14In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. 15Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
16Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
18Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. 19Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil. 20Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
21Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; 22wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. 23Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

„Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein“ (Lk 11,17)

Ich machte meine gewohnten Akte im Höchsten Willen, und ein unzugängliches Licht hüllte mein kleines Wesen ein und machte mir alle Werke meines Schöpfers wie gegenwärtig.
Ich hatte ein „Ich liebe Dich” für jedes geschaffene Ding, eine Bewegung für jede Bewegung, eine Anbetung und ein anerkennendes Danke für die ganze Schöpfung.
Ich begriff jedoch, dass es eben dasselbe Licht war, das mir dieses „Ich liebe Dich” für jedes Ding, jene Bewegung, jene Anbetung verlieh. Ich war nur in der Gewalt dieses Lichtes, und während es mich ausdehnte, machte es mich zugleich kleiner und tat mit meiner Kleinheit, was es wollte.
Als ich nun in diesem Zustand war, litt ich, da ich meinen süßen Jesus nicht sah, und dachte mir: „Jesus hat mich verlassen, und in diesem gebenedeiten Licht weiß ich nicht, wohin ich meine Schritte lenken soll, um Ihn wieder zu finden, denn man sieht weder einen Anfang noch ein Ende.
O heiliges Licht, lasse mich Jenen finden, Der mein ganzes Leben ist, mein höchstes Gut!” Doch als mich der Schmerz der Beraubung meines Jesus verzehrte, trat Er voller Güte aus meinem Inneren heraus und sprach ganz zärtlich zu mir:
„Meine Tochter, warum fürchtest du dich? Ich verlasse dich nicht, sondern es ist vielmehr der Höchste Wille, der Mich in dir ausblendet. Das Licht meines Willens ist grenzenlos, unendlich, hier gibt es keine Grenzen, weder sieht man, wo es beginnt, noch wo es aufhört.
Meine Menschheit hingegen besitzt ihre Grenzen und Beschränkungen. Und da meine Menschheit geringer ist als mein Ewiger Wille, bleibe Ich in Ihn eingehüllt und wie in den Schatten gestellt.
Während Ich in dir bin, überlasse Ich meinem Willen das Handlungsfeld und erfreue Mich an seinem göttlichen Wirken in der Kleinheit deiner Seele und bereite eine neue Lektion für dich vor, um dich immer mehr die Wunder meines Höchsten Willens erkennen zu lassen.
Sei deshalb sicher, dass Ich bei dir bin, wenn du in Ihm schwimmst, ja Ich tue vielmehr mit dir, was du tust, und um Ihm das ganze Wirkungsfeld zu geben, bin Ich in dir wie verborgen, um Mich an seinen Früchten zu erfreuen.
Nun, meine Tochter, wisse, dass das wahre Licht untrennbar ist. Schau, auch die Sonne in der Atmosphäre hat dieses Vorrecht und besitzt die Einheit des Lichtes. Das Licht in ihrer Sphäre ist derartig verdichtet, dass sie kein Atom davon verliert, und obwohl sie in die Tiefe herabsteigt, indem sie die ganze Erde mit Licht erfüllt, teilt sich das Licht nie.
Es ist derartig kompakt in sich selbst, eine solch unzertrennliche Einheit, dass sie nie etwas von ihrem Sonnenlicht verliert. Dies ist so wahr, dass sie ihre Strahlen zusammen ausbreitet und überall von der Erde die Finsternis vertreibt, und ihr ganzes Licht zusammen wieder zurückzieht, wobei sie nicht einmal die Spuren ihrer Atome zurücklässt.
Wenn das Sonnenlicht teilbar wäre, wäre die Sonne schon lange ärmer an ihrem Licht geworden und hätte nicht mehr die Kraft, die ganze Erde zu erleuchten, und man könnte sagen: „Geteiltes Licht, trostlose Erde.”
So kann die Sonne ihren Sieg besingen: sie besitzt ihre ganze Kraft und all ihre Effekte dank der Einheit ihres Lichtes. Wenn die Erde so viele wunderbare und unzählige Wirkungen empfängt, dass man die Sonne das Leben der Erde nennen kann, kommt alles von der Einheit des Lichtes, das sie besitzt, dass sie seit so vielen Jahrhunderten nicht einmal ein Atom ihres Lichtes verloren hat, das Gott ihr anvertraut hat.
Daher ist sie stets triumphierend, majestätisch, feststehend und immer stabil, um in ihrem Licht den Triumph und die Herrlichkeit des ewigen Lichtes ihres Schöpfers zu rühmen.
Nun, meine Tochter, die Sonne ist das Symbol meines Ewigen Willens, und wenn dieses Symbol die Einheit des Lichtes besitzt, umso mehr dann mein Wille, der nicht Symbol ist, sondern die Wirklichkeit des Lichtes.
Die Sonne kann ein Schatten des unzugänglichen Lichtes meines Willens genannt werden. Du hast seine Unermesslichkeit geschaut, dass man keinen Ball aus Licht sieht wie bei der Sonne, sondern unermessliche Weite, wo das menschliche Auge weder ein Ende noch einen Anfang sehen kann.
Und doch ist die grenzenlose Ausdehnung dieses Lichtes enthalten in einem einzigen Akt des Ewigen Willens. All dieses ungeschaffene Licht ist derart kompakt, dass es untrennbar und unteilbar wird; so besitzt Es, mehr als die Sonne, die ewige Einheit, in welcher der Triumph Gottes und aller unserer Werke begründet ist.
Nun, dieser Triumph der Einheit des Höchsten Willens, der Mittelpunkt seines Sitzes, seines Thrones, ist der Mittelpunkt der Heiligsten Dreifaltigkeit. Von diesem göttlichen Zentrum gehen seine leuchtendsten Strahlen hervor und erfüllen das ganze himmlische Vaterland: alle Heiligen und Engel werden von der Einheit meines Willens umhüllt und empfangen seine unzähligen Wirkungen.
Mein Wille, der alle zu sich hinzieht, macht aus ihnen eine einzige Einheit mit der Höchsten Einheit unseres Willens. Diese Strahlen erfüllen die ganze Schöpfung, und die Einheit meines Willens bildet ihre Einheit mit der Seele, die in meinem Willen lebt.
Schau, die Einheit dieses Lichtes meines Willens, der im Mittelpunkt der Drei Göttlichen Personen ist, ist bereits in dir festgemacht, so ist eines das Licht, einer der Akt, einer der Wille.
Nun, wann immer du nun deine Akte in dieser Einheit vollbringst, sollst du wissen, dass sie bereits diesem einzigen Akt des Mittelpunkts [unseres Göttlichen Willens] einverleibt sind, und die Gottheit ist bereits mit dir, um das zu tun, was du tust.
Die Himmlische Mutter, die Heiligen und Engel und die ganze Schöpfung, alle wiederholen sie im Chor deinen Akt und fühlen [in deinen Akten] die Wirkungen unseres Höchsten Willens.
So achte aufmerksam auf das nie zuvor gesehene Wunder unseres einzigen Aktes, der Himmel und Erde erfüllt, dieses Wunder der Dreifaltigkeit selbst, die sich mit dem menschlichen Geschöpf vereint, und sich gleichsam zum ersten Akt des Akts des Geschöpfs macht.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 27. Mai 1926)

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Ich war dabei, meinen Flug im Höchsten Willen wiederaufzunehmen, um meinen gewohnten Besuch im Reich des Göttlichen Willens zu machen und breitete mich in seinen Grenzen aus, um mein „Ich liebe Dich”, meine Anbetung, meine Danksagung für jedes geschaffene Ding widerhallen zu lassen.
Dabei aber dachte ich mir: „Wenn Gott überall ist, wozu soll ich meinen Flug im Göttlichen Willen aufnehmen, um mich bis in die Himmelshöhen vor die Höchste Majestät zu begeben, indem ich in meinem kleinen Schoß gleichsam alle menschlichen Willen der Geschlechter darbringe, um für jeden rebellischen Willen meinen Akt der Unterwerfung, der Liebe und der Hingabe zu machen, damit ich so den Göttlichen Willen besiege, dass Er triumphierend unter den Menschen auf Erden zur Herrschaft gelange? Wenn Er doch überall ist, kann ich es auch von hier aus tun.”
Während dieser meiner Überlegungen, bewegte sich mein süßer Jesus in meinem Inneren und sprach: „Meine Tochter, betrachte die Sonne: ihr Licht steigt herab und bedeckt die ganze Erde, doch die Sonne steht mit ihrer ganzen Majestät immer hier oben in ihrer Sphäre am Firmament und beherrscht und regiert alle und alles mit ihrem Licht.
Aber wenn sie auch nicht in die Tiefe steigt, spendet sie dieselben Wirkungen und teilt die gleichen Güter mittels ihrer Strahlen mit, als stiege sie selbst aus der Höhe ihrer Sphäre herab.
Umso mehr, als die Erde, da sie viel kleiner ist und die Geschöpfe unfähig sind, ein so großes Licht zu ertragen, die Sonne bei ihrem Abstieg die Erde in Brand setzen und mit ihrem Licht und ihrer Glut ausblenden würde. Doch da alle von Mir geschaffenen Dinge dem barmherzigen Schoß ihres Schöpfers ähnlich sind, bleibt die Sonne in der Höhe und sendet ihre Strahlen voller Güte und Liebe auf die kleine Erde.
Nun, wenn die Sonne so handelt, das Bild des wahren Lichtes der göttlichen Sonne, umso mehr dann Gott, die wahre Sonne des Lichtes, der Gerechtigkeit und der Liebe. Meine Majestät bewegt sich nicht von der Höhe ihres Thrones weg, sondern ist stets fest und stabil auf ihrem Platz, in ihrem himmlischen Palast.
Sie sendet mehr als die Sonne ihre grenzenlosen Strahlen aus, welche ihre Wirkungen und Wohltaten mit sich bringen, und teilt demjenigen ihr eigenes Leben mit, der Sie aufnehmen will, wie wenn Sie zu ihm herabstiege.
Was Sie also nicht mit dem Herabsteigen als Person tut, bewirkt Sie mit der Aussendung ihrer endlosen Strahlen, in denen Sie sich bilokiert, um den Menschengeschlechtern ihr Leben und ihre Güter mitzuteilen.
Nun, meine Tochter, wegen deiner Verfassung als Geschöpf und deiner Aufgabe der Mission des Höchsten FIAT steht es dir zu, auf genau diesen Strahlen aufzusteigen, welche die Höchste Majestät aussendet.
Dadurch sollst du dich vor Sie begeben und deinen Dienst im Schoß der Ewigen Sonne ausführen, indem du dich an den Anfang begibst, von dem du ausgegangen bist, um so viel von der Fülle meines Willens zu nehmen, als es einem Geschöpf nur möglich ist, um Ihn zu erkennen und Ihn den anderen kundzutun.
Nun, du sollst wissen, welches die Bande der Identifikation zwischen dem Göttlichem und menschlichem Willen sind, und warum Ich es daher so liebe und wünsche – kraft dem Recht[sanspruch] der Schöpfung, der Vaterschaft, der Liebe und Gerechtigkeit – dass der menschliche Wille dem Meinen den Platz einräumt, und sich wie ein kleines Kind in seine Arme werfend, sich von Ihm halten, nähren und beherrschen lässt.
Das Höchste Wesen ließ bei der Erschaffung des Menschen meinen Willen ins Feld treten, obwohl alle unsere Eigenschaften als Folge und natürlicherweise mitwirkten. Doch der Höchste Wille war wie der erste Akt, der das Leben der ganzen Schöpfung, den Menschen inbegriffen, gleichsam an seine Brust nahm und sich daher zum Leben aller machte, indem Er alles beherrschte und sich alles zu eigen machte.
Da alles aus Ihm hervorgegangen war, sollte mit Recht alles Ihm gehören. Mein Wille sandte, mehr als die Sonne, seine Strahlen aus, und mit der Spitze dieser Strahlen bildete Er – die menschliche Natur belebend – den Willen im Geschöpf. Siehst du also, was der Wille in den menschlichen Generationen ist?
So viele mannigfaltige Spitzen von Strahlen, wie viele Funken mein Wille in die Geschöpfe ausstrahlte, um den Willen in ihnen zu bilden, jedoch ohne diese Funken vom Strahl zu trennen, der aus dem Mittelpunkt der Sonne des Höchsten Willens hervorquoll.
So kreisen alle Menschengeschlechter um diese Sonne, weil jedes Geschöpf die Spitze eines Strahls dieser ewigen Sonne meines Willens enthält.
Nun, welcher Affront ist für diese Sonne doch der Anblick des Umkreises dieser Strahlen, deren Spitze den Willen eines jeden Geschöpfs bildet, und deren Spitzen nun umgekehrt sind, umgewandelt in Finsternis, in menschliche Natur, und die das Licht, die Herrschaft, das Leben dieser Sonne verkennen?
Dieses Leben, das ihnen der Wille des Schöpfers mit so viel Liebe verlieh, damit der Seine und jener der Geschöpfe ein einziger seien und Er so in ihnen das Leben Gottes bilden konnte?
Könnte es ein stärkeres Band geben, ein stabileres und ein untrennbareres als jenes zwischen dem Mittelpunkt der Sonne und ihren Strahlen? Das Licht ist unteilbar, und wenn man es spalten könnte, würde der abgetrennte Teil in die Irre gehen und sich schließlich in Finsternis auflösen.
So besteht zwischen dem Göttlichen Willen und dem menschlichen eine derartige Einheit der Identifikation, dass man sie mit der Einheit vergleichen kann, die zwischen der Sonne und dem Sonnenstrahl, zwischen der Wärme und dem Licht besteht.
Wäre es nicht das Recht der Sonne, ihre Strahlen zu beherrschen, ihre Unterwerfung von ihnen zu erhalten, um ihr Reich des Lichtes über dem eigenen Sonnenumkreis zu bilden?
So ist es für meinen Willen. Wenn sich das Geschöpf Ihm entzieht, bleibt Er ohne Reich zurück, ohne Herrschaft, ohne Untergebene. Er fühlte sich dessen beraubt, was sein Eigen ist. Jeder Akt, der nicht von seinem Willen abhängt, ist ein Riss, ein Diebstahl, der seinem Licht zugefügt wird.
Daher erleidet Er eine Agonie, wenn Er sich seines Lichtes beraubt und es in Finsternis umgewandelt sieht, mehr als eine Mutter, wenn diese sich der Frucht ihres Schoßes beraubt sieht – nicht um ihr Leben zu geben, sondern um sie zu töten!
So sind die Verluste, die mein Wille erleidet, wenn die Seele nicht mit seinem Mittelpunkt vereint bleibt und nicht vom Willen seines Lichtes lebt, göttliche Verluste, und von unendlichem Wert.
Das Unglück für die Seele, die Hässlichkeit, in die sie gekleidet wird, sind unschätzbar und unbeschreiblich. Mein Wille bleibt ohne Reich in den Geschöpfen, und diese werden entkleidet und bleiben ohne Erbe, ohne Anrecht auf irgendwelche Güter.
Daher gibt es nichts wichtigeres, bedeutenderes, was das Gleichgewicht, die Ordnung, Harmonie und Ähnlichkeit zwischen Schöpfer und Geschöpf herstellen würde, als mein Wille.
Aus diesem Grund möchte Ich bekannt machen, was der Göttliche Wille und der menschliche Wille ist, damit Wir Uns versöhnen, und mein Wille sein Reich erwerbe, und den Menschen alle verlorenen Rechte wieder zurückerstattet werden mögen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 7. September 1926)

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Während mein armer Geist das Meer des Göttlichen Fiat durchpflügte, begriff ich entsprechend meiner kleinen Fassungskraft seinen Wert und seine Heiligkeit sowie auch das große Wunder, dass die in Ihm lebende Seele einen so heiligen und grenzenlosen Willen in sich einzuschließen vermag und Trägerin und Besitzerin eines so heiligen Willens wird, der alles einhüllt und umschließt.
Dass das Große das Kleine einschließt, ist nicht verwunderlich, doch dass das Kleine das Große einschließt, ist ein unglaubliches Wunder, das nur Gott wirken kann.
Güte meines Gottes, wie bewundernswert bist du, zärtlicher als eine liebende Mutter, die sich in ihr Kind einschließen möchte, um es in Sicherheit zu bringen; die das Leben ihrer eigenen Leibesfrucht wiederholt, um die Ehre zu haben, sagen zu können: ‘Das Kind ist seiner Mutter ganz ähnlich.’
Doch während mein Geist inmitten der reinen Freuden des Göttlichen Fiat selig war, trübte ein Wirbelwind der Traurigkeit meine Freuden. Ich verstand das große Übel und die schreckliche Beleidigung Gottes, wenn wir uns die Freiheit nehmen, eigenmächtig unseren Willen zu tun.
Da kam mein geliebter Jesus wieder kurz zu mir und sprach voller Bitterkeit: „Ach, meine gute Tochter, der menschliche Wille! Er führt Krieg gegen Gott und gegen sich selbst. Die Waffen, die er gegen seinen Schöpfer einsetzt, verwunden ihn selbst, und seine Seele wird vor Gott wie ein zerfetzter Leib. Mit jedem weiteren Akt des menschlichen Willens wird der Abstand vom Schöpfer, von seiner Heiligkeit, Kraft und Macht, seiner Liebe und Unwandelbarkeit größer.
Ohne meinen Göttlichen Willen wird die Seele wie eine belagerte Stadt, welche die Feinde verhungern lassen und in allen ihren Gliedern martern; mit jenem Unterschied, dass die Henker, die ihr die Glieder ausreißen, keine Feinde sind, sondern der eigene Wille, der sich selbst zum eigenen Feind macht.
Würdest du doch meinen Schmerz kennen, wenn Ich die Seelen in Stücke zerfetzt sehe! Jeder Akt ihres eigenen Willens trennt die Seele mehr von Gott und entfernt sie weiter von der Schönheit ihrer Erschaffung.
Er lässt die Seele von ihrem Ursprung abweichen, die wahre und reine Liebe erkalten und bereitet ihr entweder eine vorzeitige Hölle, wenn der Wille in schwere Sünde fällt, oder ein Fegefeuer bei lässlicher Sünde.
Der menschliche Wille ist wie der Wundbrand für den Leib, der das Fleisch in Stücke zerfallen lässt und die menschliche Schönheit entstellt. Arm sind die Seelen ohne meinen Göttlichen Willen, da nur Er allein die einigende Eigenschaft besitzt, die alles miteinander vereint – die Gedanken, Wünsche, Affekte, die Liebe und den Willen des Menschen, und seiner Seele die schöne einheitliche Form verleiht.
Ohne meinen Willen jedoch will der Gedanke dies, der Wille jenes, das Verlangen das, die Liebe wieder anderes, sodass sie untereinander im Streit liegen, sich verwirren und spalten. Ach, ohne meinen Willen herrscht weder Friede noch Einigkeit!
Es fehlt einer, der die getrennten Teile wieder zementiert und vereinigt und die Seele gegen alle auftretenden Übel stark macht. Daher weint dein Jesus bitterlich über das Unglück dieser Menschen – mehr als über den Untergang Jerusalems, das gestürzt wurde, weil es seinen Messias nicht anerkennen wollte und Ihn tötete.
So wird auch mein Wille verkannt, während Er doch in ihrer Mitte und in ihnen ist; sie machen aus ihren Seelen kleine verwüstete Städte und nötigen Mich, meine Drohung zu wiederholen, dass für sie ‚kein Stein auf dem anderen bleiben wird‘; ohne meinen Willen sind sie nämlich wie Zitadellen ohne König und haben somit weder einen Beschützer, noch einen Verteidiger, noch jemand, der ihnen die notwendige Nahrung reicht, um Gutes zu tun und nicht ins Böse verstrickt zu werden.
Ich beweine ihr Los und bete, dass sie meinen Willen erkennen, Ihn lieben und Ihn herrschen lassen; und du bete gemeinsam mit Mir.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 31; 5. März 1933)