5In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 6Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe.
7Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.
8Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; 9Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 10Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 11Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

„Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7)

Ich war weiterhin in meinem gewohnten Zustand und fühlte mich wegen der Entbehrung meines stets liebenswürdigen Jesus bedrückt, und als Er kam, sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, wenn du Meiner beraubt bist, bediene dich Meiner Beraubung, um die Akte deiner Liebe zu Mir zu verdoppeln, zu verdreifachen, zu verhundertfachen, auf eine Art, dass du in und außerhalb von dir eine Umgebung ganz aus Liebe formst, sodass du Mich in dieser Umgebung noch schöner und wie wiedergeboren zu neuem Leben findest, denn wo Liebe ist, da bin Ich.
Und deshalb kann es für die Seele, die Mich wahrhaft liebt, keine Trennung geben, sondern Wir bilden dieselbe Sache, denn die Liebe scheint Mich zu erschaffen, Mir Leben zu geben, Mich zu ernähren, lässt Mich wachsen.
In der Liebe finde Ich meinen Mittelpunkt und fühle Mich neu geschaffen und wiedergeboren, während Ich doch ewig bin, ohne Anfang und ohne Ende. Doch dank der Seele, die Mich liebt, gefällt Mir die Liebe so sehr, dass Ich Mich wie wiederhergestellt fühle.
Außerdem finde Ich in dieser Liebe meine wahre Ruhe. Meine Intelligenz ruht in der Intelligenz dessen, der Mich liebt, es ruhen mein Herz, mein Verlangen, meine Hände, meine Füße im Herzen dessen, der Mich liebt, im Verlangen dessen, der Mich liebt und Mich allein ersehnt, in den Händen, die für Mich arbeiten, in den Füßen, die nur für Mich gehen.
So gehe Ich Schritt um Schritt voran, um Mich in der Seele, die Mich liebt, auszuruhen, und die Seele mit ihrer Liebe findet Mich in allem und überall, ruht ganz in Mir aus und wird in meiner Liebe wiedergeboren, verschönert und wächst auf wunderbare Art in meiner eigenen Liebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 30. Mai 1912)

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Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort und beklagte mich bei Jesus, dass Er noch nicht gekommen war; und als Er dann kam, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, mein Wille verbirgt in sich meine eigene Menschheit: dies ist der Grund, warum Ich, wenn Ich zu dir über meinen Willen spreche, dir manchmal meine Menschheit verberge.
Du fühlst dich von Licht umgeben, vernimmst die Stimme, aber siehst Mich nicht, weil mein Wille meine Menschheit in sich absorbiert, da diese ihre Grenzen hat, während mein Wille ewig und grenzenlos ist.
In der Tat, als meine Menschheit auf Erden weilte, reichte sie nicht an alle Orte, zu allen Zeiten und allen Umständen, und wohin sie nicht reichen konnte, dort ersetzte und reichte hin mein grenzenloser Wille.
Und wenn Ich Seelen finde, die in allem aus meinem Willen leben, so kommen diese für meine Menschheit auf, sie ersetzen die Zeiten, die Orte und die Umstände, ja bis hin zu den Leiden, denn da in ihnen mein Wille lebt, bediene Ich Mich ihrer, wie Ich Mich meiner Menschheit bediente.
Was war meine Menschheit anderes als das Organ meines Willens? Und so sind jene, die meinen Willen tun.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 24. März 1914)

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… Als ich sah, dass mir mein anbetungswürdiger Jesus entschwand, als Er über seinen Willen sprach, und wie in einem unermesslichen Licht ausgeblendet war, so wie die Sonne die Sterne überstrahlt und sie mit ihrem Licht ausblendet, sagte ich: „Jesus, mein Leben, sprich nicht über deinen Willen zu mir, denn dann wirst Du in seinem Licht ausgeblendet, und ich verliere Dich und bleibe allein, ohne Dich. Wie kann es sein, dass dein Wille mich mein Leben, mein Alles verlieren lässt?”
Und Jesus fügte hinzu: „Meine Tochter, meine Menschheit ist geringer als mein ewiger Wille.
Sie hat ihre Grenzen und Beschränkungen, und wenn sich mein endloser Wille dir mit seinen Kenntnissen nähert, verliert sich meine Menschheit in seinem Licht und wird gleichsam in den Schatten gestellt.
Deshalb siehst du Mich nicht, doch Ich bleibe immer in dir und freue Mich, weil Ich die kleine Neugeborene meines Willens vom selben Licht ausgeblendet sehe wie meine Menschheit.
So sind Wir zusammen, doch da unsere Sicht durch das glänzende Licht des Höchsten Wollens geblendet wird, können Wir einander nicht sehen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 23. Januar 1924)

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Die Entbehrungen meines süßen Jesus dauern immer länger, und ich tue nichts anderes, als seine Rückkehr zu ersehnen und danach zu seufzen.
Wie sehr ich auch in der Hingabe an das Göttliche Fiat lebe, sind Jesu Beraubungen doch so tiefe und bittere Wunden, dass ich, mehr als ein verwundeter Hirsch, meine schmerzvollen Schreie aussende.
Wenn ich könnte, würde ich Himmel und Erde betäuben und alle zum Weinen bringen – wegen dieser so qualvollen Pein und so großen Entbehrung. Diese lässt mich die Last eines unendlichen Schmerzes und einer stets offenen Wunde fühlen, ausgenommen jene wenigen Augenblicke, in denen Er zu mir über seinen Göttlichen Willen spricht. Dann scheint sich die Wunde zu schließen, aber nur, um sich noch schmerzhafter wieder zu öffnen.
So bin ich genötigt, in meine Schriften die leidvolle Note meiner kleinen Seele hineinfließen zu lassen, die mehr als eine verwundete Hirschkuh ihren Schmerz hinausruft, um diesen Jesus zu verwunden, der mich verwundet.
Vielleicht kommt Er ja verwundet zu mir zurück und verschafft meiner schmerzvollen Note eine Ruhepause.
Als ich mich in den Kummer über seine Entbehrung versenkt fühlte, und ganz seinem Willen hingegeben war, bewegte Er sich in meinem Inneren und sagte zu mir:
“Mut, meine Tochter, überlasse dich nicht deinem Kummer, sondern steige höher hinauf. Du weißt, dass du eine Aufgabe zu erfüllen hast, und diese Aufgabe ist so groß, dass nicht einmal die Pein meiner Beraubung dich aufhalten darf, sondern im Gegenteil dazu dienen soll, weiter ins Licht meines Göttlichen Willens hinaufzusteigen.
Dein Kontakt mit Ihm muss kontinuierlich sein, denn Ihr beide müsst einen Austausch des Lebens durchführen: Er muss Sich ständig dir schenken, und du dich Ihm.
Du weißt ja, dass Bewegung, Herzschlag und Atem andauern müssen, sonst kann es kein Leben geben. Du würdest verursachen, dass dein Leben in meinem Fiat fehlt, und mein FIAT hätte den Schmerz, dass seine kleine Tochter, seine teure Neugeborene, der Grund wäre, dass ihre Bewegung, ihr Herzschlag und Atem in Ihm Selbst fehlen würde.
Mein Fiat würde spüren, wie sich seine Neugeborene losreißt, die Es– um ihr Leben als Sein eigenes Leben zu fühlen – stets geboren werden lässt und sie nicht einmal für einen einzigen Schritt aus seinem Schoß hervortreten lässt.
Und du würdest spüren, wie das Leben seiner kontinuierlichen Bewegung, seines Herzschlags und Atems in dir fehlt und würdest den Leerraum eines Göttlichen Willens in deiner Seele empfinden.
Nein, nein, meine Tochter, Ich will keinerlei leeren Platz meines Willens in dir. Nun, du sollst wissen, dass alle Mitteilungen über mein Göttliches Fiat an dich, vielen Stufen gleichen, auf denen mein Wille in die Seele hinabsteigt, um sie in Besitz zu nehmen und sein Reich zu errichten.
Und die Seele steigt [auf ihnen] zum Himmel empor, um meinen Willen vom Himmel auf die Erde zu bringen. Daher ist es eine große Aufgabe, und es ist besser, keine Zeit zu verlieren, aus welchem Grund auch immer – und sei er auch heilig.
Du siehst, wie Ich Mich Selbst in meinem Göttlichen Willen gleichsam auslösche und Ihm den ganzen Platz überlasse. Wenn Ich meine kleinen Ausflüchte mache, indem Ich [zu dir] komme, dann nur, um Mich mit meinem Göttlichen Willen zu befassen und das neu zu ordnen und dich wissen zu lassen, was Ihn betrifft. Sei daher aufmerksam und lasse deinen Flug in Ihm andauern.”
Ich fühlte mich wegen der Entbehrungen Jesu weiterhin bedrückt und dachte mir: “Wie sehr hat doch seine Liebe im Vergleich zur Liebe, die Er früher zu mir hatte, abgenommen!
Mir scheint, als wären mir nur die Schatten der Liebe Jesu geblieben.” Doch als ich darüber nachdachte, bewegte Er sich in meinem Inneren und sagte zu mir: “Meine Tochter, jeder Akt, den du in meinem Göttlichen Willen tust, verdoppelt meine Liebe zu dir.
Darum kann Ich nach so vielen Jahren deines Wirkens in Ihm sagen, dass meine Liebe so sehr gewachsen ist, dass Ich deine Fassungskraft ausdehnen muss, damit du meine immer mehr zunehmende Liebe aufnehmen kannst, die in Mir in jedem Akt, den du in meinem Willen tust, entsteht.
So ist meine Liebe intensiver und hat sich im Vergleich zur Liebe von früher verhundertfacht, sodass du dir sicher sein kannst, dass meine Liebe dir wirklich niemals, niemals fehlen wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 16. April 1929)