Mittwoch der 2. Osterwoche (Joh 3,16-21)
16Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. 17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
18Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat. 19Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.
20Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. 21Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.
„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16)
Ich war bedrückt bei dem Gedanken, dass ich genötigt bin, auch die kleinsten Dinge zu sagen und zu schreiben, die der gute Jesus mir sagt. Dann, bei seinem Kommen, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, jedes Mal, wenn Ich zu dir spreche, beabsichtige Ich, eine kleine Quelle in deinem Herzen zu eröffnen, denn alle meine Worte sind Fontänen, die hinaufschießen zum Ewigen Leben und zu ihm führen, doch damit sich diese Quellen in deinem Herzen bilden, musst du hier auch von dem deinigen etwas niederlegen, d.h. du musst sie richtig kauen, um sie in dein Herz schlucken zu können und dort die Quelle zu öffnen.
Indem du immer wieder darüber nachdenkst, bildest du das Kauen; und indem du es dem mitteilst, der Autorität über dich hat und dir versichert wird, dass es mein Wort ist, schluckst du sie ohne Zweifel und öffnest die Quelle für dich.
Und bei den Gelegenheiten, wo du sie brauchst, bedienst du dich ihrer und trinkst in großen Schlucken an der Quelle meiner Wahrheit. Wenn du sie niederschreibst, öffnest du die Kanäle für alle, die ihren Durst löschen wollen, damit sie nicht vor Durst sterben. Nun, wenn du diese Gedanken nicht sagst, denkst du nicht darüber nach, und wenn du sie nicht kaust, kannst du sie nicht schlucken.
Deshalb läufst du Gefahr, dass die Quelle sich nicht bildet und das Wasser nicht entspringt, und wenn du dann dieses Wasser brauchen wirst, wärest du selbst die Erste, die Durst leiden würde; und wenn du nicht schreibst, um wie viele Güter wirst du, wenn du die Kanäle nicht öffnest, die anderen berauben?”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 13. Oktober 1921)
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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ mich der süße Jesus einen Teil seiner Peinen und Tode erleiden, die Er für jedes Geschöpf gelitten hat.
Aus meinen kleinen Leiden begriff ich, wie schrecklich und tödlich die Leiden Jesu gewesen waren. So sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, meine Leiden sind für die menschliche Natur unbegreiflich, und die Leiden meiner Passion selbst waren Schatten und Gleichnisse meiner inneren Leiden: Meine inneren Leiden wurden Mir von einem Allmächtigen Gott auferlegt, und keine Faser konnte dem Schlag entrinnen; jene meiner Passion waren Mir von den Menschen auferlegt worden, die weder Allmacht noch Allsicht besaßen und daher nicht das tun konnten, was sie wollten, noch in alle meine einzelnen Fasern eindringen konnten.
Meine inneren Leiden waren inkarniert, und meine Menschheit selbst wurde in Nägel, Dornen, Geißeln, Wunden, in so grausame Martern umgewandelt, dass sie Mir ständige Tode bereiteten; diese waren untrennbar von Mir, bildeten mein eigenes Leben selbst.
Indessen waren jene meiner Passion außerhalb von Mir, es waren Dornen und Nägel, die eingetrieben werden, und – wenn man wollte – auch entfernt werden konnten; und der bloße Gedanke, dass ein Leid weggenommen werden kann, ist eine Erleichterung.
Doch meine inneren Leiden wurden von meinem eigenen Fleisch selbst gebildet, daher gab es keine Hoffnung, dass sie aus Mir entfernt werden noch dass die Schärfe eines Dornes oder die Durchbohrung der Nägel abgemildert werden konnte.
Meine inneren Leiden waren so schwer und so viele, dass Ich die Leiden meiner Passion [dagegen] Erleichterungen und Küsse nennen könnte, die sie meinen inneren Leiden gaben, und die, sich miteinander vereinigend, den höchsten Beweis meiner großen und überfließenden Liebe für die Rettung der Seelen erbrachten.
Meine äußeren Leiden waren Stimmen, die alle aufriefen, in den Ozean meiner inneren Leiden einzutreten, um ihnen verständlich zu machen, wie viel Mich ihre Rettung gekostet hat.
Außerdem kannst du aus deinen eigenen inneren Leiden, die dir von Mir mitgeteilt werden, in etwa die ständige Intensität der Meinen verstehen. Fasse daher Mut, es ist die Liebe, die Mich dazu drängt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 19. August 1922)
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… Als ich weiter über die Geburt des kleinen Königs Jesus nachdachte, fragte ich Ihn: ‚Liebes kleines Kindchen, sag mir, was tatest Du, als Du den schrecklichen Undank der Menschen gegen deine so große Liebe sahst?‘
Da erwiderte Jesus: „Meine Tochter, hätte Ich die menschliche Undankbarkeit gegen meine so große Liebe in Betracht gezogen, so wäre Ich gleich wieder in den Him-mel zurückgekehrt. Ich hätte also meine Liebe betrübt und verbittert und das Fest in Trauer verwandelt.
Willst du wissen, wie Ich meine größten Werke noch schöner mache? Mit dem Aufwand und der größten Pracht meiner Liebe lasse Ich alles beiseite, die menschliche Undankbarkeit, die Sünden, Armseligkeiten und Schwächen, und Ich lasse meinen größten Werken [freien] Lauf, als ob es diese Dinge nicht gäbe.
Wollte Ich das Böse im Menschen berücksichtigen, hätte Ich weder große Werke tun, noch meine ganze Liebe dabei ins Spiel bringen können. Ich wäre in meiner Liebe gehemmt und blockiert.
Um hingegen in meinen Werken frei zu sein und sie so schön wie möglich zu gestalten, stelle Ich alles zur Seite, und wenn nötig, decke Ich alles mit meiner Liebe zu, sodass Ich nichts sehe als meine Liebe und meinen Willen.
So gehe Ich bei meinen größten Werken vor und vollbringe sie, als hätte Mich niemand beleidigt, denn zu unserer Ehre darf nichts an der Zierde, Schönheit und Groß-artigkeit unserer Werke mangeln.
Daher wünsche Ich, dass auch du dich nicht mit deinen Schwächen, Armseligkeiten und Übeln befasst. In der Tat, je mehr man daran denkt, desto schwächer fühlt man sich, desto mehr erdrücken die Übel das arme Geschöpf, und das Elend zieht sich noch mehr um den Menschen zusammen.
Indem man an sie denkt, nährt die Schwachheit wieder die Schwachheit, und das arme Geschöpf fällt noch tiefer, die Übel gewinnen an Kraft, das Elend lässt es vor Hunger sterben. Denkt man hingegen nicht an sie, verschwinden sie von selbst.
Ganz gegenteilig verhält es sich mit dem Guten: ein Gut nährt das andere Gute, ein Akt der Liebe ruft nach weiterer Liebe, eine Hingabe an meinen Willen lässt neues göttliches Leben in sich fühlen. Der Gedanke an das Gute bildet also die Nahrung und die Kraft, um weiteres Gutes zu tun. Daher will Ich, dass sich deine Gedanken nur damit befassen, Mich zu lieben und in meinem Willen zu leben.
Meine Liebe wird dein Elend und all deine Übel verbrennen. Mein Göttlicher Wille wird sich zu deinem Leben machen und sich deiner Armseligkeiten als Schemel be-dienen, auf dem Er seinen Thron errichten kann.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 25. Dezember 1937)
„Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht“ (Joh 3, 19)
Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand, da kam mein stets liebenswürdiger Jesus, und weil ich seit einigen Tagen ganz zusammengezogen war, sodass ich mich bewegungsunfähig fühlte, sagte Er zu mir, indem Er meine Hände in die seinen nahm: „Meine Tochter, lass Mich dich lösen.“
Und indem Er sich nahe zu mir begab, legte Er meine Arme über seine Schultern, und sagte zu mir: „Nun bist du gelöst. Drücke dich an Mich, der Ich gekommen bin, um dir Gesellschaft zu leisten und im Gegenzug die deine zu erhalten. Siehst du, Ich bin der von den Menschen isolierte Gott: Ich lebe in ihrer Mitte, bin das Leben ei-nes jeden ihrer Akte, und sie sehen Mich an, als wäre Ich nicht bei ihnen. O, wie beweine Ich meine Einsamkeit!
Mich hat dasselbe Schicksal getroffen wie die Sonne: während sie mit ihrem Licht und ihrer Wärme inmitten aller lebt, und es keine Fruchtbarkeit gibt, die nicht von ihr kommt, und sie mit ihrer Hitze die Erde von so viel Unflat reinigt und ihre Güter unzählige sind, die sie großzügig über alle niedersteigen lässt, lebt sie doch stets allein in der Höhe und der undankbare Mensch entsendet ihr nie ein „Danke!“, ein Zeichen der Anerkennung.
So bin ich: Allein, immer allein, während Ich in ihrer Mitte das Licht eines jeden Gedanken bin, der Klang eines jeden Wortes, die Bewegung eines jeden Werkes, der Schritt eines jeden Fußes, der Schlag eines jeden Herzens; und der undankbare Mensch lässt Mich allein, sagt Mir kein „Dankeschön“, kein „Ich liebe Dich“.
Ich bleibe im Intellekt allein, denn das Licht, das Ich ihnen gebe, verwenden sie für sich selbst, und vielleicht, um Mich zu beleidigen. In den Worten bleibe Ich allein, denn der Klang, den sie bilden, dient oftmals dazu, um Mich zu lästern.
Ich bleibe allein in den Werken, weil sie sich ihrer bedienen, um Mich zu töten, in den Schritten, im Herzen, die nur beabsichtigen, Mir ungehorsam zu sein und das zu lieben, was nicht Mir angehört.
O, wie lastet diese Einsamkeit auf Mir! Doch meine Liebe und Großmut sind so groß, dass Ich wirksamer als die Sonne meinen Lauf fortsetze, und in meinem Lauf halte Ich Ausschau, ob Mir jemand in so großer Einsamkeit Gesellschaft leisten will, und wenn Ich ihn finde, bilde Ich meine ständige Gesellschaft mit ihm und überschütte ihn überreich mit all meinen Gnaden.
Deshalb bin Ich zu dir gekommen, Ich war so vieler Einsamkeit müde, lasse Mich nie allein, meine Tochter!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 26. Juni 1922)


