Donnerstag der 1. Fastenwoche (Mt 7,7-12)
7In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. 8Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
9Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet, 10oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet? 11Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.
12Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
„Bittet, dann wird euch gegeben“ (Lk 7,7)
… Nachdem ich durch alle geschaffenen Dinge gewandert bin, um dem Göttlichen FIAT Gesellschaft zu leisten, und in jedem geschaffenen Ding darum bitte, dass Es auf Erden zur Herrschaft gelange, ist es so schön, zu sehen und zu hören, dass die ganze Schöpfung um das Kommen seines Reiches zu den Menschen betet!
Ich versenke mich dann in alles, was mein Jesus in der Erlösung gewirkt hat. Ich versenke mich in seine Tränen, seine kindlichen Seufzer, in seine Werke, Schritte und Worte, in seine Leiden, seine Wunden, in sein Blut, bis hin zu seinem Tod.
Dies damit seine Tränen das FIAT erflehen mögen, damit seine Seufzer und all seine Werke gemeinsam im Chor flehen mögen. Und sein FIAT möge bekannt werden, und sein eigener Tod möge das Leben seines Göttlichen Willens in den Geschöpfen wieder erstehen lassen.
Nun, während ich dies und anderes tat, das ich hier übergehe, da es zu lange wäre, wenn ich alles sagen wollte, drückte mich mein süßer Jesus an sich und sagte zu mir:
„Kleine Tochter meines Willens, wisse, dass mein Wille sich in der ganzen Schöpfung regierend zurücklässt, um den Geschöpfen die Gelegenheit zu geben, Ihm so viele Besuche abzustatten, wie Ich Dinge erschaffen habe. Ich wollte die Gesellschaft der Seele in der stummen Sprache des ganzen Universums.
Wie hart ist die Einsamkeit dieses so heiligen Willens, der heiligen möchte und niemanden findet, mit dem Er diese Heiligkeit teilen könnte. Er ist so reich, dass Er geben will und niemanden findet, um ihm seine Schätze zu geben, so schön, und Er findet niemanden, den Er schmücken könnte, so glücklich, und Er findet niemanden, den Er glücklich machen könnte.
Geben können, geben wollen und niemanden haben, dem man geben kann, ist immer ein Schmerz und eine unaussprechliche Pein, und der größte Schmerz ist es, allein gelassen zu werden.
So ist der Göttliche Wille glücklich, wenn Er sieht, dass die Geschöpfe das Feld der Schöpfung betreten, um Ihm Gesellschaft zu leisten, und sieht, dass der Zweck erfüllt wird, für den Er sich in jedem geschaffenen Ding regierend zurückgelassen hat.
Doch was Ihn am glücklichsten macht und am meisten verherrlicht, ist dies, dass du, wenn du bei jedem geschaffenen Ding ankommst, Gott bittest, dass sein FIAT bekannt werde und über alles herrsche.
Und dass du meinen eigenen Willen in der Sonne, im Himmel, im Meer, in allem bewegst, dass sie um das Kommen des Reiches meines Willens beten. Denn da in dir mein FIAT ist, kann man sagen, dass mein Wille selbst es ist, der bittet und alle meine Werke bewegt, bis hin zu meinen Tränen und Seufzern, dass das Reich meines Willens komme.
Du kannst das Wohlgefallen nicht begreifen, das du Mir bereitest, wie sehr du mein Herz und selbst meinen Willen [für dich] einnimmst, wenn Ich höre, wie alle unsere Werke um unser FIAT bitten. Du siehst also meine Freude, dass Ich dich nichts für dich erbitten sehe, weder Herrlichkeit, noch Liebe, noch Gnade.
Da du siehst, dass deine Kleinheit ein so großes Reich nicht erlangen kann, kreist du in allen meinen Werken, überall, wo sich ein Akt meines Willens befindet, der seine Aufgabe erfüllt und lässt ihn zu meinem FIAT selbst sagen: ‘Dein Reich komme! O mache, dass es bekannt und geliebt werde und von den Menschengeschlechtern in Besitz genommen werde!’
Ein Göttlicher Wille, der zusammen mit unseren Werken betet, gemeinsam mit seiner kleinen Tochter, ist das größte Wunder, ist eine Macht, die der Unseren gleicht, die bittet – und es ist Uns unmöglich, diese nicht zu erhören. Wie heilig, wie rein, edel und ganz göttlich, ohne den Schatten von etwas Menschlichem ist das Reich unseres Willens!
Seine Grundlage, sein Fundament und seine Tiefe wird unser FIAT selbst sein, das sich unter diesen Kindern der himmlischen Familie, in ihrer Mitte und über ihnen ausbreiten, ihren Schritt fest machen und das Reich meines Willens für sie unerschütterlich machen wird.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 17. Oktober 1926)
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Danach machte ich meinen Rundgang durch die Schöpfung, und während ich mein „Ich liebe Dich“ auf jedes geschaffene Ding drückte, betete ich, dass kraft dieses Göttlichen Willens, der sie schön und unversehrt bewahrte, das Reich des Göttlichen Willens auf die Erde komme.
Als ich dies tat, dachte ich mir: „Die geschaffenen Dinge sind unbeseelt und haben daher nicht die Kraft, um ein so heiliges Reich zu bitten.“ Da trat mein geliebter Jesus aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, es ist wahr, dass die geschaffenen Dinge ohne Seele sind, jedoch fließt in jedem von ihnen das Leben meines Willens, und nur Seinetwegen bleiben sie so schön, wie sie erschaffen worden sind.
Nun, die geschaffenen Dinge sind alle adelig und Königinnen, gehören alle zu meiner königlichen Familie, und wegen meines Willens, Der sie belebt, und der Akte, die mein Wille in ihnen ausführt, haben sie das Recht, um das Kommen meines Reiches zu bitten, denn es ist auch ihr Reich.
Um von Rechts wegen um das Kommen des Reiches des Göttlichen FIAT zu bitten, muss das Geschöpf ein Glied unserer Familie sein, in der unser Wille seinen ersten Platz, seinen Thron, sein Leben hat.
Daher ließ Ich dich zuerst in Ihm geboren werden, damit Er seine Rechte der Vaterschaft über dir wahren könne und du die Rechte der Tochter wahren könntest, damit du berechtigt bist, Ihn um sein Reich zu bitten.
Und nicht nur du allein, sondern auch kraft aller geschaffenen Dinge, d.h., kraft all dieser unzähligen Akte, die unser Wille in der ganzen Schöpfung ausführt, zu bitten, dass unser und euer Reich kommen möge.
Meine Tochter, wer kann das Recht, König zu sein, anstreben, wenn nicht der Sohn des Königs? Mehr noch, alle sehen in ihm das Recht, dass das Reich ihm gehören wird.
Wenn man jedoch einen Diener das Reich anstreben sieht, einen Rüpel, der nicht zur Königsfamilie gehört, und er behauptet, dass er das Recht hat, König zu sein und das Reich ihm gehören wird, so wird dieser als Narr angesehen und verdient allen Spott.
So hat einer, der um mein Reich bitten will, aber mein Heiliger Wille nicht in ihm regiert, und er somit in den Verhältnissen eines Dieners steht, nicht das Recht, um mein Reich zu bitten – und wenn er darum bittet, ist das ohne Berechtigung und eine bloße Redensart.
Stelle dir nun einen König vor, der hunderte und tausende Sprösslinge hat, die alle legitim zu seiner Königsfamilie gehören. Haben nicht alle von ihnen das Recht, vornehme Posten zu besetzen, die für ihren Stand nicht unpassend sind, und zu sagen: „Das Reich unseres Vaters ist unser Reich, da in unserem Blut königliches Blut fließt?“
Nun, in der ganzen Schöpfung wird in den Kindern, die zum Reich des Göttlichen FIAT gehören, mehr als das Blut, das Leben des FIAT fließen, das sie berechtigen wird, zur königlichen und himmlischen Familie zu gehören, sodass alle Könige und Königinnen sein werden.
Alle werden vornehme Stellen besetzen, würdig der Familie, der sie angehören. Daher haben die geschaffenen Dinge noch mehr als die Geschöpfe, die durch das Tun ihres eigenen Willens zu Dienern herabgewürdigt wurden, das Recht, um das Reich meines Willens zu bitten.
Die geschaffenen Dinge aber sind alle Kinder des Himmels, und es sind die Akte meines eigenen Willens selbst, Der in ihnen um das Reich bittet. Wenn du daher im Namen des Himmels, der Sonne, des Meeres und aller anderen geschaffenen Dinge um das Kommen des Reiches des ewigen FIAT bittest, zwingst du meinen Willen selbst zu bitten, dass sein Reich komme.
Scheint es dir unbedeutend, dass ein Göttlicher Wille in jedem geschaffenen Ding bittet, weil du sein Reich erflehst? Mach daher weiter und zieh dich nicht zurück!
Ja, du sollst wissen, dass es mein eigener Wille ist, Der dich in der ganzen Schöpfung auf den Weg schickt, um seine Tochter in allen seinen Akten bei sich zu haben, damit du das tust, was Er tut und von dir will“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 11. Februar 1927)
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… Dann folgte ich weiterhin den Akten im Göttlichen Fiat und dachte mir: ‘Ich wiederhole immer wieder die lange Geschichte meiner Akte im Göttlichen Willen, das lange Lied meiner ‘Ich liebe Dich’. Doch was bewirkt dies? O, wenn ich wenigstens erlangen könnte, dass der Göttliche Wille auf Erden bekannt wird und herrscht, dann hätte ich mit diesen Akten ganz viel gewonnen!’
Doch als ich so überlegte, drückte mich mein geliebter Jesus fest an sein Göttliches Herz und sprach zu mir: „Meine Tochter, unentwegtes Bitten bildet das Leben des Gutes, das die Seele erbittet, disponiert sie für den Empfang des Guten, das sie möchte und bewegt Gott, ihr das Gewünschte zu geben; zumal die Seele mit so vielen wiederholten Akten und Gebeten in sich selbst das Leben, die Übung und die Gewohnheit des Guten gebildet hat, das sie anstrebt. Gott wird, besiegt durch ihr ständiges Bittgebet, der Seele das Geschenk geben.
Da Er in der Seele – kraft ihrer wiederholten Akte – das Leben der gewährten Gabe vorfindet, so wird sich das erbetene Geschenk in die [eigene] Natur [der Seele] verwandeln. Die Seele fühlt sich daher als dessen Besitzerin und als Siegerin, da sie sich in die empfangene Gabe umgewandelt fühlt.
So bildet dein unaufhörliches Bitten um das Reich meines Göttlichen Willens das Leben meines Willens in dir, und dein ständiges ‘Ich liebe Dich’ bildet das Leben meiner Liebe in dir. Da Ich dir nun beides zum Geschenk gemacht habe, ist es so, als würde deine eigene Natur nichts anderes empfinden als die lebensspendende Tugend meines Willens und meiner Liebe. Das beständige Bitten um eine Gabe garantiert der Seele den Besitz.
Und das Flehen um das Reich meines Göttlichen Willens für alle, ist das Vorspiel, dass auch die anderen diese große Gabe meines Höchsten Fiat empfangen können. Setze daher deine Akte fort und werde nicht müde darin.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 24. März 1930)
„Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet“ (Mt 7, 8)
Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand und folgte dem Göttlichen Willen in der Schöpfung. Als ich Ihm von einem geschaffenen Ding zum anderen nachfolgte, rief ich mein süßes Leben, den teuren Jesus, dass Er komme, um gemeinsam mit mir den Akten seines Willens in allen geschaffenen Dingen zu folgen.
Da ich Ihn nicht sah, empfand ich seine Beraubung wie einen durchbohrenden Dorn und sagte voll Schmerz zu Ihm: „Mein Jesus, ich weiß nicht, was ich tun soll, um Dich wiederzufinden.
Ich lasse Dich von deiner Gerechtigkeit im Meer rufen, von deiner Macht aus seinen tosenden Wellen, und Du hörst mich nicht. Ich lasse Dich von deinem Licht in der Sonne rufen, von der Intensität ihrer Glut, die deine Liebe symbolisiert, und Du kommst nicht.
Ich lasse Dich von der Unermesslichkeit des Himmels rufen, von all deinen Werken am weiten Himmelsgewölbe, und es scheint kein Thema zu sein. Sag mir wenigstens, wie ich Dich wiederfinden soll.
Wenn ich Dich nicht inmitten deiner Werke finde, in deinem eigenen Willen, die deine Grenzen sind, wo könnte ich mein Leben finden?“ Als ich meinen Schmerz ausgoss, bewegte Er sich in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Wie schön ist meine Tochter, wie schön ist es, ihre Kleinheit wie verloren in meinem Willen zu sehen, wie sie Mich inmitten meiner Werke sucht und Mich nicht findet!“ Und ich: „Mein Jesus, Du lässt mich sterben. Sag mir, wo verbirgst Du dich?”
Und Jesus: „Ich verberge Mich in dir. Wenn du nämlich die Stimme einer Person hörst, sagst du, dass sie schon in deiner Nähe ist, weil du ihre Stimme vernimmst. Nun, mein Wille ist das Echo meiner Stimme.
Wenn du in Ihm bist und einen Rundgang durch alle Werke meines FIAT machst, bist du bereits im Widerhall meiner Stimme, und da Ich in Ihm bin, bin Ich dir nahe oder [sogar schon] in deinem Inneren. Mit meinem FIAT verleihe Ich dir die Gabe, deinen Rundgang soweit auszudehnen, wie weit meine Stimme reicht und wohin sich mein FIAT ausbreitet.”
Ich sagte ganz überrascht: „Meine Liebe, so macht sich also deine Stimme so lang und breit, da es keinen Ort gibt, wo sich dein Wille nicht befindet.”
Jesus erwiderte: „Sicherlich, meine Tochter. Es gibt keinen Willen noch eine Stimme, wenn da nicht die Person [dahinter] ist, die sie aussendet.
Da sich also mein Wille überall befindet, gibt es keinen Ort, wohin meine Stimme nicht reicht, die allen Dingen mein FIAT bringt. Wenn du dich also in meinem Willen mitten unter seinen Werken befindest, kannst du mehr als sicher sein, dass dein Jesus mit dir ist.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 21; 22. März 1927)
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… „Wir, sobald sie in unseren Willen eintritt und Uns um die Herrschaft unseres Willens auf Erden bittet, ein Fest feiern, weil sie das will, was Wir wollen. Welch großartige Sache!
Dies ist das schönste von allem, dass das Geschöpf das will, was sein Schöpfer will! Dies schenkt Uns Erholung, und unsere Liebe lächelt und beruhigt sich.
Wenn nun die Seele um die Herrschaft unseres Willens auf Erden fleht, so klopft sie bei allen erschaffenen Dinge an: bei der Sonne, beim Himmel, beim Wind, bei den Sternen, bei allem.
Sobald Ich, der Ich als Herrscher in ihnen regiere, das Klopfen höre, öffne Ich alle Türen und mache Mich auf den Weg zur Herrschaft. Aber die Seele hält nicht an, sondern steigt noch höher hinauf und klopft bei unserer Gottheit an und bei allen Engeln und Heiligen und macht, dass alle Mich um mein Reich, mein Fiat bitten.
Wie süß ist ihr durchdringendes, gebieterisches Anklopfen, dass alle öffnen mögen! Sie sind alle aufmerksam, und die Seele bewirkt, dass alle tätig werden, und alle bitten um das, was sie will. Deswegen bewegt das Leben in unserem Willen Himmel und Erde und setzt unsere Werke für einen so heiligen Zweck in Bereitschaft.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 16. März 1938)


