9In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! 10Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
11Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. 12Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.
13Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. 14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. 15Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.
16Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. 17Dies trage ich euch auf: Liebt einander!

„Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“ (Joh 15, 11)

… „Meine Tochter, mein Göttlicher Wille eilt stets als erster Akt des Lebens zur Seele, um sie glücklich zu machen, zu umarmen und von der Last aller menschlichen Akte leer zu machen; alles nämlich, was in der Seele nicht mein Wille ist, ist hart, schwer und bedrückend. Mein Wille macht die Seele an allem [ungeordnet] Menschlichem leer und macht mit seinem Hauch alles leicht.
Daher ist das Zeichen, ob die Seele in meinem Göttlichen Willen lebt, dies, wenn sie die Glückseligkeit in sich fühlt. Tatsächlich ist mein Wille von Natur aus glücklich und kann der Seele, die in Ihm lebt, keinerlei Traurigkeit weitergeben, da Er sie nicht besitzt, und auch sein Wesen weder ändern will noch kann.
So fühlt jeder, der in meinem Fiat lebt, dessen beseligende Eigenschaft in sich und empfindet in allem, was er tut, eine Spur der Seligkeit, die jeden Akt, jedes Leid und Opfer leicht macht.
Diese Seligkeit bewirkt, dass die Seele von allen Übeln befreit und mit unbesiegbarer Stärke erfüllt wird, sodass sie in aller Wahrheit sagen kann: ‘Ich kann alles tun und überall hingelangen, da ich mich in den Göttlichen Willen umgewandelt fühle, der Schwachheiten, Armseligkeiten und Leidenschaften von mir verbannt und meinen eigenen Wille beseligt hat.
Dieser möchte jetzt seine göttliche Glückseligkeit in großen Zügen trinken und nichts mehr von einem Leben außerhalb des Göttlichen Willens wissen.’ Die Traurigkeit, Bitterkeit, Schwächen und Leidenschaften dringen nicht in meinen Willen ein, sondern bleiben draußen, seine balsamische Luft versüßt und stärkt alles.
Je tiefer die Seele in meinem Willen lebt und je öfter sie ihre Akte in Ihm wiederholt, umso mehr Grade an Glückseligkeit, Heiligkeit, Stärke und Göttlicher Schönheit erwirbt sie. Sogar in den geschaffenen Dingen fühlt die Seele die Seligkeit, die diese Dinge ihr von ihrem Schöpfer her vermitteln.
Mein Göttlicher Wille will die in Ihm lebende Seele die Natur seiner Glückseligkeit empfinden lassen; daher beglückt Er sie im Licht der Sonne, in der Luft, die sie einatmet, im Wasser, das sie trinkt, in der Speise, die sie zu sich nimmt, in der Blume, die sie erfreut – kurzum, mein Wille lässt die Seele spüren, dass Er ihr nichts als Glück zu geben vermag.
So ist der Himmel nicht fern von der Seele, sondern in ihr, weil er sie in Allem glücklich sehen will.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 2. Mai 1930)

„Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Joh 15, 12)

… „Kleine Tochter meines Wollens, dein ‚Ich liebe Dich’ – wie klein es auch sei – verwundet unsere Liebe und lässt aus diesen Wunden, die es Uns zufügt, unsere verborgene Liebe hervorströmen, um unsere innersten Geheimnisse und unsere große Liebe zu den Geschöpfen zu enthüllen.
Du sollst nun wissen, dass Wir die ganze Menschheit liebten, aber gezwungen waren, das ganze unermessliche Feuer unserer Liebe in unserem Göttlichen Sein verborgen zu halten.
Wir fanden nämlich in den Menschen weder Schönheit vor, die unsere Liebe entzückt hätte, noch Liebe, die Uns verwundet und die Menschen daher mit unserer Liebe überflutet hätte, damit Wir Uns zu erkennen geben, sie lieben und Uns lieben lassen.
Vielmehr waren sie in die Lethargie der Schuld verstrickt, dass Wir bei ihrem bloßen Anblick erschauderten. Doch unsere Liebe brannte, Wir liebten die Menschen und wollten, dass unsere Liebe allen zuteilwerde. Wie sollten Wir das tun?
Wir mussten zu diesem Zweck eine große Erfindung unserer Liebe anwenden, und zwar geschah dies so: Wir riefen die kleine Jungfrau Maria ins Leben und schufen Sie ganz rein, ganz heilig, ganz schön, voller Liebe und ohne Makel der Erbsünde, wobei Wir unseren eigenen Göttlichen Willen zugleich mit Ihr empfangen werden ließen, damit zwischen Ihr und Uns der Zugang offenstehe und ewige und unzertrennliche Einheit herrsche.
Nun entzückte Uns die Himmelskönigin mit ihrer Schönheit, und unsere Liebe strömte und ergoss sich [in Sie]. Mit ihrer Liebe verwundete Sie Uns, und unsere überströmende Liebe verbarg sich in Ihr.
Da nun unsere Liebe durch ihre Schönheit und Liebe hindurch auf alle Geschöpfe schaute, fand unsere Liebe ein Ventil, und Ich liebte mit verborgener Liebe alle Geschöpfe in dieser Himmlischen Königin.
So liebten Wir alle in Ihr, und durch ihre Schönheit [hindurch] erschienen sie Uns nicht mehr hässlich. Unsere Liebe war nicht mehr in Uns eingeschränkt, sondern im Herzen eines so heiligen Geschöpfs ausgegossen.
Indem Wir Ihr unsere göttliche Vaterschaft mitteilten und alle in Ihr liebten, erwarb Sie die göttliche Mutterschaft, um alle als ihre Kinder lieben zu können, die von ihrem Himmlischen Vater gezeugt waren.
Wie Sie fühlte, dass Wir alle Geschöpfe in Ihr liebten, so spürte Sie, dass unsere Liebe die neue Generation des ganzen Menschengeschlechtes in ihrem Mutterherzen bildete.
Kann es eine größere Erfindung der Liebe, liebevollere Kunstgriffe geben als unsere Vatergüte, die, um die Geschöpfe zu lieben, ja selbst jene, die Uns beleidigten, ein Geschöpf aus eben diesem Stamm erwählte, es so schön formte, als Wir es vermochten, damit unsere Liebe keine Hindernisse finde, um alle in Ihr lieben zu können und Sie alle lieben zu lassen?
In dieser Himmlischen Königin können alle unsere Liebe finden, die in Ihr verborgen ist, zumal Sie, die ja unseren Göttlichen Willen besaß, Uns beherrschte und alle lieben ließ, und Wir beherrschten wiederum mit unserer sanften Herrschaft Sie, dass Sie allen eine ganz zärtliche Mutter sei.
Die wahre Liebe kann nicht sein, ohne zu lieben. Sie setzt alle Künste ein und nützt die kleinsten wie die größten Dingen, um zu lieben. Unsere Liebe ist bald verborgen, bald offenkundig, bald handelt sie direkt, bald indirekt und zeigt, dass Wir Jene mit unaufhörlicher Liebe beleben, die Wir aus den Tiefen unserer Liebe hervorgebracht haben.
Wir konnten allen Generationen kein größeres Geschenk machen, als ihnen dieses unvergleichliche Geschöpf als Mutter aller zu schenken, die ihnen unsere in Ihr verborgene Liebe bringt, welche Sie all ihren Kindern einflößen möchte.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 4. Februar 1934)

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… „Nun geht die Seele von der Schöpfung zum Feld meiner Menschheit über. Doch was soll ich dir schließlich, meine Tochter, über die Wunder erzählen, die auf diesem lebendigen Feld geschehen, das nicht nur aus Werken besteht, wie in der Schöpfung, sondern aus menschlichem und göttlichem Leben?
Die in meinem Willen lebenden Seelen nehmen meinen Platz ein, und Ich kann Mich auch nicht weigern, da Ich ja ihnen gehöre. Sie haben ein Recht über Mich, und Ich bin glücklich, dass sie Mich besitzen, weil sie Mich dann noch mehr lieben werden.
Nun wiederholen die Seelen in diesem Feld mein Leben, lieben mit meiner eigenen Liebe, und ihre mit den Meinen verschmolzenen Akte bilden so viele Sonnen, Himmel und Sterne – o, um wie vieles schöner sind diese als jene der Schöpfung – dass sie das Feld meiner Menschheit erfüllen!
O, wie sehr fühle Ich Mich geliebt und verherrlicht, weil diese Sonnen, Himmel und Sterne nicht stumm sind wie jene der Schöpfung, sondern wortreiche Sonnen darstellen, [ausgestattet] mit der Fülle der Vernunft!
Wie gut sprechen sie über meine Liebe! Sie sprechen und lieben Mich, sie sprechen und erzählen Mir die Geschichte der Seelen und jene meiner Liebe und nötigen Mich also, sie zu retten.
Sie sprechen und bedecken sich mit meinen Leiden, um mein Leben zu wiederholen. Ich fühle diese Seelen in meinen Tränen fließen, in meinen Worten, Werken und Schritten und finde in ihnen Erleichterung in meinen Leiden, Stütze, Verteidigung und Zuflucht.
So groß ist meine Liebe zu ihnen, dass ich sie sogar ‚Mein Leben‘ nenne. O wie liebe Ich sie! Ich besitze sie, und sie besitzen Mich. [Diese Seelen] zu besitzen und bis zur Torheit zu lieben, ist ein und dasselbe.
Nun sind diese Seelen, die in meinem Willen leben, disponiert, bereit, alle Leiden meiner Menschheit auf sich zu nehmen. Da Ich nämlich nicht mehr leiden kann, weil Ich glorreich im Himmel bin, erschafft mein Wille mit seinem allmächtigen Hauch die Leiden und Schmerzen und bildet [in den Seelen] meine lebendige Menschheit, die Mir für alles einen Ausgleich leisten.
Sie sind die neuen Erlöserseelen, die ihr Leben hingeben, um die ganze Welt zu retten. So betrachte Ich die Erde vom Himmel aus und finde ebenso viele Jesus, die von derselben Torheit meiner Liebe erfasst sind und ihr Leben um den Preis von Leiden und Tod hingeben, um Mir zu sagen: ‚Ich bin dein getreues Abbild.
Die Leiden bringen mich zum Lächeln, weil ich die Seelen einschließe.‘ O, wie liebe Ich sie! Ich fühle Mich nicht mehr allein, sondern glücklich und siegreich, denn es ist mein größtes Glück und mein Paradies auf Erden, die Gesellschaft [der Seele] zu haben, wenn Wir das gleiche Leben führen, dieselben Leiden ertragen, und wenn sie will, was Ich will.
Du siehst also, wie viele große, wunderbare Dinge mein Göttlicher Wille zu tun vermag, wenn die Seelen nur in Ihm leben: Er bildet für Mich meine eigene lebendige Menschheit und verschafft Mir dieselben Freuden wie in meiner Himmlischen Heimat.
Es soll dir daher am Herzen liegen, immer in meinem Willen zu leben. Mach dir über nichts anderes Gedanken, denn wenn du dies tust, fühle Ich meine Liebe in dir unterbrochen: wenn du wüsstest, wie viel es Mich kostet, auch nur einen Augenblick lang nicht geliebt zu werden!
In diesem Moment nämlich bleibe Ich allein, du unterbrichst meine Glückseligkeit, und in meiner Liebestorheit wiederhole Ich: ‚Wie? Ich liebe sie immerdar, und sie Mich nicht.’ Sei daher aufmerksam, denn Ich will nie allein bleiben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 26. März 1937)

“Habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe” (Joh 15,15)

… „Meine Tochter, du verbitterst Mir mein Fest, denn wenn Ich eine Wahrheit mitteile, tue Ich das, weil Ich mit dem Geschöpf ein Fest feiern will. Wenn es Mir aber nicht volles Vertrauen schenkt und zweifelt, wird die Festfeier unterbrochen und verwandelt sich in Bitterkeit.
Ich gleiche einem von zwei vertrauten Freunden: da er seinen Freund sehr liebt, will er sein eigenes Herz beim Herz seines Freundes ausschütten, und [im Maß] wie er ihm seine Geheimnisse und verborgenen Freuden anvertraut, setzt er ihn in Kenntnis über alles, was er besitzt.
Doch der Freund, der ihm zuhört, lässt ihn wissen, dass er ihm nicht glaubt, und er zieht das in Zweifel, was der andere ihm sagt. Dies betrübt den [ersten] Freund und verwandelt seine Herzensergüsse in Traurigkeit; er bereut fast, dass er ihm das anvertraut hat und zieht sich voll Bitterkeit zurück.
Wenn jedoch der Freund ihm glaubt, fügt er ihm nicht nur keinen Kummer zu, sondern nimmt an seinen Gütern teil. Sie feiern gemeinsam die Freuden, die der eine besitzt, und ihre Freundschaft wird mit doppelten Banden der Liebe verbunden.
So bin Ich: da Ich – sogar noch mehr als ein Freund – jene liebe, die Ich zu meiner kleinen Sekretärin erwählt habe, möchte Ich mein Herz ausschütten. Ich möchte ihr meine Geheimnisse und Freuden, meine geheimen Schmerzen und überraschenden Wahrheiten anvertrauen, um gemeinsam zu feiern und ihr so viele Göttliche Leben mitteilen, wie Ich ihr Wahrheiten offenbare.
Sehe Ich, dass sie Mir glaubt, feiere Ich und zeige festlich die Freuden und Wonnen, die ein Göttliches Leben besitzen kann, das die Unendlichkeit aller Güter besitzt. Die Seele wird davon erfüllt und feiert gemeinsam mit Mir.
Wenn Ich sie aber zögern sehe, bin Ich traurig, und sie bleibt jenes Lebens beraubt, das Ich ihr anvertrauen wollte. Du wiederholst Mir oft diese Szenen des Misstrauens. Sei daher aufmerksam und wolle nicht meine Freuden in Bitterkeit verwandeln.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 6. Mai 1928)