umso stärker wirst du meine Hingabe an dich fühlen.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 26. Oktober 1931)

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… „Tochter meines Wollens, hast du gesehen, wie unerreichbar die Unermesslichkeit meines Fiat ist? Kein geschaffener Geist, wie heilig er auch sei, kann Es umfassen und sehen, wo seine Grenzen aufhören. Alle haben ihren Platz in Ihm, vielmehr hat jedes Geschöpf sein kleines Stückchen Land in der Unermesslichkeit meines Göttlichen Willens. Doch wer bearbeitet dieses ihm zugewiesene kleine Grundstück?
Jene Seele, die im Göttlichen Willen lebt! Denn bei dieser macht Er sich zum ersten Bearbeiter; Er nimmt die Seele auf seinen Schoß, hält sie beschäftigt und gemeinsam vereint bei der Arbeit, die die Seele auf dem kleinen Feld tun soll, das ihr in meinem Willen verliehen wurde.
Da mein Wille die schöpferische Kraft besitzt, kann mein in der Seele lebender Wille das in einer Stunde tun, was die Seele in einem Jahrhundert tun könnte. So kann sie in einer Stunde ein Jahrhundert an göttlicher Liebe, göttlichen Werken, göttlichen Opfern, göttlicher Erkenntnis und Akten tiefer göttlicher Anbetung erlangen.
Nach der Arbeit ruft mein Wille die Seele zur Ruhe, damit sie sich gegenseitig beseligen und gemeinsam ausruhen. Wenn sie dann die Schönheit des kleinen Feldes sehen, die Freude, die sie empfinden, dann kehren sie, um einander noch mehr zu beseligen, wieder zur Arbeit zurück.
Es ist eine Abwechslung von Arbeit und Ruhe, da unter den so zahlreichen Eigenschaften, die mein Göttlicher Wille besitzt, seine kontinuierliche Bewegung und Bereitschaft sind, und Er keineswegs untätig ist. Vielmehr hat Er jedem geschaffenen Ding seine ständige Beschäftigung mitgeteilt, um sich zu verherrlichen und allen Gutes zu tun. Müßiggänger gibt es nicht in meinem Willen, sondern in Ihm ist alles Aktivität.
Wenn die Seele liebt, ist es Arbeit, wenn sie sich damit befasst, Uns zu erkennen, ist es Arbeit, wenn sie Uns anbetet, wenn sie leidet, betet, ist es Arbeit und zwar göttliche Arbeit, keine menschliche; diese Tätigkeiten verwandeln sich in Währung von unendlichem Wert, welche die Seele erwerben kann, um ihr Feld noch zu vergrößern.
Nun, meine Tochter, du musst wissen, dass es mein absoluter Wille ist, dass die Geschöpfe meinen Willen tun. Wie sehr ersehne Ich es, meinen Willen als Herrscher und Handelnden in ihnen zu erblicken! Wie gerne möchte Ich sagen hören: ‚Der Wille Gottes ist mein; was Gott will, das will ich auch, was Gott tut, tue ich’!
Nun, da es mein Wille ist, der in der Seele lebt, musste Ich ihr die Mittel und nötigen Hilfen geben. Daher stellt sich also meine Menschheit der Seele in dem kleinen, ihr zugewiesenen Feld der Unermesslichkeit meines Willens zur Verfügung.
Ich biete meine Kraft an, um ihre Schwachheit zu stützen, meine Leiden als Hilfe in ihren Leiden, meine Liebe, dass sie ihre Liebe in der Meinen verbergen kann, meine Heiligkeit, um sie zu bedecken, mein Leben als Stütze und Halt für das ihre und um daraus das Vorbild zu machen.
Mit einem Wort, mein Göttlicher Wille muss so viele Jesus vorfinden, als Geschöpfe in meinem Willen leben möchten. Dann erst wird Er keine Hindernisse mehr auf ihrer Seite finden, da Ich sie in Mir verborgen halten, und Er mehr mit Mir zu tun haben wird als mit ihnen.
So werden die Seelen für das Leben in meinem Willen alle nötigen Hilfen überreichlich vorfinden. Gott wirkt gewöhnlich so: wenn Er etwas wünscht, gibt Er alles Nötige, was gebraucht wird, damit das, was Er will, seine Vollendung finde.
Ich möchte also, dass die Menschen wissen, dass Ich Mich jenen zur Verfügung stelle, die in meinem Willen leben möchten. Sie werden mein Leben vorfinden, das für alles Nötige Ersatz leisten wird, damit sie im Meer meines Göttlichen Wollens leben können.
Anderenfalls wird ihr kleines Feld in meinem unermesslichen Willen ohne Bearbeitung und somit ohne Frucht bleiben, ohne Glück und ohne Freude. Sie werden jenen gleichen, die untätig und müßig unter der Sonne leben. Die Sonne wird sie versengen und ihnen einen brennenden Durst verursachen, dass sie zu sterben meinen.
So befinden sich alle Geschöpfe [schon] aufgrund der Schöpfung in dieser Unermesslichkeit. Wenn aber ihr Wille nicht mit dem Meinen harmoniert, leben sie für sich selbst und werden spüren, wie all ihre Güter verbrennen und den Durst der Leidenschaften, der Sünde, der Schwächen empfinden, die sie martern.
Daher gibt es kein größeres Übel, als nicht von meinem Willen zu leben.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 23. August 1936)

„Ruht ein wenig aus“ (Mk 6, 31)

Ich befand mich außerhalb von mir, es schien Nacht zu sein, und ich sah das ganze Universum, die ganze Ordnung der Natur, den sternenübersäten Himmel, die Stille der Nacht; mit einem Wort, mir schien, dass alles eine Bedeutung hatte. Während ich dies sah, schien ich Unseren Herrn zu sehen, der über das, was ich sah, zu sprechen begann und sagte:
„Die ganze Natur lädt zum Ruhen ein; doch was ist wahre Ruhe? Es ist die innere Ruhe, das Schweigen von all dem, das nicht Gott ist. Schau die Sterne an, sie funkeln mit gedämpftem Licht und blenden nicht wie die Sonne; siehe den Schlaf und die Ruhe der ganzen Natur, des Menschen und sogar der Tiere – sie alle suchen einen Platz, ein Lager, in dem sie still sein und ausruhen können von der Müdigkeit des Lebens.
Wenn dies für den Körper nötig ist, dann noch viel mehr für die Seele. Sie muss in ihrer eigenen Mitte ruhen, welche Gott ist. Doch um in Gott ruhen zu können, ist die innere Stille notwendig, wie die äußere Stille für den Leib nötig ist, damit er friedlich einschlafen kann.
Doch was ist diese innere Stille? Es bedeutet, die eigenen Leidenschaften zum Schweigen zu bringen, indem man sie an ihrem Platz hält; es heißt, den Wünschen, Neigungen und Gefühlen Stille aufzuerlegen – kurz, allem, was nicht nach Gott ruft.
Nun, wie erreicht der Mensch dies? Das einzige und absolut notwendige Mittel für die Seele ist, ihr eigenes Sein zu vernichten und sich selbst zum Nichts zu erniedrigen, wie sie es war bevor sie erschaffen wurde; und wenn sie ihr Sein zu nichts erniedrigt hat, muss sie es in Gott wieder nehmen. Meine Tochter, alle Dinge haben ihren Ursprung im Nichts.
Wenn dieses Gefüge des Universums, das du mit ihrer großen Ordnung bewunderst, voller anderer Dinge gewesen wäre, bevor Ich es erschaffen habe, hätte Ich nicht meine schöpferische Hand anlegen können, um es mit so großer Meisterhaftigkeit zu gestalten und ihm solchen Glanz und Schmuck zu verleihen. Ich hätte höchstens alles, das hier gewesen wäre, vernichten können, um es dann entsprechend meinem Gefallen wiederherzustellen.
Doch stets kommen Wir darauf zurück: alle meine Werke haben ihren Ursprung im Nichts. Und wenn es da eine Vermischung mit anderen Dingen gibt, geziemt es sich für meine Majestät nicht, hinabzusteigen und in der Seele zu wirken.
Doch wenn die Seele sich selbst zu Nichts erniedrigt und sich dann wieder zu Mir erhebt und ihr Sein in das Meine hineinnimmt, dann wirke Ich als der Gott, der Ich bin, und die Seele findet die wahre Ruhe. Und hier siehst du, wie alle Tugenden bei der Demut und Selbstvernichtung beginnen.“
Wer kann sagen, wie viel ich über das, was der gebenedeite Jesus mir sagte, verstand? O, wie glücklich wäre meine Seele, wenn ich so weit käme, mein armes Sein zu vernichten, um fähig zu sein, von meinem Gott sein Göttliches Wesen zu empfangen! O, wie würde ich mich adeln, wie geheiligt wäre ich! Doch wie dumm bin ich doch, wo habe ich mein Hirn, wenn ich es immer noch nicht tue?
Was für eine menschliche Armseligkeit – anstatt nach ihrem wahren Gut Ausschau zu halten und den Flug zur Höhe zu nehmen, gibt sie sich zufrieden, auf dem Boden herumzukrabbeln und inmitten von Schmutz und Fäulnis zu leben!… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 20. Mai 1900)