Mittwoch der 16. Woche im Jahreskreis (Mt 13,1-9)
1An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. 2Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.
3Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. 4Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.
5Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; 6als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
7Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. 8Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. 9Wer Ohren hat, der höre!
„Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen“ (Mt 13,3)
Ich war wie gewohnt, ganz an den Göttlichen Willen hingegeben und folgte seinen Akten, doch dabei dachte ich mir: „Mein geliebter Jesus hat sich fast ganz ins Schweigen zurückgezogen, auch über seinen liebenswürdigen Willen spricht Er so wenig, als wollte Er nichts mehr sagen.
Wer weiß, ob Er nicht Schluss macht und zu reden aufhört, auch über das, was sein FIAT betrifft?“ Da ließ Er sich in meinem Inneren als kleines Kind sehen, umkleidet von Licht, mitten auf einem Feld.
Er entnahm Licht aus seiner Brust und säte auf dieses Feld ganz schweigsam und konzentriert viele kleine Lichttropfen aus. Dieser Anblick erstaunte mich, und Er sagte zu mir: „Meine Tochter, alles, was du jetzt denkst, das dachtest du, seit du den 16. Band geschrieben hast: dass Ich nämlich aufhören würde, über meinen Willen zu sprechen.
Doch Ich tat nichts anderes, als auf dem Feld deiner Seele viele Lichttropfen auszusäen, die auf deinem Feld keimten und Frucht brachten und sich aus kleinen Lichtern in Sonnen verwandelten. Diese Sonnen sind die vielen überraschenden Mitteilungen, die Ich dir seit damals bis heute über meinen Willen gegeben habe.
O, wie schön war das Feld deiner Seele, ganz erfüllt von diesen Sonnen, eine schöner als die andere! Sie hat sich ganz in ein Göttliches Feld verwandelt, der ganze Himmel verliebte sich in dieses Feld, und wer es betrachtete, der fühlte seine Glückseligkeit verdoppelt!
Nun, wer gesät hat, der hat das Recht zu ernten, und da es ein Göttliches Feld ist, bin Ich dessen Herr, nicht nur, um zu ernten, sondern um von neuem auszusäen. Daher tue Ich nun nichts anderes, als neuerlich auszusäen.
Siehst du nicht, wie Ich ganz konzentriert dabei bin, Samen aus Licht auf dieses Feld zu säen, damit sie keimen, und die neuen Sonnen der Kenntnisse über meinen Willen aufgehen?
Nun, die Arbeit macht schweigsam, und mein Schweigen ist Glut, Reifung und Fruchtbarkeit, um die kleinen Samen aus Licht in strahlendste Sonnen zu verwandeln. Ich arbeite stets in dir, bald auf diese, bald auf jene Art.
Die Arbeit meines Göttlichen Willens dauert lange, und daher bin Ich stets beschäftigt und halte dich beschäftigt. Lass Mich also machen und folge Mir.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 30. Dezember 1927)
„Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach“ (Mt 13, 8)
… „Meine Tochter, da Ich in dich den Besitz meines Willens gelegt habe, will Ich, dass du Ihn nicht nur besitzt, sondern dass du Ihn gut zu bewahren, kultivieren und erweitern verstehst, um Ihn zu vervielfältigen.
Daher die Leiden, die Abtötungen, das Wachen, die Geduld, und auch die Entbehrung Meiner selbst: sie dienen dazu, die Grenzen meines Willens in deiner Seele zu erweitern und zu wahren.
Der Besitz allein genügt nicht, sondern man muss zu besitzen verstehen. Was nützt es dem Menschen, ein Stück Land zu besitzen, wenn er sich nicht die Mühe macht, es zu bestellen, zu kultivieren und zu beschützen, um dann die Früchte seiner Mühen zu ernten?
Wenn er sein Land nicht bearbeitet, kann man, obwohl er Besitzer ist, sagen, dass er nichts hat, womit er seinen Lebensunterhalt bestreiten (Hunger stillen) soll; so ist es also nicht der Besitz, der den Menschen reich und glücklich macht, sondern das Wissen darum, sein Besitztum effektiv zu kultivieren.
So sind meine Gnaden, meine Gaben, besonders mein Wille, den ich als König in dich eingesetzt habe. Er wünscht von dir die Speise und die Arbeit deiner Mühen, deiner Akte; Er will, dass dein Wille in allem ganz dem Seinen unterworfen sei und Ihm die Ehre und das Gefolge gibt, wie es Ihm als König gebührt.
Und Er wird dafür in all deinen Taten und Leiden für dich die Speise bereithalten, die Er deiner Seele eingeben wird.
So wirst du auf einer Seite und mein Wille auf der anderen, die Grenzen meines Höchsten Willens in dir erweitern.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 28. August 1923)
„Wer Ohren hat, der höre!“ (Mt 13,9)
Diesen Morgen ließ sich mein anbetungswürdiger Jesus ganz betrübt und fast wütend auf die Menschen sehen und drohte, die üblichen Züchtigungen zu senden, nämlich die Menschen unversehens unter Blitzen, Hagel und Feuer sterben zu lassen.
Ich bat Ihn sehr, sich zu beruhigen, und Jesus sagte mir:
„Die Freveltaten, die sich von der Erde zum Himmel erheben, sind so zahlreich, dass Ich, wenn Gebet und Opferseelen eine Viertelstunde lang vor Mir fehlten, Feuer aus der Erde kommen lassen und die Menschen damit überfluten würde.“
Dann fügte Er hinzu: „Sieh, wie viele Gnaden Ich über die Geschöpfe ausgießen sollte, doch da Ich keine Übereinstimmung finde, bin Ich gezwungen, sie in Mir zurückzuhalten, ja mehr noch, sie lassen sie Mich in Züchtigungen umwandeln.
Achte darauf, meine Tochter, meinen so zahlreichen Gnaden, die Ich in dich ausgieße, zu entsprechen, denn die Übereinstimmung ist die offene Tür, die Mich in das Herz eintreten lässt, um dort meine Wohnstätte zu errichten.
Übereinstimmung ist wie die freundliche Aufnahme und Wertschätzung, die Menschen entgegengebracht wird, die zu Besuch kommen, sodass jene, durch diesen Respekt und die ihnen gegenüber angewandten freundlichen Manieren angezogen, genötigt sind, wieder zu kommen, bis sie sich gar nicht mehr trennen können.
Alles kommt darauf an, Mir zu entsprechen, und je nach dem Grad, wie die Seelen Mir entsprechen und Mich auf Erden behandeln, werde Ich Mich im Himmel ihnen gegenüber verhalten, indem Ich sie offene Türen vorfinden lasse; Ich werde den ganzen himmlischen Hof einladen, sie willkommen zu heißen, und werde sie auf den erhabensten Thron setzen; doch es wird ganz das Gegenteil sein für jene, die Mir nicht entsprechen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 2. August 1899)
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Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, sagte mein stets liebenswürdiger Jesus bei seinem Kommen zu mir: „Meine Tochter, je mehr Wahrheiten Ich dir mitteile, umso mehr spezielle Glückseligkeit mache Ich dir zum Geschenk.
Jede Wahrheit enthält in sich eine besondere Seligkeit, Wonne, Freude und Schönheit: so bringt dir jede weitere Wahrheit, die du erkennst, Wonne, Glückseligkeit, Freude und Schönheit, mit denen du bereichert wirst. Sie sind göttliche Samen, welche die Seele empfängt, und indem sie diese den anderen mitteilt, teilt sie diese Samen mit und bereichert jeden, der sie empfängt.
Nun, die auf Erden erkannten Wahrheiten werden, da sie göttliche Samen sind, die Seligkeiten, Freude usw. keimen lassen, im Himmel, wenn die Seele in ihrer Heimat ist, elektrische Verbindungsdrähte sein, durch welche die Gottheit aus ihrem Schoß ebenso viele Akte der Seligkeiten entspringen lassen wird, wie viele Wahrheiten die Seele gekannt hat.
O, sie wird wie von vielen verschiedenen unermesslichen Meeren überflutet sein! Sie hat den Keim bereits, und damit besitzt sie auch schon den [leeren] Raum, um diese unermesslichen Meere der Glückseligkeit, Freude und Schönheit aufnehmen zu können.
Wer den Keim nicht hat – wer eine Wahrheit auf Erden nicht gekannt hat – dem fehlt es an Raum, um diese Seligkeiten aufnehmen zu können. Ihm geht es wie einem kleinen [Schulkind], das nicht alle Sprachen studieren wollte.
Wenn er heranwächst, und in diesen Sprachen reden hört, die er nicht erlernen wollte oder man ihm nicht die Gelegenheit gegeben hat, sie zu studieren, wird er nichts verstehen, denn seine Intelligenz, die nicht lernen wollte, blieb verschlossen, und er machte sich keine Mühe, einen kleinen Platz zu bereiten, um diese Sprachen zu verstehen; er wird höchstens staunen und sich an dem Glück anderer freuen, doch wird er selbst es weder besitzen noch die Ursache des Glücks anderer sein.
Du siehst also, was es bedeutet, eine Wahrheit mehr oder weniger zu kennen. Wenn alle wüssten, welch große Güter sie verlieren, würden sie darin wetteifern, sich Wahrheiten anzueignen!
Nun, die Wahrheiten sind die Sekretäre meiner Glückseligkeiten, und wenn Ich sie den Seelen nicht mitteile, verraten sie das Geheimnis nicht, das sie enthalten.
Sie schwimmen in meiner Gottheit und warten, bis sie an die Reihe kommen, als göttliche Agenten tätig zu werden und Mich bekannt zu machen – wie viele weitere Seligkeiten Ich enthalte.
Und je länger sie in meinem Schoß verborgen geblieben sind, mit umso größerem Getöse und majestätischen Benehmen treten sie daraus hervor, um die Geschöpfe zu überfluten und meine Herrlichkeit kundzumachen.
Glaubst du, dass der ganze Himmel sich aller meiner Güter bewusst ist? Nein, nein! O, wie viel bleibt ihm noch, um sich zu erfreuen, was er heute noch nicht genießt!
Jedes Geschöpf, das in den Himmel kommt und eine zusätzliche Wahrheit gekannt hat, die den anderen nicht bekannt ist, wird in sich den Samen tragen, um aus Mir neue Befriedigung, neue Freuden und neue Schönheit ausströmen zu lassen, deren Ursache und Quelle gleichsam diese Seele sein wird, und die anderen werden daran teilhaben.
Die letzten Tage werden nicht kommen, ehe Ich nicht Seelen finde, die disponiert sind, alle meine Wahrheiten zu enthüllen, damit das himmlische Jerusalem von meiner vollständigen Ehre wiederhalle; und alle Seligen werden an all meinen Seligkeiten teilnehmen, manche als direkte Ursache, weil sie diese Wahrheit gekannt haben, andere als indirekte Ursache durch jene, die sie gekannt haben…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 25. Januar 1922)

