24In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Ein Jünger steht nicht über seinem Meister und ein Sklave nicht über seinem Herrn. 25Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn. Wenn man schon den Herrn des Hauses Beelzebul nennt, dann erst recht seine Hausgenossen.
26Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. 27Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern.
28Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. 29Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.
30Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. 31Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.
32Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. 33Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

„Der Jünger muss sich damit begnügen, dass es ihm geht wie seinem Meister, und der Sklave, dass es ihm geht wie seinem Herrn“ (Mt 10, 25)

… Nachdem der göttliche Meister mich von der äußeren Welt befreit hatte, machte Er sich daran, mein Inneres zu reinigen und sprach durch die innere Stimme zu mir:
(24) „Nun sind wir allein – da ist niemand mehr, der uns stören könnte. Bist du jetzt nicht glücklicher als vorher, als du einen nach dem anderen zufrieden stellen musstest? Du siehst, es ist leichter, einen einzigen zufriedenzustellen.
Du musst dir vorstellen, als wärest du und Ich allein auf der Welt; versprich mir, treu zu sein, und Ich werde so viele und große Gnaden in dein Herz eingie-ßen, dass du selbst überrascht sein wirst.“
(25) Dann fuhr Er fort: „Ich habe große Pläne mit dir, stets vorausgesetzt, du entsprichst Mir – Ich möchte aus dir ein vollkommenes Abbild meiner Selbst machen, von dem Augenblick meiner Geburt bis zu meinem Tod.
Ich selbst werde dich immer mehr lehren, wie du handeln sollst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – (24) (25))

„Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann“ (Mt 10,28)

… „Ach, Herr, wie viele Tropfen [Blut und Tränen] Du vergossen, wie viele Dornen und Wunden Du ertragen hast, so viel Verherrlichung will ich Dir geben, wie viel Verherrlichung Dir alle Geschöpfe geben sollten, wenn es die Sünde des Stolzes nicht gäbe, und so viele Gnaden beabsichtige ich von Dir für alle Geschöpfe zu erbitten, damit diese Sünde vernichtet werde.“
Während ich dies sagte, sah ich, dass Jesus die ganze Welt in sich einschloss, wie eine Maschine Gegenstände in sich enthält.
Alle Geschöpfe bewegten sich in Ihm, und Jesus bewegte sich auf sie zu, und es schien, dass Jesus die Verherrlichung durch meine Intention empfangen würde, und die Geschöpfe von Ihm im Gegenzug die Vergeltung erhielten, um das Gute empfangen zu können, das ich ihnen erfleht hatte. Ich war erstaunt, und als Er meine Verwunderung sah, sagte Er:
„All dies scheint überraschend, nicht wahr? Was du getan hast, scheint trivial zu sein, doch es ist nicht so. Wie viel Gutes könnte durch die Wiederholung dieser Intention getan werden, doch wird es nicht getan!“ … (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 9. September 1901)

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… Der gebenedeite Jesus kam mit der Dornenkrone zurück, die so tief in seinen Kopf eingedrückt war, dass die Dornen sogar in seinem Mund erschienen. Er sagte zu mir: „Ach, meine Tochter, und doch glauben so viele nicht, dass die Dornen sogar bis in meinen Mund eindrangen.
Die Sünde des Stolzes ist so hässlich, dass sie das Gift der Seele ist und sie tötet. Wie einer, der etwas in seinem Mund trägt und dadurch keine Speise zu sich nehmen kann, die ihm Leben geben würde, so unterbindet der Stolz das Leben Gottes in der Seele.
Deshalb wollte Ich wegen des menschlichen Stolzes so viel leiden, und trotzdem wird der Stolz oft so groß, dass der Mensch, trunken von Stolz, die Selbstkenntnis verliert und so weit geht, Leib und Seele zu töten.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 5. März 1906)

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… „Meine Tochter, die Sonne ist die Königin [„der Herrscher“] des Universums, mit ihrem Licht versinnbildlicht sie meine Majestät und mit ihrer Wärme meine Liebe und meine Gerechtigkeit, denn wenn sie die Erde antrifft, die sich nicht der Fruchtbarkeit darbieten will, so trocknet sie diese schließlich mit ihrem brennenden Atem aus und macht sie unfruchtbar.
Wie also die Sonne der König ist, so kann man das Wasser die Königin der Erde nennen; es symbolisiert meinen Willen und es gibt keinen Punkt, wo es keinen Zutritt hätte noch ein Geschöpf, das ohne es auskommen könnte.
Vielleicht kann man ohne Sonne leben, aber ohne das Wasser kann niemand leben; es tritt überallhin ein, bis in die Adern, in die menschlichen Eingeweide wie in die tiefen Abgründe der Erde, es vollführt seinen fortgesetzten Lauf in stummem Schweigen.
Man kann sagen, dass das Wasser nicht nur Königin, sondern wie die Seele der Erde ist: Ohne Wasser wäre die Erde wie ein toter Körper.
Solcherart ist mein Wille: nicht nur ist Er König, sondern Er ist mehr als die Seele aller geschaffenen Dinge, Er ist das Leben jedes Herzschlages, jeder Faser des Herzens; mein Wille fließt wie das Wasser in allem, bald schweigend und verborgen, bald pochend und sichtbar.
Der Mensch kann sich meinem Licht entziehen, meiner Liebe und meiner Gnade, aber meinem Willen nie; er wäre wie einer, der ohne Wasser leben wollte: es ist wahr, dass es irgendeinen Verrückten geben kann, der das Wasser hasst, aber, obgleich er es hasst und nicht liebt, wird er gezwungen sein, es zu trinken: entweder das Wasser oder der Tod.
So ist es mit meinem Willen: Da Er das Leben von allem ist, so haben die Geschöpfe Ihm gegenüber entweder Liebe oder Hass, aber sie werden trotzdem genötigt sein, meinen Willen in ihnen wie das Blut in den Venen fließen zu lassen, und wer sich meinem Willen entziehen wollte, wäre wie einer, der seine eigene Seele tötet; aber nicht einmal da würde ihn mein Wille alleine lassen: es würde ihm der Lauf der Gerechtigkeit folgen, da ihm der Lauf der Wohltaten, die mein Wille enthält, nicht hat folgen können.
Wenn der Mensch wüsste, was es bedeutet, meinen Willen zu tun oder nicht zu tun, würden alle vor Schreck erzittern beim bloßen Gedanken, sich meinem Willen einen einzigen Augenblick lang zu entziehen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 26. Juli 1921)

„Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“ (Mt: 10, 31)

… „Als sich der Mensch dem Göttlichen Willen entzog, wurde er furchtsam, ängstlich und verlor die Herrschaft über sich selbst und über die ganze Schöpfung.
Alle Elemente – da vom FIAT beherrscht – waren ihm überlegen geblieben und konnten ihm Böses zufügen. Der Mensch hatte Angst vor allem; scheint es dir unbedeutend, meine Tochter, dass der, der als König und Herrscher über alles geschaffen worden war, soweit kam, dass er vor Dem Angst hatte, der ihn schuf?
Es ist seltsam, meine Tochter, gleichsam gegen die Natur, dass ein Sohn Angst vor seinem Vater hat; es liegt in der Natur, dass, wenn man zeugt, zugleich Liebe und Vertrauen zwischen Vater und Sohn zeugt; dies kann man als Erstes erbrecht, das dem Sohn galt, bezeichnen, und als erstes Recht, das den Vater betraf.
Indem Adam seinen Willen tat, verlor er also das Erbe seines Vaters, verlor sein Reich und wurde zur Zielscheibe des Spottes aller geschaffenen Dinge.
Meine Tochter, höre deine Mutter an und erwäge gut das große Übel des menschlichen Willens; er nimmt der Seele die Augen und macht sie blind, sodass alles Furcht und Finsternis für die arme Kreatur wird; lege daher die Hand auf dein Herz und gelobe deiner Mama, lieber zu sterben als deinen Willen zu tun.
Ich hatte keine Angst im Umgang mit meinem Schöpfer, weil ich nie meinen Willen tat; wie sollte ich Angst haben, wenn ich mich so geliebt fühlte?
Sein Reich war in mir so gegenwärtig, dass ich mit meinen Akten den vollen Tag bildete, um die neue Sonne des Ewigen Wortes auf der Erde aufgehen zu lassen.
Und ich, wie ich sah, dass es immer mehr Tag wurde, verstärkte mein Flehen, um den ersehnten Tag des Friedens zwischen Himmel und Erde zu erwarten. Morgen erwarte ich dich, um dir eine andere überraschende Begebenheit meines irdischen Lebens zu erzählen.“
Meine erhabene Mama, wie süß sind deine Lehren! Sie machen mir das große Unheil des menschlichen Willens begreiflich! O wie oft fühlte auch ich in mir Angst und Scheu und fühlte mich weit weg von meinem Schöpfer!
Es war der menschliche Wille, der in mir regierte, nicht der Göttliche! Deshalb spürte ich seine traurigen Auswirkungen. Wenn du mich daher als Tochter liebst, nimm mein Herz in deine Hände und nimm Angst und Scheu von mir, die mich hindern, zu meinem Schöpfer zu fliegen; und gib mir an ihrer Stelle jenes FIAT, das du so liebst, damit Es in meiner Seele regiere. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 16. Tag)