Freitag der 14. Woche im Jahreskreis (Mt 10,16-23)
16In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben! 17Nehmt euch aber vor den Menschen in acht! Denn sie werden euch vor die Gerichte bringen und in ihren Synagogen auspeitschen.
18Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt, damit ihr vor ihnen und den Heiden Zeugnis ablegt. 19Wenn man euch vor Gericht stellt, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
20Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. 21Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
22Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet. 23Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.
„Arglos wie die Tauben“ (Mt 10, 16)
… „Meine Tochter, die Einfachheit ist für die Tugenden das, was die Würze für die Speisen ist.
Eine einfache Seele braucht weder Schlüssel noch Türen, um in Mich einzutreten, noch brauche Ich diese, um in sie einzutreten, da sie von allen Seiten in Mich eintreten kann und Ich in sie.
Oder besser gesagt, sie befindet sich in Mir, ohne einzutreten, denn durch ihre Einfachheit gleicht sie Mir, der Ich höchst einfacher Geist bin; und nur weil Ich der Einfachste bin, bin Ich überall gegenwärtig und kann nichts meiner Hand entfliehen.
Eine einfache Seele ist wie das Licht der Sonne, das trotz des Nebels oder der Tatsache, dass ihre Strahlen durch irgendeine Unreinheit hindurchgehen, stets Licht bleibt, allen Licht spendet und sich nie ändert.
So hört eine einfache Seele, egal, welche Demütigung oder welches Missfallen ihr angetan wird, nie auf, Licht für sich selber und für jene zu sein, die sie gedemütigt haben; und wenn sie Schlechtes sieht, wird sie davon nicht befleckt, sondern bleibt immer Licht und ändert sich nie, denn die Einfachheit ist jene Tugend, die dem Göttlichen Wesen am meisten ähnelt.
Nur durch diese Tugend kann man an den anderen Göttlichen Eigenschaften teilnehmen, und nur in der einfachen Seele gibt es keine Behinderungen oder Hindernisse, dass die Göttliche Gnade eintreten und wirken kann; denn da die Eine wie die andere Licht sind, vereinigt sich das eine Licht leicht mit dem anderen und verwandelt sich in das andere.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 31. Juli 1906)
„Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt“ (Mt 10, 18)
Ich bin im Meer des Göttlichen Willens in unermesslichen Bitternissen und erniedrigendsten Demütigungen, wie eine arme Verurteilte (am 31. August 1938 erließ das Heilige Offizium das Dekret der Verurteilung und setzte die drei Bücher Luisas auf den Index der verbotenen Bücher, die bis dahin veröffentlicht worden waren; am 11. September wurde dieses Dekret im Osservatore Romano zusammen mit einem inoffiziellen und anonymen Kommentar veröffentlicht.
Die Verurteilung wurde 1994 wieder aufgehoben), und wenn mein Jesus mir nicht Stütze, Kraft und Hilfe wäre, wüsste ich nicht, wie ich weiterleben könnte. Mein süßer Jesus, der an meinen Leiden teilnahm, litt zusammen mit mir und sprach im Feuer seines Schmerzes und seiner Liebe zu mir:
„Meine liebe Tochter, wenn du wüsstest, wie sehr Ich leide! Könntest du es sehen, so würdest du vor Schmerz sterben; Ich muss die ganze Qual und Grausamkeit der Leiden, die Ich erdulde, verbergen, um dich nicht noch mehr zu martern.
Wisse, dass sie nicht dich verurteilt haben, sondern Mich zusammen mit dir. Ich fühle mich erneut verdammt. Wenn man das Gute verurteilt, heißt das, dass man Mich verurteilt.
Du jedoch vereinige in meinem Willen deine und meine Verurteilung mit jener, der sie Mich vor meiner Kreuzigung unterzogen, und Ich werde dir das Verdienst meiner Verurteilung geben und alle Wohltaten, die sich daraus ergeben.
Sie brachte Mir den Tod und rief dann meine Auferstehung zum Leben, in welcher alle das Leben und die Auferstehung aller Güter finden sollten.
Mit ihrer Verurteilung glauben sie, alle meine Offenbarungen über den Göttlichen Willen verschwinden zu lassen, aber Ich werde so große Züchtigungen und traurige Ereignisse zulassen, dass Ich dadurch meine Wahrheiten noch schöner und majestätischer unter den Völkern wiedererstehen lasse.
Ich Meinerseits und du deinerseits also – ändern Wir unser Handeln nicht, sondern tun Wir auch weiterhin, was Wir getan haben, auch wenn sich alle gegen Uns stellen.
Dies ist meine göttliche Handlungsweise: wie viel Böses die Menschen auch tun mögen, so ändere Ich doch nie meine Werke, sondern erhalte sie stets mit meiner Macht und Schöpferkraft aus Liebe zu denen, die Mich beleidigen und liebe sie stets und unaufhörlich.
Indem Wir uns nie vom Platz bewegen, werden unsere Werke vollendet, bleiben immer schön und tun allen Gutes. Würden Wir davon abrücken, so würden alle Dinge zugrunde gehen und kein Gut wäre vollendet.
Daher möchte Ich, dass du Mich auch darin nachahmst, dass du stets fest bist und dich nie vom Inneren meines Willens trennst und das tust, was du bis jetzt getan hast, nämlich Mir aufmerksam zuzuhören, um über meinen Willen erzählen zu können.
Meine Tochter, was heute nichts nützt, wird morgen angebracht sein. Was heute Dunkelheit zu sein scheint, weil es auf blinde Geister trifft, wird sich morgen für andere, die Augen haben, in eine Sonne verwandeln, die viel Gutes stiften wird!
Tun Wir also weiterhin das, was Wir getan haben, tun Wir von unserer Seite alles Nötige, damit nichts an Hilfe, an Licht, an Gutem, an überraschenden Wahrheiten für die Erkenntnis und Herrschaft meines Willens fehle.
Ich werde Mich aller Mittel der Liebe, Gnaden und Strafen bedienen, Ich werde die Geschöpfe von allen Seiten beeinflussen, um meinen Willen zur Herrschaft zu bringen.
Und wenn das wahre Gut zu sterben scheint, wird es schöner und majestätischer wieder auferstehen.“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 18. September 1938)
„Brüder werden einander dem Tod ausliefern und Väter ihre Kinder, und die Kinder werden sich gegen ihre Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken“ (Mt 10, 21)
Als ich in meinem gewohnten Zustand war, fühlte ich mich ganz bedrückt und voller Angst, Verfolgungen, Widersprüche und Verleumdungen zu erfahren – nicht nur mich betreffend, denn ich mache mir nichts aus mir, weil ich ein armes Geschöpf bin, das nichts wert ist, sondern wegen des Beichtvaters und anderer Priester.
So fühlte ich mein Herz unter dieser Last zermalmt und unfähig, Ruhe zu finden. Inzwischen kam mein anbetungswürdiger Jesus und sagte mir: „Meine Tochter, warum bist du aufgeregt und ruhelos und willst damit Zeit verlieren?
Was deine Angelegenheiten betrifft, gibt es hier nichts, und zudem ist alles göttliche Vorsehung, die Verleumdungen, Verfolgungen und Widersprüche zulässt, um den Menschen zu rechtfertigen und zur Einheit mit seinem Schöpfer zurückkehren zu lassen, den Menschen ganz allein zu Gott allein, ohne menschliche Stütze, wie er bei seiner Erschaffung aus Ihm hervorging.
Wie gut und heilig ein Mensch auch sein kann, so bleibt stets etwas vom menschlichen Geist in seinem Inneren; und auch in seinem Äußeren ist er nicht vollkommen frei, er hält stets an etwas Menschlichem fest, auf das er hofft, vertraut und sich stützt, und durch das er Wertschätzung und Respekt erlangen will.
Doch lass den Wind der Verleumdungen, Verfolgungen und Widersprüche ein wenig darüber wehen… O, welch vernichtenden Hagel erfährt dann der menschliche Geist!
In der Tat, wenn sich der Mensch von den Geschöpfen widersprochen, ungeliebt, verachtet sieht, findet er keine Befriedigung mehr unter ihnen, sondern es fehlt ihm im Gegenteil jetzt alles – Hilfe, Unterstützung, Vertrauen und Wertschätzung; und wenn er zuvor auf die Suche nach ihnen ging, meidet er selbst sie nachher, denn wo immer er sich hinwendet, findet er nichts als Bitterkeit und Dornen. So bleibt er, auf solchen Zustand heruntergekommen, allein.
Doch der Mensch kann nicht allein sein, noch ist er dazu gemacht. Was wird der Ärmste tun? Er wird sich vollkommen und ohne das geringste Hindernis Gott, seinem Zentrum zuwenden, und Gott wird sich ganz ihm schenken, und der Mensch sich ganz Gott hingeben, wobei er seinen Verstand betätigt, um Ihn zu erkennen, sein Gedächtnis, um sich an Gott und seine Wohltaten zu erinnern, und seinen Willen, um Ihn zu lieben.
Und so, meine Tochter, wird der Mensch gerechtfertigt, geheiligt, und der Zweck, wozu er erschaffen wurde, wird in seiner Seele wiederhergestellt.
Und wenn er auch später mit den Geschöpfen zu tun haben mag, und man ihm Hilfe, Unterstützung und Wertschätzung anbietet, nimmt er sie mit Gleichgültigkeit entgegen, da er aus seiner Erfahrung weiß, wer sie sind; und wenn er sich ihrer bedient, tut er es nur, wenn er die Ehre und Verherrlichung Gottes darin sieht, wobei er aber stets mit Gott allein bleibt. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 26. Dezember 1902)
„Ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Mt 10,22)
… (229) „Die Hoffnung“, sagte Jesus, „verleiht der Seele ein Kleid der Stärke, beinahe von Eisen, sodass die Feinde mit all ihren Pfeilen sie nicht nur nicht verwunden können, sondern ihr nicht einmal die geringste Störung verursachen können. Alles ist Ruhe in ihr, alles ist Friede.
O! Es ist schön, diese Seele mit schöner Hoffnung erfüllt zu sehen, ganz auf ihren Geliebten gestützt, sich selbst ganz misstrauend und ganz auf Gott vertrauend.
Sie fordert die wütendsten Feinde heraus, sie ist die Königin ihrer Leidenschaften; sie regelt ihr ganzes Inneres, ihre Neigungen, Wünsche, Herzschläge, Gedanken mit solcher Meisterhaftigkeit, dass Jesus Selbst in sie verliebt ist, weil Er sieht, dass diese Seele mit solchem Mut und solcher Stärke wirkt, die sie aber von Ihm schöpft, und alles von Ihm erhofft; Jesus kann also dieser Seele nichts verweigern, wenn Er diese feste Hoffnung sieht.
(230) Nun, während Jesus über die Hoffnung sprach, zog Er sich ein wenig zurück und ließ ein Licht in meinem Verstand zurück. Wer kann sagen, was ich über die Hoffnung verstand?
Wenn alle anderen Tugenden dazu dienen, die Seele zu schmücken, können sie uns dennoch wankend und unbeständig machen – die Hoffnung hingegen verleiht der Seele Stärke und Festigkeit, wie diese hohen Berge, die auch nicht im Geringsten bewegt werden können.
Mir scheint, dass eine Seele, die von Hoffnung erfüllt ist, mit gewissen überaus hohen Bergen verglichen werden kann, die trotz allem Ungewitter in der Luft keinerlei Schaden erleiden; weder Schnee noch Winde noch Hitze dringt in jene Berge ein; welcher Gegenstand auch auf ihren Gipfel gebracht wird, man kann sicher sein, ihn dort zu finden, wohin er gebracht worden ist, sogar nach hundert Jahren.
Genauso ist die Seele, die mit Hoffnung bekleidet ist: nichts kann ihr schaden, weder Drangsale noch Armut noch die verschiedenen Wechselfälle des Lebens.
Sie ist einen Augenblick bestürzt, und sagt zu sich selbst „Ich kann alles tun, alles ertragen, alles erleiden – hoffend auf Jesus, welcher der Gegenstand all meiner Hoffnung ist.“
Die Hoffnung macht die Seele beinahe allmächtig, unbesiegbar und verleiht ihr die Beharrlichkeit bis zum Ende, sodass sie erst dann zu hoffen und zu beharren aufhört, wenn sie das Himmelreich in Besitz genommen hat.
Dann legt sie die Hoffnung nieder und stürzt sich in den unermesslichen Ozean der Göttlichen Liebe… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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Da mein Zustand der Beraubung andauerte, fühlte ich so etwas wie Überdruss und Müdigkeit über meine armselige Lage, und meine armselige Natur wollte sich aus diesem Zustand befreien.
Da mein anbetungswürdiger Jesus Mitleid mit mir hatte, kam Er und sprach: „Meine Tochter, wenn du dich von meinem Willen zurückziehst, beginnst du aus dir selbst zu leben; wenn du jedoch in meinem Willen feststehst, wirst du stets von Mir selbst leben und dir selbst ganz absterben.“
Dann fügte Er hinzu: „Meine Tochter, hab Geduld, ergib dich meinem Willen in allem, und nicht nur eine kleine Weile, sondern immer, immer, denn nur die Ausdauer im Guten offenbart, ob eine Seele wirklich tugendhaft ist; diese allein ist es, die alle Tugenden vereinigt.
Man kann sagen, dass die Beharrlichkeit allein Gott und die Seele, die Tugenden und Gnaden ständig vereinigt und sich wie eine Kette um sie legt; und alles zusammenbindend, bildet sie den sichersten Knoten der Rettung.
Doch wo keine Ausdauer herrscht, muss man vieles befürchten.“ Nach diesen Worten verschwand Er. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 30. März 1901)
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Ich war wegen der Beraubung meines anbetungswürdigen Jesus sehr bedrückt und sagte mir: „Wie grausam ist Er gegen mich geworden! Ich kann selbst nicht begreifen, wie sein gutes Herz soweit kommen kann.
Und überdies, wenn Ihm die Ausdauer so wohlgefällt, so kann dennoch meine Ausdauer sein gutes Herz nicht bewegen.“ Als ich diesen und anderen Unsinn sagte, kam Er ganz unvorhergesehen und sprach zu mir:
„Sicher gefällt Mir die Ausdauer am meisten an einer Seele, denn die Ausdauer ist das Siegel des ewigen Lebens und die Entfaltung des Lebens Gottes.
Denn wie Gott stets alt und stets neu und unwandelbar ist, so ist die Seele alt, indem sie die Beharrlichkeit stets geübt hat, und zugleich immer neu durch die Haltung der ständigen Übung.
Und jedes Mal, wenn sie diese praktiziert, wird sie in Gott erneuert und bleibt unwandelbar, ohne es zu bemerken. Da sie durch die Ausdauer ständig Göttliches Leben in sich selbst erwirbt, wird sie, indem sie Gott erwirbt, mit Ewigem Leben besiegelt.
Kann es ein Siegel geben, das noch sicherer ist als Gott selbst?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 11. April 1905)


