Donnerstag der 2. Osterwoche (Joh 3,31-36)
31Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. 32Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an.
33Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist. 34Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt.
35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.
„Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch” (Joh 3, 31)
… „Meine gesegnete Tochter, der Himmel ist stets offen für den, der in meinem Willen lebt. Er neigt sich herab und tut gemeinsam mit der Seele das, was sie tut: Er liebt, arbeitet, betet, leidet, betet an und sühnt zugleich mit ihr.
Er liebt diese gemeinsam mit der Seele vollbrachten Akte so sehr, dass Er sie nicht unten auf der Erde lässt, sondern sie mit Sich in die Himmlische Wohnung trägt, damit sie ihren königlichen Platz einnehmen, als Eroberungen, die in der niederen Welt gemacht wurden, die Ihm und seinem geliebten Geschöpf gehören.
Was in meinem Willen getan wird, das gehört dem Himmel, die Erde ist nicht würdig, es zu besitzen; o, welche Sicherheit und Wonne erwirbt die Seele beim Gedanken daran, dass ihre Akte in der Macht des Göttlichen Fiat sind und sich im Himmel als ihre – nicht menschlichen, sondern göttlichen Besitztümer befinden.
Sie erwarten jene [Seele], weil sie diese geleiten und ihren Thron der Herrlichkeit bilden möchten!
Die Liebe und Eifersucht Gottes und seine Identifikation mit diesen in seinem Willen vollbrachten Akten sind so groß, dass Er sie nicht einmal im Geschöpf belässt.
Vielmehr bewahrt Er sie bei sich auf, als Früchte seines Lebens und Früchte des Geschöpfs, um sich an ihnen zu freuen und die Wonne zu verkosten, geliebt zu werden, und als Anzahlung der Glorie, die Er der Seele in der Himmlischen Heimat gewähren wird.
Diese in meinem Willen getanen Akte erzählen die Liebesgeschichte zwischen Schöpfer und Geschöpf. Nichts freut Mich mehr, als wenn Ich erzählen höre, wie sehr Ich geliebt habe, bis zu welchem Übermaß meine Liebe geht, ja sogar so weit, Mich herabzuneigen, um gemeinsam mit dem Geschöpf das tun zu wollen, was es tut; nicht nur das, sondern das Geschöpf erzählt Mir auch von seiner Liebe, und dass es meinen Akt in seinem Akt aufgenommen hat: so entsteht eine wechselseitige Liebe zwischen beiden, die Uns gegenseitig beglückt.
O wie schön ist es zu sehen, dass die Akte des Geschöpfs, das noch die Verbannung durchwandert, als meine Eroberungen, die Ich im menschlichen Willen errungen habe, schon im Himmel sind! Jeder dieser Akte erfüllt seine eigene Aufgabe: einige lieben Mich, wie Ich zu lieben verstehe, andere beten Mich mit göttlicher Anbetung an, wieder andere machen himmlische Musik für Mich, um Mir zu huldigen, Mich zu preisen und Mir für das große Wunder des Wirkens meines Willens zu danken.
Sei daher aufmerksam und lasse dir nichts entgehen, wo du nicht meinen Willen hineinrufst, damit dein Wirken von meinem Göttlichen Willen beseelt werde.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 10. März 1935)
„Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt“ (Joh 3,34)
… “Meine Tochter, nur dein Jesus kann ausreichende Worte haben, um zu dir über meinen Ewigen Willen zu sprechen, denn meiner göttlichen Natur nach bin Ich der Wille Selbst.
Doch Ich muss meine Rede[weise] einschränken, da deine kleine Fassungskraft nicht alles, was Ihn betrifft, erfassen, verstehen und einschließen kann.
Und Ich muss mich damit begnügen, dir kleine Tropfen über Ihn zu erkennen zu geben, weil dein erschaffener Geist sein unermessliches und unerschaffenes Meer nicht fassen kann.
Diese Lichttröpfchen verwandle Ich in Worte, um Mich deiner kleinen Fassungskraft anzupassen und dich somit etwas von meinem unbeschreiblichen und unmessbaren Fiat verstehen zu lassen.
Es genügt, wenn Ich dir sage, dass mein Göttlicher Wille alles ist und alles einschließt. Würde nur ein Beistrich von all dem, was existiert, in Ihm fehlen, so könnte Er nicht das ‘Alles’ genannt werden.
Damit nun die Seele in mein Fiat eintreten kann, muss sie sich von allem leer machen und sich auf diesen Punkt reduzieren, dort wo ihr Schöpfer sie aus dem Nichts gerufen und ihr die Existenz verliehen hat, [und sich auf die Weise reduzieren], wie die schöpferische Macht meines Göttlichen Willens sie erschuf: schön, leer an allem und nur vom Leben Dessen erfüllt, der sie erschaffen hatte. So wird die Seele, die sich erneut von der schöpferischen Macht meines Fiat erfüllen lässt, wiederum vom Licht und von der Glut meines Fiat leer gemacht.
Und mein Fiat wird sie wieder so schön machen, wie sie aus dem Nichts hervortrat, und ihr gestatten, im ‚Alles‘ meines Willens zu leben.
In Ihm wird die Seele das ‘Alles’ einatmen, sie wird sich ganz als Heiligkeit, als Liebe und Schönheit empfinden, weil das ‘Alles’ meines Göttlichen Fiat sie in seinem Meer behält, wo ihr ‘Alles’ zur Verfügung steht.
Nichts wird ihr [bloß] zur Hälfte oder in kleinen Ausmaßen gegeben werden, denn wer das ‘Alles’ ist, kann sich ganz schenken, und nicht nur „maßgerecht“. Nur in meinem Willen kann die Seele sagen: ‘Ich besitze alles, ja das ‘Alles’ gehört sogar mir.“
Wer hingegen nicht in meinem Göttlichen Willen lebt, der kann, da sein Wesen nicht unter der Herrschaft einer schöpferischen Macht steht, weder die ganze Fülle eines Göttlichen Lebens besitzen, noch wird er seine Seele bis zum Rand mit Licht, Heiligkeit und Liebe ausgefüllt fühlen.
Diese [Eigenschaften] fließen sogar nach außen über und bilden Meere um die Seele herum, und diese hat das Gefühl, dass alles ihr gehört. Diese Seele nun, die nicht in meinem Willen lebt, wird höchstens kleine göttliche Partikel fühlen, den Eindruck von Gnade, von Liebe, von Heiligkeit – aber nicht alles.
Daher ist nur die Seele, die in meinem Fiat lebt, die einzige, die das Glück hat, sich im Wunder ihrer Erschaffung zu bewahren und die Rechte innezuhaben, die Überfülle der Güter ihres Schöpfers zu besitzen und in dieser zu leben.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 20. September 1929)
„Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben“ (Joh 3,35)
… „Meine Tochter, die Schmerzen der Liebe sind die qualvollsten. Siehst du, in diesen Strömen der Liebe zwischen Mir und meinem Vater ist die gesamte Liebe, die alle Geschöpfe Mir schuldeten, daher gibt es dort die verratene Liebe, die verweigerte Liebe, die zurückgewiesene Liebe, die verkannte Liebe, die zertretene Liebe usw.
O, wie durchbohrend gelangt dies an mein Herz, dass Ich Mich zum Sterben fühle! Wisse, dass Ich bei der Erschaffung des Menschen viele Ströme der Liebe zwischen Mir und ihm festgelegt habe: es genügte Mir nicht, ihn erschaffen zu haben, nein, Ich musste so viele Ströme der Liebe zwischen Mich und ihn legen, dass es keinen Teil in ihm geben möge, wo nicht diese Ströme flössen.
So floss im Intellekt des Menschen der Strom der Liebe meiner Weisheit, im Auge floss der Strom der Liebe meines Lichtes, im Mund der Strom der Liebe meines Wortes, in den Händen der Strom der Liebe der Heiligkeit meiner Werke, im Willen der Strom meiner Liebe, und so mit allem Übrigen.
Der Mensch war erschaffen worden, damit er in ständiger Verbindung mit seinem Schöpfer sei, und wie konnte er in Verbindung mit Mir sein, wenn meine Ströme nicht in den seinen flossen?
Mit der Sünde unterbrach er all diese Ströme und blieb von Mir getrennt. Weißt du, wie das geschah?
Betrachte die Sonne: ihr ganzes Licht trifft auf die Erdoberfläche und erfüllt sie derart, dass sie ihre Wärme so lebendig und real spüren lässt, dass sie allem, was die Erde hervorbringt, Fruchtbarkeit und Leben verleiht.
So kann man sagen, dass die Sonne und die Erde in Verbindung miteinander stehen. O, um wie viel enger sind die Verbindungen zwischen dem Menschen und Mir, der wahren ewigen Sonne!
Nun, wenn ein Mensch die Macht hätte, den Strom des Lichtes, der auf die Oberfläche der Erde trifft, zwischen der Erde und der Sonne zu unterbrechen, welchen Schaden würde er damit anrichten! Die Sonne würde den Lichtstrom ganz in sich zurückziehen, die Erde bliebe im Dunkeln, ohne Fruchtbarkeit und ohne Leben.
Welche Strafe würde er verdienen! All dies tat der Mensch in der Schöpfung. Und Ich stieg vom Himmel auf die Erde herab, um alle diese Ströme der Liebe wieder zu vereinigen, doch ach, wie viel kostete Mich das!
Und der Mensch fährt mit seiner Undankbarkeit fort und unterbricht von neuem die Ströme, die Ich wieder hergestellt habe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 20. November 1922)
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… „Meine Tochter, wundere dich nicht. Meinem Willen ist alles möglich. Die wahre Liebe beginnt, wenn sie vollkommen ist, bei sich selbst.
Das wahre Vorbild ist die Heiligste Dreifaltigkeit. Mein Himmlischer Vater liebte sich selbst und zeugte in seiner Liebe seinen Sohn, also liebte Er sich selbst in seinem Sohn. Ich, sein Sohn, liebte Mich selbst im Vater, und aus dieser Liebe ging der Heilige Geist hervor.
In dieser Liebe zu sich selbst zeugte der Himmlische Vater eine einzige Liebe, eine einzige Macht und Heiligkeit usw. Dies legte die unzertrennliche Einheit der Drei Göttlichen Personen fest.
Auch als Wir die Schöpfung schufen, liebten Wir Uns selbst. So liebten Wir Uns selbst, als Wir den Himmel ausbreiteten und die Sonne schufen.
Es war die Liebe zu Uns selbst, die Uns drängte, so viele Dinge zu erschaffen, die Unser würdig und unzertrennlich von Uns waren.
Als Wir den Menschen erschufen, war die Liebe zu Uns selbst noch intensiver, und indem Wir Uns selbst in ihm liebten, reproduzierte unsere Liebe unser Leben und die Ähnlichkeit mit Uns auf dem Grunde seiner Seele. Man kann nicht geben, was man nicht hat, und da unsere Liebe vollkommen war, konnten Wir, die Wir Uns selbst liebten, Uns nicht von dem trennen, was aus Uns hervorging.
Wenn jetzt unser Wille möchte, dass der Mensch in Ihm lebe, damit Er sein Reich in ihm errichten kann, liebt Er sich [dabei] selbst. Indem Er sich selbst liebt, will Er das geben, was Er besitzt.
Er ist erst dann zufrieden, wenn Er die Wiederholung unseres Lebens heranbildet, wenn Er in den menschlichen Akten wirkt und sie triumphierend und siegreich zu unserer höchsten Glorie und Ehre in unseren göttlichen Schoß trägt, damit Wir unser Leben in seinem Wirken in der Seele erkennen, die in seinem Willen lebt.
Dies genau bedeutet es, sich in dem, was man tun und hervorbringen will, selbst zu lieben: Sich selbst zu geben, um ein anderes Wesen bilden zu können, das einem ähnlich ist.
Unser Wille ist jener, der unser Leben fruchtbar macht und aussät. Wo Er disponierte Seelen findet, liebt Er sich selbst und befruchtet sie mit seiner Liebe und sät in ihnen seine göttlichen Akte aus, die in ihrer Gesamtheit das große Wunder des Lebens Gottes in der Seele bilden.
Bleibe daher in der Gewalt meines Willens und lass Ihn aus dir machen, was Er möchte, dann werden Wir beide glücklich sein.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 19. Oktober 1937)
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… Mein Jesus, anbetungswürdiger Gekreuzigter! In diesen drei Stunden bittersten Todeskampfs willst du alles erfüllen, was dir der Vater aufgetragen hat. Während du am Kreuz hängst, erkenne ich, dass du im Innern deiner Seele für alle Schuld und Sünde dem Vater Genugtuung leisten willst.
Du dankst ihm für alles, sühnst für alle, bittest um Verzeihung für alle und flehst für alle um die Gnade, dich nicht mehr zu beleidigen. Um dies vom Vater zu erlangen, stellst du ihm dein ganzes Leben vom ersten Augenblick deiner Menschwerdung bis zum letzten Atemzug vor Augen.
Meine grenzenlose Liebe! Gestatte, dass auch ich mit deiner trostlosen Mutter, dem hl. Johannes und den frommen Frauen dein ganzes Leben dem Vater vorstelle. Mein süßer Jesus!
Ich danke dir für die zahlreichen Dornen, die dein anbetungswürdiges Haupt durchstochen haben; ich danke für die Blutstropfen, die es vergossen, für die Schläge, die es empfangen hat, und dass du dir dein Haar ausraufen ließest.
Ich danke dir für all das Gute, das du getan und allen erfleht hast, für das Licht und für die guten Einsprechungen, die du uns gegeben, und dass du uns unzählige Male alle Sünden, alle Gedanken des Stolzes, des Hochmuts und der Selbstüberhebung verziehen hast… (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)


