Fest der Hl. Birgitta von Schweden, Schutzpatronin Europas (Joh 15, 1-8)
1In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer. 2Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
3Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe. 4Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. 6Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
7Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. 8Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.
„Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt“ (Joh 15, 4)
Weiterhin in meinem gewohnten Zustand, dachte ich daran, wie viel mein süßer Jesus getan und gelitten hat, um die Seelen zu retten, und Er sagte bei seinem Kommen zu mir: „Meine Tochter, all das, was meine Menschheit tat, Gebete, Worte, Werke, Schritte und Leiden, ist dabei, sich dem Menschen zu schenken, doch wer nimmt, wer empfängt die Veredelung meines Wirkens?
Wer sich Mir nähert und sich beim Gebet mit Mir vereinigt, der empfängt die Veredelung meines Gebetes und die Güter, die dieses enthält. Wer mit Mir vereint spricht oder lehrt, empfängt die Veredelung und die Früchte meiner Worte. Und wer mit Mir vereint arbeitet oder leidet, empfängt die Veredelung und die Güter, die in meinen Peinen und Werken vorhanden sind.
Ansonsten bleiben alle Schätze, die Ich für die Seele erworben habe, in der Schwebe, und, da die Seele nicht in Mir aufgepfropft wurde, zieht sie keinen Nutzen aus den Gütern, die meine Menschheit mit so viel Liebe geben will: denn wenn es keine Vereinigung gibt, bleiben die Güter des Einen wie unwirksam für den anderen.
Stelle dir ein Rad vor: der Mittelpunkt des Rades ist meine Menschheit, die Speichen sind all das, was Sie getan und gelitten hat; der Kreisumfang, wo die Speichen befestigt sind, ist die ganze Menschheitsfamilie, die sich um das Rad dreht.
Wenn nun dieser Kreisumfang, dieser zweite Kreis des Rades, sich nicht nähert, um den Halt durch die Speichen zu bekommen, bleiben die Speichen in der Schwebe und können die Güter nicht mitteilen, die das Zentrum des Rades enthält. O wie leide Ich, wenn Ich sehe, dass meine vielen Güter in der Schwebe sind, welche die Undankbarkeit der Menschen nicht nur nicht annimmt, sondern verachtet und mit Füßen tritt!
Deshalb gehe Ich mit solcher Sehnsucht auf die Suche nach Seelen, die in meinem Willen leben wollen, um in ihnen die Speichen meines Rades befestigen zu können; und mein Wille wird ihnen die Gnade verleihen, den Kreisumfang des zweiten Kreises des Rades bilden zu können, und sie werden alle Güter empfangen, welche die anderen Mir zurückweisen und verachten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 29. August 1922)
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“ (Joh 15, 5)
Während ich in meiner Nichtigkeit versenkt war, sagte Er zu mir:
„Komm näher zu Mir, stütze dich auf meinen Arm, Ich werde dich mit meinen Händen unterstützen und du wirst Kraft empfangen. Du bist blind, aber mein Licht wird dir als Führer dienen. Schau, Ich will mich selbst vor dich hinstellen, und du wirst nichts anderes tun, als auf Mich zu schauen um Mich nachzuahmen.“
sagte Er zu mir: „Das erste, was ich wünsche, ist die Abtötung deines Willens. Dieses „Ich“ muss in dir vernichtet werden; Ich möchte, dass du es für mich geopfert hältst, damit dein Wille und der Meine ein einziger werden. Bist du darüber nicht glücklich?“
„Ja, Herr, doch gib mir die Gnade, da ich sehe, dass ich aus mir nichts tun kann.“ Und Er fuhr fort: „Ja, Ich selbst werde dir in allem widersprechen, und gelegentlich auch durch die Geschöpfe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1)
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Während ich betete, vereinte ich meinen Geist mit dem Geist Jesu, meine Augen mit Jesu Augen, und so mit allem übrigem, indem ich die Meinung machte, das zu tun, was Jesus tat – mit seinem Geist, mit seinen Augen, mit seinem Mund, mit seinem Herzen, und so mit allem übrigen; und wie es schien, als breiteten sich der Geist Jesu, die Augen Jesu, usw. zum Wohl aller aus, so schien es, dass auch ich mich zum Wohl aller ausbreitete, mich vereinigend und eins werdend mit Jesus.
Nun dachte ich bei mir: ‘Was ist das für eine Meditation? Was für ein Gebet? Ach, ich bin zu nichts gut, ich kann nicht einmal über etwas reflektieren.‘ Aber während ich so dachte, sprach mein stets liebenswürdiger Jesus zu mir:
„Meine Tochter, warum betrübst du dich darüber? Anstatt darüber traurig zu sein, solltest du dich freuen, denn als du meditiertest und in deinem Verstand viele schöne Überlegungen auftauchten, hast du nichts anderes getan als von Mir einen Teil meiner Eigenschaften und Tugenden zu nehmen.
Nun, da es dir nur mehr möglich ist, dich mit Mir vereinigen und eins werden zu können, nimmst du Mich ganz auf, und während du zu nichts gut bist, bist du mit Mir zu allem nütze, weil du mit Mir das Gute für alle willst; und allein das Gute zu ersehnen und es zu wollen, erzeugt in der Seele eine Stärke, die sie wachsen lässt und im göttlichen Leben festigt.
Wenn sich die Seele dann mit Mir vereint und identifiziert, und sich mit meinem Geist vereinigt, bringt sie auf diese Weise so viele Leben der heiligen Gedanken im Geist der menschlichen Geschöpfe hervor; wenn sie sich mit meinen Augen vereint, bringt sie in den Geschöpfen so viele Leben der heiligen Blicke hervor; wenn sie sich mit meinem Mund vereint, wird sie den Worten Leben verleihen, wenn sie sich mit meinem Herzen, meinem Wünschen, meinen Händen und Schritten vereint, wird sie jedem Herzschlag ein Leben verleihen, Leben den Wünschen, den Handlungen, den Schritten; und zwar heilige Leben, denn da Ich in Mir die schöpferische Kraft enthalte, erschafft die Seele gemeinsam mit Mir und tut das, was Ich tue.
Diese Vereinigung mit Mir nun, Teil um Teil, Geist für Geist, Herz um Herz, usw., bringt in dir im höchsten Grad das Leben meines Willens und meiner Liebe hervor; und in diesem Willen wird der Vater gebildet, in der Liebe der Hl. Geist, und aus dem Wirken, aus den Worten, den Werken, den Gedanken und aus allem übrigem, was aus diesem Willen und dieser Liebe hervorgehen kann, wird der Sohn gebildet, und siehe da: die Dreifaltigkeit in den Seelen.
Wenn Wir also wirken sollen, ist es gleichgültig, ob Wir in der Dreifaltigkeit im Himmel oder in der Trinität der Seelen auf Erden wirken.
Das ist der Grund, warum Ich dir stets alles Übrige wegnehme, wenngleich es auch gute, heilige Dinge wären, um dir das Beste und Heiligste geben zu können, das Ich Selbst bin, und aus dir ein anderes Ich-Selbst machen zu können, soweit es für ein Geschöpf möglich ist. Ich glaube, du wirst dich nicht mehr beklagen, nicht wahr?“
Und ich: ‚Ach, Jesus, mir kommt es hingegen vor, dass ich ganz schlecht geworden bin, und das Schlimmste ist, dass ich nicht weiß, wie ich diese meine Bosheit finden kann, da ich wenigstens alles mögliche tun würde, um sie beseitigen.‘
Und Jesus: „Es genügt, es reicht! Du willst zu sehr in den Gedanken an dich selbst eindringen; denk an Mich, und Ich werde auch an deine Schlechtigkeit denken, hast du verstanden?“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 12. Juni 1913)
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Nachdem ich kommuniziert hatte, dachte ich mir: „Wie soll ich sie aufopfern, um Jesus zu gefallen?“ Und Jesus, stets gütig, sprach zu mir:
„Meine Tochter, wenn du Mir Gefallen bereiten willst, opfere sie auf, wie meine Menschheit selbst sie aufopferte; Ich habe, bevor Ich die Kommunion den anderen reichte, selbst kommuniziert, und Ich wollte dies tun, um dem Vater die vollständige Verherrlichung für alle Kommunionen der Geschöpfe zu geben, um in Mir alle Sühneleistungen für alle Sakrilegien und alle Beleidigungen einzuschließen, die Ich im Sakrament empfangen sollte.
Da meine Menschheit den Göttlichen Willen in sich einschloss, umfasste sie alle Sühneleistungen aller Zeiten, und als Ich Mich selbst empfing, empfing Ich Mich auf würdige Weise.
Und so wie alle Werke der Geschöpfe von meiner Menschheit vergöttlicht wurden, so wollte Ich mit meiner Kommunion die Kommunion aller Geschöpfe besiegeln, wie könnte das Geschöpf ansonsten einen Gott empfangen? Es war meine Menschheit, die dieses Tor den Geschöpfen auftat, und ihnen verdiente, Mich zu empfangen.
Nun, meine Tochter, kommuniziere in meinem Willen und vereinige die Kommunion mit meiner Menschheit: so wirst du alles einschließen, und Ich werde in dir die Sühneleistung aller, den Ersatz für alles und mein Wohlgefallen finden.
Ja, Ich werde Mich selbst sogar ein zweites Mal in dir wiederfinden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 13. November 1915)
“Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet” (Joh 15, 8)
Während ich betete, sah ich in mir meinen stets liebenswürdigen Jesus und viele Seelen um mich herum, die sagten: „Herr, alles hast Du in diese Seele gelegt?“ Und sie streckten die Hände zu mir aus und sagten: „Da Jesus in dir ist und mit Ihm alle Güter, nimm und schenke uns.“
Ich war darüber beschämt, und der gebenedeite Jesus sprach zu mir: „Meine Tochter, in meinem Willen sind alle nur möglichen Güter, und es ist nötig, dass die Seele, die in Ihm lebt, mit Vertrauen darin bleibe, indem sie gemeinsam mit Mir als Eigentümerin wirkt.
Alles erwarten die Geschöpfe von dieser Seele, und wenn sie nichts bekommen, fühlen sie sich betrogen; doch wie kann sie geben, wenn sie nicht gemeinsam mit Mir im vollen Vertrauen wirkt?
Daher ist für die Seele, die in meinem Willen lebt, das Vertrauen notwendig, damit sie geben kann, die Einfachheit, um sich allen mitzuteilen, die Uneigennützigkeit sich selber betreffend, um ganz in Mir und für den Nächsten leben zu können. So bin Ich.“
Dann fügte Er hinzu: „Meine Tochter, wer wahrhaft meinen Willen tut, dem ergeht es wie jenem aufgepfropften Baum, dem die Kraft der Veredelung die Wirkung verleiht, das Leben des Baumes, auf den er aufgesetzt wurde, zunichte zu machen, sodass man nicht mehr die Früchte und Blätter des ersten sieht, sondern jene des Pfropfreises.
Und wenn der erste Baum zum Pfropfreis sagen würde: „Ich will für mich wenigstens ein kleines Zweiglein zurückbehalten, damit auch ich einige Früchte hervorbringen kann, um alle wissen lassen zu können, dass ich noch existiere“, würde das Pfropfreis sagen: „Du hast keinen Grund mehr zu existieren, nachdem du dich unterworfen hast, meine Veredelung zu empfangen, wird das Leben ganz das meine sein.“
So kann die Seele, die meinen Willen tut, sagen: „Mein Leben ist zu Ende, es sind nicht mehr meine Werke, meine Gedanken, meine Worte, die aus mir hervorgehen, sondern die Werke, Gedanken und Worte Desjenigen, dessen Wille mein Leben ist.“
So sage Ich zu dem, der meinen Willen tut: „Du bist mein Leben, mein Blut, mein Gebein“. Also geschieht die wahre, wirkliche, sakramentale Verwandlung, nicht kraft der Worte des Priesters, sondern kraft meines Willens.
Sobald sich die Seele entschließt, in meinem Willen zu leben, so erschafft mein Wille Mich selbst in der Seele, und wie mein Wille im Willen, in den Werken, in den Schritten der Seele fließt, so viele Schöpfungen (Kreationen) von Mir erfährt sie an sich. Es ist wie bei einem Speisekelch, der voller konsekrierter Partikel ist: wie viele Partikel es gibt, so viele Jesus sind in jedem einzelnen Partikel.
schließt Mich die Seele kraft meines Willens in allem und in jedem einzelnen Teil ihres Wesens ein. Wer meinen Willen tut, der vollzieht die wahre, ewige Kommunion, eine Kommunion mit vollständiger Frucht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 20. August 1913)


