Montag der 5. Woche im Jahreskreis (Mk 6,53-56)
53In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Genesaret und legten dort an. 54Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sofort. 55Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Tragbahren zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.
56Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.
„Erkannte man ihn sofort…“ (Mk 6,54)
… „Meine Tochter, die Anerkennung dessen, was mein Wille im Akt der Seele tun kann, bildet den göttlichen Akt in dieser Seele. Und mein Wille legt in diesen Akt als Grundbasis den göttlichen Anfang. Während dieser Akt gebildet wird, erfüllt ihn mein Wille mit seiner Unwandelbarkeit, auf eine Weise, dass die Seele in ihrem Akt ein göttliches Prinzip wahrnimmt, das kein Anzeichen eines Endes aufweist, sondern eine unveränderliche Unwandelbarkeit.
Sie wird in sich den Glockenklang ihres fortgesetzten Aktes vernehmen, der kontinuierlich dahinfließt. Das Kennzeichen, ob das göttliche Prinzip in den Akten der Seele ist, ist die Fortdauer. Ein langandauernder Akt besagt, dass Gott in ihr und in ihren Akten wohnt, besagt, dass sie im Guten bestätigt ist.
Der Wert, die Gnade und Macht eines fortgesetzten Aktes sind nämlich so groß, dass er die kleinen Leerräume und geringfügigen Schwächen, denen die menschliche Natur unterworfen ist, mit intensiver Liebe füllt. Ein dauernder Akt, eine andauernd[geübte]e Tugend ist sozusagen Richter, Ordnung und Wachposten für das Geschöpf.
Deshalb lege Ich so großen Wert darauf, dass deine Akte andauernd sind, weil etwas von Mir darin ist, und Mir mein Akt in dem deinen sonst als entehrt vorkäme.
Siehst du, meine Tochter, meine Liebesglut ist so groß, das Ich möchte, dass alles, was Ich aus Liebe zu den Menschen tat, anerkannt wird – doch nur, damit Ich geben kann. Ich bin wie versessen darauf zu geben und möchte gern „Verwahrer“ meines Lebens, meiner Werke, Leiden, Tränen – von allem heranbilden.
Doch diese gehen nicht von Mir fort, wenn man sie nicht anerkennt. Wenn die Seelen sie nicht anerkennen, hindern sie Mich daran, Mich ihnen zu nähern und in ihnen das niederzulegen, was Ich mit so viel Liebe schenken möchte.
Zudem würden meine Gaben wirkungslos bleiben – die Seelen wären wie Blinde, die ihre Umgebung nicht sehen können. Die Kenntnis hingegen ist das Sehvermögen der Seele, das die Sehnsucht, die Liebe und somit die Dankbarkeit gegen Mich aufkommen lässt, der Ich so gerne geben will; und die Seelen hüten eifersüchtig meinen in ihnen verwahrten Schatz.
Je nach den Umständen bedienen sie sich meines Lebens als Leitlinie, meiner Werke als Bestätigung ihrer Werke, meiner Leiden als Hilfe in ihren Leiden und meiner Tränen als Waschung, wenn sie befleckt sind!
Wie glücklich bin Ich, wenn sie Mich und meine Werke benutzen, um sich selbst zu helfen! Als Ich auf die Erde kam, war dies meine Absicht, als ihr Kleiner Bruder in ihrer Mitte und in ihnen zu bleiben, um ihnen in ihren Nöten zu helfen.
Wenn sie Mich anerkennen, tue Ich nichts anderes, als Mich in ihnen zu spiegeln. So besiegle Ich das Gute, das sie erkannt haben, quasi wie die Sonne, die durch den Widerschein ihres Licht über den Pflanzen und Blumen die Substanz der Süßigkeit und Farben mitteilt – nicht scheinbar, sondern in Wirklichkeit.
Wenn du also viel erhalten möchtest, suche zu erkennen, was mein Wille in der Schöpfung tat und tut, und was Er in der Erlösung tat. Dann werde Ich großzügig mit dir sein und dir nichts von dem verweigern, was Ich dich erkennen lasse.
Wisse vielmehr, wenn Ich noch immer als Lehrer handle und dich so viele andere Dinge erkennen lasse, die Mir gehören, so deshalb, weil Ich dir immer noch schenken möchte, was Ich dich erkennen lasse. Ich wäre nicht zufrieden, wenn Ich nicht etwas zu geben hätte und meiner Tochter nicht stets Neues gäbe.
Daher warte Ich sehnsüchtig, dass du das Erkannte in deiner Seele auf seinen Platz legst, damit du es als dein Eigentum ansiehst; und während du es deponierst, liebkose, bearbeite, stärke Ich dich und erweitere deine Fassungskraft, damit du es gut ablegen kannst – mit einem Wort, Ich erneuere das, was Ich bei der Erschaffung des ersten Menschen tat.
Zumal das, was du erkannt hast und was Ich in dir verwahren will, das Meinige ist, und Ich Mich daher niemandem, nicht einmal dir, anvertrauen möchte. Ich Selbst will mit meinen eigenen Schöpferhänden den Platz bereiten und diese Dinge dann in dir verwahren.
Um sie in Sicherheit zu halten, umgebe Ich sie mit meiner Liebe, meiner Stärke und meinem Licht als Wache. Sei daher aufmerksam und lass dir nichts entgehen; so wirst du Mir ermöglichen, dir die schönsten Überraschungen bereiten zu können.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 21. Dezember 1931)
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… „Mein Wille ruft dich überall und allerorts: Er ruft dich im Wind, bald ungestüm, bald seufzend, bald so, als wollte Er weinen und dich drängen, Ihm zuzuhören, damit Er dich mit diesem Element beschenken könne.
Er ruft dich im Rauschen des Meeres um dir zu sagen: ‚Dieses Meer ist dein: nimm es als Geschenk, das Ich dir mache‘. Er ruft dich sogar in der Luft, die du einatmest, im Vöglein, das singt, und will dir sagen: ‚Alles mache Ich dir zum Geschenk‘.
Wenn die Seele nun auf den Anruf eingeht, wird das Geschenk bestätigt; antwortet sie nicht, bleiben die Gaben gleichsam zwischen Himmel und Erde in der Schwebe, verspart.
In der Tat, wenn mein Wille [die Seele] ruft, so deshalb, weil Er gerufen werden möchte, um die Kommunikation, den ‚Handelsverkehr‘ zwischen Ihm und den Seelen aufrechtzuerhalten, um sich zu erkennen zu geben und die unaufhörliche Liebe zwischen Ihm und der Seele, die in seinem Fiat lebt, zu erwecken.
In der Tat, nur die im Göttlichen Willen lebende Seele vernimmt mit größerer Leichtigkeit seine vielen Anrufe, da Er, während Er den Menschen durch seine Werke ruft, sich [zugleich] am Grund seiner Seele vernehmen lässt. So wird der Mensch von beiden Seiten her gerufen.
Wie oft habe Ich dich zudem nicht in alle Akte meiner Menschheit gerufen und tue es weiterhin? Ich wurde empfangen und rief dich, um dir das Geschenk meiner Empfängnis zu machen.
Ich wurde geboren und rief dich noch lauter, und schließlich weinte, seufzte und wimmerte Ich sogar, um dich zum Mitleid zu rühren, damit du Mir sogleich antworten mögest, damit Ich dich mit meiner Geburt, meinen Tränen, Seufzern und meinem Wimmern beschenken könne.
Wenn meine Himmlische Mutter Mich in Windeln wickelte, so rief Ich dich, damit du zugleich mit Mir gewickelt werdest. Kurzum, Ich rief dich hinein in jedes Wort, das Ich sagte, in jeden Schritt, den Ich tat, in jeden Schmerz, den Ich erlitt, in jeden Tropfen meines Blutes.
Bis hinein in meinen letzten Atemzug, den Ich auf dem Kreuz aushauchte, rief Ich dich, um dir alles zum Geschenk zu machen. Und um dich in Sicherheit zu bringen, legte Ich dich gemeinsam mit Mir in die Hände meines Himmlischen Vaters.
Wo habe Ich dich nicht gerufen, um dich mit all meinen Akten zu beschenken? Um meiner Liebe ein Ventil zu verschaffen und dich spüren zu lassen, wie sehr Ich dich liebte? Um die Süßigkeit meiner hinreißenden Stimme, die entführt, erschafft und erobert, in deinem Herzen erklingen zu lassen?
Und auch um deine Stimme zu vernehmen, die Mir zusagt: ‚Hier bin ich, sag mir Jesus, was willst Du?‘ als Vergeltung für meine Liebe und als Beteuerung, dass du meine Gaben angenommen hast, und damit Ich also sagen konnte: ‚Ich bin angehört worden, meine Tochter hat Mich erkannt und liebt Mich‘?
Es ist wahr, dass dies „Exzesse“ unserer Liebe sind, doch zu lieben und nicht erkannt und geliebt zu werden, ist unerträglich, und man kann so nicht weiterleben. Darum werden Wir unsere Liebestorheiten und Kunstgriffe fortsetzen, um unserem Leben der Liebe freien Lauf zu lassen.’ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 16. Januar 1938)
„Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt“ (Mk 6, 56)
Als Er weiterhin nicht kam, versuchte ich, mich der Betrachtung des Geheimnisses der Geißelung zu widmen. Während ich dies tat, sah ich den gebenedeiten Jesus nur kurz, ganz verwundet und blutüberströmt, und Er sagte mir:
„Meine Tochter, die Himmel und die ganze Schöpfung verweisen auf die Liebe Gottes; mein verwundeter Leib macht dich auf die Liebe zum Nächsten aufmerksam; so sehr ist meine Menschheit mit der Gottheit vereinigt, dass Ich aus zwei Naturen eine einzige Person gebildet habe, und die zwei Naturen so in Mir unzertrennlich gemacht habe, denn Ich habe nicht nur die göttliche Gerechtigkeit zufriedengestellt, sondern wirkte auch die Erlösung der Menschen.
Und damit jeder diese Verpflichtung, Gott und seinen Nächsten zu lieben, annehme, machte Ich nicht nur eine einzige daraus, sondern sogar eine göttliche Vorschrift.
So sind meine Wunden und mein Blut so viele Zungen, die jeden lehren, wie man einander lieben soll, und dass alle die Pflicht haben, sich um das Heil der anderen zu kümmern.“
Danach nahm Er ein betrübteres Aussehen an und fügte hinzu: „Welch unbarmherziger Tyrann ist die Liebe für Mich, da Ich nicht nur den Lauf meines sterblichen Lebens in ständigen Opfern verbrachte, bis Ich ausgeblutet an einem Kreuz starb, sondern Ich hinterließ Mich selbst als immerwährendes Opfer im Sakrament der Eucharistie.
Und nicht nur das, sondern Ich halte alle meine bevorzugten Glieder als lebendige Opfer in beständigen Leiden mit der Rettung der Menschen beschäftigt; so wie Ich dich unter vielen erwählte, um dich aus Liebe zu Mir und den Menschen geopfert zu halten. Ach, ja! Mein Herz findet keine Atempause noch Ruhe, wenn Es nicht den Menschen findet!
Und der Mensch, wie vergilt er es Mir? Mit überaus großem Undank!“ Nach diesen Worten verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 18. Juni 1900)
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Diesen Morgen teilte mir mein anbetungswürdiger Jesus bei seinem Kommen einen Teil seiner Passion mit. Während ich im Leiden war, sagte der Herr zu mir, um mich aufzumuntern:
„Meine Tochter, die erste Bedeutung der Passion enthält Verherrlichung, Lobpreis, Ehre, Dank und Wiedergutmachung für die Gottheit. Die zweite ist die Rettung der Seelen und alle Gnaden, die zu diesem Zweck nötig sind.
Wenn also jemand an den Leiden meiner Passion teilnimmt, schließt sein Leben genau dieselben Bedeutungen in sich ein. Nicht nur das, sondern er nimmt dieselbe Form an wie meine Menschheit; und da diese meine Menschheit mit der Gottheit vereinigt ist, ist die Seele, die an meinen Leiden teilnimmt, auch in Kontakt mit der Gottheit und kann erlangen, was immer sie will. Mehr noch, ihre Leiden sind wie Schlüssel, um die göttlichen Schätze zu öffnen.
Dies gilt so lange, wie sie hier unten lebt; und sodann wird auch eine besondere Glorie für sie im Himmel reserviert sein, die ihr durch meine Menschheit und Gottheit gegeben wird, sodass sie meinem eigenen Licht und meiner Glorie ähnlich sehen wird; wie auch eine ganz besondere Glorie für den ganzen himmlischen Hof, welche diesem durch diese Seele zuteilwerden wird mittels dessen, was Ich ihr mitgeteilt habe.
Denn je mehr die Seelen Mir in den Leiden ähnlich geworden sind, umso mehr Licht und Glorie werden aus dem Inneren der Gottheit kommen; und so wird der ganze Himmlische Hof an dieser Glorie teilnehmen.“
Möge der Herr stets gepriesen sein, und möge alles zu seiner Verherrlichung und Ehre sein. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 8. Februar 1902)


