43In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. 44Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, 45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? 47Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? 48Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.

„Liebt…“ (Mt 5,44)

Da war mein Geist voll Staunen über die großen Wunder, die das Göttliche Fiat in der Himmelskönigin wirkte und fortfährt zu wirken, und mein geliebter Jesus fügte hinzu:
„Meine Tochter, ihre Schönheit ist unerreichbar, sie bezaubert, fasziniert, erobert; ihre Liebe ist so groß, dass Sie sich allen darreicht, alle liebt und Meere der Liebe hinter sich zurücklässt.
Man kann Sie Königin der Liebe, Siegerin der Liebe nennen, die so sehr liebte, dass Sie ihren Gott durch die Liebe besiegte. u musst wissen, dass der Mensch durch das Tun seines eigenen Willens die Bande mit seinem Schöpfer und mit allen geschaffenen Dingen zerbrach.
DDiese Himmlische Königin hat mit der Macht unseres Fiat, das Sie besaß, ihren Schöpfer mit den Geschöpfen verbunden. Sie verband alle Wesen zugleich, vereinigte sie, ordnete sie aufs neue und verlieh mit ihrer Liebe den Menschengeschlechtern das Neue Leben.
So groß war ihre Liebe, dass Sie in ihren Liebesmeeren die Schwächen, Übel, Sünden und die Seelen selbst bedeckte und verbarg. O, wenn diese Heilige Jungfrau nicht so viel Liebe besäße, fiele es Uns schwer, die Erde zu betrachten!
Aber ihre Liebe lässt sie Uns nicht nur ansehen, sondern Wir wollen auch die Herrschaft unseres Willens unter den Menschen errichten, weil Sie es so will.
Sie möchte ihren Kindern das geben, was Sie selbst besitzt, und auf dem Weg der Liebe wird sie Uns und ihre Kinder besiegen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 15. August 1938)

„Damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten“ (Mt 5,45)

„… Ja, du sollst vielmehr wissen, dass meine Menschheit in sich zwei Generationen einschloss: die Kinder der Finsternis und die Kinder des Lichtes. Für die ersten kam Ich, um sie zu erlösen, und Ich gab daher mein Blut, um sie in Sicherheit zu bringen.
Meine Menschheit war heilig und erbte nichts von den Erbärmlichkeiten des ersten Menschen, und obwohl sie ihm in den natürlichen Beschaffenheiten ähnlich war, war Ich doch unantastbar für den kleinsten Makel, der einen Schatten auf meine Heiligkeit werfen könnte.
Mein Erbe war allein der Wille meines Vaters, in Dem Ich alle meine menschlichen Akte ausführen sollte, um in Mir die Generation der Kinder des Lichtes zu bilden.
Siehst du, es wurde Mir geschenkt, diese Generation gerade im Schoß des Willens meines Vaters im Himmel heranzubilden, und Ich ersparte Mir keine Mühen, noch Akte, noch Leiden, noch Gebete, ja vielmehr stand diese Generation an der Spitze aller Dinge, die Ich tat und litt, sodass Ich sie in Mir empfing, sie fruchtbar machte und formte.
Es waren gerade sie, diese Kinder des Lichtes, die Mir der Himmlische Vater mit soviel Liebe anvertraut hatte: es war mein bevorzugtes Erbe, das Mir im Heiligsten Höchsten Willen übergeben wurde.
Nachdem Ich nun die Güter der Erlösung bekanntgemacht und geoffenbart habe, wie Ich alle gerettet wissen will, indem Ich ihnen alle nötigen Mittel dazu gebe, gehe Ich noch weiter, um zu enthüllen, dass in Mir eine weitere Generation existiert, die Ich zur Welt bringen muss: Meine Kinder, die im Göttlichen Willen leben sollen, und dass in meinem Herzen tatsächlich alle Gnaden, alle meine inneren Akte bereitet sind, die Ich in der Sphäre des Ewigen Willens für sie getan habe; diese Akte erwarten den Kuss ihrer Akte, ihre Vereinigung, um ihnen das Erbe des Höchsten Willens zu verleihen.
Und wie Ich es empfing, so möchte Ich es auch ihnen schenken, um aus Mir die zweite Generation der Kinder des Lichtes hervortreten zu lassen.
Wenn meine Menschheit dieses Erbe, das sie besaß, nicht schenken würde, d.h. den Göttlichen Willen, die einzige und einzigartige Sache, die Ich liebte und die Mir alles Gute brachte, wäre mein Herabsteigen auf die Erde unvollständig gewesen, und Ich könnte auch nicht behaupten, alles gegeben zu haben, sondern Ich hätte vielmehr das Größte, den edelsten und göttlichsten Teil, für Mich vorbehalten.
Du siehst nun, wie notwendig es ist, dass mein Wille in allen Beziehungen, in den Wundern, den Wirkungen, im Wert erkannt werde, das was Ich in diesem Willen für die Geschöpfe tat und das, was sie tun sollen; diese Kenntnis wird ein mächtiger Magnet sein, um die Menschen anzuziehen, damit sie das Erbe meines Willens empfangen, und um die Generation der Kinder des Lichtes in der Welt erscheinen zu lassen.
Gib acht, meine Tochter, du wirst das Sprachrohr, die Trompete sein, um sie zu rufen und diese von Mir so sehr bevorzugte und ersehnte Generation zu versammeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 27. Oktober 1922)

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Ich bin unter den ewigen Wellen des Ewigen Fiat. Mein armer Geist fühlt seinen lieblichen Zauber, seine Macht und Wirksamkeit, die mich erfüllt und mich das tun lässt, was Es tut.
Mir scheint, dass der Göttliche Wille mit seinem lichtvollen Auge Leben spendet und alles erstehen lässt, mit seiner Herrschaft über alles regiert und alles im Auge behält: kein einziger Atemzug entgeht Ihm.
Er gibt alles und will alles, aber mit so viel Liebe, dass es ans Unglaubliche grenzt. Und noch erstaunlicher ist sein Wunsch, die Seele möge alles kennen, was Er tut, damit sie untrennbar von Ihm werde und das tue, was der Göttliche Wille selbst tut.
Ich war hingerissen von einem Zauber, in dem sich meine Kleinheit verlor. Hätte mein süßer Jesus mich nicht mit seinem kurzen Besuch aufgerüttelt, wäre ich vielleicht lange so geblieben; Er aber sagte voller Güte und Liebe zu mir: „Meine gute Tochter, wundere dich nicht.
Alles ist dem möglich, der in meinem Willen lebt. Die gegenseitige Liebe zwischen Gott und Geschöpf ist so groß, dass die menschliche Begrenztheit so weit kommt, die Akte Gottes zu wollen und sich diese anzueignen.
Und als die eigenen liebt sie diese so sehr, dass sie ihr Leben hingeben würde, um auch nur einen einzigen dieser göttlichen Akte zu verteidigen, zu lieben und ihm die ganze Ehre und den ersten Ehrenplatz einzuräumen.
Gott macht sich dafür die Akte der Seele zu eigen und findet in ihnen Sich selbst, die Entfaltung seiner Liebe und die Erhabenheit seiner Heiligkeit: wie sehr liebt Er sie!
So groß ist diese gegenseitige Liebe, dass der eine im anderen gefangen bleibt, aber es ist eine freiwillige Gefangenschaft, die beide unzertrennlich macht: Gott ist glücklich, weil Er sich geliebt fühlt und seinen Platz in der Seele findet, und die Seele fühlt sich von Gott geliebt und nimmt ihren Platz im Höchsten Sein ein.
Für die Seele gibt es kein größeres Glück, als wenn sie sagen und sicher sein kann, von Gott geliebt zu werden; und für Uns gibt es kein größeres Glück, als von einer Seele geliebt zu werden, die von Uns nur dazu erschaffen wurde, um Uns zu lieben und unseren Willen zu vollbringen.
Die Seele nun, die in ihrem Schöpfer ist, wünscht, dass alle Ihn lieben, Ihn anerkennen. Kraft des Göttlichen Fiat, Das sie belebt, möchte sie alle Akte der Menschen erscheinen lassen und ruft diese in Gott [zurück], um Ihm zu beteuern: ‚Ich gebe Dir alles und liebe Dich für alle.’
So macht sie sich gemeinsam mit dem Göttlichen Willen zum Gedanken für jeden Verstand, zum Blick für jedes Auge, zum Wort jeder Stimme, zum Herzschlag eines jeden Herzens, zur Bewegung für jedes Werk, zum Schritt jeden Fußes.
Was möchte Mir diese Seele nicht darbringen, die in meinem Willen lebt? Alle und alles; daher spricht sie zu meinem Willen: ‚Ich wünsche, deine Liebe und deine Macht zu besitzen, damit ich eine Liebe habe, die Dir im Namen aller sagt: ‚Ich liebe Dich’.
So lässt unser Wille Uns in dieser Seele die Liebe und Vergeltung für alle Akte der Geschöpfe finden. O mein Wille, in welche Macht und in welches Labyrinth der Liebe wirfst Du die Seele, die in Dir lebt!
Dies ist so gewaltig groß, dass die menschliche Kleinheit sich von Liebe ertränkt fühlt und als Erfrischung das Bedürfnis fühlt, alle aufzuspüren, um ihren ständigen kleinen Kehrreim sagen zu können: ‚Ich liebe Dich, ich liebe Dich’, als Ventil der großen Liebe, die mein Göttlicher Wille ihr schenkt.
Das ist unser Leben, das ganz aus Liebe besteht, unsere Geschichte, von Ewigkeit (ab aeterno) her ganz aus Liebe gewoben. So muss jemand sein, der in unserem Willen lebt: Die Übereinstimmung zwischen der Seele und Uns muss so groß sein, dass ein einziger Akt und eine einzige Liebe entsteht.
Nun, meine gesegnete Tochter, will Ich dir zeigen, wie sehr Wir die Geschöpfe lieben und unsere ständigen Liebesergüsse über sie ausgießen. Der erste Akt unserer Glückseligkeit ist Liebe, und ist es, Liebe zu geben; wenn Wir nicht Liebe geben, fehlte unserem Höchsten Sein die Atmung, Bewegung und Nahrung.
Wenn Wir nicht Liebe geben und mit Taten lieben, würden Wir den Lauf unseres göttlichen Lebens aufhalten, was nicht sein kann. Darum sind unsere Erfindungen, Betriebsamkeiten, Kunstgriffe der Liebe unzählige, und es ist eine Liebe, die nicht nur mit Worten, sondern mit unaufhörlichen Taten und tätigen Werken liebt.
In der Schöpfung haben Wir nun eine Sonne geschaffen, die mit ihrem aktiven Licht und ihrer Wärme allen Licht spendet, das Angesicht der Erde verwandelt und in diese Pflanzen Farbe, in andere Duft, in einige Süßigkeit aussät.
Es gibt ja nichts, wo die Sonne nicht ihre Wirkung ausstreut, gleichsam als Same zur Reifung, damit alle Pflanzen den Menschen ernähren können und ihm mit so vielen, fast unzähligen Geschmacksrichtungen Vergnügen bereiten. In gleicher Weise bewahrt unser Höchstes Sein den edelsten Teil des Menschen, d.h. die Seele, für Sich.
Mehr als die Sonne konzentrieren Wir Uns auf sein Inneres, treffen es mit Pfeilen und bearbeiten es; und effektiver als die Berührung durch das Sonnenlicht, streuen Wir den Samen des Gedankens in den Intellekt, den Samen unserer Erinnerung in das Gedächtnis, den Samen unseres Willens in den seinen, den Samen des Wortes in die Stimme, den Samen der Bewegung in die Werke, den Samen unserer Liebe in das Herz usw. mit allem Übrigen.
Wir ziehen unsere göttliche Sonne nie zurück und wachen Tag und Nacht, zärtlicher als eine Mutter über den Menschen, um ihn zu nähren, zu wärmen, zu verteidigen, um gemeinsam zu arbeiten und ihn in unserer Liebe zu bedecken und zu verbergen.
Wenn nun der Mensch auf Uns achtgibt und das Feld seiner Seele gemeinsam mit Uns bearbeitet, dann werden Wir eine schöne Ernte einbringen, die ihm dazu dient, sich von Uns zu nähren, und unsere Liebe, unendliche Macht und Weisheit zu preisen. Beachtet er Uns aber nicht, so wird unsere göttliche Saat erstickt, ohne das Gut hervorzubringen, das sie besitzt.
Der Mensch hungert ohne die göttliche Nahrung, und Wir gehen an seiner Liebe leer aus. Wie schmerzlich ist eine Aussaat ohne Ernte! Doch trotz allem ist unsere Liebe so groß, dass Wir ihn nicht verlassen, sondern ihn weiter mit unseren Pfeilen beschießen und weiterhin wärmen: quasi wie die Sonne, die nicht müde wird, mit ihrem Licht vorüberzugehen, obwohl sie weder Pflanzen noch Blumen antrifft, wo sie den Samen ihrer Wirkungen ausstreuen könnte.
O, wie viel mehr Gutes würde die Sonne bewirken, wenn sie nicht so viel unfruchtbares, steiniges und vom Menschen brach liegen gelassenes Erdreich anträfe! So geht es auch Uns: Wenn Wir mehr Seelen fänden, die Uns Aufmerksamkeit schenken, würden Wir so viele Güter gewähren, dass die Geschöpfe in lebende Heilige und unsere treuen Abbilder verwandelt würden.
In unserem Göttlichen Willen besteht jedoch keine Gefahr, dass der Mensch nicht unsere tägliche Aussaat empfängt, und nicht gemeinsam mit seinem Schöpfer auf dem Feld seiner Seele arbeitet. Daher wünsche Ich dich stets in meinem Fiat.
Sorge dich um nichts anderes, dann werden Wir eine schöne Ernte einbringen und beide überreichlich Nahrung zur Versorgung der anderen haben und mit einer einzigen Seligkeit glücklich sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 7. Oktober 1934)

„Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten?“ (Mt 5, 46)

… Mein gekreuzigter Heiland! Deine Leiden nehmen immer mehr zu. Auf dem Kreuz bist du wirklich der König der Schmerzen. Unter allen deinen Qualen entgeht dir keine Seele, jeder einzelnen schenkst du dein eigenes Leben.
Deine Liebe sieht sich jedoch von den Geschöpfen verachtet. Da sie keinen Ausweg finden kann, wird sie nur umso heftiger und lässt dich unsägliche Qualen durchleiden. I
n dieser Pein sucht sie zu ergründen, was sonst noch möglich wäre, um den Menschen zu gewinnen, und sie lässt dich sprechen: „Siehe, meine Seele, wie sehr ich dich geliebt habe. Willst du kein Mitleid mit dir selbst haben, so hab wenigstens Mitleid mit meiner Liebe!“
Unterdessen wendest du, da du den Seelen nichts mehr zu geben hast, den matten Blick deiner Mutter zu. Deine Leiden martern auch sie zu Tode, kreuzigen auch sie.
Mutter und Sohn verstehen sich, und es ist ein Trost für dich und eine Genugtuung, dass du der armen Menschheit deine treue Mutter schenken kannst. In Johannes erblickst du das ganze Menschengeschlecht. Mit einer Stimme, die so zärtlich ist, dass alle Menschenherzen gerührt werden könnten, sprichst du: „Mutter, siehe da, dein Sohn!“, und zu Johannes: „Siehe da, deine Mutter!“
Deine Stimme dringt ein in das Mutterherz, und vereint mit der Stimme deines Blutes fährt sie fort: „Meine Mutter, dir vertraue ich alle meine Kinder an. Alle Liebe, die du für mich empfindest, empfinde für sie. All deine Bemühungen und all deine mütterlichen Zärtlichkeiten wende meinen Kindern zu; du sollst sie mir alle retten.“
Deine Mutter nimmt die Bitte an. Jetzt sind aber deine Leiden so heftig, dass du dich von neuem in Stillschweigen zurückziehst. Ich möchte, mein Jesus, alle Beleidigungen und Lästerungen sühnen, die der seligsten Jungfrau zugefügt werden, sowie die Undankbarkeit so vieler Menschen, die nicht die Wohltaten anerkennen wollen, welche du uns allen erwiesen hast, indem du uns Maria zur Mutter gabst.
Wie können wir uns dir dankbar erzeigen für eine solche Wohltat? Dadurch, dass wir, mein Jesus, auf dich selbst zurückkommen und dein Blut, deine Wunden und die unendliche Liebe deines Herzens dir als Opfer darbringen. O heiligste Jungfrau, wie bist du ergriffen, da du die Stimme deines guten Jesus vernimmst, der dich uns allen als Mutter hinterlässt!
Wir danken dir dafür, gebenedeite Jungfrau. Um zu danken, wie es sich gebührt, opfern wir dir die Danksagungen deines Sohnes selbst auf. O Maria, sei du unsere Mutter, trage Sorge für uns und lass nicht zu, dass wir dich auch nur im Geringsten beleidigen.
Halte uns immer am Herzen Jesu. Mit deinen heiligen Händen verknüpfe uns alle so fest mit ihm, dass wir ihm nie mehr entfliehen können. Mit deinen eigenen Akten möchte ich die Beleidigungen sühnen, die deinem Jesus in dir, süße Mutter, zugefügt werden. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 13 bis 14 Uhr: Zweite Stunde des Todeskampfes Jesu)

„Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist“ (Mt 5, 48)

Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort; ich dachte an die Leiden meines liebenswürdigen Jesus und opferte Ihm mein inneres Martyrium auf, vereint mit den Leiden Jesu, und Er sagte zu mir:
„Meine Tochter, die Schergen konnten meinen Leib zerfleischen, Mich beleidigen, mit Füßen treten, usw., aber sie konnten weder meinen Willen noch meine Liebe antasten.
Diese wollte Ich frei, damit sie wie zwei Ströme, in denen Ich Mich zum Wohl, auch selbst meiner Feinde, ergoss, dahineilen konnten, ohne dass jemand sie daran hindern könne. O, wie triumphierten mein Wille und meine Liebe inmitten der Feinde! Sie schlugen Mich mit Geißeln, und Ich schlug ihre Herzen mit meiner Liebe, und mit meinem Willen fesselte Ich sie.
Sie stachen mein Haupt mit Dornen, und meine Liebe entzündete in ihrem Geist das Licht, damit sie Mich erkennen sollten; sie öffneten Mir die Wunden, und meine Liebe heilte die Wunden ihrer Seelen; sie brachten Mir den Tod, und meine Liebe gab ihnen das Leben zurück, sodass, während Ich mein Leben am Kreuz aushauchte, die Flamme meiner Liebe, die ihre Herzen berührte, sie dazu nötigte, sich vor Mir niederzuwerfen und Mich als wahren Gott zu bekennen. Niemals war Ich so glorreich und triumphierend, wie Ich es in den Leiden im Lauf meines sterblichen Lebens hier unten war.
Nun, meine Tochter, habe Ich nach meinem Abbild die Seele frei im Willen und in der Liebe ausgestattet. So können sich die anderen des äußeren Wirkens der Geschöpfe bemächtigen, aber niemand, niemand des Inneren, des Willens und der Liebe!
Und Ich selbst wollte sie diesbezüglich frei, damit dieser Wille und diese Liebe zu Mir nicht gezwungen, sondern frei fließen können und die Seele – sich in Mich versenkend – Mir die edelsten und reinsten Akte aufopfern könne, die das Geschöpf Mir geben kann.
Und da Ich frei bin und sie ebenfalls, können Wir Uns gegenseitig ineinander ergießen und eilends zum Himmel laufen, um den Vater zu lieben und zu verherrlichen und zusammen mit der Heiligsten Dreifaltigkeit wohnen, Wir können zur Erde hin eilen, um allen Wohltaten zu erweisen, in die Herzen aller zu dringen, um sie mit Liebe zu schlagen und sie mit dem Willen zu fesseln und aus ihnen Eroberungen zu machen; eine größere Mitgift hätte Ich den Geschöpfen nicht schenken können.
Aber wo kann das Geschöpf diesen freien Willen und diese Liebe mehr entfalten? Im Leiden, denn im Leiden wächst die Liebe, wird der Wille riesengroß; die Seele beherrscht sich selbst wie eine Königin, fesselt mein Herz, und ihre Leiden umgeben Mich wie eine Krone, bewegen Mich zum Mitleid, und Ich lasse Mich beherrschen; den Leiden einer liebenden Seele kann Ich also nicht widerstehen, und wie eine Königin führe Ich sie an meiner Seite, und so groß ist die Herrschaft jenes Geschöpfes in den Leiden, sodass die Leiden bewirken, dass sie edle, würdevolle, gewinnende, heroische und uneigennützige Züge erringt, ähnlich meinen Zügen, sodass die anderen Geschöpfe darin wetteifern, sich von jener Seele beherrschen zu lassen.
Und je mehr die Seele gemeinsam mit Mir wirkt, mit Mir vereint bleibt und sich mit Mir verschmilzt, umso mehr fühle Ich Mich von ihr absorbiert; wenn sie also denkt, fühle Ich meinen Gedanken in ihrem Geist absorbiert, wenn sie schaut, spricht, atmet, fühle Ich meinen Blick, die Stimme, den Atem, die Handlung, den Schritt, den Herzschlag absorbiert, alles absorbiert Mich.
Und während sie Mich aufnimmt, erwirbt sie dabei ständig meine Züge, die Ähnlichkeit mit Mir, und Ich betrachte Mich andauernd in ihr und finde Mich selbst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. Dezember 1916)