Mittwoch der 20. Woche im Jahreskreis (Mt 20,1-16)
1In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. 2Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
3Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. 4Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist.
5Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. 6Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?
7Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! 8Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten.
9Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. 10Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar.
11Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, 12und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.
13Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? 14Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebensoviel geben wie dir. 15Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?
16aSo werden die Letzten die Ersten sein.
„… Arbeiter für seinen Weinberg“ (Mt 20, 1)
Ich war weiterhin in meinem gewöhnlichen Zustand, da sah ich gerade nur den Schatten des gebenedeiten Jesus. Er war ganz betrübt, gleichsam als wollte Er Züchtigungen senden.
Als ich Ihn sah, sagte ich: „Bei der Art, wie es jetzt gekommen ist (oder: wie Er erschienen ist ??), wer wird da nicht nur den Strafen entgehen, sondern auch nur sein Heil erlangen können?“
Da veränderte Jesus sein Aussehen und sagte: „Meine Tochter, die Vereinigung der menschlichen Werke mit den Meinen ist die Garantie dafür, gerettet zu werden, denn wenn zwei Personen am selben Feld arbeiten, ist ihre Arbeit auf diesem Feld die Garantie, dass beide von ihnen ernten sollen.
Wer also seine Werke mit den Meinen vereint, ist wie einer, der auf meinem Feld arbeitet, wird er daher nicht in meinem Reich ernten müssen?
Wird er etwa mit Mir vereint auf meinem Feld arbeiten und dann in einem Reich ernten müssen, das Mir ganz fremd ist? Sicher nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 7; 9. Februar 1906)
„Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?“ (Mt 20,15)
Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort und gründete mich ganz im Göttlichen Willen und sagte mir: „Mein Jesus, ich will Dich lieben und zwar mit so viel Liebe, dass ich für die Liebe aller Geschlechter, die gewesen sind und sein werden, Ersatz leiste; aber wer kann mir so viel Liebe geben, um für alle lieben zu können?
Meine Liebe, in deinem Willen ist die schöpferische Kraft, daher will ich selbst in deinem Willen so viel Liebe erschaffen, um die Liebe aller zu ersetzen und zu übertreffen, und alles, was alle Geschöpfe Gott als ihrem Schöpfer zu geben verpflichtet sind.
Während ich das tat, sagte ich: ‚Wie viel Unsinn rede ich doch!‘ Und mein süßer Jesus bewegte sich in meinem Inneren und sprach zu mir:
„Sicher, meine Tochter, in meinem Willen ist die schöpferische Kraft: aus einem einzigen Fiat von Mir gingen Milliarden und Milliarden Sterne hervor, aus dem Fiat mihi meiner Mutter, mit dem die Erlösung begann, entsprangen Milliarden und Milliarden von Akten der Gnade, die sich den Seelen mitteilen.
Diese Gnadenakte sind schöner, glänzender und vielgestaltiger als die Sterne, und während die Sterne fest stehen und sich nicht vervielfältigen, so vermehren sich die Gnadenakte ins Unendliche, in jedem Augenblick eilen sie dahin, ziehen die Geschöpfe an, beglücken sie, stärken sie und bringen ihnen Leben.
Ach, wenn die Geschöpfe in die übernatürliche Ordnung der Gnade sehen könnten, würden sie solche Harmonien vernehmen, ein solch zauberhaftes Schauspiel erblicken, dass sie glaubten, es wäre ihr Paradies.
Nun muss auch das dritte Fiat zusammen mit den zwei anderen Fiat strömen, es muss sich ins Unendliche vervielfältigen und in jedem Augenblick so viele Akte setzen, als Akte der Gnade meinem Inneren entspringen, als Sterne, als Wassertropfen und geschaffene Dinge aus dem Fiat der Schöpfung hervorgingen.
Das dritte Fiat muss sich nun mit den anderen verschmelzen und sagen: ‚Wie viele Akte ihr seid, so viele lasse auch ich entstehen.‘
Diese drei Fiat haben denselben Wert und die gleiche Macht; du verschwindest, aber es ist das Fiat, das wirkt und handelt, deshalb kannst auch du in meinem allmächtigen Fiat sagen: „Ich möchte für meinen Gott so viel Liebe, Anbetung, Lobpreis und Verherrlichung erschaffen, um für alle und für alles Ersatz zu leisten.“ Deine Akte werden Himmel und Erde erfüllen, sich mit den Akten der Schöpfung und Erlösung vervielfältigen und zu einem einzigen Akt werden.
Einigen wird das alles überraschend und unglaublich scheinen, aber dann müssten sie meine Schöpferkraft in Zweifel ziehen. Und außerdem, wenn Ich es bin, der es will und diese Macht verleiht, hört jeder Zweifel auf.
Bin Ich etwa nicht frei zu tun, was Ich will, und zu geben, wem Ich will? Du sei aufmerksam, Ich werde bei dir sein, dich mit meiner schöpferischen Kraft umgeben und das vollbringen, was Ich mit dir vorhabe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 2. Februar 1921)
———————-
Mein armer Geist verlor sich in den vielen Kenntnissen des Höchsten Willens, und ich dachte mir: „Warum hat Jesus so viel Interesse daran, dass man diesen Göttlichen Willen kennt und dass Er mitten unter den Menschen herrscht?“
Da trat mein stets liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir: „Meine Tochter, willst du wissen, warum Mir so viel daran liegt, meinen Willen bekannt zu machen, und daran, dass Er inmitten der Geschöpfe regiert?
Weil nur Er das Mittel ist, um die Geschöpfe wieder herzustellen, und Er Mich in die Lage versetzt, um geben, und sie, um empfangen zu können.
Solange mein Wille nicht triumphierend und herrschend inmitten der Geschöpfe zurückkehrt, werde Ich nicht geben können, was Ich möchte. Und in ihnen wird die Fassungskraft, der Platz fehlen, um das aufnehmen zu können, was Ich geben kann und will.
Denn nur mein Wille allein hat diese Kraft und Macht, dass Er, indem Er die Ordnung und das Gleichgewicht zwischen Schöpfer und Geschöpf herstellt, alle Verbindungswege zwischen ihnen öffnet.
Gott hat seinen königlichen Weg, um seine Gaben gefahrlos übersenden zu können, um herabsteigen zu können, wann immer Er will, und den Menschen persönlich die größten Güter überbringen zu können.
Und das Geschöpf, das denselben Weg besitzt, kann Ihn empfangen, oder aufsteigen und gehen, um selbst entgegenzunehmen, was sein Herr ihm geben will.
Wie reich und mächtig ein König auch ist, wenn er niemanden findet, dem er geben kann, wird er nie das Glück und die Befriedigung haben, schenken zu können. Seine Reichtümer werden unwirksam, einsam und verlassen sein.
Er wird vielleicht in seinen Reichtümern ersticken, doch wird er nie das Glück und die Seligkeit besitzen, zu geben und die anderen seine Güter genießen zu lassen, weil er niemanden findet, dem er sie geben könnte.
Dieser König wird ein einsamer, verlassener König sein, ohne Gefolge. Er wird niemanden haben, der ihm zulächelt, der ihm Danke sagt. Es wird nie ein Fest für ihn geben, denn das Fest entsteht durch Geben und Empfangen.
So wird dieser König mit all seinen Reichtümern einen Nagel im Herzen spüren: die Verlassenheit, die Eintönigkeit. Er wird reich sein, doch ohne Ehre, ohne Heldentum, ohne Namen. Welcher Schmerz für diesen König, samt seinen ganzen Reichtümern!
Nun, meine Tochter, der Grund, warum Wir die Schöpfung hervorbrachten und den Menschen schufen, war der, um unsere Reichtümer zu geben, damit sich mit der inneren Herrlichkeit und dem unermesslichen Glück, das Wir besaßen, die äußere Herrlichkeit unserer Werke vereinige.
Da aber das Geschöpf nicht in unserem Willen ist, empfinden Wir es als fern von Uns, und es gibt auch niemanden, der Uns mit seinem Dank umgibt, noch einen, der Uns mit Wohlgefallen wegen unserer Werke zulächelt.
Alles ist Einsamkeit, Wir sind von unermesslichen Reichtümern umgeben, aber weil unsere Geschöpfe weit weg von Uns sind, haben Wir niemanden, dem Wir sie geben könnten, niemanden, der unsere Werke bewundert, um sich ihrer zu erfreuen.
Wir sind glücklich, aber wegen Uns selbst! Es gibt niemanden, der unsere Seligkeit im Geringsten trüben könnte, doch sind Wir gezwungen, das Unglück der Geschöpfe anzusehen: denn da sie von Uns getrennt sind, können sie nicht empfangen, und Wir können nicht geben.
Der menschliche Wille hat Gitter errichtet und die Verbindungstore mit Schlüsseln versperrt. Das Geben bedeutet Großzügigkeit, Heldentum, Liebe, das Empfangen ist Gnade. Aber indem das Geschöpf den eigenen Willen tut, behindert es unsere Freigebigkeit, unseren Heroismus und unsere Liebe.
Und wenn etwas gegeben wird, ist es stets eingeschränkt, mittels Anstrengungen und Intrigen, denn da zwischen ihnen und Uns die Ordnung fehlt, fließen die Dinge nicht frei.
Wir sind nicht leidensfähig, und unser Wesen ist unantastbar für alle Übel, aber wenn Wir Schmerzen leiden könnten, würde das Geschöpf unsere Existenz vergiften.
Dies ist also der Grund für unser ganzes Interesse daran, unseren Willen bekanntzumachen und unter den Menschen herrschen zu lassen: Wir wollen geben, Wir wollen die Geschöpfe glücklich machen mit unserer eigenen Seligkeit, und nur unser Wille kann all das tun, d.h., den Zweck der Schöpfung verwirklichen und Uns erlauben, unsere Güter zusammenzulegen.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 21. Februar 1927)
—————–——
Mein Flug im Göttlichen Willen dauert an. Ich fühle mich in seinen Armen getragen, aber mit solcher Liebe und Zärtlichkeit, dass ich Beschämung empfinde, mich so sehr geliebt und überall von seiner mütterlichen Güte umgeben zu sehen.
Und mein guter Jesus, der seinen kurzen Besuch bei mir wiederholte, sprach mit einer Liebe und Güte, dass mein Herz zu brechen glaubte, zu mir:
„Meine Tochter meines Wollens, wenn du wüsstest, welch großes Wohlgefallen Uns die Seele bereitet, wenn sie in unseren Willen eintritt! Man kann sagen, dass sie auf Uns zueilt und Wir zu ihr.
Wenn Wir einander begegnen, erfüllt unser Wille sie mit Licht; unsere Liebe küsst sie, unsere Macht nimmt sie auf den Arm, unsere Weisheit leitet sie, unsere Heiligkeit erfüllt sie und legt sich als Siegel auf sie, unsere Schönheit verschönert sie, kurz, unser ganzes Wesen stellt sich um die Seele in der Bereitschaft auf, ihr von dem Unsrigen zu geben. Doch weißt du, warum?
Weil Wir dann, wenn sie in unseren Willen eintritt, um nicht [mehr] aus ihrem [Willen], sondern aus dem unsrigen zu leben, das erhalten, was aus Uns hervorgegangen ist. Wenn Wir dann merken, wie Uns die Bestimmung, für die Wir die Seele erschaffen haben, zurückerstattet wird, feiern Wir ein Fest.
Es gibt keinen schöneren Akt, keine bezauberndere Szene, als wenn die Seele in unseren Willen eintritt. Wir erneuern sie in unserem Göttlichen Sein und schenken ihr neue Charismen der Liebe, sooft sie in Ihn eintritt.
So hält Uns die Seele, die in unserem Willen lebt, beständig am Feiern. Sie fühlt das Bedürfnis, in unserem Willen zu leben, um von ihrem Schöpfer verwöhnt zu werden, und [auch] Wir verlangen danach, von ihr verwöhnt zu werden und ihr neue heroische Gnaden und Heiligkeit zu schenken.“
Jesus schwieg, und ich fühlte mich in das ewige Wollen versenkt und war überrascht, als ich die Liebe empfand, mit der die Seelen von Gott geliebt werden, die in seinem Willen leben.
Tausende Gedanken kamen mir in den Sinn, und mein geliebter Jesus nahm seine Rede wieder auf und sagte zu mir: „Meine Tochter, wundere dich nicht über meine Worte, ja Ich werde dir sogar noch überraschendere Dinge mitteilen.
Wie sehr wünschte Ich aber, dass alle sie vernehmen, damit alle sich entschließen, in meinem Willen zu leben! Du spürst, wie tröstlich und schön das ist, was meine Liebe Mich drängt, dir zu sagen.
So groß ist diese Liebe, dass ich dir mitteilen möchte, wie weit Wir für den gehen, der in unserem Willen lebt. Wisse nun dies: wenn sich die Seele wiederholt und fest dazu entschließt, nicht mehr von ihrem Willen, sondern von dem Unsrigen zu leben, so wird ihr Name mit unauslöschlichen Buchstaben aus Licht im Himmel eingeschrieben.
Sie wird in die Himmlische Armee einberufen, als Erbin und Tochter des Reiches des Göttlichen Willens. Doch dies genügt unserer Liebe noch nicht.
Wir befestigen sie im Guten, dass sie einen derartigen Schrecken vor jeder geringsten Sünde empfindet, dass sie nicht mehr in der Lage sein wird, in Sünde zu fallen; zudem wird sie in den Gütern, in der Liebe, in der Heiligkeit usw. ihres Schöpfers bestätigt bleiben und mit dem Privileg der Himmelsbewohner beschenkt sein und nicht mehr als eine Verbannte angesehen werden.
Und wenn sie auf Erden verbleibt, wird sie einer Seele gleichen, die ihren Dienst im Himmlischen Heer leistet, nicht einer Verbannten.
Sie wird alle Güter zu ihrer Verfügung haben und kann sagen: ‚Da sein Wille ganz mir gehört, gehört das, was Gottes ist, mir.’
Sie wird sich sogar als Besitzerin ihres Schöpfers fühlen, und da sie nicht mehr mit ihrem Willen, sondern mit dem Meinen wirkt, sind alle Barrieren niedergerissen, die sie daran hinderten, ihren Schöpfer zu fühlen.
Die Entfernungen sind verschwunden, es gibt keine Unähnlichkeit mehr zwischen ihr und Gott.
Sie wird sich von ihrem Schöpfer so sehr geliebt fühlen, dass ihr Herz vor Liebe zu Dem, der sie liebt, zu brechen glaubt. Sich von Gott geliebt zu fühlen, ist die größte Freude, Ehre und Herrlichkeit für das Geschöpf.
Meine Tochter, wundere dich nicht, dies sind unsere Absichten, der Zweck, wofür das Geschöpf erschaffen wurde, dass Wir in ihm unser Leben, unseren herrschenden Willen, unsere Liebe finden, um geliebt zu werden und es zu lieben. Wäre das nicht so, dann wäre die ganze Schöpfung ein Werk, das Unser nicht würdig ist.“
Ich fühlte, wie mein Herz vor Freude zersprang, als ich diese Worte meines geliebten Jesus hörte und sagte mir: ‚Ist all dieses Wunderbare wirklich möglich?’ Und der süße Jesus fügte hinzu:
„Meine Tochter, bin Ich nicht der Eigentümer und kann tun und geben, was Ich will? Es genügt, wenn Ich es will, und alles ist erledigt.
Auch in d[ies]er niedrigen Welt gibt es Ähnliches: wenn ein Mann sich mit seinem Namen in die Armee der Regierung einschreibt, so lässt diese, um sich seiner sicher zu sein, ihn den Treueeid auf die Regierung schwören.
Dieser Eid bewirkt die Verbundenheit mit dem Heer, und der Mann kleidet sich in eine Militäruniform, sodass er von allen als Armeeangehöriger erkannt wird.
Wenn er Fähigkeit und Treue bewiesen hat, bekommt er den Sold auf Lebenszeit. Mit diesem Sold, den ihm niemand nehmen kann, fehlt es ihm an nichts.
Er kann Diener haben, die ihn bedienen, er kann alle Annehmlichkeiten des Lebens genießen, auch dann, wenn er sich in den Ruhestand zurückzieht.
Und was hat er der Regierung gegeben? Es ist nur der äußere Teil seines Lebens, der ihn dazu berechtigt hat, lebenslängliche Bezahlung zu erhalten.
Wer Mir hingegen mit festem Entschluss seinen Willen gegeben hat, hat Mir den edelsten, kostbarsten Teil gegeben, nämlich seinen Willen.
Damit hat er Mir das ganze Innere und Äußere übergeben, sogar den Atem, und hat somit verdient, in die Armee Gottes eingeschrieben zu werden, sodass ihn alle als Angehörigen unseres Heeres erkennen. Wie könnte Ich es ihm an etwas fehlen lassen oder ihn nicht lieben?
Wenn das möglich wäre, so wäre dies für deinen Jesus der größte Schmerz und hätte Mir den Frieden geraubt, den Ich von Natur aus besitze: wenn Ich nämlich jene Seele nicht lieben würde, die Mir alles gegeben hat und die Ich mit unbeschreiblicher Liebe besitze, die Ich in meinem Herzen bewahre und mein eigenes Leben führen lasse.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 28. Juni 1937)
———————-
… „Meine Tochter, unser Höchstes Wesen ist ganz Liebe, und diese ist so groß, dass Wir das Bedürfnis fühlen, diese Liebe aus Uns hervortreten zu lassen.
Dabei beachten Wir nicht, ob das Geschöpf sie verdient oder nicht, denn hätten Wir auf die Verdienste geachtet, so wäre die ganze Schöpfung noch immer in unserem Schoß. Wenn Wir lieben, dann wirken, arbeiten Wir.
In der Tat, Wir liebten und schufen die Schöpfung, und machten daraus ein Geschenk für den Menschen, als Gabe unserer Großzügigkeit und des Übermaßes unserer tätigen Liebe.
Es gefällt Uns nicht, unsere Gaben als Lohn oder Verdienst zu gewähren. Wo könnte der Mensch [zudem] genug ‚Geld‘ hernehmen, um unsere Gaben zu bezahlen, oder so viele Akte, um sie zu verdienen?
Das würde unsere Liebe behindern und in Uns zurückdrängen, und würde bedeuten, dass Wir dem Geschöpf nichts geben, ja es nicht einmal lieben, denn wenn Wir lieben, müssen Wir arbeiten und geben.
Unser Höchstes Sein befindet sich sehr oft in solchem ‚Liebeswahn‘, dass Wir wünschen, die Geschöpfe mit Gaben und Gnaden aus unserem göttlichen Schoß zu überhäufen. Doch um diese Gaben zu bilden, müssen Wir lieben und sie offenbaren, um sie bekannt zu machen.
Wenn Wir also lieben, dann arbeiten Wir, wenn Wir sprechen, dann überreicht unser schöpferisches Wort die Gabe, bestätigt sie und stattet das Geschöpf mit unseren Gaben aus.
Unser Wort ist der Träger [der Gabe] und gewährt unserer unterdrückten Liebe ein Ventil, um sich zu entladen. Doch willst du wissen, warum Wir unsere Gaben nicht als Lohn oder als Verdienst geben?
Weil Wir sie nämlich unseren Kindern schenken; und wenn man den Söhnen und Töchtern Geschenke macht, so schaut man nicht darauf, ob sie diese verdienen, sondern gibt sie, weil man sie liebt.
Man achtet höchstens darauf, dass sie die Gaben verstehen [können], und so ist also das Wort nötig, damit sie die Gaben schätzen und bewahren und Den lieben, Der sie ihnen gegeben hat und sie so sehr liebt.
Wenn man hingegen Dienern oder Fremden die Gaben als Lohn oder Verdienst gibt – o, wie viele Bemessungen und Restriktionen werden da angewendet! So gestalteten Wir im Übermaß unserer Liebe, ohne dass Uns jemand darum gebeten oder sie verdient hätte, die Schöpfung, um sie dem Menschen zu schenken.
In einem weiteren Übermaß schufen Wir die Hl. Jungfrau und schenkten sie [den Menschen]. In einem anderen Übermaß stieg Ich, das Ewige Wort, vom Himmel herab, um Mich selbst zu geben und zur süßen Beute des Menschen zu machen.
In einem neuen, noch größeren Übermaß der Liebe werde Ich ihm das große Geschenk des Reiches meines Willens geben.
Die Himmlische Jungfrau, Erbin dieses Reiches, wird die Menschen, ihre Kinder herbeirufen, damit diese ihr großes Erbe als Gabe empfangen.
Nun, meine Tochter, wenn die Seele meinen Göttlichen Willen herrschen lässt, wird ihre Liebe nicht mehr unfruchtbar, sondern fruchtbar sein und sich nicht auf bloße Worte oder Werke beschränken.
Sie wird in sich die schöpferische Kraft unserer Liebe fühlen und sich in unsere eigene Lage versetzen, dass Wir arbeiten, wenn Wir lieben, dass Wir geben, wenn Wir arbeiten. Doch was geben Wir? Die große Gabe unseres Göttlichen Wesens.
Unsere Liebe ist so groß, dass Wir, wenn Wir geben, alles, sogar Uns selbst, in die Macht der Seele legen möchten.
Unsere Liebe wäre nicht zufrieden, wenn sie nicht sagen kann: ‚Ich habe [der Seele] alles gegeben und besitze nichts, was Ich ihr noch geben könnte’; zumal Wir, wenn die Seele unseren Willen besitzt, in Sicherheit und gleichsam im eigenen Haus daheim sind, mit aller Zierde, den Ehren und der Würde, die Uns gebühren.
So wird die Seele, die ja unsere eigene schöpferische Kraft besitzt, Uns, wenn sie Uns liebt, in ihrer Liebe als Vergeltung für unsere Gabe, das Geschenk ihres Lebens machen – es ist also Leben, das Wir einander schenken.
Jedes Mal, wenn die Seele Uns liebt, wird unsere schöpferische Kraft ihr Leben vervielfältigen, damit sie es Uns zum Geschenk macht. Ihre Liebe wird nicht isoliert sein, sondern sich mit der Fülle ihres Lebens in die Gewalt ihres Schöpfers begeben.
So werden die beiden Seiten zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf ausgeglichen: Leben empfangen beide Seiten als Gabe, und Leben geben sie. Wenn die Seele [auch] ihre Grenzen hat, so gleicht mein Wille dies aus, zumal sie Uns mit dem Geschenk ihres Lebens ja alles gibt und nichts für sich zurückbehält; so bleibt unsere Liebe befriedigt und vergolten.
Wenn du Uns daher alles geben und alles von Uns empfangen möchtest, so lasse unseren Willen in dir herrschen, und es wird dir alles gewährt werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 25. Juli 1937)


