DREIFALTIGKEITSSONNTAG – C – (Joh 16,12-15)
12In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. 13Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst heraus reden, sondern er wird reden, was er hört, und euch verkünden, was kommen wird.
14Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden. 15Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden.
„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen“ (Joh 16,12)
Ich fühlte mich wie versenkt in den Heiligen Willen Gottes, und mein süßer Jesus schien großen Gefallen daran zu finden, mir in meinem Inneren Licht zu senden, und ich fühlte mich wie überschattet von diesem Licht.
Ich fühlte, wie mein Geist so sehr angefüllt wurde, dass ich es nicht mehr fassen konnte und sprach daher: „Jesus, mein Herz, weißt Du nicht, dass ich klein bin? Ich kann nicht alles fassen, was Du meinem Verstand eingeben willst.”
Darauf Jesus: „Meine kleine Tochter, fürchte dich nicht, dein Jesus wird dich dieses Licht schluckweise trinken lassen, damit du es aufnehmen und begreifen kannst. Weißt du, was dieses Licht bedeutet? Es ist das Licht meines Willens, es ist dieser, von den anderen Menschen zurückgewiesene Göttliche Wille, der auf die Erde kommen und dort seine Herrschaft antreten möchte, und daher jemanden finden will, der Ihn aufnimmt, versteht und liebt.
Damit Er herrschen kann, möchte Er eine kleine Seele finden, die sich anbietet, all jene Akte aufzunehmen, die der Höchste Wille für jeden Menschen bestimmt hatte, um ihn glücklich und heilig zu machen und ihm die Güter zu geben, die Er enthält.
Nun, diese Seligkeit, Heiligkeit und die Güter, die der Ewige Wille als Geschenk für die Menschen hervorbrachte, sind, als Er die ganze Schöpfung erschuf, [aus Ihm] herausgetreten und gleichsam in der Schwebe. Wenn Er niemanden findet, der sie entgegennimmt und Ihm dafür jene Huldigung, Ehre und jenes Ehrengeleit darbringt, welche die anderen Geschöpfe Ihm nicht erwiesen haben, kann Er nicht kommen und auf der Erde herrschen.
Deshalb ist es deine Aufgabe, alle Generationen zu umschließen und alle Akte des Höchsten Willens aufzunehmen, die sie zurückgewiesen haben – mit allen Gütern, die Er enthält. Tust du dies nicht, so kann mein Ewiger Wille nicht voll festlicher Freude kommen und herrschen, sondern wird seine kummervolle Vergangenheit beweinen – wie undankbar Er zurückgewiesen wurde – und wer weint, der kann nicht herrschen.
Deshalb wünscht Er für die für jeden Menschen bestimmten Akte seines Wollens nicht nur eine Wiedergutmachung, sondern Er sucht eine Seele, die voll Liebe seine Seligkeit aufnehmen möchte und das, was Er in sich birgt.”
Und ich: „Jesus, meine Liebe, wie könnte ich das tun? Ich bin zu klein und auch ein kleiner Schelm – Du weißt das, ich fürchte vielmehr, dass ich es nicht einmal für mich selber tun kann, wie sollte ich es für die anderen tun können?”
Er erwiderte: „Genau deshalb habe Ich dich auserwählt und bewahre dich klein, damit du nichts aus dir selber tust, sondern stets gemeinsam mit Mir. Auch Ich weiß, wie klein und zu nichts nütze du bist, höchstens dazu, Mich mit deinen Kindereien zum Lächeln zu bringen.
Deshalb wird dein Jesus an alles denken.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 15. November 1923)
——————–
… „Meine Tochter, dennoch ist es wahr, dass bis jetzt niemand das Reich meines Willens besessen noch die ganze Fülle der Einheit des Lichtes genossen hat, das Er enthält. Dies ist es nämlich, was Mich am meisten interessiert und am meisten verherrlicht und was sogar alle göttlichen Rechte in Sicherheit bringen und das Werk der Schöpfung und Erlösung vervollständigen wird und außerdem den Geschöpfen die größte Wohltat bringen, die es im Himmel und auf Erden geben kann. Wenn dies also schon [in einem Heiligen] gewesen wäre, dann hätte Ich dies auf eine Art getan, dass Ich es bekannt gemacht hätte. Wie Ich die vielen Tugenden und Wunder meiner Heiligen bekannt machte, so hätte Ich die Seele bekannt gemacht, die das Reich meines Willens besessen hat, das Mir so sehr am Herzen liegt, um es an die anderen weiterzugeben, damit diese die Seele nachahmen, die es besessen hat.
Nun, die Heiligen des Alten Testamentes waren in derselben Lage wie Adam, dem der Göttliche Wiederhersteller fehlte, Der, während er den menschlichen und den Göttlichen Willen festigen sollte, auf göttliche Weise die Schuld des schuldig gewordenen Menschen abzahlen musste. Jedoch nahmen sowohl die Heiligen der Antike wie auch die modernen, ebenso viel von meinem Willen, wie sie von Ihm erkannten. Die Wunder selbst, die sie wirkten, waren kleine Partikel der Macht meines Willens, die ihnen mitgeteilt worden war. So haben alle meine Heiligen, einige unter seinem Schatten, andere in den Widerspiegelungen seines Lichtes gelebt, andere seiner Macht ergeben, wieder andere in den Ordnungen seiner Befehle, denn es gibt keine Heiligkeit ohne meinen Willen. Doch sie haben von Ihm [nur] jenes Wenige besessen, das sie kannten und nicht mehr, denn erst wenn man ein Gut erkennt, dann ersehnt man es und erlangt seinen Besitz.
Niemand besitzt ein Gut oder ein Eigentum, ohne es zu kennen. Angenommen, er besitzt es, kennt es aber nicht – dann ist dieses Gut für ihn wie tot, da die lebendige Kenntnis fehlt. Nun, da mein Wille das Größte ist, alles umschließt und alle Dinge, vom größten bis zum kleinsten, Ihm gegenüber gleichsam verschwinden, müsste man über meinen Willen so viel wissen, dass es alles, was man über die Schöpfung und Erlösung, die Tugenden und alle Wissenschaften kennt, übertrifft. Mein Wille sollte ein Buch für jeden Schritt, für jeden Akt, für jedes geschaffene Ding sein, sodass die ganze Erde voller Bücher und Kenntnisse wäre, die das Reich meines Willens betreffen, dass es die Zahl der erschaffenen Dinge übersteigt. Nun, wo sind diese Bücher?
Kein Buch ist bekannt, kaum einige Worte kennt man über Ihn, während Er am Ursprung einer jeden Kenntnis und von allem stehen müsste. Da Er nämlich das Leben eines jeden Dinges ist, sollte Er über allem stehen, wie das Bild des Königs in der Währung eingeprägt ist, die im Reich in Umlauf ist, wie das Licht der Sonne, das über jeder Pflanze strahlt, um ihr das Leben mitzuteilen, wie das Wasser, das den Durst der brennenden Lippen löscht, wie eine Speise, die den Hunger nach langem Fasten stillt. Alles müsste von den Kenntnissen über meinen Willen erfüllt sein, und wenn dies nicht der Fall ist, ist dies ein Zeichen, dass das Reich meines Willens nicht bekannt und somit nicht besessen wird.
Könntest du Mir etwa einen Heiligen nennen, der behauptet hat, dieses Reich zu besitzen und die Einheit des Lichtes des Höchsten Willens? Sicher nicht. Ich selbst habe wenig darüber gesprochen. Das Reich meines Willens nun ist der höchste Punkt, der Gott und der Ähnlichkeit mit Ihm am meisten nahekommt. Hätte Ich nun ausgedehnter über dieses Reich sprechen wollen und bekundet, dass Ich es im Menschen errichten wolle so wie der unschuldige Adam es besaß, dann wären alle, da der Fall Adams noch frisch war, entmutigt gewesen, hätten Mir den Rücken zugekehrt und gesagt: „Wenn der unschuldige Adam es sich nicht zutraute noch die Beständigkeit besaß, in diesem heiligen Reich zu leben, so dass er selbst und alle Generationen ins Elend, in die Leidenschaften und nicht wiedergutzumachende Übel stürzten, wie können wir, die wir schuldig sind, in einem so heiligen Reich leben? Schön ist es, ja, doch wir müssen feststellen, dass es nicht für uns ist.”
Nicht nur das, sondern weil mein Wille das Erhabenste ist, brauchte man dazu die Wege, die Transportmittel, die Treppen, die schicklichen Kleider, die angemessenen Speisen, um in diesem Reich wohnen zu können. Nun, mein Kommen auf die Erde diente dazu, all dies bereitzustellen. So waren jedes meiner Worte, jedes Werk, Leid, Gebet, Beispiel, jedes eingesetzte Sakrament, Wege, die Ich bildete, Transportmittel, um sie rascher dorthin gelangen zu lassen, Treppen, um sie aufsteigen zu lassen. Man kann sagen, dass Ich ihnen die Kleider meiner Menschheit gab, die gerötet waren von meinem Blut, damit sie in diesem so heiligen Reich meines Willens geziemend gekleidet seien, von dem die unerschaffene Weisheit bei der Schöpfung beschlossen hat, es dem Menschen als Erbe zu geben.
Wenn Ich also auch wenig darüber gesprochen habe – denn wenn Ich rede, spreche Ich zu bestimmter Zeit und gewissen Umständen, da die Notwendigkeit und der Nutzen des Gutes, das mein Wort enthält, in ihm eingeschlossen werden soll – so schuf Ich, anstatt zu sprechen, die Taten, und behielt Mir vor, zu dir über das Reich meines Willens zu sprechen. Nun, wie konnten sie es besitzen ohne eine volle Kenntnis darüber zu haben? Andererseits sollst du dies wissen: alles, was Ich dir über Ihn mitgeteilt habe – seine Wunder, seine Güter, was für die Seele zu tun angebracht ist, um sich in diesem Reich festigen zu können, mein ausdrücklicher Wille, dass der Mensch in mein Reich zurückkehrt, und wie Ich alles, die Schöpfung und Erlösung gemacht habe, damit der Mensch in den Besitz meines verlorenen Reiches eintrete – sind Bande der Übermittlung. Es sind Türen, damit Er eintrete, Geschenke, die Ich mache, Gesetze und Belehrungen, wie man in ihm lebt, Intelligenz, um ihnen das Gut, das sie besitzen, verständlich zu machen und damit sie es schätzen.
Wenn all das fehlte, wie konnten sie dieses Reich meines Willens besitzen? Es wäre, wie wenn eine Person in ein anderes Reich ziehen und dort leben wollte, ohne Pass, ohne die Gesetze, noch die Lebensweise, noch die Mundart zu kennen. Der arme Mensch, der Eintritt würde ihm verwehrt, und wenn er so [als Eindringling] hineingelangt, würde er sich in so großer Verlegenheit befinden, dass er selbst gerne dieses Reich verlassen würde, über das er nichts weiß. Nun, meine Tochter, scheint es dir nicht leichter, ermutigender, der menschlichen Natur naheliegender, dass sie ins Reich meines Willens übergehen, nachdem sie das Reich der Erlösung kennengelernt haben? Im Reich der Erlösung können nämlich die Blinden, Krüppel und Kranken geheilt werden, da keine Blinden [und Kranken] ins Reich meines Willens gelangen, sondern [in Ihm sind] alle aufrecht und in blühender Gesundheit. Zudem finden sie alle möglichen Mittel im Reich der Erlösung und sogar den Pass meines Leidens und meines Todes, um ins Reich meines Willens überzugehen, und entschließen sich, bewegt vom Anblick eines so großen Schatzes, dieses Reich in Besitz zu nehmen…” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 1. Juli 1926)
„Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in der ganzen Wahrheit leiten“ (Joh 16,13)
… „Meine Tochter, bei der Erschaffung des ersten Menschen setzte Ich den Anfang für die Erschaffung der Menschheit; nachdem Ich seinen Leib erschaffen hatte, flößte Ich ihm mit meinem allmächtigen Atem die Seele ein, und mit einem zweiten Hauch von Mir flößte Ich Mich selbst sozusagen tief in den Menschen ein, um ihn zu stützen, zu beherrschen und in Sicherheit zu bewahren.
So stellte dieser Mensch ein Königreich für Mich dar, in dem Ich als König meine Grenzen ausdehnen könnte. Meine Freude erreichte ihren Höhepunkt, als Ich in diesem Menschen die beinahe endlose Generation vieler anderer Wesen sah, die Mir so viele weitere Reiche bieten würde, als Geschöpfe das Licht der Welt sehen sollten, wo Ich herrschen und in denen Ich meine göttlichen Grenzen ausbreiten sollte.
Alle Schätze der anderen Reiche sollten überfließend sein zur Herrlichkeit und Ehre des ersten Reiches, welches das Haupt aller anderen und gleichsam der primäre Akt der Schöpfung sein sollte.
Doch als der Mensch sich von meinem Willen zurückzog, endeten meine und seine [Königs]Herrschaft; nicht nur das, sondern er trat Mich mit Füßen und setzte sich selbst an meine Stelle, um statt Mir zu herrschen, machte sich zum Götzen und bildete die Herrschaft der Laster, des Elends und der Katastrophen.
Meine Freude erstarb, kaum dass sie entstand und verwandelte sich in Schmerz. Du siehst, alles Übel lag nur darin, dass er sich von meinem Willen zurückzog. Unsere Liebe hörte nicht auf; Ich wollte nicht der einsame Gott sein – nein, und daher wollte Ich vom Himmel herabsteigen und eine Menschheit annehmen, die dem ersten Menschen ähnlich war.
Ich schloss die ganze Schöpfung in sie ein und verband den menschlichen Willen dieser Menschheit erneut mit dem Göttlichen Willen, damit dieser menschliche Wille, indem er die ganze Schöpfung und alle menschlichen Akte im Göttlichen Willen umfing, sie vor meinen Thron bringe, triumphierend über alle menschlichen Akte, die durch Ihn in Akte im Göttlichen Willen verwandelt worden waren.
Damit nahm der menschliche Wille Besitz vom Göttlichen Willen, und der Göttliche nahm Besitz vom menschlichen – einer über den anderen herrschend, denn, wenn ein Wesen ein einziges Ding mit einem anderen Wesen bildet, wenn einer Herr[scher] ist, wird auch der andere natürlicherweise Herr[scher].
Der einzige Grund, weshalb Ich dem Menschen befohlen hatte, sich der von Mir verbotenen Frucht zu enthalten, war dieser: Ich wollte einen Akt der Opferung seines Willens in den Meinen, damit er durch dieses Opfer, indem er seinen menschlichen Willen mit dem Meinen verknüpft, Besitz von meinem Willen ergreifen würde, und Ich von dem seinen, und beide mit derselben Macht, Weisheit und Güte herrschen mögen.
In nichts wollte Ich den Menschen Mir unähnlich; er war eine Geburt von Mir – er war mein Sohn; und welcher Vater liebt es nicht, dass sein Sohn reich und glücklich sei, wie er selbst es ist? Umso mehr Ich, der Himmlische Vater, und der ja nichts verlor, wenn Ich meinen Sohn reich, glücklich und wie Mich selbst herrschen lassen wollte.
Als nun der Mensch seinen eigenen Willen von dem Meinen loslöste, blieb meine Liebe nicht ruhig, sondern ließ ihre Flammen noch höher auflodern. Um jeden Preis wollte Ich ein anders Ich Selbst hervorbringen, und so wählte Ich meine Menschheit, die sich selbst meinem Willen in allem aufopfernd, Besitz von meinem Willen nahm, und Mich in ihr den Zweck der Erschaffung des Menschen erfüllen ließ.
Tatsächlich ist es meine Angewohnheit, meine größten Unternehmungen mit einem alleine auszuführen, und dann verbreite Ich sie. War es nicht ein Mensch allein, der alle meine Pläne zunichtemachte? So sollte meine Menschheit allein Mir für diese Zerstörung Entschädigung leisten, und die Macht meines Willens, die die ganze Schöpfung in Ihn einschloss, sollte bewirken, dass Mir die Liebe, die Küsse und die Zärtlichkeiten zurückerstattet würden, die der erste Mensch so brutal zurückgewiesen hatte.
Meine Liebe, die gleichsam das Gewand des Schmerzes und der Trauer ablegte, kleidete sich festlich neu und gab sich triumphierend dem größten Übermaß und den Torheiten der Liebe hin. Wenn Ich also ein Werk mit dem Geschöpf vollbringen will, beginne Ich stets mit einem Geschöpf auf du und du, als ob kein anderes existierte; und dann breite Ich das Werk so sehr aus, dass es Himmel und Erde erfüllt.
Jetzt, meine Tochter, möchte meine Liebe wieder hervorbringen; und während sie sich dem Übermaß hingibt, geht sie darüber hinaus, macht eine Pause – sie möchte neue Geburten zur Welt bringen, und das [tun], was sie in meiner Menschheit wirkte, nämlich die ganze Schöpfung einzuschließen, damit sie dem Vater alles geben möge, was Er von ihr wollte, und alles zum Wohle aller Geschöpfe herabsteigen lasse, so will Ich nun, indem Ich deinen Willen an den Meinen binde, die ganze Schöpfung in dir einschließen; indem Ich dich Besitz von meinem Willen ergreifen lasse, möchte Ich wahrnehmen, wie in dir meine Akte, meine Liebe, meine Leiden wiederholt werden.
Ich will meinen Reflektor auf Erden, dass Ich – ihn betrachtend – die Schöpfung sehe, die Ich im Himmel erschaffen habe und die meine Menschheit in sich einschloss, damit Ich die Schöpfung in dir, wie in einem Spiegel sehe, und indem Ich Mich selbst betrachte, sie in dir erkenne.
Wir werden in ständiger gegenseitiger Spiegelung begriffen sein – Ich werde die Schöpfung in dir wiederspiegeln lassen, und du in Mir; Ich vom Himmel, und du von der Erde aus.
Dann wird meine Liebe zufrieden sein – wenn Ich in einem Geschöpf nicht nur das Abbild meiner Menschheit erblicke, sondern alles, was meine Gottheit in ihr gewirkt hat. Sei daher aufmerksam und folge meinem Willen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 9. September 1922)
„Er wird mich verherrlichen; denn er wird von dem, was mein ist, nehmen und es euch verkünden“ (Joh 16,14)
… „Gesegnete Tochter des Göttlichen Willens, wisse dies: wo mein Wille mit seiner schöpferischen Kraft regiert, dort ist seine Bewegung Wort: Er spricht in den Werken, in den Schritten, im Verstand, in der Atmung.
Da Er sein Reich ausdehnen will, spricht Er, um sein göttliches Leben in jedem menschlichen Akt zu erschaffen. Deshalb ist höchste Aufmerksamkeit geboten, um zu hören, wo Er seine Belehrungen beginnen will. Mit der Macht seines Wortes umhüllt Er den menschlichen Akt, den Atemzug, Herzschlag, Gedanken, das menschliche Wort, und macht daraus sein göttliches Werk, den göttlichen Atem, Herzschlag, Gedanken, das göttliche Wort.
Diese Akte erheben sich zum Himmel und stellen sich der Heiligsten Dreifaltigkeit vor. Unsere Gottheit betrachtet diese Akte, und was entdeckt Sie? Sie findet sich selbst und ihr Leben in diesen Akten reproduziert. Die Heiligste Dreifaltigkeit selbst betrachtet das Wunder unseres Willens, der mit seiner Macht die Seele überwältigt und in ihr unser Leben wiederholt hat.
O, wie froh und entzückt sind Wir, weil Wir in ihr die Heiligkeit vorfinden, die Uns ähnlich ist, und unsere Liebe, die Uns liebt, den Intellekt, der Uns versteht, unsere Macht und Güte, die Uns mit den Banden unserer Freundlichkeit veranlasst, das Menschengeschlecht zu lieben! Wir erkennen Uns Selbst in der Seele und entdecken in ihr das Schöpfungswerk, so wie Wir es wollen.
Ein einziger dieser Akte enthält solche Wunder, dass diese [Akte] keinen Platz finden, wo sie sich niederlassen können, so groß sind sie. Nur in unserer Unermesslichkeit finden sie einen Ort, wo sie bleiben können und bleiben mit unseren Akten vereint. Welche Herrlichkeit wird Uns und auch der Seele zuteilwerden, wenn ihre Akte kraft unseres FIAT ihren Platz in den Akten ihres Schöpfers einnehmen!
O wenn alle wüssten, was es bedeutet, im Göttlichen Willen zu leben und Ihn regieren zu lassen! Sie würden darin wetteifern, sich erfüllen zu lassen, damit Er das Leben Gottes in ihnen wiederhole.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 19. Oktober 1937)
„Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er nimmt von dem, was mein ist, und wird es euch verkünden“ (Joh 16, 15)
Ich verrichtete meine gewohnten Gebete, und während ich mich ganz den Armen des Höchsten Willens hingab, machte ich die Meinung, die göttliche Majestät in ihrem Willen anzubeten. Da bewegte sich mein Jesus in meinem Inneren, nahm meine arme Seele in seine Arme, erhob sie zwischen Himmel und Erde, und betete gemeinsam mit mir das Höchste Sein an; dann sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, die wahre und vollkommene Anbetung ist die vollkommene Übereinstimmung der Einheit des Willens Gottes mit der Seele. Je mehr die Seele ihren Willen mit dem ihres Schöpfers zu ‚einem‘ macht, umso vollständiger und vollkommener ist ihre Anbetung.
Wenn der menschliche Wille nicht eins mit dem Göttlichen ist – und noch mehr, wenn er von Gott weit weg ist – kann man das nicht Anbetung nennen, sondern einen Schatten davon, oder eine farblose Schattierung, die nicht einmal eine Spur zurücklässt. Wenn der menschliche Wille nicht für den Kuss der Einheit des Höchsten Willens bereit ist, könnte das Gebet statt einer Anbetung zu einer Beleidigung und Verachtung werden.
Der erste Akt der Anbetung besteht darin, den Willen des Schöpfers anzuerkennen, um ihn zu erfüllen, und wenn das nicht der Fall ist, betet man mit Worten an – aber beleidigt und beschimpft Ihn mit Taten. Willst du das wahre und vollkommene Vorbild der Anbetung kennenlernen, dann komm mit Mir in die Mitte der Drei Göttlichen Personen.”
Ich weiß nicht, wie es geschah – Jesus drückte mich noch fester und erhob mich noch höher, mitten in ein grenzenloses Licht. Ich fühlte mich wie vernichtet, doch ein göttliches Leben, das so viele mannigfaltige Schattierungen von Schönheit, Heiligkeit, Licht, Güte, Friede, Liebe usw. ausströmte, ersetzte die-ses Nichts, sodass mein Nichts in diese göttlichen Nuancen umgewandelt wurde und nicht mehr zu erkennen war und Jenen selbst [in mich] verliebt machte, Der mich so geschmückt hatte. Da nahm mein süßer Jesus seine Rede wieder auf:
„Siehst du, meine Tochter, der erste Akt der Göttlichen Personen ist die vollkommene Übereinstimmung unseres Willens; unser Wille ist derart vereint, dass man nicht unterscheiden kann, welcher der Wille des Einen oder des Anderen ist, sodass, obwohl Wir Drei verschiedene Personen sind, doch der Wille einer ist, und dieser eine Wille bringt einen ständigen Akt der vollkommenen Anbetung unter den Göttlichen Personen hervor; die Eine Person betet die Andere an.
Diese Übereinstimmung des Willens bringt Gleichheit an Heiligkeit hervor, an Licht, Güte, Schönheit, Macht, Liebe, verleiht Uns Freuden, unermessliches Glück und unendliche Wonnen und festigt dadurch in Uns die wahre Herrschaft der Ordnung und des Friedens.
So ist die Übereinstimmung des menschlichen Willens mit dem Göttlichen das erste Verbindungsglied zwischen Schöpfer und Geschöpf, und von diesem steigen wie durch einen Kanal die göttlichen Tugenden herab und bringen in der Seele wahre Anbetung und vollkommene Liebe zu ihrem Schöpfer hervor.
Und indem die Seele durch eben diesen Verbindungskanal aufsteigt, empfängt sie die verschiedenen Nuancen der göttlichen Eigenschaften. Jedes Mal, wenn die Seele sich erhebt, um in diesen Ewigen Willen einzutauchen, erwirbt sie umso mehr verschiedene göttliche Schönheiten, die sie schmücken.
Deshalb behaupte Ich, dass die Seele, die meinen Willen tut, mein Spiel(zeug) und meine Freude ist, und zu meiner Unterhaltung warte Ich, mit dem Pinsel meines Willens in den Händen, um sie, sobald sie sich in meinen Willen versenkt, aufzufrischen und zu überarbeiten.
Ich freue Mich, wenn Ich ihr mit einem meiner Pinselstriche eine weitere Schattierung meiner Schönheit, meiner Liebe, meiner Heiligkeit und aller meiner Eigenschaften aufprägen kann. Ob Ich daher im Himmel oder in der Seele bin ist für Mich einerlei – Ich finde dieselbe Anbetung der Göttlichen Personen, meinen Willen, meine Liebe.
Und da Ich der Seele stets etwas geben kann, handle Ich bald wie ein geschickter Maler und male in ihr mein Abbild, bald als Lehrer und lehre sie die höchsten und erhabensten Lehren, bald bin Ich wie ein leidenschaftlicher Liebhaber, der Liebe gibt und Liebe fordert. Kurz, Ich gebrauche und übe alle Künste, um Mich mit ihr zu unterhalten.
Wenn meine von den Geschöpfen geschmähte Liebe keinen Zufluchtsort findet, wo Ich vor meinen Verfolgern flüchten kann, die Mich töten wollen oder Mich zwingen, wieder zum Himmel zurückzukehren, flüchte Ich Mich in die Seele, die meinen Willen in sich enthält, und finde [in ihr] meine Macht, die Mich verteidigt, meine Liebe, die Mich liebt, meinen Frieden, der Mir Ruhe verleiht – Ich finde alles, was Ich will.
So verbindet mein Wille alles miteinander, Himmel und Erde und alle Güter, und bildet daraus ein einziges, und aus diesem allein entspringen alle möglichen und vorstellbaren Güter. So kann Ich sagen, dass die Seele, die meinen Willen tut, alles für Mich ist, und Ich bin alles für sie.”… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 13. Mai 1924


