17In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 18Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
19Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen“ (Mt 5, 17)

Um auf das Leben im Göttlichen Willen zurückzukehren: mir wurde gesagt, dass dies so viel bedeute wie leben im Zustand der Vereinigung mit Gott, und mein stets liebenswürdiger Jesus kam und sagte zu mir: „Meine Tochter, es ist ein großer Unterschied zwischen dem Leben in Vereinigung mit Mir und dem Leben in meinem Willen.“
Und während Er dies sagte, breitete Er die Arme zu mir aus und sprach zu mir: „Komm auch nur für einen einzigen Augenblick in meinen Willen und du wirst den großen Unterschied sehen.“
Ich befand mich in Jesus, mein kleines Atom schwamm im Ewigen Willen, und da dieser Wille ein einziger Akt ist, der alle Akte umfasst, die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, nahm ich, da ich im ewigen Willen war, soweit es einem Geschöpf möglich ist an jenem einzigen Akt teil, der alle Akte einschließt.
Ich nahm auch Teil an allen Akten, die nicht existieren und die noch existieren sollten bis ans Ende der Zeiten und solange Gott, Gott ist; und auch dafür liebte ich Ihn, dankte Ihm, lobpries Ihn, usw.
Es gab keinen Akt, der mir entgangen wäre, und nun nahm ich die Liebe des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und machte sie mir zu eigen, wie ihr Wille mein eigen war, und ich gab sie Ihnen als die meine; wie freute ich mich, Ihnen ihre Liebe als die meine geben zu können, und wie sehr fanden Sie die Fülle des Wohlgefallens und den vollkommenen Erguss darin, ihre Liebe von mir als die meine zu empfangen!
Aber wer könnte alles sagen? Mir fehlen die Worte. Dann sagte der gebenedeite Jesus zu mir: „Hast du gesehen, was es heißt, in meinem Willen zu leben?
Es bedeutet, zu verschwinden, einzutreten in die Sphäre der Ewigkeit, einzudringen in die Allsicht des Ewigen, in den unerschaffenen Geist, es heißt an allem, und an jedem göttlichen Akt, teilzunehmen, soweit es einem Geschöpf möglich ist; es bedeutet, sogar während man noch auf Erden weilt, alle göttlichen Eigenschaften zu genießen, das Böse auf göttliche Weise zu hassen, es bedeutet, sich auf alle zu erstrecken, ohne sich zu erschöpfen, weil der Wille, der jenes Geschöpf belebt, göttlich ist; es ist die noch nicht bekannte Heiligkeit, die Ich bekannt machen werde, die den letzten, schönsten und glänzendsten Schmuck aller anderen Heiligkeiten bilden wird, und sie wird die Krone und Vollendung aller anderen Heiligkeiten sein.
Nun, Leben in Vereinigung mit Mir bedeutet nicht, zu verschwinden: man sieht zwei Wesen zusammen; und wer nicht verschwindet, kann nicht in die Sphäre der Ewigkeit eintreten, um an allen göttlichen Akten teilzunehmen; erwäge dies gut und du wirst den großen Unterschied merken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 8. April 1918)

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… „Meine Tochter, glaubst du, dass es nichts bedeutet, in meinem Willen zu leben? Nein, nein, es ist vielmehr alles, es ist die Vollendung aller Heiligkeiten, die absolute Herrschaft über sich selbst, über seine Leidenschaften und seine Hauptfeinde, es ist der vollständige Triumph des Schöpfers über das Geschöpf.
Wenn es also zustimmt, und Ich so weit komme, dass es in meinem Willen lebt, ohne den eigenen Willen noch kennen zu wollen, wünsche Ich nichts mehr vom Geschöpf, und es hat nichts, was es Mir noch geben könnte. Alle meine Sehnsüchte sind erfüllt, meine Pläne verwirklicht, es bleibt nur noch, dass Wir Uns gegenseitig beseligen.
Es stimmt zwar, dass Ich auf die Erde kam, um den Menschen zu erlösen, doch mein Hauptzweck war der Triumph des Göttlichen Willens über den menschlichen, indem diese beiden Willen in Übereinstimmung gebracht und so zu einem einzigen gemacht würden, und der Wille des Menschen zu jenem Willen zurückgebracht werde, von Dem er ausging.
Dies war nämlich die hauptsächliche Beleidigung, die mein Himmlischer Vater vom Menschen erlitt, und Ich musste Ihm dafür Ersatz leisten, sonst hätte Ich Ihm nicht voll Genüge getan.
Doch um den ersten Zweck zu erlangen, musste ich zuerst den zweiten bewerkstelligen, d.h., den Menschen retten und ihm die Hand reichen, da er gefallen war, musste ihn vom Schmutz reinwaschen, in dem er lag.
Wie könnte Ich sagen, ‚Komm und lebe in meinem Willen‘, wenn er schrecklich anzusehen war, vom höllischen Feind versklavt? Deshalb will Ich, nachdem Ich also das zweite Ziel erlangt habe, das erste sicherstellen, dass nämlich mein Wille auf Erden wie im Himmel geschehe, und der Mensch, der aus meinem Willen hinausgetreten ist, von neuem in den Meinen eintrete.
Um dies zu erreichen, verleihe Ich dieser ersten Seele all meine Verdienste, Werke, Schritte, mein pochendes Herz, meine Wunden, mein Blut und meine ganze Menschheit, um sie zu disponieren und vorzubereiten und in meinen Willen eintreten zu lassen.
Denn zuerst muss sie die vollständige Frucht meiner Erlösung entgegennehmen und dann siegreich in den Besitz des unermesslichen Meeres meines Höchsten Willens gelangen.
Ich wünsche nicht, dass sie als eine Fremde eintritt, sondern als meine Tochter, nicht arm, sondern reich, nicht hässlich, sondern schön, als wäre sie ein zweites Ich; daher will Ich mein ganzes Leben in dir konzentrieren.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 28. April 1923)

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… „Wisse dies: Ich sollte dich auf ganz besondere Weise rufen, in meinem Göttlichen Willen zu leben, damit du selbst Ihn kennenlernst und anderen die Heiligkeit des Lebens in Ihm bekannt machst, damit Er auf Erden herrschen möge.
Darum musste Ich in dir die gesamte menschliche Heiligkeit zentrieren, um sie in dir zu vollenden und mit der wahren Heiligkeit des Lebens in meinem Willen den Anfang zu machen.
Die Heiligkeit in der menschlichen Ordnung sollte der Fußschemel sein, der Thron der Heiligkeit in der Ordnung meines Göttlichen Willens. Daher sagte Ich dir dies, seit damals, als Ich dich zum Stand des Sühneopfers berief und zu allem, was du in jenem Zeitabschnitt erlittest, und ersuchte dich um deine Einwilligung.
Nachdem du eingewilligt hattest, versetzte Ich dich in diesen Leidenszustand. Von dir wollte Ich freiwilliges, und kein erzwungenes Leiden, denn es war dein Wille, den Ich sterben lassen und über deinem Willen – gleichsam über einem erloschenen Flämmchen, das große Feuer der Sonne meines Fiat entzünden wollte.
Das freiwillige Leiden ist etwas Großes vor unserer Höchsten Majestät. Darum konnte unser Wille über dem Tod deines in Leiden gleichsam ertränkten Willens, die Herrschaft führen und dich zum Empfang des noch größeren Schatzes seiner Wahrheiten disponieren.
War es nicht mein ganz freiwilliges Leiden – niemand konnte Mich dazu zwingen – welches das große Gut der Erlösung bewirkte? So war alles, was du damals littest, nichts anderes als die Vervollständigung der Ordnung der Heiligkeit [in] menschlicher Art.
Daher sagte Ich dir fast nichts über die Heiligkeit des Lebens in meinem Göttlichen Willen, Ich wollte nämlich die eine [Heiligkeit] abschließen, um die andere zu beginnen.
Und als Ich sah, dass du Mir – selbst um den Preis deines Lebens – nichts von dem, was Ich wünschte, verweigert hast, und dein Wille dabei seinen Weg verlor und sich im ständigen Akt des Sterbens befand, da ging mein Wille seinen Weg und erlangte sein Leben in dir zurück.
Im Maß, wie mein Wille sein Leben in dir zurückgewann, offenbarte Er sich und erzählte dir seine lange Geschichte, seinen Kummer, und wie sehr Er sich nach seiner Herrschaft unter den Völkern sehnt.
Mein Wort ist Leben, und als Ich, zärtlicher als ein Vater, dir über mein Fiat erzählte, formte Ich sein Leben in dir, denn ohne dass du sein Leben in dir hättest, hättest du nie begreifen können, was Ich dir über Ihn erzählte.
Denn nur das, dessen Verständnis und Verteidigung einem am Herzen liegt, das ist es, was das Leben bildet. Was nicht das Leben des Menschen bildet, tritt in die zweit- und nicht in die erstrangige Ordnung ein, und man empfindet nicht die wahre Liebe, die man zum eigenen Leben haben kann.
So konnte Ich dem Leben meines Fiat selbst, das in dir gebildet worden war, alle seine Wahrheiten anvertrauen, um ebenso viele weitere Leben meines Fiat in den Seelen bilden zu können.
Zudem sollte Ich an dir [dasselbe] tun, was Ich an Mir tat: als Ich auf die Erde kam, beobachtete Ich alle Gesetze und unterwarf Mich auf vollkommene Weise allen Opfern des alten Gesetzes wie kein anderer sie je bis dahin eingehalten hatte.
Nachdem Ich alles in Mir vollendete, indem Ich in meiner Menschheit alle Gesetze und Heiligkeiten des alten Bundes vollbracht hatte, schaffte Ich sie ab und machte den Anfang des neuen Gesetzes der Gnade und der neuen Heiligkeit, die Ich auf die Erde brachte.
So handelte Ich auch an dir: Ich konzentrierte in dir die Leiden, Opfer und Kämpfe der gegenwärtigen Heiligkeit, um sie zu vollenden und so die neue Heiligkeit des Lebens in meinem Willen, d.h. das „Fiat Voluntas Tua wie im Himmel so auf Erden“, wieder beginnen zu können…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 9. Mai 1929)

„Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist“ (Mt 5, 18)

… „Meine Tochter, das ganze Gesetz und die Güter der Erlösung wurden von Mir ins Herz meiner lieben Mutter geschrieben und dort hinterlegt.
Da sie die Erste war, die in meinem Willen lebte und Mich daher vom Himmel herabzog und in ihrem Schoß empfing, war es gerecht, dass sie das ganze Gesetz kannte und die Schatzkammer aller Güter der Erlösung wurde; als Ich in mein öffentliches Leben trat, tat Ich die Erlösung[slehre] den Menschen und den Aposteln kund, wobei Ich keinen Beistrich hinzufügte – und nicht deshalb, weil Ich unfähig dazu wäre.
Die Apostel selbst und die ganze Kirche haben dem, was Ich auf Erden sagte und tat, nichts weiter hinzugefügt. Die Kirche hat kein anderes Evangelium verkündet und kein weiteres Sakrament eingesetzt, sondern richtet ihren Fokus stets auf all das, was Ich tat und sagte.
Wer zuerst [zu etwas] berufen wird, muss die Grundlage von all dem Guten empfangen, das Ich an allen Menschengeschlechtern tun will. Die Kirche hat zwar das Evangelium kommentiert und viel über das geschrieben, was Ich tat und sagte, doch hat sie sich nie von meiner Quelle, vom Ursprung meiner Lehren entfernt.
So wird es auch bei meinem Willen sein: Ich werde in dir das Fundament des ewigen Gesetzes meines Wollens legen, sowie alles Nötige zu seinem Verständnis und die notwendigen Lehren; und wenn die Kirche sich in den Erklärungen und Kommentaren ausbreiten wird, wird sie doch nie vom Ursprung, von der Quelle abweichen, die von Mir eingesetzt ist; wenn jemand davon abgehen wollte, würde er ohne Licht und im Finstern bleiben, und wäre, wenn er erleuchtet werden möchte, genötigt, zur Quelle, d.h. zu meinen Lehren zurückzukehren.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 24. Februar 1924)