Dienstag der 20. Woche im Jahreskreis (Mt 19,23-30)
23In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen. 24Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
25Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden? 26Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.
27Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen? 28Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
29Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen. 30Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten sein, und die Letzten werden die Ersten sein.
„Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen“ (Mt 19, 23)
… Dann dachte ich mir: „Wenn die wahren Kinder des Höchsten FIAT glücklich und an allem überreich sein werden, so waren doch meine Mutter und Königin und Jesus selbst, Der der Göttliche Wille selbst war, arm auf der Erde hienieden. Sie litten die Schmerzen und die Unannehmlichkeiten der Armut.“ Da erwiderte mein sü-ßer Jesus:
„Meine Tochter, die wahre Armut besteht darin, wenn ein Geschöpf ein Bedürfnis hat, etwas bekommen möchte und nichts erhalten kann und so gezwungen ist, bei den anderen um das Lebensnotwendige zu bitten. Diese Armut ist aus Notwendigkeit und gleichsam erzwungen.
In Mir, wie auch in der himmlischen Mutter jedoch, in denen die ganze Fülle des ewigen FIAT herrschte, gab es keine Armut aus Notwendigkeit, noch viel weniger eine erzwungene, sondern eine freiwillige Armut, eine spontane Armut, gedrängt von der Kelter der göttlichen Liebe.
Alles gehörte Uns. Bei einem unserer Winke wären uns prachtvolle Paläste errichtet worden, Bankette aufgetischt mit nie gesehenen und verkosteten Speisen; wie Uns tatsächlich, wenn es nötig war, auf einen unserer kleinen Winke hin selbst die Vögel dienten und Uns in ihren Schnäbeln Früchte und Fische und anderes brachten und ein Fest feierten, da sie ihrem Schöpfer und ihrer Königin dienten.
Sie spielten Uns mit ihrem Trillern, Singen und Schmettern die schönsten Melodien. Damit Wir in den Augen der anderen nicht als Einzigartige angesehen wurden, mussten Wir ihnen daher den Befehl geben, sich zu entfernen und ihren Flug am Firmament fortzusetzen, wo unser Wille sie erwartete, und sie zogen sich gehorsam zurück.
Deshalb war unsere Armut aus Liebe, Armut als Beispiel, um die Geschöpfe die Losschälung von den niedrigen Dingen der Erde zu lehren. Es war keine Armut aus Not-wendigkeit, noch konnte dies auf absolute Weise der Fall sein, denn wo immer die Fülle, das Leben meines Willens herrscht, hören alle Übel wie mit einem Schlag auf und verlieren das Leben.“
Nachdem ich den ehrwürdigten Pater Di Francia verstehen hatte lassen, dass ich an Fieber litt, schickte er mir jemanden, um mir mitzuteilen, dass ich von seinem Geld, das er für eines seiner Werke bei mir deponiert hatte, nehmen solle, falls ich es nötig hätte. Da sprach mein liebenswürdiger Jesus bei seinem Kommen beinahe lächelnd zu mir:
„Meine Tochter, lasse dem Pater in meinem Namen sagen, dass Ich ihm danke und die Güte seines Herzens vergelten werde, und die Sorge, die er für dich hat, doch lasse ihn wissen, dass die Tochter meines Willens nichts braucht, dass mein Wille sie an allem überreich sein lässt.
Er ist vielmehr eifersüchtig darauf, wenn andere ihr etwas anbieten könnten, denn Er [allein] möchte seiner Tochter alles geben. Daher gibt es dort, wo mein Göttli-cher Wille regiert, keine Furcht, dass die natürlichen Mittel, die Fülle der Güter, schaden können.
Im Gegenteil, je mehr Güter das Geschöpf hat und an Überfluss genießt, umso mehr sieht es in ihnen die Macht, die Güte, den Reichtum des Höchsten FIAT und ver-wandelt alles in reinstes Gold des Göttlichen Willens. Je mehr also mein Wille gibt, umso mehr fühlt Er sich verherrlicht in der Entfaltung seines Lebens in den Ge-schöpfen, in der Darbietung seiner Dinge an den, der Ihn herrschen und regieren lässt.
Es wäre widersinnig, wenn ein sehr reicher Vater arme Söhne hätte, man würde einen solchen Vater verurteilen. Wozu wären überdies seine Reichtümer, wenn seine leiblichen Nachkommen, seine wahren Söhne, ein mühsames und armseliges Leben führten?
Wäre das nicht eine Schande für diesen Vater und eine unerträgliche Bitterkeit für diese Söhne, wenn sie wissen, dass, während der Vater sehr reich ist, es ihnen an allem fehlt und sie nur mit Mühe satt werden können?
Wenn dies absurd und eine Schmach für einen Vater in der natürlichen Ordnung wäre, umso mehr in der übernatürlichen Ordnung des Höchsten FIAT. Das Höchste FIAT ist mehr als ein Vater, weil Es die Quelle aller Güter enthält. Deshalb regiert dort, wo Es ist, die Seligkeit, und die Seele ist überreich an allem.
Umso mehr, als das FIAT der Seele, die den Göttlichen Willen besitzt, der Seele und dem Körper eine scharfe und durchdringende Sicht verleiht, sodass sie in die natür-lichen Dinge eindringt, die den Göttlichen Willen wie ein Schleier verhüllen.
Die Seele zerreißt diese Schleier und findet in den natürlichen Dingen den edlen König des in ihnen regierenden und herrschenden Göttlichen Willens. So verschwin-den die natürlichen Dinge für sie, und in allen Dingen findet sie diesen anbetungswürdigen Willen, den sie besitzt.
Sie küsst Ihn, betet Ihn an, und alles wird für die Seele Göttlicher Wille. Deshalb ist für die Seele jeder weitere natürliche Gegenstand ein neuer Akt des Göttlichen Wil-lens, den sie besitzt.
Also sind die natürlichen Dinge Mittel für jemand, der Sohn oder Tochter meines Willens ist, um noch mehr bekannt zu machen, was mein Wille tut, tun kann und besitzt, und bis zu welchem äußersten Grad Er das Geschöpf liebt.
Willst du wissen, weshalb es den Geschöpfen an natürlichen Mitteln fehlt, und diese ihnen oft entrissen werden, und sie zur elendsten Armseligkeit hinabsteigen? Ers-tens, weil sie nicht die Fülle des Höchsten FIAT besitzen.
Zweitens, weil sie die natürlichen Dinge verwechseln und die Natur an die Stelle Gottes setzen, und auch nicht den Höchsten Willen in den natürlichen Dingen sehen, sondern sich gierig an sie hängen, um eitel damit zu prahlen, eine Wertschätzung zu bilden, die sie blind macht, ein Idol für das eigene Herz.
Da die Dinge so stehen, ist es notwendig, dass es ihnen an den natürlichen Mitteln fehlt, um ihre Seelen zu retten. Doch für die Söhne und Töchter meines Willens gibt es all diese Gefahren nicht, und deshalb möchte Ich, dass sie alles in Fülle haben und es ihnen an nichts fehlt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 28. Januar 1927)
„Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich“ (Mt 19, 26)
Ich dachte über den Heiligen Göttlichen Willen nach, und wie dieses Reich je auf die Erde kommen soll. Angesichts der stürmischen Zeiten, der drohenden Unwetter und der traurigen Lage der Generationen scheint dies unmöglich.
Und mir scheint, dass jene, die sich zumindest gut nennen, mit ihrer Gleichgültigkeit und mangelnden Disposition diese Unmöglichkeit noch vergrößern, da sie keinerlei Interesse zeigen, einen so heiligen Willen bekannt zu machen, der die große Gnade seiner Herrschaft unter den Völkern schenken möchte.
Wie kann ein Gut lebendig sein, das nicht bekannt ist? Doch als ich dies erwog, überraschte mich mein liebenswürdiger Jesus und sagte zu mir: „Meine Tochter, was nach menschlichem Ermessen unmöglich ist, ist es nicht für Gott, für Den alles möglich ist.
Wisse, dass die größte Gnade, die Wir dem Menschen bei seiner Erschaffung gewährten, die ist, dass er in unseren Göttlichen Willen eintreten kann, um seine menschlichen Akte in Ihm zu bilden.
Da der menschliche Wille klein und der Göttliche groß war, hatte der letztere die Kraft, den kleinen in den großen zu absorbieren und den menschlichen in den Göttlichen Willen umzuwandeln. So trat Adam am Beginn seiner Erschaffung in die Ordnung unseres Göttlichen Willens ein und tat hier viele seiner Akte.
Durch seinen Rückzug aus unserem Willen, trat er zwar aus diesem heraus; doch seine menschlichen Akte, die er in unserem Willen vollbracht hatte, verblieben als Pfand und rechtmäßiger Anspruch für die Menschheit, und als Ursprung und Fundament eines göttlichen Reiches, das er erwarb.
Was immer die Seele im Göttlichen Willen tut, ist unauslöschlich. Gott selbst kann keinen einzigen Akt auslöschen, den die Seele im Höchsten Fiat getan hat.
Da nun Adam als erster erschaffener Mensch aus meinem Willen heraustrat, erbten folglich – da er die Wurzel und Stamm aller Menschengeschlechter war – diese Geschlechter gleichsam wie die Zweige all das, was die Wurzel und der Stamm des Baumes der Menschheit besaß.
Wie alle Geschöpfe gleichsam als Natur den Keim der Erbsünde erbten, so erbten sie auch die ersten Akte Adams, die er in unserem Willen getan hatte, die den Ursprung und das Anrecht auf das Reich unseres Göttlichen Willens für die Menschheit konstituieren.
Um das zu bestätigen, sollte die Menschheit der Unbefleckten Jungfrau wirken und den Akten Adams folgen, um das Reich des Göttlichen Willens in Gänze zu vollenden. Sie sollte die erste Erbin eines so heiligen Reiches sein und ihren teuren Kindern die Rechte auf seinen Besitz gewähren.
Um nun all das zu vervollständigen, kam meine eigene Menschheit – die meinen Göttlichen Willen wesenseigen besaß, den Adam und die Erhabene Königin aus Gnade besaßen – um mit dem Siegel seiner Akte dieses Reich des Göttlichen Willens zu bestätigen.
So existiert dieses Reich in Wirklichkeit [schon], weil lebendige menschliche Personen in meinem Willen ihre Akte vollbracht haben, als nötige Materie für den Aufbau dieses Reiches, damit [jetzt] weitere menschliche Personen das Recht auf den Besitz dieses Reiches erlangten.
Zur stärkeren Bekräftigung lehrte Ich das Vaterunser, damit sich die Menschen mit diesem Gebet bereiten und die Rechte auf seinen Empfang erwerben mögen, und Gott sich gleichsam verpflichtet fühlt, es zu gewähren.
Als Ich das Vaterunser lehrte, legte Ich selbst das Recht in ihre Hände, es zu empfangen und verpflichtete Mich, ein so heiliges Reich zu gewähren.
Jedes Mal, wenn die Seele das Vaterunser betet, erwirbt sie eine Art von Anspruch auf den Eintritt in dieses Reich: erstens, weil es ein Gebet ist, das Ich gelehrt habe und den Wert meines Gebetes enthält; und zweitens, weil die Liebe unserer Gottheit zu den Menschen so groß ist, dass Wir auf alles achten und alles bemerken, selbst die kleinsten Akte, die heiligen Wünsche und kleinen Gebete, um sie mit großen Gnaden zu erwidern.
Sie sind sozusagen Vorwände und Gelegenheiten, die Wir ständig suchen, um der Seele sagen zu können: ‚Du hast dies getan, und Wir geben dir das, du hast das Kleine getan, und Wir geben dir das Große.’
Das Reich existiert also; und wenn Ich dir so viel über meinen Göttlichen Willen erzählte, dann war dies nichts anderes als die Vorbereitungen von so vielen Jahrhunderten meiner Kirche.
Diese hatte mit Gebeten, Opfern und ständigen Wiederholungen der Vaterunser-Bitten unsere Güte geneigt gemacht, eine Seele auszuwählen und ihr die vielen Kenntnisse über unseren Willen und seine großen Wunder kundzutun.
So band Ich meinen Willen an die Geschöpfe, indem Ich ihnen neue Pfänder seines Reiches gab. Als du zuhörtest und dich nach meinen Lehren, die ich dir gab, zu formen strebtest, bereitete Ich [dadurch] neue Bande, um die Ge-schöpfe in meinem Willen zu binden.
Wisse, dass Ich ein Gott für alle bin, und das Gute, das Ich tue, ist nie isoliert, sondern für alle, außer denen, die es nicht empfangen wollen. Wenn Mir nun ein Geschöpf [in Übereinstimmung] entspricht, sehe Ich es nicht als einziges an, sondern als der ganzen Menschheitsfamilie zugehörig, und daher wird das Gut dieses einen den anderen mitgeteilt.
Nun, wenn das Reich existiert und lebende menschliche Personen es schon besessen und ihr Leben in Ihm geführt haben; wenn mein Wille unter den Menschen herrschen möchte – und meine eigenen Wahrheiten über Ihn sagen das ganz klar – warum hältst du es dann für unmöglich, dass dieses Reich kommt?
Für Mich ist alles möglich. Ich werde selbst die Stürme und neue Geschehnisse benützen, um jene Menschen zu bereiten, die sich um die Bekanntmachung meines Willens kümmern sollen; die Stürme werden dazu dienen, die schlechte Luft zu reinigen und Schädliches auszuräumen.
So werde Ich alles verfügen. Ich weiß, wie Ich alles tun muss, die Zeiten stehen Mir zur Verfügung. Lass daher deinen Jesus handeln, und du wirst sehen, wie mein Wille bekannt und erfüllt werden wird.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 30. Juni 1931)
„Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder, Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen“ (Mt 19,29)
Meine Hingabe an den Göttlichen Willen dauert an. Ich fühle seine hinreißende Kraft, die sich sanft durchsetzt, jedoch ohne mich zu zwingen, da Er keine erzwungenen Dinge mag – sie sind nicht für Ihn und sind etwas Ihm Fremdes.
Daher ist Er ganz darauf bedacht, dass alle meine Akte das Leben des Göttlichen Willens empfangen und gleichsam zu seinen eigenen Akten werden. Jeder meiner, in seinem anbetungswürdigen Willen getanen Akte, scheint mir ein Sieg zu sein, den Er über die Kleinheit meines Willens erringt.
So dachte ich mir: ‘Wie hässlich ist die menschliche Natur ohne die göttliche’, und mein guter Jesus antwortete: „Meine Tochter, die menschliche Natur, die ohne meinen Willen lebt, ist hässlich, weil sie vom Höchsten Sein erschaffen wurde, um in Einheit zusammen mit dem Göttlichen Willen zu leben. L
ebt sie ohne Ihn, so tritt eine gewisse Verschiebung in der menschlichen Natur ein: in dieser Verlagerung werden die Ordnung, die Kraft, die Liebe, das Licht, die Heiligkeit, selbst die Vernunft ‚verrückt‘, verschoben.
All diese schönen Ausstattungen sind in der Seele präsent, weil Gott sie dort wie in einem Heiligtum hinterlegt hat, doch sie sind [jetzt durch die Erbsünde] außerhalb ihres Platzes, alle in Unordnung.
Da sie nicht an ihrem Platz sind, steht eine gegen die andere: die Leidenschaften bekämpfen die Heiligkeit, die Schwäche bekämpft die Stärke, die menschliche Liebe bekämpft die göttliche, das Geschöpf den Schöpfer usw.
Die menschliche Natur wird ohne den Göttlichen Willen hässlich, sie kippt und kehrt sich um und führt in ihrer Unordnung Krieg gegen den Schöpfer.
Es ist wie mit Seele und Leib, die von Gott zum gemeinsamen Leben geschaffen wurden: Wollte sich der Leib von der Seele trennen, um getrennt von ihr zu leben, würde er dann nicht das traurige Los einer solchen Umwandlung erfahren, dass er nicht mehr als der frühere erkannt wird?
Als unsere Gottheit den Menschen erschuf, wirkte unsere unendliche Weisheit mit. Diese ist Künstlerin und Sachverständige, welche die ganze Wissenschaft der Kunstfertigkeit der Erschaffung besitzt, und erkannte in unserer Allsicht: dieses Werk, der Mensch musste – um ein unserer Schöpferhände würdiges Werk und um unsere und auch seine Glorie zu sein – aus Leib und Seele bestehen; daher setzten Wir allem unseren Willen voran, als primäres Leben von Seele und Leib.
So sollte unser Wille für Leib und Seele das sein, was die Seele für den Leib ist. Auf diese Weise wurde der Mensch erschaffen und hatte am Anfang, Leib, Seele und menschlichen und Göttlichen Willen alle vereint, die ein gemeinschaftliches Leben in höchster Harmonie führen sollten.
Und unser Wille, der die Vorherrschaft hatte, sollte sich zum Ernährer, Bewahrer und Beherrscher dieses Geschöpfs machen. Wenn also die menschliche Natur ohne unseren Göttlichen Willen Hässlichkeit ist, so ist sie in Vereinigung mit Ihm von seltener und hinreißender Schönheit.
Bei ihrer Erschaffung legten Wir den Keim des Lichts in sie hinein. Unser Fiat breitet sich zärtlicher als eine Mutter mit seinen Flügeln aus Licht über diesen Keim aus und liebkost ihn, haucht ihn an, küsst und nährt ihn, lässt ihn gedeihen und teilt ihm mit seiner Glut und seinem Licht die verschiedenen göttlichen Schönheiten mit.
Und die menschliche Natur empfängt ihren Anteil und ist unter dem ungestümen und beständigen Einfluss einer ganz göttlichen Kraft, Heiligkeit und Liebe und wächst schön, liebenswert und von allen bewundert heran.
Darum war die menschliche Natur, als Wir sie schufen, nicht hässlich, sondern schön. Wir vermögen auch keine hässlichen Dinge zu schaffen, aber [das Geschöpf] kann selbst hässlich werden, wenn es sich nicht an die Art und Weise hält, wie Wir es schufen und wünschten.
Du siehst also die Notwendigkeit, dass die Geschöpfe unseren Willen tun und in Ihm leben, weil Er in den primären Akt ihrer Erschaffung eintritt. Wenn dieser Akt zerstört wird, bleibt das Geschöpf entstellt und ohne das wahre Leben.
Alle Dinge wurden mit zwei oder auch drei Elementen zusammen erschaffen. Die Sonne besitzt Licht und Wärme: wollte das Licht allein existieren, ohne die Wärme, so wäre es ein steriles Licht ohne Fruchtbarkeit, und wollte sich die Wärme vom Licht abtrennen, würde sie in Dunkelheit verwandelt.
Somit wäre der schönste Planet entstellt, der den Zauber des ganzen Universums darstellt und mit seinem Licht alle beherrscht und allen Gutes tut.
Der Planet Erde ist aus den Elementen Erde und Wasser zusammengesetzt: wollte die Erde ohne Wasser auskommen, dann würde sie zu Staub und könnte nicht den festen Boden bilden, auf dem der Mensch Gebäude errichten und sicheren Schrittes gehen kann; alles würde unter seinen Füßen wanken.
Doch das ist noch nicht genug. Wollte die Erde keine Samen in ihrem Schoß aufnehmen, so könnte sie weder den schönen Blütenschmuck noch die überreichlichen Früchte hervorbringen. So müssen Erde, Wasser und Samen zusammen existieren, einer muss das Leben des anderen sein.
Sie müssen miteinander vereint bleiben, so wie sie es am Beginn ihrer Erschaffung waren, sonst würde die Erde Schrecken erregen und ohne das Leben der Wohltaten, die sie den Menschen erweisen soll, bleiben, das ihr von Gott zugewiesen wurde.
Alle Dinge wurden so geschaffen, dass sie nicht isoliert sind, und alles Gute besteht darin, dass sie sich so bewahren, wie sie von Gott erschaffen wurden.
Dies gilt auch für die Wissenschaften: wollte jemand Lesen lernen, ohne zuerst die Vokale und dann die Verbindung mit den Konsonanten zu lernen, welche Anfang, Grundlage und Substanz darstellen, aus denen sich die Wissenschaften ableiten – könnte er dann jemals Lesen lernen? Nie! Er würde über den Büchern verrückt werden, aber nie Bildung erwerben.
Du siehst daher die strikte Notwendigkeit, sich an die Art und Weise zu halten, wie die Dinge im Prinzip ihrer Existenz gestaltet und gemacht wurden – wenn sie nicht von schön in hässlich, von gut in böse, von Leben in Tod verwandelt werden wollen.
Nun, was kann der Mensch schon Gutes erhoffen, wenn er nicht mit unserem Göttlichen Willen vereint lebt, in Dem das Prinzip seiner Erschaffung (der Erschaffung des Menschen) festgesetzt wurde?
Wenn dies alle verstünden, wie sehr wären sie dann darauf bedacht, sich von meinem Willen beherrschen, nähren und großziehen zu lassen, der das Prinzip ihrer Existenz ist und somit in ihnen alles Schöne, Gute und Heilige heranbilden würde: das große Glück des Lebens hier unten, und dann die große Glorie ihres Lebens dort oben!”. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 10. August 1931)
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… „Meine gute Tochter, wisse dies: wenn sich die Seele bereitmacht, meinen Göttlichen Willen zu tun, bildet sie den Reisepass für den Eintritt in die endlosen Grenzen des Reiches des Fiat.
Doch weißt du, wer dir das Nötige für den Pass zur Verfügung stellt, wer ihn unterzeichnet und ihm die Gültigkeit für die Einreise in mein Reich verleiht?
Meine Tochter, der Akt, sich zum Tun meines Willens zu disponieren, ist so groß, dass mein eigenes Leben und meine Verdienste, das Papier und die Buchstaben bilden.
Und dein Jesus setzt die Unterschrift, um der Seele [den Weg] zu zeigen und ihr freien Eintritt zu gewähren. Man könnte sagen, der ganze Himmel kommt der Seele, die meinen Willen tun möchte, zu Hilfe.
Ich empfinde solche Liebe, dass Ich meinen Platz in der glücklichen Seele einnehme und Mich von ihr mit meinem eigenen Willen geliebt fühle. Wenn Ich Mich nun von ihr mit meinem eigenen Willen geliebt sehe, möchte meine Liebe voll Eifersucht auch nicht den kleinsten liebenden Atemzug oder Herzschlag dieser Seele verlieren.
Male dir selbst meine Beflissenheit aus, wie Ich die Seele verteidige, ihr helfe und welch liebende Kunstgriffe Ich bei ihr einsetze. Mit einem Wort, Ich möchte mich selbst in ihr neu bilden. Um Mich neu zu schaffen, ‚riskiere‘, ‚exponiere‘ Ich Mich selbst, um einen weiteren Jesus in der Seele zu formen und wende meine ganze göttliche Kunst auf, um meine Absicht zu erreichen.
Ich halte nichts zurück, Ich mache und gebe alles. Wo mein Wille regiert, kann Ich nichts abschlagen, sonst würde Ich es Mir selbst verweigern. Wenn man sich disponiert, meinen Willen zu tun, bildet man den Reisepass. Den Akt zu beginnen, errichtet den Weg, den die Seele in Ihm zurücklegen muss, einen himmlischen, heiligen und göttlichen Weg.
Daher flüstere Ich der Seele, die in Ihn eintritt, ins Ohr des Herzens: „Vergiss die Erde, sie gehört dir schon nicht mehr; von nun an wirst du nur den Himmel sehen.
Mein Reich hat keine Grenzen, daher wird dein Weg lang sein, und du musst mit deinen Akten den Schritt beschleunigen, um dir viele Wege zu bereiten und viele der Schätze zu erhalten, die mein Reich in sich birgt.“
Der beginnende Akt errichtet den Weg, seine Ausführung bildet die Eisenbahn, und wenn Ich sehe, dass der Zug schon gebildet ist, bringe Ich als Motor die Seele in raschen Gang.
Wie schön und erfreulich ist es, jene Wege zu passieren, die sich die Seele in meinem Willen errichtet hat! Die in meinem Willen vollbrachten Akte schließen Jahrhunderte von Verdiensten und unschätzbaren Gütern ein.
Der Antrieb ist nämlich der göttliche Motor, der so geschwind ist, dass Er in die Minuten die Jahrhunderte einschließt und das Geschöpf so reich, schön und heilig macht, dass Er es als größtes Wunder seiner kreativen Kunst präsentiert und Uns damit vor dem ganzen Himmlischen Hof Ruhm verschafft.
Zudem werden, wenn die Seele einen Akt in meinem Göttlichen Willen bilden möchte, die [spirituellen] Adern der Seele von dem entleert, was [ungeordnet] menschlich ist. Ich könnte sagen, dass ein göttliches Blut darin fließt, das der Seele die Substanz meiner göttlichen Tugenden fühlbar macht.
Diese göttlichen Tugenden fließen gleichsam wie Blut [im Körper fließt], in demselben Leben, das ihren Schöpfer beseelt. Dies macht Schöpfer und Geschöpf unzertrennlich, sodass man, wenn man Gott finden will, Ihn an seinem Ehrenplatz im Geschöpf finden kann, und wer das Geschöpf finden will, es im göttlichen Zentrum findet.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 19. November 1933)


