21In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen. 22Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?
23Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. 24Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben.
25Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit euch? 26Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt.
27Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. 28Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat.
29Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. 30Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

„Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt” (Jn 8, 23)

… „Meine Tochter, bleibe nicht in dir, in deinem Willen, sondern tritt ein in Mich und in meinen Willen. Ich bin unermesslich, und nur wer unendlich ist, kann die Akte, sooft er will, vervielfältigen; wer in der Höhe ist, kann der Niederung Licht spenden; siehst du nicht die Sonne?
Da sie in der Höhe weilt, ist sie Licht für jedes Auge, ja jeder Mensch kann die Sonne zu seiner Verfügung haben, wie wenn sie ganz ihm gehörte. Die Pflanzen, die Bäume, die Flüsse, die Meere hingegen, die unten am Boden sind, stehen nicht allen zur Verfügung, sie können nicht wie hinsichtlich der Sonne sagen: ‚Wenn ich will, mache ich mir alles zu eigen, obwohl auch die anderen es genießen können.‘ Dennoch empfangen alle Dinge am Boden die Wohltat der Sonne, jener das Licht, dieser die Wärme, die Fruchtbarkeit und die Farbe.
Nun, Ich bin das ewige Licht, Ich stehe am höchsten Punkt, und je mehr Ich in der Höhe bin, desto mehr befinde Ich Mich überall und auch tiefer unten; und somit bin Ich das Leben aller, als wäre Ich allein für jeden einzelnen da. Wenn du also allen Gutes tun willst, tritt in meine Unermesslichkeit ein, lebe in der Höhe, losgeschält von allem und auch von dir selbst.
Sonst wäre Erdreich rund um dich, und dann könntest du eine Pflanze sein, ein Baum, aber niemals eine Sonne, und anstatt zu geben, müsstest du empfangen, und das Gute, das du tun wirst, wäre so eng begrenzt, dass man es zählen könnte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. Juli 1918)

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… „Meine Tochter, wann immer die Seele in meinen Willen eintritt und betet, arbeitet, leidet, usw., erlangt sie ebenso viele neue göttliche Schönheiten; so stellt also ein Akt mehr oder weniger, der in meinem Willen vollbracht wird, einen Grad an Schönheit mehr oder weniger dar, den die Seele erlangt; ja nicht nur dies, sondern in jedem zusätzlichen Akt, den sie in meinem Willen tut, erlangt sie weitere Stärke, Weisheit, Liebe, Heiligkeit und anderes mehr; und in dem Maß, wie sie die göttlichen Eigenschaften annimmt, lässt sie die menschlichen hinter sich, ja, wenn sie in meinem Willen wirkt, bleibt das menschliche sogar wie in der Schwebe, und das göttliche Leben wirkt und nimmt den Platz ein, und meine Liebe hat die Freiheit, sich im Geschöpf auszudrücken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 26. März 1918)

„Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt“ (Joh 8,29)

„… Ich werde bei dir bleiben, all dein Handeln beobachten, deine Bewegungen und Wünsche.“
So fühlte ich Ihn während des ganzen Tages bei mir, Er ermahnte mich in allen Dingen, zum Beispiel, wenn ich mich ein wenig durch ein Gespräch mit meiner Familie ablenken ließ, sogar wenn es um gleichgültige Dinge ging, die nicht nötig waren, sprach die Stimme zu mir:
„Diese Gespräche füllen deinen Geist mit Dingen, die nicht zu Mir gehören; sie umgeben dein Herz mit einem Staub, sodass du Meine Gnade nicht mehr deutlich und lebendig fühlst. O bitte, ahme Mich nach, als Ich im Hause von Nazaret war: Mein Geist war mit nichts anderem beschäftigt, als mit der Ehre des Vaters und der Rettung der Seelen; Mein Mund öffnete sich nur zu heiligen Gesprächen.
Mit Meinen Worten versuchte ich, die Beleidigungen gegen den Vater wiedergutzumachen, die Herzen mit Pfeilen zu durchbohren, und sie zu Meiner Liebe zu ziehen – zuerst jene meiner Mutter und des heiligen Josef. Mit einem Wort, alles bezog sich auf Gott, alles wurde für Gott getan und alles wandte sich an Ihn. Warum kannst du nicht dasselbe tun?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)

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Als ich die Kommunion empfangen hatte, dachte ich darüber nach, wie ich Jesus etwas Besonderes anbieten könnte, wie ich meine Liebe beweisen und Ihm noch mehr Gefallen schenken könnte; so sagte ich zu Ihm:
„Mein geliebtester Jesus, ich opfere Dir mein Herz auf zu deiner Genugtuung und zu deinem ewigem Lobpreis; und ich opfere mich selbst Dir auf, sogar die kleinsten Teile meines Körpers, die wie viele Mauern vor Dir stehen mögen, um jegliche Beleidigung, die Dir zugefügt wird, abzuhalten, und ich nehme sie alle auf mich, wenn es möglich wäre, und zu deinem Wohlgefallen, bis zum Tag des Gerichts. Und da ich möchte, dass mein Anerbieten vollständig sei und Dir für alle genugtun möge, beabsichtige ich, dass alle Leiden, die ich tragen werde, indem ich die Dir zugefügten Beleidigungen auf mich nehme, Dir vergelten mögen für all die Verherrlichung, welche die Heiligen, die im Himmel sind, Dir hätten geben sollen, als sie auf Erden waren; und jene (Verherrlichung), welche die Seelen im Fegefeuer Dir hätten geben sollen, und die Verherrlichung, die alle Menschen, die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, Dir schulden. Ich opfere Dir dies auf für alle im Allgemeinen, und für jeden einzelnen im Besonderen.“
Als ich zu sprechen aufhörte, sagte mir der gebenedeite Jesus, ganz bewegt von diesem Anerbieten:
„Meine Geliebte, du selbst kannst die große Befriedigung nicht verstehen, die du Mir bereitet hast, indem du dich Mir auf diese Weise aufgeopfert hast. Du hast allen meinen Wunden Linderung verschafft und hast Mir eine Genugtuung für alle Beleidigungen, die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen erbracht. Ich werde Dir dies für die ganze Ewigkeit anrechnen wie eine ganz kostbare Perle, die Mich ewig verherrlicht; und jedes Mal, wenn Ich darauf schaue, werde Ich dir neue und größere ewige Herrlichkeit geben.
Meine Tochter, es gibt kein größeres Hindernis, das die Vereinigung zwischen den Geschöpfen und Mir verhindert und meiner Gnade entgegengesetzt ist, als der eigene Wille. Indem du Mir dein Herz zu meiner Genugtuung angeboten hast, hast du dich deiner selbst entleert; und da du dich deiner selbst entleert hast, werde Ich Mich ganz dich eingießen, und von deinem Herzen wird ein Lobpreis zu Mir aufsteigen, der dieselben Noten des Lobpreises tragen wird, die mein Herz ununterbrochen meinem Vater gibt, um für die Verherrlichung genugzutun, welche die Menschen Ihm nicht erweisen.“
Während Er dies sagte, sah ich, wie mittels meiner Aufopferung viele Flüsschen aus jedem Teil meiner selbst entsprangen, welche sich über den gebenedeiten Jesus ergossen, Der sie dann mit Schwung und in noch größerer Fülle über den ganzen Himmlischen Hof, das Fegefeuer und alle Völker ausgoss. O, Güte meines Jesus, die eine solch armselige Aufopferung angenommen und mit so viel Gnade vergolten hat! O, Wunder der heiligen und frommen Intentionen! Wenn wir in allen Werken, sogar den einfachsten, von ihnen Gebrauch machten, welchen Handel würden wir nicht erwirtschaften? Wie viele ewige Besitztümer würden wir nicht erwerben? Wie viel mehr Verherrlichung würden wir nicht dem Herrn erweisen? (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 3. Oktober 1901)

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Während ich betete, stellte sich mein liebenswürdiger Jesus nahe zu mir, und ich vernahm, wie auch Er betete, und so hörte ich Ihm zu; und Jesus sprach zu mir:
„Meine Tochter, bete, aber bete, wie Ich bete, d.h. ergieße dich ganz in meinen Willen, und in Ihm wirst du Gott und alle Geschöpfe finden, und indem du dir alle Dinge der Geschöpfe zu eigen machst, wirst du sie Gott geben, als wäre es ein einziges Geschöpf, denn der Göttliche Wille ist Besitzer von allen; und du wirst die guten Akte [der Seelen] der Gottheit zu Füßen legen, um Ihr die Ehre zu erweisen, die schlechten, um sie mit der Heiligkeit, Macht und Unermesslichkeit des Göttlichen Willens, dem nichts entgeht, zu sühnen.
Dies war auch das Leben meiner Menschheit auf Erden. Wie heilig Sie auch war, hatte Sie doch diesen Göttlichen Willen nötig, um dem Vater eine vollständige Genugtuung zu leisten und das Menschengeschlecht zu erlösen, denn nur in diesem Göttlichen Willen fand Ich alle Generationen, die vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen, und alle ihre Akte, Gedanken, Worte, usw. wie im Akt.
Und in diesem Heiligen Wollen nahm Ich, ohne dass Mir etwas entging, alle Gedanken in meinen Geist auf, und für jeden einzelnen im Besonderen begab Ich Mich vor die Höchste Majestät und leistete Sühne für sie; und in demselben Willen stieg Ich in den Geist jedes einzelnen Geschöpfes hinab und teilte ihm die Wohltaten mit, die Ich für seine Intelligenz erfleht hatte.
In meine Blicke nahm Ich alle Augen der Geschöpfe auf, in meine Stimme ihre Worte, in meine Bewegungen die ihren, in meine Hände ihre Werke, in mein Herz die Affekte und Wünsche, in meine Füße die Schritte, und indem Ich Mir sie zu eigen machte, leistete meine Menschheit in diesem Göttlichen Willen dem Vater Genugtuung und brachte die armen Geschöpfe in Sicherheit.
Der Göttliche Vater war dadurch befriedigt und konnte Mich auch nicht zurückweisen, da Er selbst der Heilige Wille ist. Hätte Er etwa sich selbst abgelehnt? Sicher nicht, umso mehr, als Er in diesen Akten vollkommene Heiligkeit, unerreichbare und bezaubernde Schönheit, höchste Liebe, unermessliche und ewige Akte sowie unbesiegbare Macht vorfand.
Dies war das ganze Leben meiner Menschheit auf Erden, vom ersten Augenblick meiner Empfängnis an bis zum letzten Atemzug, um es dann im Himmel und im Heiligsten Sakrament fortzusetzen.
Nun, warum kannst nicht auch du dies tun? Für den, der Mich liebt, ist alles möglich; vereint mit Mir, in meinem Willen, nimm und bringe vor die Göttliche Majestät in deinen Gedanken, die Gedanken aller, in deinen Augen die Blicke aller, in deinen Worten, Bewegungen, Affekten, Wünschen, jene deiner Brüder und Schwestern, um sie zu sühnen, um ihnen Licht, Gnade und Liebe zu erflehen.
In meinem Willen wirst du dich in Mir und in allen befinden, du wirst mein Leben leben, wirst mit Mir beten, und Gott Vater wird daran Wohlgefallen haben und der ganze Himmel zu dir sagen: „Wer ruft uns von der Erde aus?
Wer ist es, der diesen Heiligen Willen in sich selbst hineinzwängen möchte, und damit uns alle zusammen einschließt?“ Und wie viel Wohltaten kann die Erde erlangen, wenn sie den Himmel auf die Erde herabsteigen lässt!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 3. Mai 1916)