1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. 14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. 16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

„Da lief sie schnell…“ (Joh 20,2)

Mein Flug im Fiat dauert an. Ja, ich spüre sogar, dass Er mir in jedem Augenblick entgegenkommt, in allem, was ich berühre, was ich tue, in den Leiden und Freuden, in allem Geschaffenen, mit dem Er mich umgibt, damit ich es gebrauche.
Er scheint gleichsam auf der Lauer zu liegen, um sich zu erkennen zu geben und mir zu sagen: ‚Hier bin Ich, sag mir, was du willst; du machst Mich noch glücklicher, wenn du Mir Gelegenheit gibst, dir noch reichlicher zu geben, so dass Ich wegen der Glückseligkeit meiner Tochter, die Ich glücklich mache, noch seliger bin.“
Als nun mein Geist in seinem göttlichen Meer wie versenkt war, überraschte mich mein geliebter Jesus mit einem kurzen Besuch und sprach mit einer Liebe, die Er nicht zurückhalten konnte, zu mir: „Meine gesegnete Tochter, die übergroße Liebe des Göttlichen Willens ist unglaublich.
Wenn das Geschöpf in Ihm lebt und sein kleines Meer des Fiat in seiner Seele gebildet hat, möchte mein Wille, angezogen von seiner eigenen Macht, dieses sein kleines Meer im Bereich der Seele immer weiter ausdehnen. Höre nun, was Er tut: Erfasst von unwiderstehlicher Liebe, fließt und wirkt Er stets in jedem Akt, den die Seele verrichtet.
Wenn Er sieht, dass sie vom Wort Gebrauch machen [, also sprechen] will, eilt Er ihr entgegen, umhüllt ihr Wort mit seinem Fiat und vermehrt seine göttliche Macht im Wort der Seele. Wenn sie arbeiten möchte, eilt Er hin, nimmt ihre Hände, drückt sie an Sich, erfüllt sie mit seinem Fiat und steigert seine göttliche Macht in ihren Werken.
Wenn Er sieht, dass sie gehen und Schritte tun will, eilt Er hin, umhüllt diese und verleiht ihr die große Macht, immer auf Den zuzueilen, Der ihr stets entgegenkommt. Wenn sie liebt, beeilt Er sich, ihr neue Liebe zu schenken, Wenn Er sieht, dass sie immer besser zu werden verlangt, eilt Er und steigert ihre Güte.
Es gibt keinen Gedanken, Herzschlag und Atemzug, den Er nicht mit seinem Fiat erfüllt, damit seine Weisheit, seine Schönheit und der Herzschlag seiner ewigen Liebe [in der Seele] intensiver werde. Doch das ist noch nicht alles.
Glaubst du, dass mein Wille in seinem Lauf auf die Seele zu, die sein Wollen besitzt, innehalten kann? Um ihr entgegenzueilen, bedient Er sich tatsächlich aller Dinge: wenn z.B. die Sonne das Geschöpf umhüllt, beeilt Er sich, dem Geschöpf [noch] mehr Licht zu spenden; und da das Geschöpf mehr als die Sonne ist, verleiht Er ihm die Eigenschaften des Lichtes, ja intensiviert diese noch.
Er verleiht der Seele seine göttliche Süßigkeit, seine Fruchtbarkeit, seine mannigfaltigen himmlischen Düfte, den Geschmack seiner göttlichen Aromen, seine erhabenen Eigenschaften als schönste Farbenvielfalt.
Er tut dies mit der Macht seines Fiat auf eine Weise, dass Er nichts anderes mehr hat als Licht und Glut, mit denen Er sein geliebtes Geschöpf, mehr als die Sonne, erfüllt, und dieses sich [damit] erfüllen lässt.
Wenn der Wind das Geschöpf anbläst, beeilt Er sich, es zu erfüllen und vermehrt mit seinem Fiat die Macht seiner beherrschenden Liebe, seine göttlichen Seufzer, damit das Geschöpf mit Seinem eigenen Seufzen und Stöhnen nach der Ankunft seines Reiches auf Erden verlange.
Er küsst und liebkost es, drückt es fest an Sich, damit es fühlt, wie sehr Er es liebt und wiedergeliebt werden möchte. Wenn es Wasser trinkt, beeilt Er sich, es mit Seiner Frische und himmlischen Erquickungen zu erfüllen.
Nimmt es Nahrung zu sich, beeilt Er sich, es mit der Speise seines Willens zu nähren, damit das göttliche Leben im Geschöpf wachse, sich festige und sich noch mehr in ihm bestätige.
Mit einem Wort, es gibt nichts, worin mein Wille nicht wirksam wäre. O, welches Fest feiert Er, wenn Er sieht, dass das Geschöpf diese liebliche Begegnung akzeptiert und das Gute annimmt, das Er ihm unaufhörlich anbietet!
Und wenn die Seele ebenfalls in allem auf Den zueilt, Der ihr entgegenläuft, o, dann ist mein Fiat von solcher Liebe ergriffen, dass sein grenzenloses Meer anschwillt; dieses bildet überaus hohe Wellen und entlädt sie in dem kleinen Meer, wobei Er auf wunderbare und außerordentliche Weise die Fassungskraft und Ausdehnung seines Meeres im kleinen Meer der Seele vergrößert.
Meine Tochter, so ist unsere göttliche Handlungsweise: immer und unaufhörlich zu lieben, immer und unaufhörlich zu geben. Wäre das nicht so, müssten Wir unserer Macht eine Grenze setzen, unsere Liebe einschränken.
Doch dazu sind Wir nicht einmal fähig, denn da unser Wesen unendlich ist, eilt es von selbst auf die Suche nach Seelen, die Wir lieben und von denen Wir wiedergeliebt werden wollen.
Darum sind Grenzen für Uns bedeutungslos, und es gibt kein ‚Genug’. Es könnte höchstens einige Undankbare geben, die Uns nicht anerkennen wollen und somit Blinden gleichen: Obwohl die Sonne ihnen ihr Licht nicht verweigert, sondern sie überall einhüllt, können sie die Sonne weder sehen noch erkennen; und doch können sie nicht leugnen, dass sie ihre Wärme verspüren.
Dies kann jedoch der Seele, die in unserem Willen lebt, nicht passieren. Er selbst wacht schon über sie und wartet ständig darauf, ihr zu begegnen. Wir eilen ihr entgegen, dass sie Uns entgegenläuft.
Und wenn unsere Liebe – obwohl Wir ihr entgegenlaufen – ihr dies verbirgt, damit sie [noch mehr angetrieben wird und Uns] noch schneller entgegenläuft, o, wie verzehrt sich dann unsere arme Tochter [nach Uns], sodass Wir genötigt sind, sogleich den verhüllenden Schleier zu zerreißen und ihr zu beteuern: ‚Wir sind da, beruhige dich.
Fürchte nicht, dass Wir jemals unsere Tochter verlassen, die Tochter unseres Wollens.’ Um sie zu beruhigen, lassen Wir sie unsere Liebe noch lebhafter fühlen und überhäufen sie mit noch größeren Gnaden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 18. April 1937)

„Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat“ (Joh 20, 13)

Ich machte meinen Rundgang im Göttlichen Willen, und während mein armer Geist durch alle geschaffenen Dinge wanderte, prägte ich mein „Ich liebe Dich” sogar in die höchsten Berge und tiefsten Täler ein, in die finstersten Abgründe der Erde und die tiefsten Meeresozeane, mit einem Wort, überall.
Dabei jedoch war mein armer Geist durch die Beraubung meines süßen Jesus gequält. Mein armes gemartertes Herz konnte Ihn nicht wiederfinden – wie oft ich Ihn auch mit meiner Liebe rief. O Gott, welche Pein! Ich dachte mir: „Ist es möglich, dass Jesus mich nicht mehr hört?
Während ich Himmel und Erde mit meinen „Ich liebe Dich” füllte, packt Ihn denn keines meiner „Ich liebe Dich”, damit es Ihn verwundet und Ihn meine Wunde und meine Qual spüren lässt?
So möge Er – meine eigenen Leiden empfindend – beschließen, sich von jener finden zu lassen, die Ihn so sehr ersehnt, um diese Qual nicht länger zu spüren. Ach Jesus, wie viel kostet es mich, Dich gekannt zu haben und Dich nicht zu besitzen, Dich zu lieben und nicht wiedergeliebt zu werden! Es sind unbeschreibliche Leiden, und es fehlen die Worte, um sie auszudrücken.“
In diesem Augenblick bewegte sich mein lieber Jesus in meinem Inneren, und in Tränen ausbrechend, sagte Er mir schluchzend – sein Schluchzen war so stark und so durchdringend für meine leiblichen Ohren, dass auch ich gemeinsam mit Ihm weinte: „Meine Tochter, wie kannst du Mich ferne glauben?
Wie kannst du denken, dass du von deinem Jesus nicht wiedergeliebt wirst? Jedes deiner „Ich liebe Dich” war eine weitere Wunde für mein Herz, die Mich sprechen ließ: „Meine Tochter, von überall her lässt du Mich dein „Ich liebe Dich” vernehmen, von den Bergen, aus den Tälern, aus dem Meer, von den blühenden Wiesen, aus der Sonne, von überallher“; und obwohl verborgen in dir, wiederholte Ich: „Ich liebe dich, meine Tochter.“
Doch fühlte Ich Mich empfindlich getroffen, als du dachtest, Ich würde dich nicht wiederlieben. Das kann nicht sein, meine Tochter! Es entspricht weder der Natur deines Jesus, nicht wiederzulieben, noch kann Ich das tun…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 22; 10. Juli 1927)

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Ich lebe mit der ständigen Beraubung meines süßen Jesus. Ach, ohne Ihn finde ich mein Zentrum nicht, wohin ich mich aufschwingen und in Dem ich ruhe könnte; finde ich den Führer nicht, auf den ich vertrauen könnte, finde Den nicht, der mir mit so viel Liebe als Lehrer die erhabensten Lehren gab.
Seine Worte waren Ströme von Freuden, von Liebe und Gnade über meine arme Seele, und jetzt ist alles tiefes Schweigen… Ich wünschte, der Himmel, die Sonne, das Meer und die ganze Erde würden sich in Tränen auflösen, um Den zu beweinen, den ich nicht mehr finde – ich weiß nicht, wohin Er seine Schritte gelenkt hat.
Doch, ach, niemand weist mich zu Ihm, niemand ist zum Mitleid mit mir bewegt. Ach, Jesus, kehre zurück! Komm zurück zu jener, der Du selbst sagtest, dass sie nur für Dich und mit Dir leben solle – und nun ist alles zu Ende…
Mein armes Herz ist voll – und möchte doch so viel über die Leiden wegen der Beraubung seines Jesus, seines Lebens, seines Alles sagen. Daher gehe ich weiter und mache hier Schluss.
Als ich mich in dieser Bitterkeit befand, folgte ich weiter den Akten des Göttlichen Willens. In einem Augenblick war alles vor mir gegenwärtig, und mein stets liebenswürdiger Jesus zeigte sich voller Zärtlichkeit und sprach zu mir: „Meine Tochter, Mut.
Meine Liebe hat keine Grenzen, daher liebe Ich das Geschöpf mit unendlicher und unübertrefflicher Liebe. Du sagst, dass du Mich liebst, doch welcher Unterschied besteht zwischen der geschaffenen und der erschaffenden Liebe?
Die Schöpfung vermittelt dir ein Bild dieses Unterschiedes. Schau die Sonne an: ihr Licht und ihre Glut erfüllen dein Auge und umhüllen deine ganze Person – und doch, wie viel Licht nimmst du davon?
Sehr wenig; kaum einen Schatten ihres Lichtes, und das restliche Sonnenlicht ist so umfassend, dass es die ganze Erde erfüllen kann: Symbol deiner kleinen geschaffenen Liebe, die stets klein ist, auch wenn du dich bis zum Rand damit angefüllt fühlst.
Die Liebe deines Schöpfers bleibt, mehr als die Sonne, immer unermesslich und unendlich. Sie übertrifft alles und trägt das Geschöpf in ihrem Triumph der Liebe, indem sie es unter der kontinuierlichen Ausgießung ihrer erschaffenden Liebe leben lässt.
Ein anderes Symbol ist das Wasser. Du trinkst es, doch wie viel trinkst du im Vergleich zum Wasser, das im Meer, in den Flüssen, den Brunnen, im Inneren der Erde ist? Man kann sagen, ganz wenig.
Das Wasser, das zurückbleibt, symbolisiert die erschaffende Liebe, die in ihrer eigenen Kraft unermessliche Meere besitzt und das kleine Geschöpf mit unermesslicher Liebe zu lieben vermag. Selbst die Erde erzählt dir von deiner kleinen Liebe.
Wie viel Raum benötigen deine Füße, um auf der Erde zu stehen? Kaum ein wenig Platz – und wie viel bleibt doch übrig! So besteht zwischen der Liebe des Schöpfers und des Geschöpfs ein ausgedehnter und nicht messbarer Unterschied.
Außerdem stattete der Schöpfer den Menschen bei seiner Erschaffung mit seinem eigenen Besitz aus, d.h. mit seiner Liebe, seiner Heiligkeit, Güte, Intelligenz und Schönheit.
Kurzum, Wir statteten ihn mit allen unseren Göttlichen Eigenschaften aus und verliehen ihm den freien Willen, damit er mit unserer Mitgift Handel treiben und sie seinem eigenen Wachstum gemäß stets erweitern könne.
Wir übertrugen ihm sogar die Aufgabe, seine eigenen Akte in unsere Göttlichen Eigenschaften selbst hineinzulegen, um die Mitgift, die Wir ihm verliehen hatten, zu bewahren und zu vergrößern.
Unsere unendliche Weisheit wollte nämlich das Werk unserer Schöpferhände, unseren Spross und unseren Sohn, nicht ausklammern, sondern ihm von dem Unsrigen geben.
Unsere Liebe hätte es nicht ertragen, ihn nackt und besitzlos ins Dasein zu rufen, es wäre kein unserer Schöpferhände würdiger Akt gewesen. Wenn Wir ihm nichts gegeben hätten, so hätte sich unsere Liebe nicht so gedrängt gefühlt, ihn zu lieben.
Weil er Uns gehört und besitzt, was Uns gehört, und unserer Liebe so viel kostet, lieben Wir ihn so sehr, dass Ich für ihn sogar mein Leben gab.
Wenn die Dinge nichts kosten und man nichts für sie einsetzt, werden sie nicht geliebt – und genau dies hält das brennende Feuer unserer Liebe stets entzündet und lebendig: weil Wir dem Menschen viel gaben und immer noch geben.
Siehst du nun den großen Unterschied zwischen der Liebe des Geschöpfs und des Schöpfers? Wenn die Seele Uns liebt, nimmt sie von unserem Besitz, den Wir ihr gegeben hatten, damit sie Uns liebe.
Sie liebt, und wenn die geschaffene Liebe im Vergleich zur erschaffenden Liebe auch klein ist, so wünschen Wir diese kleine Liebe, sehnen Uns sogar danach und begehren sie. Und wenn Wir sie von der Seele nicht erhalten, geraten Wir in Fieberwahn.
Wir gleichen einem liebenden Vater, der seinen Sohn mit seinem Besitz ausstattet, und dieser Sohn, der seinen Vater liebt, sendet diesem ganz oft als Geschenk die Erträge von seinem Besitz, der ihm gegeben wurde.
O, wie freut sich der Vater an den Gaben, selbst wenn er sie nicht nötig hätte, und fühlt sich in ihnen vom Sohn geliebt, weil die Gaben die ausdrucksstarke und wirksame Liebe seines Sohnes sind!
So wird die Liebe des Vaters zu ihm ständig größer, und der Vater fühlt sich geehrt und befriedigt, dass er dem, der ihn liebt und Zuneigung für seinen Vater hegt, den Besitz überlassen hat. Doch wie groß wäre der Schmerz dieses Vaters, wenn der Sohn ihm nie etwas von den ihm geschenkten Gütern sendet?
Er würde seine heiligste Pflicht verraten, nämlich die Liebe zwischen Sohn und Vater, und die Freude und das Glück der Vaterschaft in Kummer verwandeln.
Mehr als ein Vater lieben Wir das Geschöpf, und unser ganzes Glück ist es, dafür wiedergeliebt zu werden. Wenn Uns der Mensch nicht liebt, würde sich unsere Vaterschaft in Kummer verwandeln, wenn dies möglich wäre. Je mehr du Uns also liebst, meine Tochter, umso mehr Geschenke sendest du deinem Himmlischen Vater.
Sie sind Uns so wohlgefällig, weil es Erträge aus unseren göttlichen Besitztümern sind, die dir dein Schöpfer mit so viel Liebe geschenkt hat.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 28; 9. November 1930)

„Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen“ (Joh 20,15)

Als ich in meinem gewohnten Zustand war, sehnte ich mich nach meinem geliebten Jesus und suchte Ihn. Nachdem ich lange Zeit auf Ihn gewartet hatte, kam Er dann und sagte mir: „Meine Tochter, warum suchst du Mich außerhalb von dir, während du Mich leichter in dir selbst finden kannst?
Wenn du Mich finden willst, tritt in dich ein, steige tief in dein ‚Nichts’ hinab, und dort, ohne dich, im kleinsten Kreis deines Nichts, wirst du die Fundamente erblicken, welche das Göttliche Sein in dir gelegt hat, genauso wie die Fabriken, die Es in dir errichtet hat. Schau und sieh.“
Ich schaute wieder und sah feste Fundamente und sehr hohe Mauern, die bis zum Himmel reichten; doch was mich am meisten erstaunte, war zu sehen, dass der Herr dieses schöne Werk auf meinem Nichts errichtet hatte; die Wände waren ganz zugemauert, ohne Öffnungen.
Man konnte nur eine Öffnung im Gewölbe sehen, die mit dem Himmel im Einklang stand, und in dieser Öffnung wohnte Unser Herr auf einer festen Säule, die sich aus den Grundfesten erhob, die über dem Nichts gebildet waren. Nun, während ich ganz erstaunt schaute, fügte der gebenedeite Jesus hinzu:
„Die über dem Nichts errichteten Fundamente bedeuten, dass die Göttliche Hand dort wirkt, wo das Nichts ist, und Sie vermischt ihre Werke niemals mit materiellen Werken.
Die Wände ohne Öffnungen rundherum bedeuten, dass die Seele keine Übereinstimmung mit irdischen Dingen haben darf, sodass keine Gefahr besteht, dass auch nur ein klein wenig Staub eindringen könnte, da alles gut zugemauert ist.
Die einzige Verbindung, welche diese Wände erlauben, ist jene zum Himmel – das bedeutet, vom Nichts zum Himmel, vom Himmel zum Nichts; dies ist die Bedeutung der Öffnung im Gewölbe.
Die Festigkeit der Säule sagt aus, dass die Seele im Guten so feststeht, dass es keinen entgegengesetzten Wind gibt, der sie bewegen könnte. Und meine Wohnung auf ihr ist das sichere Zeichen, dass das vollbrachte Werk ganz göttlich ist.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 3. August 1900)

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Diese Nacht verbrachte ich gemeinsam mit Jesus im Gefängnis; ich bemitleidete Ihn, umarmte seine Knie um Ihn zu stützen, und Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, in meiner Passion wollte ich auch das Gefängnis erleiden, um die Geschöpfe vom Kerker der Schuld zu befreien. O, welch schreckliches Gefängnis ist die Sünde für den Menschen!
Seine Leidenschaften fesseln ihn wie einen niedrigen Sklaven, und meine Kerkerhaft und meine Ketten befreiten ihn aus dem Kerker und lösten seine Ketten.
Für die liebenden Seelen wurde ihnen mein Kerker zum Liebesgefängnis, in dem sie in Sicherheit und gegen alles und alle beschützt wären.
Ich befreite sie, um sie als Gefangene und als lebendige Tabernakel zu haben, die Mich gegen die Kälte der Tabernakel aus Stein wärmen sollten, und noch viel mehr wegen der Kälte der Geschöpfe, die Mich in sich einkerkern und vor Kälte und Hunger sterben lassen.
Deshalb verlasse Ich sehr oft die Kerker der Tabernakel und komme in dein Herz, um Mich von der Kälte zu erwärmen und mit deiner Liebe zu erquicken, und wenn Ich dich sehe, wie du Mich in den Tabernakeln der Kirchen aufsuchst, sage Ich zu dir: „Bist du nicht das wahre Gefängnis der Liebe für Mich?
Suche Mich in deinem Herzen und liebe Mich.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 4. Dezember 1918)