25In jener Zeit als viele Menschen Jesus begleiteten, wandte er sich an sie und sagte: 26Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.
27Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein. 28Wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und rechnet, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
29Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten 30und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen.
31Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden.
33Darum kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26)

„Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,26)
Als sich heute mein geliebter Jesus sehen ließ, schien Er mir viele Lichtblitze zu senden, die mich ganz durchdrangen, als ich mich in einem Augenblick außerhalb meiner selbst zusammen mit Ihm befand, und der Beichtvater war auch da.
Sofort bat ich meinen geliebten Jesus, meinen Beichtvater zu küssen, und sich für eine Weile in seine Arme zu begeben (Jesus war ein Kind). Um mich zufriedenzustellen, küsste Er sofort den Beichtvater im Gesicht, aber ohne sich von mir lösen zu wollen.
Ich war ganz betrübt und sprach zu Ihm: „Mein kleiner Schatz, meine Absicht war, Du mögest seinen Mund küssen, nicht sein Gesicht, so dass er, von deinen reinsten Lippen berührt, geheiligt und von seinem Gebrechen gestärkt würde. Auf diese Art wird er dein heiliges Wort freier verkünden und andere heiligen können. O bitte, stelle mich zufrieden.“
So gab Jesus ihm einen weiteren Kuss auf den Mund und sagte dann: „Ich finde so großen Gefallen an den Seelen, die nicht nur im Gefühl, sondern auch wirksam von allem losgelöst sind, so dass im Maß, wie sie sich entäußern, mein Licht sie erfüllen kann, und sie wie Kristalle werden, in denen das Sonnenlicht kein Hindernis findet, ins Innere einzudringen, anders als bei Gebäuden oder anderen materiellen Dingen.“
„Ach“, sagte Er dann, „sie meinen sich loszuschälen, doch in Wirklichkeit werden sie aber nicht nur mit spirituellen Dingen bekleidet, sondern auch mit leiblichen, denn meine Vorsehung sorgt ganz besonders und im Speziellen für diese losgeschälten Seelen. Meine Vorsehung bedeckt sie überall; es ist so, dass sie nichts haben und doch alles besitzen.“
Danach zogen Wir uns vom Beichtvater zurück und trafen viele geistliche Personen, die alle ihre Ziele daran gesetzt zu haben schienen, für ihr eigenes Interesse zu arbeiten. Mitten durch sie hindurch gehend, sagte Jesus: „Wehe – wehe jenen, die mit der Absicht wirken, Geld zu verdienen!
Ihr habt im Leben bereits euren Lohn empfangen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 26. April 1899)

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… „Mein Jesus, ich fühle, dass ich deine allmächtige Hand brauche, um das aufzuschreiben, was Du mir über das Leben in deinem Willen sagst. Angesichts so vieler Schwierigkeiten, die sie machen, besonders, wenn sie mich immer wieder fragen:
„Ist es möglich, dass kein anderes Geschöpf in seinem Heiligsten Willen gelebt hat?”, fühle ich mich so vernichtet, dass ich vom Angesicht der Erde verschwinden möchte, damit mich niemand mehr sieht. Doch gegen meinen Willen bin ich gezwungen, hier zu bleiben, um deinen Heiligen Willen zu erfüllen.”
Darauf Jesus: „Meine Tochter, das Leben in meinem Willen bringt den Verlust eines jeglichen Rechtes auf den eigenen Willen mit sich: alle Rechte gehören dem Göttlichen Willen, und solange die Seele ihre eigenen Rechte nicht verliert, kann nicht von einem wahren Leben in meinem Willen die Rede sein, sondern höchstens davon, dass sie ergeben und meinem Willen gleichförmig ist; das Leben in meinem Willen heißt nämlich nicht, dass die Seele bloß gemäß meinem Willen handelt, sondern dass das ganze Innere der Seele weder einem Gefühl, noch einem Gedanken, noch einem Wunsch, nicht einmal einem einzigen Atemzug Raum gibt, wo mein Wille nicht seinen Platz hätte.
Mein Wille würde auch keine menschliche Anhänglichkeit dulden, dessen Leben nicht Er selbst wäre. Ihn würde davor ekeln, die Seele mit ihren eigenen Neigungen, Gedanken und anderem, was ein menschlicher Wille ohne den Göttlichen haben könnte, in meinem Willen leben zu lassen. Glaubst du, dass es leicht ist, dass eine Seele freiwillig auf ihre eigenen Rechte verzichtet? O, wie schwierig ist das!
Es gibt sogar Seelen, die, wenn sie soweit gelangen, alle Rechte über ihren Willen zu verlieren, sich zurückziehen und sich mit einem mittelmäßigen Leben begnügen, denn der Verlust der eigenen Rechte ist das größte Opfer, das eine Seele bringen kann, und doch ist es jenes, das meine Güte dazu bringt, ihr die Pforten meines Willens zu öffnen, sie in Ihm leben zu lassen und ihr dafür meine göttlichen Rechte zu geben.
Sei deshalb aufmerksam, und verlasse nie die Grenzen meines Willens.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 22. September 1924)

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… „Meine Tochter, es ist wahr, dass das Leben in meinem Willen eine Gabe ist und der Besitz des größten Geschenkes; aber diese Gabe, die unendlichen Wert hat, die ein Geldstück ist, das jeden Augenblick hervorgeht, die Licht ist, das nie verlöscht, Sonne, die niemals untergeht, welche die Seele auf ihren von Gott in der göttlichen Ordnung festgesetzten Platz stellt, und die Seele daher ihren Ehrenplatz und herrscherlichen Platz in der Schöpfung einnimmt – wird nur dem gegeben, der dafür disponiert ist, der sie nicht vergeuden darf und sie mehr als das eigene Leben schätzen und lieben muss, ja der sogar bereit sein muss, das eigene Leben zu opfern, damit diese Gabe meines Willens die Oberherrschaft über alles habe und für mehr als das Leben selbst gehalten werde; ja, das eigene Leben ist ein Nichts im Vergleich mit Ihm.
Daher will ich zuvor sehen, dass die Seele in Wahrheit meinen Willen tun will und nie den ihren, bereit zu jeglichem Opfer, um den meinen zu tun, und bei allem, was sie tut, Mich immer um das Geschenk meines Willens bittet, auch als Leihgabe.
Wenn Ich dann sehe, dass sie nichts tut ohne das Darlehen meines Willens, gebe Ich Ihn der Seele zum Geschenk, denn indem sie Mich immer wieder und wieder darum angefleht hat, hat sie in ihrer Seele den leeren Raum gebildet, wo dieses himmlische Geschenk hingelegt werden kann, und indem sie sich daran gewöhnt hat, mit dem Darlehen dieser göttlichen Speise zu leben, hat sie den Geschmack des eigenen Wollens verloren; ihr Gaumen hat sich veredelt und wird sich nicht an die niedrigen Speisen des eigenen Ich anpassen; wenn sie sich also in Besitz jenes Geschenkes sieht, das sie so sehr ersehnt, erwünscht und geliebt hat, wird sie aus dem Leben jenes Geschenkes leben, wird es lieben und ihm die Hochachtung entgegenbringen, die es verdient.
Würdest du nicht einen Mann verurteilen, der, gepackt von einer kindischen Zuneigung zu einem Knaben, nur damit er eine kurze Zeit bei ihm bleibe und mit ihm spiele, ihm einen Tausenderschein gibt, und das Kind, das den Wert nicht kennt, ihn nach einigen Minuten in tausend Stücke reißt?
Aber wenn er ihn den Schein zuerst ersehnen und ihn dann dessen Wert erkennen lässt, sowie das Gute, das ihm dieser Tausenderschein tun kann und ihn dann ihm gibt, dann wird jener Knabe ihn nicht in tausend Stücke zerreißen, sondern er wird hingehen und ihn unter Verschluss halten, indem er das Geschenk schätzt und den Geber noch mehr liebt, und du würdest diesen Mann loben, der es vermochte, dem kleinen Jungen den Wert des Geldes klarzumachen.
Wenn der Mensch so handelt, um wie viel mehr Ich, der Ich meine Gaben mit Weisheit und Gerechtigkeit und mit wahrer Liebe gebe. Du siehst daher die Notwendigkeit der richtigen Verfassung, der Kenntnis der Gabe, der Achtung und Hochschätzung und der Liebe zu dieser Gabe selbst.
Daher ist der Vorbote des Geschenkes meines Willens, das Ich dem Geschöpf machen will, die Kenntnis von Ihm. Die Kenntnis bereitet den Weg: die Kenntnis ist wie der Vertrag, den Ich bezüglich des Geschenkes, das Ich gewähren will, machen möchte; und je mehr Erkenntnis Ich der Seele eingebe, umso mehr wird sie angetrieben, die Gabe zu ersehnen, und den göttlichen Schreiber zu drängen, die letzte Unterschrift zu setzen, dass das Geschenk das ihre sei und sie es besitze.
Das Zeichen also, dass ich das Geschenk meines Willens in diesen Zeiten geben will, ist die Kenntnis von Ihm; sei daher aufmerksam und lass dir nichts von dem entgehen, was Ich dir über meinen Willen offenbare, wenn du wünschst, dass Ich die letzte Unterschrift hinsetze auf das Geschenk, das Ich den Menschen zu geben verlange.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 25. Dezember 1925)

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Ich fühlte mich gänzlich meines Höchsten Gutes Jesus beraubt, und so sehr ich auch nach Ihm suchte – ich konnte Ihn nicht finden. Da fühlte ich mich unbeschreiblich gemartert und in Bitterkeit; meine Worte können meinen Schmerz nicht ausdrücken, deshalb übergehe ich es.
Dann, nach langen Tagen des Martyriums und der Hingabe an dieses Göttliche FIAT, bewegte sich mein geliebter Jesus in meinem Inneren und sagte zu mir: „Meine Tochter, Ich wünsche von dir dieselbe Seelenstärke wie bei der Himmlischen Herrin, die so weit kam, den Göttlichen Willen mehr zu lieben als die Menschheit ihres Sohnes Jesus.
Wie oft befahl der Göttliche Wille Uns, Uns zu trennen, und Ich musste mich von ihr entfernen, und sie musste ohne Mich bleiben, ohne Mir zu folgen!
Sie blieb mit solcher Stärke und solchem Frieden zurück, dass sie ihren eigenen Sohn dem Göttliche FIAT hintanstellte, sodass Es, hingerissen von solcher Stärke, die Sonne meines Göttlichen Willens bilokierte, und während Ich bei meiner Mutter war, konzentriert in ihr, blieb Ich konzentriert in Mir; die Sonne bilokierte sich, doch das Licht blieb nur eines und breitete sich aus, ohne dass sich jedoch das eine Zentrum je vom anderen Zentrum der bilokierten Sonne trennte.
Die Erhabene Königin hatte alles von meinem Willen empfangen: die Fülle der Gnade und Heiligkeit und die Herrschaft über alles, ja sogar die Fruchtbarkeit, ihrem Sohn das Leben schenken zu können. Der Göttliche Wille hatte ihr alles gegeben und nichts verweigert.
Als Er nun wollte, dass Ich weggehe, gab Maria mit heldenhafter Stärke dem Göttlichen Willen das zurück, was sie empfangen hatte. Die Himmel staunten über die Stärke und den Heroismus jener, obwohl sie wussten, dass sie Mich mehr lieb te als ihr eigenes Leben.
So möchte Ich auch die kleine Tochter meines Göttlichen Willens sehen: dass sie stark, friedvoll und mit Heldenmut Ihm (meinem Willen) deinen Jesus zurückgibt, so oft Er will, dass du Seiner beraubt bist.
Ich möchte dich nicht niedergeschlagen oder traurig sehen, sondern mit der Stärke der Himmlischen Mutter bekleidet, und wie für die Himmlische Herrin die Trennung äußerlich und scheinbar war, aber mein Göttlicher Wille Uns im Inneren miteinander vereinte und untrennbar bewahrte, so wird es bei dir sein: Mein Wille wird dich mit Mir zuinnerst vereint halten, und Wir werden gemeinsam dieselben Akte tun, ohne Uns je voneinander zu trennen.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 1. Dezember 1927)

„Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein“ (Lk 14,27)

… „Meine Geliebte, das Kreuz erlaubt es, die Verdammten von den Auserwählten zu unterscheiden. Wie am Tag des Gerichtes die Guten aufjubeln werden, wenn sie das Kreuz sehen, so kann man schon jetzt erkennen, ob jemand gerettet werden oder verloren gehen soll.
Wenn sich das Kreuz der Seele zeigt und sie es umarmt, mit Ergebung und Geduld trägt und die Hand küsst und ihr dankt, die ihr es schickt – so ist dies das Zeichen, dass sie gerettet ist.
Wenn, im Gegenteil, ihr das Kreuz gezeigt wird und sie ärgerlich wird, es verachtet und Mich sogar beleidigt – kann man sagen, dass es ein Zeichen ist, dass die Seele der Hölle zustrebt. So werden es die Verdammten am Tag des Gerichtes tun: beim Anblick des Kreuzes werden sie sich grämen und fluchen.
Das Kreuz erzählt alles; das Kreuz ist ein Buch, das ohne Täuschung und in klaren Worten zu dir spricht und dir erlaubt, den Heiligen vom Sünder zu unterscheiden, den Vollkommenen vom Unvollkommenen, den Brennenden vom Lauen.
Das Kreuz vermittelt der Seele ein solches Licht, dass es bereits jetzt nicht nur gestattet, die Guten von den Bösen zu unterscheiden, sondern auch jene erkennen lässt, die mehr oder weniger Glorie im Himmel besitzen werden – jene, die einen höheren oder einen niedrigeren Platz einnehmen werden.
Alle anderen Tugenden bleiben demütig und ehrfurchtsvoll vor dem Wert des Kreuzes, und indem sie sich mit ihm veredeln, erhalten sie größere Glorie und mehr Licht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 1; (7))

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Ich war in meinem gewohnten Zustand und dachte darüber nach, warum uns nur das Kreuz erkennen lässt, ob wir wirklich den Herrn lieben, während es doch so viele andere Dinge gibt – wie die Tugenden, das Gebet, die Sakramente – die uns zeigen könnten, ob wir den Herrn lieben.
Als ich darüber nachdachte, kam der gebenedeite Jesus und sagte zu mir: „Meine Tochter, es ist wirklich so, das Kreuz allein lässt erkennen, ob man den Herrn wahrhaft liebt, jedoch [nur] das mit Geduld und Ergebung getragene Kreuz, denn wo Geduld und Ergebung im Kreuztragen herrschen, dort ist Göttliches Leben.
Da die Natur einen solchen Widerwillen gegen das Leiden hat, kann daher die Geduld nichts Natürliches, sondern muss etwas Göttliches sein, und die Seele liebt den Herrn nicht mehr bloß mit ihrer Liebe, sondern vereint mit der Liebe des Göttlichen Lebens. Wie sollte sie also noch daran zweifeln, ob sie liebt oder nicht, wenn sie Ihn sogar mit seiner eigenen Liebe liebt?
Bei den anderen Dingen hingegen, auch bei den Sakramenten selbst, kann es auch eine Seele sein, die liebt, die jenes Göttliche Leben in sich enthält, aber diese Dinge können nicht jene Sicherheit wie das Kreuz verleihen. Es kann sein, dass die Liebe vorhanden ist oder dass sie aus Mangel an Disposition fehlt.
Es könnte jemand sehr wohl eine Beichte ablegen, aber wenn die Dispositionen fehlen, kann man nicht sicher behaupten, dass er liebt und jenes Göttliche Leben in sich aufgenommen hat; ein anderer kommuniziert und empfängt das Göttliche Leben in sich, aber nur wenn er die wahre Disposition hatte, kann man sicher sein, dass jenes Leben in ihm bleibt.
Tatsächlich bemerkt man, dass gewisse Seelen kommunizieren und beichten, aber bei entsprechender Gelegenheit sieht man die Geduld des Göttlichen Lebens nicht in ihnen; und wenn die Geduld fehlt, dann fehlt auch die Liebe, da man die Liebe nur am Opfer erkennt, und hiermit sind Zweifel angebracht; das Kreuz, die Geduld, die Ergebung sind hingegen Früchte, die nur von der Gnade und der Liebe hervorgebracht werden.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 8; 16. Februar 1908)

„Kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ (Lk 14, 33)

Mein anbetungswürdiger Jesus kommt weiterhin, doch diesen Morgen nahm Er mich, sobald Er kam, in seine Arme und trug mich aus mir heraus. In seinen Armen verstand ich viele Dinge, besonders dies: um frei in den Armen unseres Herrn sein zu können, und auch um mit aller Leichtig keit in sein Herz ein- und aus ihm herauszutreten, wie es der Seele am besten gefällt, und nicht eine Last oder eine Belästigung für den gebenedeiten Jesus zu sein, war es absolut notwendig, sich von allem zu lösen.
So sagte ich zu Ihm aus ganzem Herzen: „Mein teures und einziges Gut, was ich von Dir erbitte, ist, dass Du mich von allem loslöst, denn ich sehe wohl, dass ich nicht einmal einen Schatten von irgendetwas haben darf, das nicht zu Dir gehört, damit ich wieder mit Dir bekleidet werde und in Dir lebe und damit Du wieder in mir leben kannst.“
Und Er sprach voller Güte zu mir:
„Meine Tochter, die wichtigste Sache, damit Ich in eine Seele eintreten und dort meine Wohnung errichten kann, ist völlige die Losschälung von allem. Ohne diese kann nicht nur Ich nicht in ihr wohnen, sondern es kann auch keine Tugend ihre Wohnstätte in der Seele errichten.
Wenn dann die Seele alles aus sich herausgebracht (sich von allem gelöst) hat, trete Ich ein und vereint mit dem Willen der Seele, bauen Wir ein Haus. Dessen Fundamente gründen auf der Demut, und je tiefer sie sind, umso höher und stärker werden die Mauern sein.
Diese Mauern werden mit den Steinen der Abtötung gebaut und zementiert mit dem reinsten Gold der Liebe. Nachdem die Wände errichtet worden sind, handle Ich wie ein überaus tüchtiger Maler und verputze und bringe die ausgezeichnetsten Malereien an – nicht aus Kalk und Wasser, sondern mit den Verdiensten meiner Passion, symbolisiert durch den Kalk, und mit den Farben meines Blutes, symbolisiert durch das Wasser.
Das dient dazu, um es gut vor Regen, vor Schnee, und vor jeder Erschütterung zu schützen. Dann kommen die Türen, und damit sie fest wie Holz seien, und nicht Beute der Holzwürmer seien, ist Stille nötig, die der Tod für die äußeren Sinne ist. Um das Haus zu bewachen, ist ein Beschützer notwendig, der es überall bewacht, innen und außen.
Das ist die heilige Furcht Gottes, welche das Haus gegen jede Unannehmlichkeit, den Wind oder etwas anderes, das es bedrohen könnte, behütet. Diese Furcht wird der Schutz für jenes Haus sein und bewirken, dass die Seele nicht aus Angst vor Strafe handelt, sondern aus Furcht, Gott, den Eigentümer dieses Hauses zu beleidigen.
Diese heilige Furcht darf nichts anderes tun, als alles nur zu machen, um Gott zu gefallen, ohne irgendeine andere Absicht. Dann muss dieses Haus geschmückt und mit Schätzen gefüllt werden. Diese Schätze dürfen nichts anderes sein als heilige Wünsche und Tränen.
Dies waren die Schätze des Alten Testamentes, und in ihnen fanden die Menschen ihr Heil, in der Erfüllung ihrer Gelübde ihren Trost; in den Leiden ihre Stärke. Kurzum, sie verbanden ihr ganzes Glück mit ihrer Sehnsucht nach dem zukünftigen Erlöser, und in dieser Sehnsucht handelten sie wie Athleten.
Eine Seele ohne Sehnsucht handelt beinahe so, als wäre sie tot; auch die Tugenden selbst, alles ist Langweile, Unlust, Groll; nichts gefällt ihr, sie geht den Weg des Guten beinahe kriechend.
Das ganze Gegenteil ist eine Seele, die Sehnsucht hat: nichts ist eine Last für sie, alles ist Freude; sie fliegt und findet ihren Geschmack selbst in den Leiden, und zwar deshalb, weil hier ein vorweggenommener Wunsch ist, und die Dinge, die zuerst ersehnt werden, werden dann geliebt; und wenn man sie liebt, findet man das höchste Wohlgefallen an ihnen.
Deshalb muss die Sehnsucht mitgebracht werden, sogar noch bevor dieses Haus gebaut wird. Der Schmuck dieses Hauses wird aus den kostbarsten Steinen bestehen, den teuersten Perlen und Edelsteinen dieses meines Lebens, das stets auf das Leiden, das reine Leiden gegründet ist.
Und da Der, der in ihm wohnt, der Geber alles Guten ist, stattet Er es mit allen Tugenden aus, parfümiert es mit den süßesten Wohlgerüchen, lässt die lieblichsten Blumen ihren Duft verströmen, lässt eine himmlische Melodie, eine der wohlgefälligsten, erklingen und den Hauch des Paradieses atmen.“
Ich vergaß zu sagen, dass man darauf achten muss, ob Frieden im Hause herrscht, und dies darf nichts anderes sein als die Sammlung und das Schweigen der inneren Sinne.
Dann befand ich mich weiterhin in den Armen Unseres Herrn und fühlte mich ganz losgeschält. Inzwischen sah ich, dass der Beichtvater anwesend war, und Jesus sagte mir (doch es schien mir, dass Er mit mir scherzen wollte, um zu sehen, was ich sagen würde):
„Meine Tochter, du hast dich von allem gelöst, und du weißt, wenn jemand losgeschält ist, dann ist jemand anderer nötig, der an seine Kleidung und seine Ernährung denkt und ihm einen Ort verschafft, wo er bleiben kann. Wo willst du bleiben, in den Armen des Beichtvaters, oder in meinen?“
Als Er dies sagte, vollzog Er den Akt, mich in die Arme des Beichtvaters zu legen. Ich begann darauf zu bestehen, dass ich nicht gehen wollte, und Er bestand darauf, dass Er es wollte. Nach einer kleinen Diskussion sagte Er mir: „Fürchte dich nicht, Ich halte dich in meinen Armen“, und so verblieben wir im Frieden. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 2; 29. Oktober 1899)

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Während ich in der selben Verwirrung war, ließ Er sich wie ein Blitz sehen und ließ mich verstehen, dass ich nicht alles geschrieben hatte, was Er mir am vorhergegangenen Tag gesagt hatte, d.h., dass die Seele nicht nur für Gott leben muss, sondern in Gott.
So wiederholte mir der gebenedeite Jesus den Unterschied zwischen dem Leben für Gott und dem Leben in Gott mit diesen Worten:
„Wenn die Seele für Gott lebt, kann sie Beunruhigungen und Bitterkeit unterworfen sein, sie kann unbeständig sein, die Last der Leidenschaften fühlen, und sich in irdische Dinge mischen.
Doch das Leben in Gott – nein, das ist vollkommen verschieden, denn das wichtigste, damit man sagen kann, dass eine Person in einer anderen Person lebt, ist, dass sie ihre eigenen Gedanken ablegt und jene der anderen Person annimmt, und so was ihren Stil und ihrem Geschmack betrifft, und dass sie sogar ihren Willen aufgibt, um den Willen der anderen anzunehmen.
Damit also eine Seele in der Gottheit lebt und in Ihr wohnen kann, muss sie alles ablegen, was ihr gehört, d.h., sich von allem lösen, die eigenen Leidenschaften zurücklassen; mit einem Wort, alles verlassen, um alles in Gott zu finden.
Nun, wenn sich die Seele nicht nur gelöst hat, sondern sich tief erniedrigt hat, dann wird sie imstande sein, durch die niedrige Tür meines Herzens einzutreten, um in Mir zu leben, entsprechend meiner Art und von meinem eigenen Leben.
Denn obwohl mein Herz unermesslich ist, sodass seine Grenzen endlos sind, ist seine Tür aber äußerst niedrig, und nur jemand, der von allem losgelöst ist, kann darin eintreten. Dies zu Recht, denn da Ich der Heiligste bin, würde Ich niemals jemandem erlauben, in Mir zu leben, der meiner Heiligkeit fremd ist.
Deshalb, meine Tochter, versuche, in Mir zu leben und du wirst das Paradies im Vorhinein besitzen.“ Wer kann sagen, wie viel ich von diesem Leben in Gott verstand? Doch dann verschwand Er, und ich blieb im selben Zustand. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 3; 10. Juli 1900)