2. SONNTAG DER FASTENZEIT – A – (Mt 17,1-9)
1In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. 2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.
3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. 4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. 6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.
7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! 8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. 9Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.
„Seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht“ (Mt 17, 2)
… „Meine Tochter, bei der Erschaffung des Menschen setzte die Gottheit ihn in die Sonne des Göttlichen Willens, und in ihn alle Geschöpfe. Diese Sonne diente ihm als Kleid, nicht nur für die Seele, sondern ihre glänzenden Strahlen waren so zahlreich, dass sie auch den Körper bedeckten.
Sie waren für ihn mehr als ein Kleid und zierten ihn und machten ihn so schön, dass weder Könige noch Herrscher je so geschmückt gekleidet waren, wie Adam mit diesem Kleid aus dem strahlendsten Licht erschien.
Es täuschen sich jene, die behaupten, dass Adam vor der Sünde nackt war. Falsch, falsch! Wenn alle von Uns geschaffenen Dinge geschmückt und bekleidet sind, sollte nicht er, der unser Juwel war, der Zweck, für den alle Dinge erschaffen worden sind, das schönste Kleid und den schönsten Schmuck von allen besitzen?
Deshalb gebührte ihm das schöne Kleid des Lichtes der Sonne unseres Willens, und da er dieses Kleid aus Licht besaß, hatte er kein Bedürfnis nach materiellen Kleidern, um sich zu bedecken.
Als er sich aber aus dem Göttlichen FIAT zurückzog, zog sich auch das Licht aus der Seele und seinem Leib zurück, er verlor sein schönes Kleid, und da er sich nicht mehr von Licht umgeben sah, fühlte er sich nackt. Er schämte sich, sich als einziger nackt unter allen geschaffenen Dinge zu sehen und fühlte das Bedürfnis, sich zu bedecken.
So bediente er sich der bei den geschaffenen Dingen im Überfluss vorhandenen Dinge, um seine Nacktheit zu bedecken. Dies ist so wahr, dass nach meinem höchsten Schmerz über den Anblick meiner aufgeteilten Kleider und meiner verlosten Tunika, meine Menschheit bei der Auferstehung keine anderen Kleider annahm, sondern sich mit dem strahlendsten Gewand der Sonne meines Höchsten Willens kleidete.
Es war dasselbe Kleid, das Adam besaß, als er erschaffen wurde, denn um den Himmel aufzutun, musste meine Menschheit das Gewand des Lichtes der Sonne meines Höchsten Willens tragen – eine königliche Bekleidung.
Indem sie Mir die Insignien eines Königs und die Herrschaft in meine Hände legte, öffnete Ich den Himmel für alle Erlösten, stellte Mich meinem himmlischen Vater vor und bot Ihm die unversehrten und schönen Gewänder meines Willens dar, mit denen meine Menschheit bekleidet war, damit Er alle Erlösten als unsere Kinder anerkenne.
So ist mein Wille, während Er Leben ist, gleichzeitig das wahre Kleid der Erschaffung des Geschöpfes, und hat somit alle Recht[sansprüch]e über es. Doch wie vieles tun sie doch, um aus diesem Licht zu entfliehen! Stehe deshalb fest in dieser Sonne des ewigen FIAT, und Ich werde dir helfen, dich in diesem Licht zu bewahren.“
Als ich dies hörte, sagte ich zu Ihm: „Mein Jesus und mein Alles, wie kommt das? Wenn Adam im Zustand der Unschuld keine Kleider brauchte, da das Licht deines Willens mehr als ein Kleid war, und auch die Höchste Königin deinen Willen unversehrt besaß, und Du der Wille selbst warst: und doch hat weder die Himmlische Mutter noch Du, Kleider aus Licht getragen, sondern Ihr beide habt euch materieller Kleider bedient, um euch zu bedecken. Wie geht das?“
Und Jesus begann von neuem zu sprechen: „Meine Tochter, sowohl Ich als auch meine Mutter kamen, um uns mit den Geschöpfen zu verbrüdern, Wir kamen, um die gefallene Menschheit aufzurichten, und folglich ihre Armseligkeiten und Demütigungen, in welche sie gefallen waren, auf Uns zu nehmen, um sie auf Kosten unseres eigenen Lebens zu sühnen.
Wenn Wir mit Licht bekleidet wären, wer hätte es gewagt, sich Uns zu nähern und mit Uns Umgang zu pflegen? Wer hätte im Lauf meiner Passion gewagt, Mich zu berühren? Das Licht der Sonne meines Willens hätte sie geblendet und zu Boden geworfen.
Deshalb musste Ich ein größeres Wunder wirken, indem Ich dieses Licht [des Göttlichen Willens] unter dem Schleier meiner Menschheit verbarg und wie einer von ihnen erschien, denn meine Menschheit repräsentierte nicht den unschuldigen Adam, sondern den gefallenen Adam.
So musste Ich Mich all seinen Übeln unterwerfen, indem Ich sie auf Mich nahm, als wären sie die Meinen, um sie vor der göttlichen Gerechtigkeit zu sühnen.
Als Ich jedoch vom Tode auferstand, was den unschuldigen, den neuen Adam repräsentierte, ließ Ich das Wunder aufhören, die Kleider der strahlenden Sonne meines Willens unter dem Schleier meiner Menschheit verborgen zu halten, und Ich blieb von reinstem Licht bekleidet: mit diesem königlichen und blendenden Gewand vollzog Ich den Eintritt in mein Vaterland und ließ dabei die Pforten offen, die bisher verschlossen waren, um all jene eintreten zu lassen, die Mir folgen würden.
Wenn die Menschen also unseren Willen nicht erfüllen, gibt es kein Gut, das sie dabei nicht verlieren, und kein Übel, das sie sich nicht einhandeln.“ …“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 12. Dezember 1926)
„Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe…“ (Mt 17, 5)
Ich meditiere weiter über die Leiden meines leidenschaftlich liebenden Jesus, und als ich seinen letzten Atemzug betrachtete, vernahm ich in der Tiefe meines Herzens: ‚Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist.’
Dies war die erhabenste Lehre für mich, die volle Hingabe in seine Vaterarme, und es rief mein ganzes Wesen in seine Hände zurück. Als mein Geist in so vielen Erwägungen versunken war, besuchte Jesus, der Schmerzensmann, meine kleine Seele und sagte zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, mein Leben hier unten endete, wie es begonnen hatte. Vom ersten Augenblick meiner Empfängnis an war dies mein fortgesetzter Akt, dass Ich Mich sozusagen in jedem Augenblick in die Hände meines Himmlischen Vaters begab: dies war die schönste Huldigung seitens seines Sohnes, die tiefste Anbetung, das heroischste und vollständigste Opfer, die intensivste Liebe, die Ich Ihm als sein Sohn erwies.
Meine volle Hingabe in seine Hände verlieh meiner Menschheit eine kräftige und gebieterische Stimme, die alles verlangte. Und Ich erlangte alles, was Ich wünschte, da mein Himmlischer Vater seinem Sohn, der sich ganz seinen Armen überlassen hatte, nichts verweigern konnte.
Meine Hingabe in jedem Augenblick war Ihm der wohlgefälligste Akt, sodass Ich den letzten Atemzug meines Lebens mit den Worten krönen wollte: ‚Vater, in deine Hände empfehle Ich meinen Geist.’
Die Hingabe ist die größte Tugend und verpflichtet Gott, sich um den zu kümmern, der sich seinen Armen hingegeben hat. Die Hingabe spricht zu Gott: ‚Ich will nichts von mir selbst wissen, dieses mein Leben gehört Dir, nicht mir, und Deines gehört mir.’
Wenn du daher alles erlangen und Mich in Wahrheit lieben willst, lebe ganz hingegeben in meinen Armen und lass Mich das Echo meiner Worte in jedem Augenblick hören: ‚In deine Hände gebe ich mich ganz hin‘, dann werde Ich dich wie meine teuerste Tochter in meinen Armen tragen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 32; 23. April 1933)
„… Auf ihn sollt ihr hören“ (Mt 17, 5)
… “Tochter meines Willens, würdest du doch meine Liebe kennen, die Ich empfinde, wenn Ich beschließe, zu dir über mein Göttliches Fiat zu sprechen! Wann immer Ich dir von meinem Fiat erzählte, neigten sich die Himmel aus großer Wertschätzung und Verehrung.
Aus Ehrerbietung gegen meine Worte, die Ich aussprechen sollte, beugten sie sich herab, kamen Mir aus der Himmlischen Heimat entgegen und waren ganze darauf bedacht, Mir aufmerksam zuzuhören. Und während Ich sprach, nahmen sie wahr, wie in ihnen selbst neues göttliches Leben, neue Freuden und neue Schönheiten erschaffen wurden.
Geht es nämlich um die Verkündigung weiterer Wahrheiten über mein Göttliches Fiat, fühlt der ganze Himmel Dessen Macht, und die Himmelsbewohner wetteifern darin, zuzuhören und die neuen Wirkungen dieser Kenntnisse zu empfangen.
So war es also jedes Mal, wenn Ich zu dir über meinen Heiligsten Willen sprach, ein Fest für den ganzen Himmel, da sie ihre Glückseligkeit verdoppelt fühlten. Nur der Himmel konnte alle wunderbaren Wirkungen und reinen Freuden fassen, die auch nur eine einzige Wahrheit über mein Fiat enthält.
Nur auf diese Weise konnte Ich von Ihm zu dir sprechen – wobei sich der Himmel neigte – um ihre Akte der Ehrerbietung und die Huldigung entgegenzunehmen, die meinem Göttlichen Willen gebühren.
Meine Liebe und Sehnsucht, Ihn bekannt zu machen, sind so groß, dass Ich, wenn nötig, noch einmal Fleisch annehmen würde, damit mein Wille bekannt werde und auf Erden herrsche.
Doch das ist nicht nötig, denn da Ich einmal Mensch geworden bin, ist meine Menschwerdung stets im Akt, und kann dieselben Wirkungen hervorbringen, als würde Ich abermals Fleisch annehmen.
Und es war nur zur Zierde meines Fiat, dass Ich dich erwählte, dich von jedem Samen der Verderbnis reinigte und Mich selbst in deiner Seele einschloss.
Und zwar nicht nur auf spirituelle, sondern auch auf natürliche Weise, um mich deiner wie eines Schleiers zu bedienen, der Mich verhüllte, fast so, wie Ich Mich meiner Menschheit als Schleier bediente, um meine Gottheit zu verbergen.
Damit Ich dich zu meiner Verfügung habe, habe Ich dich von allem abgesondert und dich so viele Jahre lang in ein Bett eingeschlossen, um dir die erhabenen Lehren über mein Ewiges Fiat zu erteilen und dich schluckweise seine Kenntnisse und sein Leben trinken zu lassen.
Es brauchte genug Zeit, dass Ich dir seine lange Geschichte erzählte und sie dich verstehen ließ. Ich kann sagen, dass Ich mehr tat als bei der Schöpfung und Erlösung, denn mein Wille schließt beide ein und ist ihr Anfang und ihre Mitte.
Und Er wird auch das Ende und die Krone der Schöpfung und Erlösung sein, sodass unsere Werke ohne Krone und unvollständig wären, wenn mein Wille nicht bekannt wäre und nicht seine Herrschaft auf Erden hätte. Darum also liegt Mir so viel daran, Ihn bekannt zu machen.
Unsere eigenen, mit so viel Liebe und Pracht geschaffenen Werke, stehen unter dem Alpdruck unaussprechlicher Seufzer und gleichsam einer tiefen Demütigung, da das Leben, die wesentliche Substanz, die sie [in sich] verbergen, noch nicht bekannt ist.
Die Hüllen, das Äußere der Schöpfung und Erlösung sind bekannt, aber das Leben, das sie bergen, ist unbekannt. Wie können sie also das Leben geben, das sie verbergen, und die Güter, die sie besitzen?
Deshalb ersehnen und verlangen unsere Werke ihre rechtmäßigen Ansprüche, dass nämlich mein Göttlicher Wille bekannt sei. Ach ja, Er allein wird die Glorie, die unvergängliche Krone und Vollendung unserer Werke sein!
Nun, du musst wissen, dass Ich Mich verborgen in dir befinde, mit einem schmerzvollen Herzen, genauso wie Ich es in meinen letzten Erdenjahren war, als meine Menschheit hier auf Erden lebte, und Ich, das Wort des Vaters, in Ihr verborgen war.
Nach so vielen Opfern, so vielen Worten und Beispielen, die Ich ihnen gegeben hatte, sah Ich auf der Erde und unter den Völkern – auch jenen, die Mich umgaben, keine Auswirkungen meines Kommens auf die Erde.
Die Früchte und Wohltaten meines Kommens waren so karg, dass mein Herz gemartert wurde, da Ich fühlte, dass sie die vielen Güter zurückwiesen, die Ich ihnen geben wollte. Und mein Kummer steigerte sich, als Ich sah, dass Ich – nachdem Ich in meiner Menschheit das Erlösungswerk vollendet hatte – nun dabei war, wieder zum Himmel zurückzukehren.
Wie tut es weh, das Gute tun zu wollen, selbst um den Preis des eigenen Lebens, und niemanden zu finden, dem man diese Güter geben kann! Nun, so geht es Mir in dir; Ich schaue auf meine und deine Opfer, sehe auf die Ordnung, die Ich eingehalten habe, auf die vielen Lektionen, die Ich dir gegeben habe, und die ausreichen, um meinen Göttlichen Willen bekannt zu machen und sein Reich zu errichten.
Wenn Ich nicht zu reden aufhöre, so deshalb, weil seine Geschichte ewig ist; was ewig ist, besitzt ewige, unaufhörliche Worte, und im Himmel wird man in Ewigkeit über mein Fiat sprechen. Ich sehe auf jene in deiner Umgebung, die das kennen, was meinen Willen betrifft – jedoch kein wahres Interesse daran haben, ein so großes Gut bekannt zu machen.
Ich schaue auf deine eigene Menschheit, die Mir als Lehrstuhl dient, von dem aus Ich Lektionen erteile. Du selbst kannst nicht leugnen, dass du Mich in dieser [deiner Menschheit] sinnlich wahrnehmbar bewegen, reden, leiden fühlst, und dass Ich wirklich in dir bin, um mein Reich zu errichten und Es bekannt zu machen.
Und während Ich dich anschaue, sehe Ich, dass auch deine Menschheit nicht mehr so lange auf Erden bleiben soll. Und mein Herz fühlt die schmerzvolle Bedrängnis, dass das große Gut, das mein Göttlicher Wille bewirken möchte, noch nicht einmal bekannt ist und seine Wahrheiten gleichsam begraben sind.
Zudem sind sie – während sie doch Leben, Glück und Licht spenden wollen, [in der Verborgenheit] zwischen Mir und dir und im Papier gefangen, wo Ich dich mit so zärtlicher Liebe [meine Wahrheiten nieder]schreiben ließ.
Habe daher, meine Tochter, Mitleid mit meinem Schmerz und bete meine Verfügungen an, dass Ich dich noch immer auf der Erde belasse. Ich weiß, dass dies sehr hart für dich ist, und du tust Mir leid. Während Wir Mitleid miteinander haben, lasst Uns tun, was an Uns liegt, um meinen Göttlichen Willen bekannt zu machen.”
Danach machte ich meine gewohnten Akte im Göttlichen Willen, und mein süßer Jesus fügte hinzu: “Meine Tochter, mein Fiat hat seinen ersten Akt in unserer Gottheit, seinen ersten Akt in der Schöpfung und Erlösung und in allen Dingen.
Daher besitzt Es seinen rechtmäßigen Anspruch darauf, alles zu beherrschen und alle einzuhüllen, und das primäre Rad zu sein, das, indem es sich bewegt, alles um sich herum bewegt, und alle Dinge sich um Es drehen.
Wer also meinen Willen als Leben annimmt, der nimmt alles, und wenn sich das erste Rad bewegt, so schenken sich alle Dinge dieser Seele, sodass sie nicht darum bitten braucht. Indem sie sich um meinen Willen drehen, schenken sie sich ihr alle [von selbst].
Deshalb ist es das Wichtigste, meinen Göttlichen Willen aufzunehmen, und wenn die Seele dies getan hat, hat sie alles getan und alles genommen – und alles gehört ihr.
Es ist wie bei einer Maschine: wenn sich das erste Rad in ihrer Mitte bewegt, dann drehen sich auch alle Nebenräder. Wenn sich aber das erste Rad nicht bewegt, stehen alle still, und es gibt keine Macht noch einen Kunsthandwerker, der die Nebenräder in Bewegung setzen könnte.
Dreht sich aber das erste, dann drehen sich die anderen von selbst und versehen ihren Dienst. Daher muss die Aufmerksamkeit und Kunst dem ersten Rad gelten, dann kommt alles andere von selbst.
So ist mein Wille: wer Ihn besitzt, braucht nichts [anderes].“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. Mai 1929)
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… „Tochter meines Wollens, du sollst wissen, dass nur dein Jesus alle Geheimnisse meines Fiat kennt, denn da Ich das Wort des Vaters bin, rühme Ich Mich, all seine Großtaten gegen die Menschen erzählen zu können.
Darum ist seine Liebe überströmend, denn bei allem, was Er tat, rief Er dich, sowohl in den Werken der Schöpfung als auch denen meiner Erlösung. Wenn du seinen Ruf gehört und Ihm geantwortet hast: ‚Hier bin ich, was willst Du?‘ dann gab dir mein Wille seine Werke zum Geschenk; hast du aber nicht geantwortet, so rief Er dich stets, solange bis du Ihn anhören würdest.
Als nun mein Wille den Himmel schuf, rief Er dich in jenes blaue Gewölbe und sagte zu dir: ‚Meine Tochter, komm und sieh, wie schön der Himmel ist, den Ich für dich erschaffen habe. Ich habe ihn erschaffen, um dich damit zu beschenken, komm, um dieses große Geschenk zu empfangen.
Wenn du Mir nicht zuhörst, kann Ich es dir nicht geben. Du lässt Mich dastehen mit dem ‚ausstehenden‘ Geschenk in meinen Händen, um dich immerdar zu rufen. Ich werde dich solange rufen, bis Ich dich als Besitzerin meiner Gabe sehe.
Der Himmel hat eine überaus große Ausdehnung, so dass man die Erde im Vergleich dazu als kleines Loch bezeichnen könnte. Daher haben alle ihren Platz und es gibt einen Himmel für jeden einzelnen, und Ich rufe sie alle mit Namen, um sie damit zu beschenken.‘
Aber wie groß ist sein Schmerz, wenn Er immer wieder ruft und nicht angehört wird und die Geschöpfe den Himmel betrachten, als wäre er kein Geschenk, das Er ihnen vermacht hat!
Die Liebe meines Willens ist so groß, dass Er, als Er die Sonne erschuf, dich mit ihren lichtvollen Stimmen rief und auf die Suche nach dir und nach allen ging, um sie mit der Sonne zu beschenken.
Dein Name ist also mit Buchstaben aus Licht in die Sonne eingeschrieben, und Ich kann ihn auch nicht vergessen. Wie ihr Licht von ihrer Sphäre herab bis zu dir gelangt, so ruft Er dich dabei ständig.
Er begnügt sich also nicht damit, dich von der Höhe ihrer Sphäre aus einzuladen, sondern möchte – dich immer mehr liebend – bis in die Tiefe hinabsteigen und spricht durch ihr Licht und ihre Wärme zu dir: ‚Empfange meine Gabe: Diese Sonne habe Ich für dich erschaffen‘.
Wenn die Menschen Ihn anhören, dann feiert Er ein Freudenfest, da Er sieht, dass der Mensch [nun] die Sonne als Eigentum und Geschenk seines Schöpfers besitzt.
Mein Wille ruft dich überall und allerorts: Er ruft dich im Wind, bald ungestüm, bald seufzend, bald so, als wollte Er weinen und dich drängen, Ihm zuzuhören, damit Er dich mit diesem Element beschenken könne.
Er ruft dich im Rauschen des Meeres um dir zu sagen: ‚Dieses Meer ist dein: nimm es als Geschenk, das Ich dir mache‘. Er ruft dich sogar in der Luft, die du einatmest, im Vöglein, das singt, und will dir sagen: ‚Alles mache Ich dir zum Geschenk‘.
Wenn die Seele nun auf den Anruf eingeht, wird das Geschenk bestätigt; antwortet sie nicht, bleiben die Gaben gleichsam zwischen Himmel und Erde in der Schwebe, verspart.
In der Tat, wenn mein Wille [die Seele] ruft, so deshalb, weil Er gerufen werden möchte, um die Kommunikation, den ‚Handelsverkehr‘ zwischen Ihm und den Seelen aufrechtzuerhalten, um sich zu erkennen zu geben und die unaufhörliche Liebe zwischen Ihm und der Seele, die in seinem Fiat lebt, zu erwecken.
In der Tat, nur die im Göttlichen Willen lebende Seele vernimmt mit größerer Leichtigkeit seine vielen Anrufe, da Er, während Er den Menschen durch seine Werke ruft, sich [zugleich] am Grund seiner Seele vernehmen lässt. So wird der Mensch von beiden Seiten her gerufen.
Wie oft habe Ich dich zudem nicht in alle Akte meiner Menschheit gerufen und tue es weiterhin? Ich wurde empfangen und rief dich, um dir das Geschenk meiner Empfängnis zu machen.
Ich wurde geboren und rief dich noch lauter, und schließlich weinte, seufzte und wimmerte Ich sogar, um dich zum Mitleid zu rühren, damit du Mir sogleich antworten mögest, damit Ich dich mit meiner Geburt, meinen Tränen, Seufzern und meinem Wimmern beschenken könne.
Wenn meine Himmlische Mutter Mich in Windeln wickelte, so rief Ich dich, damit du zugleich mit Mir gewickelt werdest. Kurzum, Ich rief dich hinein in jedes Wort, das Ich sagte, in jeden Schritt, den Ich tat, in jeden Schmerz, den Ich erlitt, in jeden Tropfen meines Blutes.
Bis hinein in meinen letzten Atemzug, den Ich auf dem Kreuz aushauchte, rief Ich dich, um dir alles zum Geschenk zu machen. Und um dich in Sicherheit zu bringen, legte Ich dich gemeinsam mit Mir in die Hände meines Himmlischen Vaters.
Wo habe Ich dich nicht gerufen, um dich mit all meinen Akten zu beschenken? Um meiner Liebe ein Ventil zu verschaffen und dich spüren zu lassen, wie sehr Ich dich liebte? Um die Süßigkeit meiner hinreißenden Stimme, die entführt, erschafft und erobert, in deinem Herzen erklingen zu lassen?
Und auch um deine Stimme zu vernehmen, die Mir zusagt: ‚Hier bin ich, sag mir Jesus, was willst Du?‘ als Vergeltung für meine Liebe und als Beteuerung, dass du meine Gaben angenommen hast, und damit Ich also sagen konnte: ‚Ich bin angehört worden, meine Tochter hat Mich erkannt und liebt Mich‘?
Es ist wahr, dass dies „Exzesse“ unserer Liebe sind, doch zu lieben und nicht erkannt und geliebt zu werden, ist unerträglich, und man kann so nicht weiterleben.
Darum werden Wir unsere Liebestorheiten und Kunstgriffe fortsetzen, um unserem Leben der Liebe freien Lauf zu lassen.’ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 16. Januar 1938)
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Ich bin unter den ewigen Wellen des Göttlichen Willens, der sich den Geschöpfen stets schenken will, doch will Er, dass auch die Seele dies wünscht. Der Göttliche Wille möchte kein Eindringling sein, der in die Seele eingeht, ohne dass diese es weiß, sondern will gesucht werden und ihr seinen Kuss der Liebe geben.
Dann will Er als mit Gaben beladener Triumphator in die Seele eintreten und sie mit ihnen anfüllen. Als ich darüber nachdachte, sagte mein guter Jesus, voll Verlangen, seine Geheimnisse der Seele anzuvertrauen, zu mir:
„Meine gesegnete Tochter, mein Wille möchte geben, doch will Er in der Seele die rechte Disposition vorfinden, damit Er seine Gaben niederlegen kann. Die Disposition ist [für Mich] wie die Erde für den Landwirt.
Hätte er auch noch so viele Samen, aber keinen Boden für die Aussaat seiner Samen, könnte er nie aussäen. Oder wäre die Erde vernunftbegabt und nicht bereit, seine Samen aufzunehmen, so wäre es für den armen Bauern, als würde sie ihm die Samen, mit denen er sie bereichern möchte, ins Gesicht zurückschleudern.
So ist mein Wille: Er möchte geben, doch wenn die Seele nicht bereitet ist, fände Er keinen Platz, um seine Gaben zu hinterlegen, sondern es wäre für Ihn so, als würde man sie Ihm zu seinem größten Kummer ins Gesicht zurückschleudern.
Wenn Er zur Seele sprechen wollte, wäre sie taub für Ihn, und Er könnte sich nicht Gehör verschaffen. So bereitet die Disposition die Seele vor, öffnet die Tore Gottes, verleiht das Gehör und bringt sie in Verbindung.
Mein Wille und die Seele verständigen sich zuerst darüber, was mein Wille geben möchte, auf eine Art, dass die Seele das liebt und ersehnt, was sie empfangen soll. Ist sie aber nicht disponiert, dann geben Wir nichts, denn Wir wollen unsere Gaben nicht der Nutzlosigkeit aussetzen.
Die Disposition aber nützt wie die Erde dem Bauern, die sich allem zur Verfügung stellt, was er tun will: sie lässt sich bearbeiten, harken und die Furchen ziehen, um die Saat in Sicherheit zu bringen, mit der er sie füllen will.
So macht es auch unser Höchstes Sein: Finden Wir die Seele disponiert vor, dann tun Wir unsere Werke. Wir bereiten die Seele und läutern sie mit unseren schöpferischen Händen. Wir bereiten den Platz für unsere Gaben und die Gestaltung unserer schönsten Werke.
Ist sie hingegen nicht disponiert, dann können Wir trotz all unserer Macht nichts tun, weil ihr Inneres voller Steine, Dornen und niedriger Leidenschaften ist, und da sie nicht disponiert ist, lässt sie nicht willig zu, dass Wir diese [Hindernisse] aus ihr entfernen.
Wie viel Heiligkeit löst sich wegen fehlender Disposition in Rauch auf! Umso mehr, als die schlecht disponierte Seele nicht für das Leben in unserem Willen geeignet ist, ja es scheint, dass Er nicht für sie passt: seine Heiligkeit überwältigt sie, seine Reinheit beschämt sie, sein Licht blendet sie.
Wenn sie aber disponiert ist, wirft sie sich in seine Arme und lässt an sich tun, was Wir an ihr tun wollen. Sie ist sogar wie ein kleines Kind und bleibt mit solcher Liebe bei Uns, dass es Uns entzückt.
Und was tut unser Wille? Er lässt seine göttliche Bewegung [in ihr] strömen, und mit dieser göttlichen Bewegung findet die Seele all unsere Werke im Akt: sie küsst und umarmt sie und umhüllt sie mit ihrer kleinen Liebe.
Sie findet meine Empfängnis, meine Geburt im Akt und möchte mit ihrer Liebe empfangen und mit Mir wiedergeboren werden. Und Ich lasse sie dies nicht nur tun, sondern es ist Mir so wohlgefällig, dass Ich Mich für meine Geburt auf Erden entschädigt fühle, weil Ich eine Seele finde, die zugleich mit Mir wieder geboren wird.
Doch die Seele geht noch weiter: die göttliche Bewegung, die sie besitzt, lässt sie überall hineilen, und sie findet alles, was meine Menschheit wie ein wehrhaftes Heer bereitgestellt hat: meine Tränen, Worte und Gebete, meine Schritte und meine Leiden. Alles ergreift sie, küsst sie und betet es an. Es gibt nichts, was Ich getan habe, das sie nicht mit ihrer Liebe erfüllt.
Und was tut sie dann? Sie macht sich alles zu Eigen und schließt mit kindlicher Art und Anmut alles in ihren Schoß ein, erhebt sich in die Höhe, kommt vor unsere Gottheit, stellt alles um Uns herum der Reihe nach auf und spricht mit liebendem Nachdruck zu Uns: ‚Anbetungswürdige Majestät, wie viele schöne Werke bringe ich Euch! Alles gehört mir, und alles bringe ich Euch, damit alle Euch lieben, anbeten, verherrlichen und Euch für die so große Liebe vergelten, die Ihr für mich und für alle habt.’
Diese göttliche Bewegung, die mein Wille in die Seele legt, die in Ihm lebt, ist das neue Leben, das sie empfängt. Mit dieser Bewegung hat sie das Recht über alles: was Uns gehört, gehört ihr, daher kann sie Uns alles geben.
O, wie viele Überraschungen bereitet sie Uns und kann Uns stets etwas geben! Mit dieser göttlichen Bewegung vermag sie überall hin zu eilen. Bald bringt sie Uns die Schöpfung, um Uns zu lieben, wie Wir sie in allen geschaffenen Dingen geliebt haben, bald bringt sie Uns alle Menschen, um Uns im Namen aller und mit allen zu lieben, bald bringt sie Uns alles, was Ich auf Erden tat, um Uns zu sagen: ‚Ich liebe Euch, wie Ihr mich geliebt habt‘.
Sie hält nie inne und kann scheinbar nicht sein, ohne Uns neue Liebesüberraschungen zu bereiten und möchte stets sagen können: ‚Ich liebe Ihn, ich liebe Ihn immerdar.’ Und Wir nennen sie unsere Freude, unser immerwährendes Glück, denn es gibt keine schönere Freude für Uns als die ständige Liebe des Geschöpfes.
Du sollst nämlich wissen, dass ein in unserem Willen vollbrachter Akt glänzender ist als die Sonne, die beim Aufgang mit ihrem Licht die ganze Erde erfüllt: das Meer, die Quellen, nicht einmal der kleinste Grashalm wird beiseitegelassen, alles wird mit Licht erfüllt.
So strömt ein in meinem Willen getaner Akt, erforscht und erfüllt alles und bildet seinen Mantel aus strahlendstem Silber außer- und innerhalb der Seelen. Dann trägt er sie mit diesen Perlen geziert, vor unsere anbetungswürdige Majestät und bewirkt, dass unser eigener Wille Uns mit Stimmen aus Licht und mit einer Liebe bittet, die für alle spricht.
Mit süßem Entzücken für unsere göttlichen Augen, lässt er Uns alle Geschöpfe mit dem Mantel unseres göttlichen Lichtes bekleidet sehen, und Wir selbst lobpreisen die Macht unseres FIAT, die es versteht, kraft seines Lichtes das menschliche Elend zuzudecken und es sogar in Licht zu verwandeln. Einem Akt von Ihm wird nichts verweigert, denn er hat die Macht, Uns alles zu geben und für alles aufzukommen.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 26. November 1938)


