12In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. 13Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
14Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. 15Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.

„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Joh 16,12)

Mein armer Geist verlor sich in den vielen Kenntnissen des Höchsten Willens, und ich dachte mir: „Warum hat Jesus so viel Interesse daran, dass man diesen Göttlichen Willen kennt und dass Er mitten unter den Menschen herrscht?“ Da trat mein stets liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir:
„Meine Tochter, willst du wissen, warum Mir so viel daran liegt, meinen Willen bekannt zu machen, und daran, dass Er inmitten der Geschöpfe regiert? Weil nur Er das Mittel ist, um die Geschöpfe wieder herzustellen, und Er Mich in die Lage versetzt, um geben, und sie, um empfangen zu können.
Solange mein Wille nicht triumphierend und herrschend inmitten der Geschöpfe zurückkehrt, werde Ich nicht geben können, was Ich möchte. Und in ihnen wird die Fassungskraft, der Platz fehlen, um das aufnehmen zu können, was Ich geben kann und will.
Denn nur mein Wille allein hat diese Kraft und Macht, dass Er, indem Er die Ordnung und das Gleichgewicht zwischen Schöpfer und Geschöpf herstellt, alle Verbindungswege zwischen ihnen öffnet.
Gott hat seinen königlichen Weg, um seine Gaben gefahrlos übersenden zu können, um herabsteigen zu können, wann immer Er will, und den Menschen persönlich die größten Güter überbringen zu können.
Und das Geschöpf, das denselben Weg besitzt, kann Ihn empfangen, oder aufsteigen und gehen, um selbst entgegenzunehmen, was sein Herr ihm geben will.
Wie reich und mächtig ein König auch ist, wenn er niemanden findet, dem er geben kann, wird er nie das Glück und die Befriedigung haben, schenken zu können. Seine Reichtümer werden unwirksam, einsam und verlassen sein.
Er wird vielleicht in seinen Reichtümern ersticken, doch wird er nie das Glück und die Seligkeit besitzen, zu geben und die anderen seine Güter genießen zu lassen, weil er niemanden findet, dem er sie geben könnte.
Dieser König wird ein einsamer, verlassener König sein, ohne Gefolge. Er wird niemanden haben, der ihm zulächelt, der ihm Danke sagt. Es wird nie ein Fest für ihn geben, denn das Fest entsteht durch Geben und Empfangen. So wird dieser König mit all seinen Reichtümern einen Nagel im Herzen spüren: die Verlassenheit, die Eintönigkeit. Er wird reich sein, doch ohne Ehre, ohne Heldentum, ohne Namen. Welcher Schmerz für diesen König, samt seinen ganzen Reichtümern!
Nun, meine Tochter, der Grund, warum Wir die Schöpfung hervorbrachten und den Menschen schufen, war der, um unsere Reichtümer zu geben, damit sich mit der inneren Herrlichkeit und dem unermesslichen Glück, das Wir besaßen, die äußere Herrlichkeit unserer Werke vereinige.
Da aber das Geschöpf nicht in unserem Willen ist, empfinden Wir es als fern von Uns, und es gibt auch niemanden, der Uns mit seinem Dank umgibt, noch einen, der Uns mit Wohlgefallen wegen unserer Werke zulächelt.
Alles ist Einsamkeit, Wir sind von unermesslichen Reichtümern umgeben, aber weil unsere Geschöpfe weit weg von Uns sind, haben Wir niemanden, dem Wir sie geben könnten, niemanden, der unsere Werke bewundert, um sich ihrer zu erfreuen.
Wir sind glücklich, aber wegen Uns selbst! Es gibt niemanden, der unsere Seligkeit im Geringsten trüben könnte, doch sind Wir gezwungen, das Unglück der Geschöpfe anzusehen: denn da sie von Uns getrennt sind, können sie nicht empfangen, und Wir können nicht geben.
Der menschliche Wille hat Gitter errichtet und die Verbindungstore mit Schlüsseln versperrt. Das Geben bedeutet Großzügigkeit, Heldentum, Liebe, das Empfangen ist Gnade. Aber indem das Geschöpf den eigenen Willen tut, behindert es unsere Freigebigkeit, unseren Heroismus und unsere Liebe.
Und wenn etwas gegeben wird, ist es stets eingeschränkt, mittels Anstrengungen und Intrigen, denn da zwischen ihnen und Uns die Ordnung fehlt, fließen die Dinge nicht frei.
Wir sind nicht leidensfähig, und unser Wesen ist unantastbar für alle Übel, aber wenn Wir Schmerzen leiden könnten, würde das Geschöpf unsere Existenz vergiften.
Dies ist also der Grund für unser ganzes Interesse daran, unseren Willen bekanntzumachen und unter den Menschen herrschen zu lassen: Wir wollen geben, Wir wollen die Geschöpfe glücklich machen mit unserer eigenen Seligkeit, und nur unser Wille kann all das tun, d.h., den Zweck der Schöpfung verwirklichen und Uns erlauben, unsere Güter zusammenzulegen.“
O Wille Gottes, wie bewundernswert, machtvoll und ersehnenswert bist Du! Ach, besiege doch alle mit deiner Herrschaft, gib Dich zu erkennen und mache, dass wir uns alle Dir beugen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 21. Februar 1927)

—————–

„… Nun, Tochter meines Willens, wisse, dass Ich Ordnung bin und meine Werke daher alle geordnet sind. Schau, wie geordnet die Schöpfung ist. Der Mensch war der Zweck der Schöpfung, und doch erschuf Ich den Menschen nicht zuerst, sonst hätte Ich die Ordnung nicht eingehalten.
Wo hätte Ich diesen Menschen hinsetzen sollen, worauf hätte er sich stützen sollen? Ohne Sonne, die ihn erleuchtet, ohne den Himmelspavillon, der ihm als Raum dienen sollte und ohne Pflanzen zur Nahrung war alles ungeordnet.
Mein Fiat ordnete neu und schuf alles, und nachdem Es die schönste Wohnstätte errichtet hatte, schuf Es den Menschen. Sieht man darin nicht die Ordnung deines Jesus? Nun, auch bei dir sollte Ich die Ordnung einhalten.
Es war zwar unser erster Zweck, dir unseren Göttlichen Willen bekannt zu machen, damit Er in dir wie ein König in seinem eigenen Palast herrsche. Zudem solltest du, nachdem Er dir seine göttlichen Unterweisungen gab, das Sprachrohr sein, um anderen sein Reich zu verkünden.
Dennoch war – wie in der Schöpfung – die Vorbereitung des Himmels deiner Seele nötig, der wie mit Sternen mit meinen vielen Worten über die schönen Eigenschaften meines Willens übersät war.
Ich musste auf die niedrige Ebene deines menschlichen Willens herabsteigen, um ihn leer zu machen, zu läutern, zu verschönern und in allem neu zu ordnen. Man kann sagen, dass Ich viele Arten von Schöpfungen in dir vollbrachte: Ich musste die alte ungeordnete Erde deines menschlichen Willens verschwinden lassen, um die Ordnung des Göttlichen Fiat tief in deinem Inneren zurückzurufen.
Indem Es die alte Erde deines ganzen Wesens verschwinden ließ, sollte Es mit seiner Schöpferkraft Himmel, Sonnen und Meere erstaunlicher Wahrheiten wiedererstehen lassen.
Du selbst weißt, wie all dies durch das Kreuz heranreifte, indem Ich dich von allem absonderte und dich so auf Erden leben ließ, als wäre sie keine Erde mehr für dich, sondern Himmel – indem Ich dich stets in Mir oder in der Sonne meines Göttlichen Fiat versenkt hielt.
So war all mein Wirken an dir nichts anderes als die nötige [vorbereitende] Ordnung, damit Ich dir die große Gabe meines Göttlichen Willens geben konnte, wie sie der erste Mensch am Anfang seiner Erschaffung erhalten hatte.
Daher waren so viele Vorbereitungen nötig, da sie diesem Menschen dienen sollten, der das große Geschenk unseres Willens als sein bevorzugtes Erbe besitzen sollte – Symbol der großen Vorbereitungen, die Ich in deiner Seele wirkte.
Bete deshalb meine Verfügungen an und danke Mir, indem du Mir treu bist. Ein anderes Beispiel dafür, wie zweitrangige Werke nötig sind, um den Zweck zu erreichen, die erstrangigen Werke eines Zieles, das Wir Uns vorgenommen hatten, heranzubilden, ist meine Erlösung.
Als Ich auf die Erde kam und menschliches Fleisch annahm, war genau dies mein Ziel: die Menschheit wieder zu erheben und meinem Göttlichen Willen das Recht auf die Regentschaft in dieser Menschheit zu übertragen.
Indem Er nämlich in meiner Menschheit herrschen konnte, wurden die Rechte auf beiden Seiten, der menschlichen und göttlichen, wieder in Kraft gesetzt. Und doch kann man sagen, dass Ich nichts darüber verlauten ließ, kaum einige Worte, und ihnen zu verstehen gab, dass Ich allein dafür in die Welt gekommen war, um den Willen des Vaters im Himmel zu tun und dessen große Bedeutung begreiflich zu machen.
Bei einer anderen Gelegenheit sagte Ich: ‘Wer den Willen meines Vaters tut – der ist Mir Bruder, Schwester und Mutter und gehört zu Mir.’ Über alles andere schwieg Ich, während doch der Zweck genau jener war, das Reich meines Göttlichen Willens unter den Menschen zu errichten.
Es war nämlich angemessen, nicht nur das Heil der Geschöpfe sicherzustellen. Vielmehr sollte Ich auch meinen Göttlichen Willen in Sicherheit bringen, indem Ich Ihm seine Rechte über alles Fleisch zurückgab, wie Ich es Ihm über das Meine verliehen hatte; sonst hätte es im Erlösungswerk eine Unordnung gegeben.
Wie könnte Ich das Heil der Menschen sicherstellen und dabei die göttlichen Rechte unseres Fiat außer Acht lassen? Das konnte nicht sein. Doch obwohl das erste Ziel der Ausgleich aller [„buchhalterischen“] Posten meines Göttlichen Willens war, hielt Ich Mich als Himmlischer Arzt daran, ihnen Medizin und Heilmittel zu verabreichen.
Ich sprach zu ihnen über Vergebung und Losschälung, setzte Sakramente ein und litt schreckliche Schmerzen bis hin zum Tod. Ich bereitete dadurch sozusagen die neue Schöpfung, damit die Geschöpfe meinen Göttlichen Willen als König und Herrscher mitten unter seinem Volk aufnehmen konnten.
So verfuhr Ich mit dir: als erstes sprach Ich als Vorbereitung zu dir über Kreuze, Tugenden und Liebe, um dich für die Anhörung der Lehren über mein Fiat zu disponieren, damit du Es kennenlernen und dadurch lieben solltest.
Wenn du dann in dir selbst den großen Schatz seines Lebens wahrnimmst, würdest du danach verlangen, sein Leben allen zu schenken, damit mein Wille bekannt und geliebt werde und zur Herrschaft gelange.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 20. November 1929)

—————–

… „Meine Tochter, du kennst noch immer nicht die große Wohltat, welche die Seele durch das Leben in meinem Willen empfängt, und die große Herrlichkeit, die sie ihrem Schöpfer darbringt. Jeder Akt, den sie in meinem Willen tut, ist eine Stütze, wo sich Gott auf sein Geschöpf aufstützt, Stütze seiner Macht, Liebe und Heiligkeit.
Je öfter die Seele ihre Akte wiederholt, desto mehr vertrauen Wir Uns ihr an und desto mehr können Wir Uns auf das stützen, was Uns gehört, weil hier nämlich unser Wille ist, welcher der Seele die Kapazität und Kraft verleiht, das aufnehmen zu können, was Wir geben wollen.
Wenn Wir aber nicht unseren Willen und die wiederholten Akte der Seele in Ihm vorfinden, können Wir Uns nirgends aufstützen. Die Seele besitzt dann weder Kraft noch Fassungskraft noch den Platz, wo sie unsere Gaben aufnehmen könnte, noch die Gnade, dass Wir Uns ihr anvertrauen könnten.
Wie arm ist der Mensch ohne unseren Willen! Diese Seele ist die wahre Zitadelle ohne Tore, ohne Wächter zur Verteidigung, allen Gefahren ausgesetzt.
Wollten Wir etwas geben, so hieße das, unsere Gaben und sogar unser eigenes Leben der Nutzlosigkeit und den Gefahren auszusetzen, Beleidigungen und Undankbarkeiten zu erhalten, und dies würde Uns zwingen, die Gaben und Gnaden in Züchtigungen zu verwandeln.
Du sollst nämlich wissen, dass Wir, wenn die Seele unseren Willen tut, unsere Interessen festlegen, sie sicherstellen und nie zu unserem Nachteil arbeiten. Zuerst bringen Wir unsere Interessen und unsere Glorie in Sicherheit, und dann erst werden Wir tätig.
Sonst sähe es aus, als würden Wir Uns nicht um unsere Heiligkeit kümmern oder unsere Gaben und Taten nicht wertschätzen, und es schiene, als würden Wir weder Uns selbst, noch unsere Macht, noch unsere Möglichkeiten kennen.
Wer geht jemals an ein Unternehmen, ohne zuerst seine Interessen in Sicherheit zu bringen? Niemand! Es könnte nämlich passieren, dass sein Unternehmen unglücklicherweise einige Verluste einbringt.
Wenn er aber seine Interessen zuerst in Sicherheit gebracht hat, wird ihm dies dazu dienen, dass er von seinem [Lebens]Stand[ard] keine Abstriche machen muss, sondern ihn halten kann. Hätte er aber seine Interessen nicht in Sicherheit gebracht, so könnte er schließlich sogar vor Hunger sterben.
Daher wollen Wir also, dass der Mensch in unserem Willen lebe, weil Wir unsere Interessen in Sicherheit bringen wollen. Unser Wille übernimmt die Verpflichtung, alles, was Wir [der Seele] geben, die Liebe, Heiligkeit, Güte usw., Uns als ebenso viele göttliche Akte wieder zurückzuerstatten.
So haben Wir göttliche Liebe gegeben, und göttliche Liebe gibt Uns unser Wille zurück. Er wandelt die Seele in unsere Heiligkeit und Güte um und macht, dass die Seele Uns heilige und gute Akte [zurück]gibt, sodass selbst ihr Atem, ihre Bewegung und ihre Schritte rein und heilig sind.
Wir empfinden ihre Akte ähnlich den Unseren, weil unser Wille sie so für Uns gestaltet. Und wenn wir das, was Uns gehört, von der Seele empfangen – durch unser FIAT ins Göttliche umgewandelt – so bleiben unsere Interessen gewahrt; unsere Liebe feiert, unsere Herrlichkeit triumphiert, und Wir bereiten neue Überraschungen an Liebe, Gaben und Gnaden vor.
Wenn Wir unseren Gewinn erhalten, sorgen Wir Uns um nichts mehr, halten Uns nicht mehr zurück, sondern wirken und geben so überfließend, dass die Himmel staunen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 26. Oktober 1938)