1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten. 2Wenn du Almosen gibst, lass es also nicht vor dir herposaunen, wie es die Heuchler in den Synagogen und auf den Gassen tun, um von den Leuten gelobt zu werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
3Wenn du Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut. 4Dein Almosen soll verborgen bleiben, und dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
5Wenn ihr betet, macht es nicht wie die Heuchler. Sie stellen sich beim Gebet gern in die Synagogen und an die Straßenecken, damit sie von den Leuten gesehen werden. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten. 6Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist. Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.
16Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.
17Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, 18damit die Leute nicht merken, dass du fastest, sondern nur dein Vater, der auch das Verborgene sieht; und dein Vater, der das Verborgene sieht, wird es dir vergelten.

„Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten“ (Mt 6,1)

… Als Er das sagte, sah ich, ich weiß nicht wie, den Beichtvater in Jesu Nähe; und der Herr sprach zu ihm:
„Sieh, alles, was du tust, steigt zum Himmel auf. Deshalb beachte, mit welcher Reinheit du wirken musst und denke daran, dass all deine Schritte, Worte und Werke in meine Gegenwart kommen: wenn sie rein sind, d.h., wenn sie für Mich getan sind, habe Ich größtes Wohlgefallen an ihnen und empfinde sie um Mich herum wie viele Boten, die Mich ständig an dich erinnern, aber wenn sie niedrige und irdische Zwecke haben, fühle Ich Mich davon angeekelt.“
Während dieser Worte schien Er seine Hände zu nehmen und zum Himmel emporzuheben, und Er sprach zu ihm: „Erhebe die Augen stets nach oben; du bist vom Himmel – arbeite für den Himmel!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 28. Februar 1899)

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… „Meine Person ist von allen Werken, welche die Seelen verrichten, wie von einem Gewand umgeben; und je nach der Reinheit der Absicht und Intensität der Liebe, die sie dabei haben, geben sie Mir mehr Glanz, und Ich werde ihnen mehr Glorie schenken, sodass Ich am Tag des Gerichtes sie der ganzen Welt zeigen werde, um alle wissen zu lassen, wie meine Kinder Mich geliebt und geehrt haben, und wie Ich sie ehre.“
Dann nahm Er eine betrübtere Haltung an und fügte hinzu: „Meine Tochter, was wird mit so vielen, auch guten, Werken geschehen, die ohne reine Absicht getan wurden, aus Gewohnheit und Eigennutz?
Welche Beschämung wird am Tag des Gerichtes nicht auf sie fallen, so viele Werke zu sehen, die gut sind in sich, doch verdorben durch ihre Absicht, so dass dieselben Handlungen, anstatt ihnen Ehre zu verleihen, wie es für viele andere der Fall sein wird, ihnen zur Beschämung gereichen werden?
Tatsächlich achte Ich nicht auf die Größe der Werke, sondern auf die Absicht, mit der sie getan wurden. Hier liegt meine ganze Aufmerksamkeit.“
Jesus blieb eine kurze Zeit still, und ich dachte über die Worte nach, die Er zu mir gesprochen hatte, ich meditierte in meinem Geist besonders über die Reinheit der Absicht und über die Tatsache, dass, wenn man den Geschöpfen Gutes tut, diese [für die Seele gleichsam] verschwinden müssen, und die Seele das Geschöpf mit dem Herrn Selbst gleichsetzen müsse, als ob die Geschöpfe nicht existierten.
Dann fuhr Jesus fort: „Und doch ist es so. Sieh, mein Herz ist so groß, doch die Tür ist sehr eng. Niemand kann den Leerraum in diesem Herzen füllen, als Seelen, die losgeschält sind, nackt und einfach.
Denn da, wie du siehst, die Tür klein ist, hindert jedes Hindernis, sogar das kleinste – z.B. ein Schatten von Anhänglichkeit, eine unaufrichtige Absicht, ein Werk ohne den Zweck, Mir zu gefallen – sie daran, einzutreten und sich in meinem Herzen zu erfreuen.
Viel Liebe zum Nächsten tritt in mein Herz ein, aber sie muss so mit Meiner vereint sein, dass sie eine einzige Liebe bildet, solcherart, dass eine von der anderen nicht unterschieden werden kann.
Doch jene andere Nächstenliebe, die nicht in Liebe zu Mir umgewandelt ist, sehe Ich nicht als etwas an, das zu Mir gehört.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 7. Mai 1899)

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… „Meine Tochter, nur dann ist die Nächstenliebe vollkommen, wenn sie aus dem einzigen Grund geübt wird, um Mich zu erfreuen; und nur dann wird sie wahre Liebe genannt und von Mir anerkannt, wenn sie von allem losgelöst ist.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 12. Mai 1899)

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… „Meine süßeste Liebe, ich biete Dir diese Bewegungen meines Körpers an, die Du selbst mich tun lässt, wie auch die anderen, welche ich selbst tun kann, zu dem einzigen Zweck, Dir zu gefallen und Dich zu verherrlichen.
Ach, ja! Ich wünsche, dass auch die Bewegungen meiner Augenlider, meiner Augen, meiner Lippen und alles von mir, nur dazu getan werden, um Dir allein zu gefallen.
Gib, o guter Jesus, dass alle meine Knochen und meine Nerven untereinander erklingen und mit klaren Stimmen Dir meine Liebe beweisen mögen.“
Und Er sagte zu mir: „Alles, was einzig deshalb getan wird, um Mir zu gefallen, strahlt vor Mir in solcher Weise, dass es meine göttlichen Blicke anzieht und Mir so sehr gefällt, dass ich diesen Akten, und sei es nur ein Lidschlag, den Wert verleihe, als wären sie von Mir getan worden.
Andererseits sind diese oder andere Handlungen, die in sich gut und sogar groß sind, aber nicht für Mich alleine verrichtet werden, wie Gold, das schmutzig und voller Rost ist und nicht strahlt, und Ich lasse Mich nicht einmal herab, sie anzusehen.“
Und ich: „Ach Herr, wie leicht können unsere Handlungen mit Staub beschmutzt werden!“
Und Er: „Man muss nicht auf den Staub achten, denn er kann abgeschüttelt werden, doch worauf man achten muss, ist die Absicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 6. November 1899)

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Als ich in meinem gewohnten Zustand war und meinen süßen Jesus nicht fand, musste ich auf der Suche nach Ihm lange umhergehen. Schließlich fand ich Ihn in den Armen der Königin Mutter, wie Er Milch aus ihrer Brust saugte.
Doch was ich auch sagte oder tat, Er schien mir keine Aufmerksamkeit zu schenken; oder vielmehr, Er schaute mich nicht einmal an. Wer kann die Pein meines armen Herzens beschreiben, als ich sah, dass Jesus mich nicht beachtete?
Als ich meinen Tränen freien Lauf gelassen hatte, hatte Er Mitleid mit mir, kam in meine Arme und goss aus seinem Mund ein wenig von jener Milch, die Er von der Königin Mama gesaugt hatte.
Da blickte ich in seine Brust, und dort hatte Er eine kleine, so strahlende Perle, dass sie die heiligste Menschheit Unseres Herrn mit Licht erfüllte.
Ich wollte deren Bedeutung wissen und fragte daher Jesus, was diese Perle war, die so viel Licht verbreitete, während sie so klein schien.
Und Jesus: „Es ist die Reinheit deiner Leiden, welche die Ursache von so viel Licht ist, denn deine Leiden sind zwar klein, doch du leidest allein aus Liebe zu Mir und wärest bereit, mehr zu leiden, wenn Ich es dir gewähren würde.
Meine Tochter, Reinheit im Tun ist so groß, dass jemand, der mit der einzigen Absicht handelt, Mir alleine zu gefallen, nichts anderes tut, als in all seinem Tun Licht zu verbreiten. Wer jedoch nicht aufrichtig handelt, so bewirkt selbst das Gute nichts anderes als Finsternis zu verbreiten.“
Dann schaute ich in die Brust Unseres Herrn, und Er hatte einen überaus klaren Spiegel: es schien mir, dass jene, die ihren Weg aufrichtig gingen, vollkommen in diesem Spiegel aufgenommen waren, während jene, die es nicht taten, außerhalb blieben, ohne irgendeine Prägung des Bildes des gebenedeiten Jesus empfangen zu können.
Ach Herr, halte mich ganz in diesem göttlichen Spiegel absorbiert, damit mein Handeln keinen Schatten einer anderen Absicht habe. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 25. April 1900)

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… Im Göttlichen Willen nehmen die Tugenden ihren Platz in der göttlichen Ordnung ein, außerhalb des Willens Gottes hingegen, in der menschlichen Ordnung, sind sie der Selbstgefälligkeit, der Ruhmsucht sowie den Leidenschaften unterworfen.
O, wie viele gute Werke, wie viel Sakramentenempfang sind vor Gott zu beweinen und müssen gesühnt werden, weil sie leer vom Göttlichen Willen und folglich ohne Frucht sind. Gäbe der Himmel, dass alle die wahre Heiligkeit verstünden!
O, wie schnell würde alles andere verschwinden! Viele befinden sich also auf dem falschen Weg zur Heiligkeit, viele verlegen sie auf fromme Übungen, und Wehe dem, der sie davon abbringt!
O, wie sehr täuschen sie sich doch! Wenn ihr Wille nicht mit Jesus vereint und sogar in Ihn umgewandelt ist, der beständiges Gebet ist, ist ihre Heiligkeit trotz aller ihrer frommen Übungen falsch, und man sieht, wie diese Seelen leicht aus ihren frommen Übungen in Fehler fallen, wie sie zu Zerstreuungen übergehen, zu Stiftung von Zwistigkeiten, usw.
O, wie unehrenhaft ist diese Art der Heiligkeit! Andere lassen die Heiligkeit darin bestehen, in die Kirche zu gehen und allen Liturgien beizuwohnen, aber ihr Wille ist weit von Jesus entfernt, und man sieht, dass sich jene Seelen wenig um die eigenen Pflichten kümmern; wenn sie verhindert werden, ärgern sie sich, weinen, und so löst sich ihre Heiligkeit in Luft auf; sie beklagen sich darüber, sind ungehorsam und die Plagen ihrer Familie.
O, was für eine falsche Heiligkeit! Andere glauben, die Heiligkeit bestehe im häufigen Beichten, in genauen Anweisungen, indem sie sich über alles Skrupel machen, aber darüber machen sie sich dann keine Skrupel, dass ihr Wille nicht mit dem Willen Jesu übereinstimmt: wehe dem, der ihnen widerspricht!
Diese Seelen sind wie aufgeblasene Bälle, deren Luft entweicht, sobald man ein kleines Loch macht, und ihre Heiligkeit löst sich in Rauch auf und fällt zur Erde; diese armen Ballons haben immer etwas zu reden, sind auf höchste Weise zur Traurigkeit geneigt, leben immer im Zweifel und würden daher einen geistlichen Leiter benötigen, der sie in jeder Kleinigkeit berät, ihnen Frieden bringt, sie tröstet, aber schnell sind sie noch mehr aufgeregt als zuvor: arme Heiligkeit, wie ist sie verfälscht!
Hätte ich die Tränen meines Jesus, um zusammen mit Ihm jene falschen Heiligkeiten zu beweinen, und allen bekannt zu machen, dass die wahre Heiligkeit darin besteht, den Göttlichen Willen zu tun und im Göttlichen Willen zu leben.
Diese Heiligkeit hat solch tiefe Wurzeln, dass sie nicht Gefahr läuft, wankend zu werden, weil sie Himmel und Erde ausfüllt und überall ihre Stütze findet; sie ist fest, keinen Unbeständigkeiten und freiwilligen Fehlern unterworfen, sie ist auf die eigenen Pflichten bedacht, sie ist die am meisten geopferte, losgelöst von allem und allen, sogar von der eigenen geistlichen Leitung; und da die Wurzeln tief sind, erhebt sie sich so sehr in die Höhe, dass die Blüten und Früchte im Himmel aufblühen, und sie ist so in Gott verborgen, dass die Erde wenig oder nichts von dieser Seele bemerkt.
Der Göttliche Wille hat sie ganz in sich absorbiert, nur Jesus ist das Leben, der Künstler, die Form der Heiligkeit dieses beneidenswerten Geschöpfes; diese Seele besitzt nichts Eigenes, sondern alles gemeinsam mit Jesus, ihre Leidenschaft ist der Göttliche Wille, ihr Merkmal ist der Wille ihres Jesus und das Fiat ihr ständiges Motto.
Die armselige und unechte Heiligkeit der Ballons ist hingegen dauernder Unbeständigkeit unterworfen, und während es scheint, dass sich diese Bälle so sehr mit ihrer Heiligkeit aufblähen, dass sie scheinbar auf einer gewissen Höhe in der Luft schweben, sodass viele und selbst die geistlichen Leiter voller Bewunderung sind, werden sie aber plötzlich enttäuscht.
Um diesen Ballons die Luft auszulassen, genügt eine Demütigung, oder wenn die Leiter irgendeine andere Person bevorzugen, dann glauben sie, dies wäre ein Diebstahl an ihnen, da sie sich für die bedürftigsten halten.
Während sie sich also über ihre Kleinigkeiten Skrupel machen, kommen sie dann soweit, dass sie ungehorsam werden; die Eifersucht ist der Holzwurm dieser Ballons, der das Gute, das sie tun, annagt, ihnen die Luft wegnimmt, und der arme Ballon schrumpft, fällt zur Erde und beschmutzt sich schließlich mit Erde, und dann sieht man die Heiligkeit, die im Ball drin war und was findet man?
Eigenliebe, Empfindlichkeit, unter dem Anschein des Guten verborgene Leidenschaften; ja man könnte fast sagen: ‚Sie sind zum Spielzeug des Dämons geworden.‘
Hinter der ganzen Heiligkeit befand sich also nichts anderes als eine Menge Fehler, dem Anschein nach mit Tugenden maskiert. Und außerdem, wer kann alles schildern?
Nur Jesus kennt die schlimmsten Übel dieser falschen Heiligkeit, dieses frommen Lebens ohne Fundament, weil auf falsche Frömmigkeit gestützt.
Diese falschen Arten von Heiligkeit sind die geistlichen Weinreben ohne Frucht, unfruchtbar, die meinen liebenswürdigen Jesus wer weiß, wie sehr zum Weinen bringen; sie sind die Missstimmung der Gesellschaft, der Kummer ihrer eigenen geistlichen Leiter und der Familien.
Man könnte sagen, dass sie um sich eine unheilvolle Atmosphäre verbreiten, die allen schadet. O, wie ganz verschieden davon ist die Heiligkeit der Seele, die im Göttlichen Willen lebt!
Diese Seelen sind das Lächeln Jesu, sie sind weit weg von allen, auch von den geistlichen Leitern selbst, nur Jesus ist alles für sie; daher ärgert sich niemand ihretwegen, die wohltuende Atmosphäre, die ihnen eigen ist, ist wie Balsam für alle, sie sind die Ordnung und Harmonie aller.
Jesus, der auf diese Seelen eifersüchtig ist, macht sich zum Handelnden und zum Zuschauer dessen, was sie tun: nicht einen Herzschlag, einen Atemzug, einen Gedanken gibt es, den Jesus nicht regelt und beherrscht.
Jesus hält sie dermaßen in seinem Göttlichen Willen absorbiert, dass es ihnen kaum zum Bewusstsein kommt, dass sie in der irdischen Verbannung leben. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 14. August 1917)

„Dein Vater, der auch das Verborgene sieht, wird es dir vergelten“ (Mt 6,4+6)

… „Meine Tochter, die inneren Akte einer Seele, die den Willen Gottes tut, sind frei von jedem Übel und Schatten eines Mangels.
Nur Gott ist Zeuge eines inneren Aktes: während niemand auf ihn hinzeigt, niemand ihn betrachtet, niemand davon spricht, so weist Gott als Zeuge des Wirkens der Seele, in deren Inneres es niemandem gegeben ist einzutreten, auf diesen Akt hin.
Er betrachtet ihn und spricht zum ganzen Himmel und sehr oft auch zur Erde von den großen Wundern des inneren Wirkens dieser Seele. Es ist der größte Akt und die größte Ehre für eine Seele, wenn Gott auf sie hinweist, sie betrachtet und von ihr spricht, und kann nicht von den großen Werken ausgeschlossen werden, die Gott durch sie vollbringen wird.
Die inneren Akte sind wie Wunden, Pfeile, Stiche für die Brust Gottes, wie himmlische Boten, die aus dem Geschöpf hervorgehen und eilends zu ihrem Schöpfer fliegen und die Prägung der Glorie und der Liebe tragen und [des Wunsches,] nur Dem zu gefallen, Der es erschaffen hat.
Tatsächlich, wer sieht, hört und schätzt all das, was du in deinem Inneren tust? Niemand, nur Ich bin Zeuge davon, ich höre und schätze sie.
Deshalb wählen Wir bei unseren größten Werken Seelen, die scheinbar nichts Großes und Wunderbares an sich haben, sondern innerliche Seelen, die weder von menschlichem Ansehen beeinträchtigt sind, noch von lärmender Großartigkeit, Ehre und Selbstschätzung, welche äußerliche Werke mit sich bringen.
In der Tat erwählten Wir bei der Erlösung eine einfache Jungfrau, ohne äußeren Glanz, doch ihr Inneres war [so] beredt, dass Sie ihrem Schöpfer stets von Du zu Du etwas zu sagen wusste, dass Sie Ihn besiegte und die Erlösung erlangte.
So handelten Wir auch beim Reich des Göttlichen FIAT. Wir haben eine weitere, ganz innerliche Seele auserwählt, die Uns viel sagen und Gott anflehen wird, das heiß ersehnte Reich zu gewähren.
Die äußeren Akte, auch die guten und heiligen, können Mir nicht so wie die inneren Akte gefallen, denn die äußeren sind fast immer von der Luft der eigenen Ehre, der menschlichen Wertschätzung und zuweilen auch vom Tadel durchtränkt.
Und ein armes Herz fühlt in sich die Wirkungen des Lobes wie auch des Tadels, nachdem es Opfer gebracht hat. Das [ungeordnet] Menschliche tritt auf und erfüllt mit seiner dunklen Aura die Akte der Seele, und diese Akte erreichen Mich nicht so rein, wie sie sein sollten.
Ein innerlicher Akt jedoch wird weder getadelt, noch gelobt, und nichts Menschliches kann da eintreten. Da sich die Seele selbst von niemandem beobachtet sieht, kommt es ihr vor, als tue sie nichts Großes, und daher sind ihre Akte alle von himmlischer Luft getränkt.
Sei daher aufmerksam und lass dein Inneres stets in meinem Willen kreisen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 30. Juli 1927)