29In jener Zeit sagten die Jünger zu Jesus: Jetzt redest du offen und sprichst nicht mehr in Gleichnissen. 30Jetzt wissen wir, dass du alles weißt und von niemand gefragt zu werden brauchst. Darum glauben wir, dass du von Gott gekommen bist.
31Jesus erwiderte ihnen: Glaubt ihr jetzt? 32Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir.
33Dies habe ich zu euch gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt seid ihr in Bedrängnis; aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt.

„Die Stunde kommt, und sie ist schon da, in der ihr versprengt werdet, jeder in sein Haus, und mich werdet ihr allein lassen. Aber ich bin nicht allein, denn der Vater ist bei mir“ (Joh 16,32)

… „Kind, lass uns weinen über so viele mir geweihte Seelen, die sich nicht mehr um mich kümmern und mich alleinlassen, wenn keine Prüfungen oder sonstiges Ungemach über sie kommen; über andere, furchtsame und feige Seelen, die mich aus Mangel an Mut und Vertrauen verlassen; über Unzählige, die in heiligen Dingen keinen Vorteil für sich finden und deswegen kein Interesse an mir haben; über so viele Priester, die predigen, Messe lesen, Beichte hören nur aus Gewinnsucht oder eitler Ruhmsucht.
Sie lassen andere glauben, sie seien stets auf mich bedacht, ich jedoch bin meistens allein. Kind, wie hart ist eine solche Verlassenheit! Nicht allein meine Augen weinen Tränen, es blutet auch mein Herz. ch, ich bitte dich, meinen herben Schmerz zu mildern, indem du mir versprichst, mich nie alleinzulassen.“… (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 1 bis 2 Uhr: Jesus auf dem Weg zum Hohenpriester Annas wird in den Bach Kedron gestoßen)

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Ich setzte meinen gewöhnlichen Zustand fort und vereinigte mich mit Jesus, indem ich Ihn bat, mich nicht allein zu lassen und dass Er kommen möge, um mir Gesellschaft zu leisten, und Er bewegte sich in meinem Inneren und sagte zu mir:
„Meine Tochter, wenn du wüsstest, wie sehr Ich die Gesellschaft der Geschöpfe ersehne, verlange und liebe! So sehr, dass Ich, als Ich den Menschen schuf, sprach: ‚Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, lasst Uns ein anderes Geschöpf machen, das ihm ähnlich sei und ihm Gesellschaft leiste, damit einer die Freude des anderen sei‘.
Diese selben Worte sagte Ich, bevor Ich den Menschen schuf, zu meiner Liebe: „Ich will nicht allein sein, sondern will das Geschöpf in meiner Gesellschaft, Ich will es erschaffen, um Mich mit ihm zu unterhalten, um mit ihm alle meine Wonnen zu teilen, in seiner Gesellschaft werde Ich meine Liebe ergießen‘.
Deswegen schuf Ich den Menschen nach meinem Abbild, und wenn sein Verstand an Mich denkt und sich mit Mir beschäftigt, so leistet er meiner Weisheit Gesellschaft, und Wir unterhalten uns gegenseitig, indem meine Gedanken den seinen Gesellschaft leisten.
Wenn sein Blick Mich und das Erschaffene betrachtet, um Mich zu lieben, nehme Ich die Gesellschaft seines Blickes wahr. Wenn die Zunge betet, das Gute lehrt, spüre Ich die Gesellschaft seiner Stimme. Wenn das Herz Mich liebt, fühle Ich die Gesellschaft in meiner Liebe, und so mit allem übrigem.
Wenn er aber das Gegenteil tut, fühle Ich Mich allein und wie ein vereinsamter König. Ach! Wie viele lassen Mich allein und verkennen Mich!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 24. Januar 1920)

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… „Meine Tochter, der Akt meiner Geburt war der feierlichste Akt in der ganzen Schöpfung. Himmel und Erde fühlten sich beim Anblick meiner kleinen Menschheit, die meine Gottheit wie mit Mauern [in sich] eingeschlossen hielt, in tiefste Anbetung versenkt.
So herrschte im Augenblick meiner Geburt ein Akt der Stille, der tiefen Anbetung und des Gebetes: Meine Mama betete und war hingerissen von der Kraft des Wunders, das aus ihr hervortrat, es betete der heilige Josef, es beteten die Engel, und die ganze Schöpfung fühlte, wie die Kraft der Liebe meiner schöpferischen Macht in ihr erneuert wurde.
Alle [Dinge] fühlten sich geehrt und empfingen wahre Ehre, da Jener, der sie erschaffen hatte, sich ihrer zu dem, was seine Menschheit benötigte, bedienen sollte.
Die Sonne fühlte sich geehrt, dass sie ihrem Schöpfer ihr Licht und ihre Glut spenden sollte; sie anerkannte Den, Der sie geschaffen hatte, als ihren wahren Herrn und feierte Ihn festlich und ehrenvoll, indem sie Ihm ihr Licht schenkte.
Die Erde fühlte sich geehrt, als sie spürte, dass Ich in einer Krippe lag, sie fühlte sich von meinen zarten Gliedern berührt und jubelte vor Freude mit wunderbaren Zeichen.
Die ganze Schöpfung, alle geschaffenen Wesen, erblickten ihren wahren König und Herrn in ihrer Mitte; sie fühlten sich geehrt und jedes wollte Mir seinen Dienst anbieten: das Wasser wollte meinen Durst löschen, die Vögel mit ihrem Trillern und Singen Mich unterhalten, der Wind wollte Mich liebkosen, die Luft Mich küssen, alle wollten Mir ihren unschuldigen Tribut zollen.
Nur die undankbaren Menschen waren zögerlich – obwohl alle etwas Ungewohntes in sich empfanden, eine Freude, eine machtvolle Kraft: doch sie würgten alles ab und bewegten sich nicht. Wenngleich Ich sie unter Tränen, Seufzern und Schluchzen herbeirief, rührte sich keiner, außer ein paar Schafhirten.
Und doch war Ich ja für den Menschen auf die Erde gekommen, um Mich ihm zu schenken, ihn zu retten und in meine himmlische Heimat zurückzuführen!
Deshalb wartete Ich gespannt, ob der Mensch zu Mir komme, um das große Geschenk meines Gott-Menschlichen Lebens in Empfang zu nehmen: so tat Ich in der Menschwerdung nichts anderes, als Mich in die Gewalt der Menschen zu begeben.
Bei der Menschwerdung gab Ich Mich in die Macht meiner lieben Mama, bei der Geburt kam noch der heilige Josef hinzu, dem Ich das Geschenk meines Lebens machte. Und da meine Werke ewig, und keinem Ende unterworfen sind, zog sich diese Gottheit, dieses WORT, das vom Himmel herabstieg, nicht mehr von der Erde zurück, damit Es sich ständig allen Menschen hingeben könne.
Solange Ich lebte, gab Ich Mich unverhüllt hin, und wenige Stunden vor meinem Tod wirkte Ich dann das große Wunder, dass Ich Mich im Sakrament zurückließ, damit jeder, der Mich wünschte, das große Geschenk meines Lebens empfangen könne.
Ich achtete nicht auf die Beleidigungen, die sie Mir zufügen würden, noch auf ihre Weigerung, Mich zu empfangen. Ich sagte Mir: „Ich habe Mich hingegeben und will Mich nicht mehr zurückziehen.
Sie mögen mit Mir tun, was sie wollen, doch Ich werde immer für sie da sein und zu ihrer Verfügung stehen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 24. Dezember 1924)

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… Später kam mein süßer Jesus zurück; Er war ein zartes Kindlein, Er wimmerte, weinte und zitterte vor Kälte; Er warf sich in meine Arme, damit ich Ihn wärme.
Ich drückte Ihn ganz fest an mich, und meiner Gewohnheit gemäß, verabgründete ich mich in seinen Willen, um die Gedanken aller, zusammen mit den meinen, zu finden und das zitternde Jesuskind damit zu umgeben: mit der Anbetung jedes geschaffenen Intellekts; die Blicke aller zu finden, damit alle Jesus ansehen und Ihn vom Weinen ablenken; den Mund, die Worte und Stimmen aller Geschöpfe zu finden, damit alle Ihn küssen mögen und Er somit zum Wimmern aufhöre, und damit sie Ihn mit ihrem Atem erwärmen.
Als ich dies tat, hörte das Jesuskind zu wimmern und zu weinen auf und als wäre Ihm warm geworden, sagte Es zu mir:
„Meine Tochter, hast du gesehen, was Mich zittern, weinen und wimmern ließ? Das Verlassensein von den Geschöpfen. Du hast sie rund um Mich gestellt, Ich fühlte Mich angeschaut, geküsst von allen, und mein Weinen wurde gestillt.
Wisse jedoch, dass mein Los im Sakrament noch härter ist als mein Los als Kind. Obwohl die Höhle kalt war, war sie doch geräumig, es war Luft zum Atmen da; die Hostie ist auch kalt, aber so klein, dass Mir gleichsam die Luft fehlt; in der Grotte hatte Ich eine Krippe mit ein wenig Heu als Bett; in meinem sakramentalen Leben habe Ich nicht einmal Heu, und als Bett nichts als hartes und eiskaltes Metall.
In der Grotte war meine liebe Mama, die Mich sehr oft mit ihren reinsten Händen nahm und Mich mit feurigen Küssen bedeckte, um Mich zu wärmen, die mein Weinen stillte und Mich mit ihrer süßesten Milch ernährte. In meinem sakramentalen Leben ist es ganz das Gegenteil: Ich habe keine Mutter.
Wenn sie Mich nehmen, fühle Ich die Berührung unwürdiger Hände, Hände, die nach Erde und nach Mist riechen. O, wie fühle Ich den Gestank, mehr als den Kot, den Ich in der Grotte wahrnahm!
Statt Mich mit Küssen zu bedecken, verletzen sie Mich mit ehrfurchtslosen Handlungen, und statt der Milch geben sie Mir die Galle der Sakrilegien, der Gleichgültigkeit, der Kälte.
In der Grotte ließ es der Heilige Josef nachts nie an einer kleinen Laterne von Licht fehlen, aber wie oft bleibe Ich hier im Sakrament auch in der Nacht im Dunkeln!
O, um wie viel leidvoller ist mein Los im Sakrament! Wie viele verborgene, von niemandem gesehene Tränen, wie viele Seufzer, die nicht gehört werden!
Wenn dich also mein Los als Kind zum Mitleid bewegt hat, umso mehr muss dich mein sakramentales Los zum Mitleid bewegen“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 25. Dezember 1920)

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… „Gesegnete Tochter meines Willens, da alle geschaffenen Dinge für die [menschlichen] Geschöpfe gemacht wurden, blieb mein Göttlicher Wille in jedem von ihnen zurück, um die Menschen zu rufen.
Er wollte nämlich nicht allein bleiben, sondern wünschte den Menschen, für den alles geschaffen wurde, um ihm die Rechte über sie zu verleihen, und damit Er nicht um den Zweck betrogen werde, wofür Er sie geschaffen hatte. Wer vernimmt nun diesen Ruf?
Die Seele, die meinen Willen als Leben besitzt. Das Echo meines Willens, der in den geschaffenen Dingen ist, gleicht dem Echo in der Seele, die Ihn besitzt, und Er selbst trägt sie in seinen Armen dorthin, wohin mein Wille selbst sie hin ruft.
Da sie ihre von Mir verliehenen Rechte hat, sprechen, wenn sie liebt, alle geschaffenen Dinge [ebenfalls] ‚Liebe‘; wenn sie anbetet, sagen sie ‚Anbetung‘; wenn sie dankt, dann sprechen sie ‚Danksagung‘, sodass man im Himmel, in der Sonne, im Meer, im Wind, in allem, selbst im kleinen Vöglein, das zwitschert, die Liebe, die Anbetung, die Danksagung der Seele schweben sieht, die meinen Göttlichen Willen besitzt.
Wie weitreichend ist ihre Liebe und alles, was sie tun und sagen kann! Himmel und Erde sind in ihrer Macht.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 23. April 1932)