1In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht. 2Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt.
3Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast. 4Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast.
5Vater, verherrliche du mich jetzt bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war. 6Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben, und sie haben an deinem Wort festgehalten.
7Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen, und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.
9Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. 11aIch bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir.

„Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast“ (Joh 17, 3)

… „So handeln auch Wir: wenn Wir die Seele leer von allem sehen, sodass sie allein unseren Göttlichen Willen ersehnt, erfreut Uns dies so sehr, dass Wir sie – damit man Uns erkenne und liebe – in Licht, Liebe und in unseren Uns betreffenden Wahrheiten ertränken; dann legen Wir ihr Stück für Stück kleinweise dar, was Wir ihr zuvor alles auf einmal eingegossen haben und freuen uns somit auch daran, dass Wir Uns ihrer kleinen Fassungskraft anpassen können.
Du musst wissen, dass die im Göttlichen Willen lebende Seele, unter so vielen Vorrechten die Gabe der eingegossenen Wissenschaft zurückerwerben wird.
Diese wird sie zur Erkenntnis unseres Göttlichen Seins hinführen und somit die Entfaltung des Reiches des Göttlichen Fiat in ihrer Seele erleichtern.
Diese Gabe wird für sie [auch] ein Führer in der Ordnung der natürlichen Dinge und wie eine Hand sein, die sie in allem leitet und ihr das pulsierende Leben meines Willens in allen geschaffenen Dingen zu erkennen gibt und die Wohltaten, die Er ihr ständig reicht.
Diese Gabe wurde Adam am Anfang seiner Erschaffung geschenkt. Zugleich mit unserem Göttlichen Willen besaß er die Gabe der eingegossenen Wissenschaft.
So erkannte er mit Klarheit nicht nur unsere göttlichen Wahrheiten, sondern alle heilsamen Kräfte, welche die ganze Schöpfung zum Wohl des Menschen in sich barg, vom größten Ding bis zum kleinsten Grashalm.
Als er nun unseren Göttlichen Willen zurückwies und den eigenen tat, zog unser Fiat Sein Leben und damit die Gabe zurück, deren Träger er gewesen war; so blieb Adam in der Finsternis, ohne das wahre und reine Licht der Kenntnis aller Dinge.
Mit der Rückkehr des Lebens meines Willens in die Seelen wird auch seine Gabe der eingegossenen Wissenschaft zurückkehren. Diese Gabe ist untrennbar von meinem Göttlichen Willen, wie das Licht nicht von der Wärme getrennt werden kann.
Wo Er regiert, bildet Er das Auge voller Licht in der Tiefe der Seele, die mit diesem göttlichen Auge die Kenntnis Gottes und der geschaffenen Dinge erwirbt, soweit es einem Geschöpf möglich ist.
Zieht sich nun mein Wille zurück, so bleibt das Auge blind, da Der, der ihr Sehvermögen beseelte, sie verlassen hat, d.h. dass Er nicht länger das wirkende Leben in der Seele ist.
Es ist wie bei den leiblichen Augen: solange sie gesund sind, kann der Mensch sehen und Farben, Objekte und Menschen unterscheiden.
Trüben sich jedoch die Pupillen ein und lassen kein Licht mehr durch, wird der Mensch blind und kann nichts mehr unterscheiden. Er kann sich höchstens mit seinem Gehör- und Tastsinn behelfen, wenn er etwas wissen und verstehen will, doch sein Augenlicht ist erloschen und zu Ende.
Er wird vielleicht noch Augen besitzen, die aber kein lebendiges Licht mehr haben, sondern dichte Finsternis, und ihm zum Kummer über das verlorene Sehvermögen gereichen.
So ist mein Wille: in der Seele, in der Er herrscht, konzentriert Er diese Gabe der eingegossenen Wissenschaft: diese sieht und versteht klarer als ein Auge, doch ohne Anstrengung, die göttlichen Wahrheiten, die schwierigsten Kenntnisse unseres Höchsten Wesens – doch mit wunderbarer Leichtigkeit, ohne Kunstgriffe und ohne Studium.
Dies gilt noch mehr für die natürlichen Dinge, deren Substanz und innewohnende Wohltaten nur Jener kennen kann, der sie erschaffen hat. Daher ist es kein Wunder, wenn unser Göttlicher Wille der Seele, in der Er herrscht, unser göttliches Wesen und alles, was Er geschaffen hat, offenbart.
Wo Er nicht regiert, ist alles Finsternis für das arme Geschöpf. Unsere Kinder sind blind und erkennen weder ihren Vater, noch lieben sie Ihn, Der sie schuf und mehr als ein Vater liebt und sich nach der Liebe seiner Kinder sehnt.
Mein Göttlicher Wille kommt zur Seele, in der Er herrscht, nicht mit leeren Händen, sondern bringt alle Güter mit, die Er besitzt. Wenn die Menschen undankbar sind und Ihn zum Rückzug nötigen, nimmt Er alles [wieder] mit sich, da Er untrennbar ist von seinen Gütern.
Er gleicht der Sonne, die bei Tagesanbruch die Erde mit ihrem Licht und ihren wohltuenden Wirkungen beschenkt; wenn sie sich am Abend zurückzieht, nimmt sie ihr ganzes Licht wieder mit und lässt nichts zurück, nicht einmal einen Tropfen Licht für die Nacht.
Und warum? Weil sie unmöglich ein einziges Partikel ihres Lichtes loslösen kann, denn dieses ist untrennbar von ihrem Licht. Wo immer sie mit ihrer Lichtfülle, die sie in sich birgt, hingeht, wird es helllichter Tag.
Sei daher aufmerksam, denn wo mein Wille regiert, möchte Er Großes tun und alles geben. Er passt sich nicht an, kleine Dinge zu tun, sondern möchte den helllichten Tag aufgehen lassen und sich an Gaben und Pracht hervortun.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 22. Mai 1932)

„Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast“ (Joh 17, 4)

Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort und mein liebenswürdiger Jesus ließ mich sein Heiligstes Herz sehen, wobei Er sprach:
„Meine Tochter, wie viele Tugenden mein Herz übte, so viele Quellen formten sich in Ihm, und als sie gebildet wurden, entsprangen daraus unzählige Bächlein, die bis zum Himmel sprudelnd, in würdiger Weise den Vater im Namen aller verherrlichten, und diese Bächlein flossen vom Himmel zum Wohl aller Geschöpfe zurück.
Wenn nun auch die Geschöpfe die Tugenden üben, bilden sich in ihren Herzen die kleinen Quellen, aus denen ihre kleinen Bächlein entspringen, die sich mit meinen Bächlein kreuzen und gemeinsam mit den meinen aufsprudelnd, den Himmlischen Vater verherrlichen und zum Wohl aller hinabsteigen, und eine solche Harmonie zwischen Himmel und Erde bilden, dass selbst die Engel über diesen zauberhaften Anblick erstaunt sind.
Sei daher darauf bedacht, die Tugenden meines Herzens zu üben, damit Ich die Quellen meiner Gnaden auftun möge.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 27. Juni 1919)

———————

… „Da zudem meine Menschheit auf Erden im Göttlichen Willen lebte, gab es in ihr kein Werk, keinen Gedanken, kein Wort usw., das Ich nicht in Mich eingeschlossen hätte, um alle Aktivitäten der Geschöpfe zu bedecken.
Man kann sagen, dass Ich einen Gedanken für jeden Gedanken, ein Wort für jedes Wort hatte usw., um meinen Vater vollständig zu verherrlichen und den Geschöpfen Licht, Leben, Güter und Heilmittel zu schenken.
Nun, in meinem Willen existiert alles, und wer in Ihm leben soll, muss alle Menschen einschließen, um abermals durch alle meine Akte zu gehen und ihnen eine weitere göttliche Färbung zu verleihen, die von meinem Willen genommen ist, um Mir das zu vergelten, was Ich tat.
Nur wer in meinem Willen lebt, kann Mir diese Erwiderung darbringen, und Ich erwarte diese Seele gleichsam als Mittel, damit Ich den Göttlichen Willen mit dem menschlichen in Verbindung bringen und diesem die Güter geben kann, die Er enthält.
Ich will die Seele als Vermittlerin, die denselben Weg macht, den meine Menschheit in meinem Willen ging, und somit die Tür des Reiches meines Willens auftut, die der menschliche Wille verschlossen hatte.
Deshalb ist deine Sendung groß, und es braucht Opfer und viel Aufmerksamkeit.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 10. Juni 1924)

„Sie gehörten dir, und du hast sie mir gegeben“ (Joh 17, 6)

Ich fühlte mich zwar hingegeben an das Göttliche Fiat, aber auch so ganz vernichtet, dass ich mich kleiner als ein Atom sah und mir dachte: ‘Wie elend, klein und unbedeutend bin ich!’
Da unterbrach mein anbetungswürdiger Jesus meinen Gedanken, zeigte sich und sprach zu mir: „Meine Tochter, ob du klein oder groß bist, du gehörst zu unserer Göttlichen Familie und bist ein Mitglied von ihr – und das genügt für dich.
Ja, vielmehr ist es alles für dich, die größte Herrlichkeit und Ehre, die du besitzen könntest.” Und ich: ‘Meine Liebe, wir sind alle aus Dir hervorgegangen und gehören alle Dir, deshalb ist es kein Wunder, dass ich Dir gehöre.’
Und Jesus: „Sicher gehören durch die Bande der Schöpfung alle zu Mir. Aber es besteht ein großer Unterschied zu einer Seele, die Mir nicht nur durch die Band der Schöpfung, sondern mit dem Band der Fusion der Willen angehört, d.h. dass mein Wille ihr einziger und alleiniger Wille ist.
Von dieser kann Ich behaupten, dass sie mit wahren Familienbanden zu Mir gehört, da der Wille das Intimste ist, das es geben kann, sowohl in Gott wie auch im Geschöpf.
Er ist der wesentliche Teil des Lebens, der leitet und herrscht und die Eigenschaft besitzt, Gott und das Geschöpf mit unzertrennlichen Banden zu verbinden. Aus dieser Unzertrennlichkeit kann man erkennen, dass es zu unserer Göttlichen Familie gehört.
Ist das nicht auch in einem Königreich so? Alle gehören dem König, aber auf wie viele verschiedene Weisen! Einige gehören ihm als Volk, andere als Armee, andere als Minister, einige als Wächter, andere als Hofbeamte, wieder eine andere als die Gemahlin des Königs und jene als seine Kinder.
Wer gehört nun zur Königsfamilie? Der König, die Königin, ihre Kinder. Alle anderen im Reich können sich nicht als zur Königsfamilie gehörig bezeichnen, sondern sie gehören zum Reich, sind Untertanen und dem Gesetz verpflichtet, und Rebellen werden [sogar] ins Gefängnis geworfen.
Obwohl Uns also alle – wenn auch auf verschiedenartigste Weise – angehören, so leben nur jene, die in unserem Göttlichen Willen leben, in unserer Mitte.
Unser Göttliches Fiat bringt diese Seele in seinem Lichtschoß in das Innerste unseres göttlichen Schoßes, und Wir können sie auch nicht von Uns trennen. Dazu müssten Wir Uns nämlich von unserem Göttlichen Willen selbst trennen – was Wir nicht tun können noch wollen.
Vielmehr sind Wir glücklich, dass Wir sie besitzen und als unser teures Andenken „verhätscheln“ können, als unsere überquellende Liebe die Schöpfung hervorbrachte und das Geschöpf im Erbe unseres Willens leben lassen wollte, damit es seinen Schöpfer mit seinem unschuldigen Lächeln unterhalte.
Wenn du dich als klein erkennst, ist es die übergroße Liebe meines Fiat, die so aufmerksam und eifersüchtig über dir wacht, dass sie dir auch nicht einen Akt deines menschlichen Willens zugesteht.
So wächst das Menschliche in dir nicht, und du fühlst dich immer klein, weil mein Wille in deiner Kleinheit sein Leben heranbilden möchte. Wenn sein Göttliches Leben zunimmt, hat das menschliche Leben kein Wachstumsrecht.
So musst du dich damit begnügen, stets klein zu bleiben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 10. Januar 1930)