11In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Naïn; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. 12Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie.
13Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! 14Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!
15Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. 16Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen.
17Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

„Trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe… Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr“ (Lk 7, 12-13)

… Meine Liebe, der menschliche Wille ist der Sämann aller Übel, deswegen bitte ich Dich, das Wunder der Wunder zu wirken; gib, dass Dein Wille wie im Himmel so auf Erden regiere, damit jedes moralische und physische Übel ein Ende hat.
Mein geliebtes Gut, während Deines öffentlichen Lebens streust Du unaufhörlich Dein göttliches Wort aus und tröstest überall die Betrübten; als Du einer Mutter begegnest, die weint und den eigenen Sohn zur Beerdigung begleitet, hältst Du den Tränen dieser Frau nicht stand, Du näherst Dich dem Sarg, erweckst den Jungen auf und gibst ihn seiner Mama zurück.
Meine Liebe, mein „Ich liebe Dich“ begleitet Dich, während Du das Leben dem, der es verloren hat, wiedergibst, und bittet Dich, so viele Seelen, die für Deinen Göttlichen Willen tot sind, wieder ins Leben zu rufen, um dem Göttlichen Willen die Tränen zu trocknen, der – mehr als eine Mutter – nach so vielen Jahrhunderten noch weint, da Er sieht, dass ein großer Teil Seiner Kinder wie tot für Ihn sind. (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Siebzehnte Stunde)

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… “Bei der Erschaffung aller Dinge war es das [menschliche] Geschöpf, dem Wir die Vorherrschaft über alle unsere Werke verliehen, d.h., dem Geschöpf, in dem unser Göttliches FIAT in Fülle herrschen sollte, nicht dem von seinem eigenen Willen degradierten Geschöpf.
Dieses ist das letzte von allen, das weder Recht noch Kommunikation besitzt. Die Seele hingegen, in der mein Wille regiert, hat das Recht, die erste zu sein, die alle ruft und [das Recht,] dass alle ihr folgen.
Deswegen ist das Wirken in meinem Willen das größte Wunder, es ist die Fülle aller miteinander vereinten Akte und der Triumph des Göttlichen Aktes im menschlichen Akt, denn mein Wille war unten den Menschen gleichsam unfruchtbar und wird nun von seiner ersten Tochter beglückt, in der Er so viele Sprösslinge von Ihm sieht, die das Licht der Welt erblicken werden.
So wird Er nicht mehr wie eine unfruchtbare Mutter unter den Völkern leben, sondern wie eine fruchtbare Mutter vieler Kinder. Er war einst ein Witwer, denn bei der Erschaffung des ersten Menschen vermählte Er sich die menschliche Natur, indem Er sie mit den unermesslichen Reichtümern seines Willens ausstattete, als Siegel der Vermählung, die Er mit dem Menschen hielt. Doch als dieser sich von Ihm zurückzog, blieb Er viele Jahrhunderte lang verwitwet.
Jetzt legte Er die Trauer seiner Witwerschaft ab, und sich von neuem vermählend, legte Er sein Brautgewand wieder an und trat von neuem mit seiner Aussteuer ins Feld; das Siegel dieser Aussteuer sind die Kenntnisse über Ihn, durch welche Er die Reichtümer schenkt, die Er besitzt.
Sei also aufmerksam, meine Tochter, um deine Brautkleider zu bewahren und dich der Herrschaftsrechte zu erfreuen, mit denen mein Wille dich ausgestattet hat.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 16. Februar 1927)

„Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an… und er sagte: ‚Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf!‘“ (Lk 7, 14)

… „Meine Tochter, in meiner Auferstehung wurde für alle [menschlichen] Geschöpfe das Recht begründet, in Mir zu neuem Leben aufzuerstehen. Sie war die Bestätigung, das Siegel meines ganzen Lebens, meiner Werke und meiner Worte.
Wenn Ich auf die Erde kam, so deswegen, um Mich allen und jedem einzelnen als Leben zu schenken, das ihnen gehören sollte. Meine Auferstehung war der Triumph aller und die neue Eroberung, die Derjenige für alle machte, Der für alle gestorben war, um ihnen das Leben zu geben und sie in meiner eigenen Auferstehung auferstehen zu lassen.
Aber willst du wissen, wo die wahre Auferstehung der Seele stattfindet? In der Seele, die in meinem Willen lebt, und zwar nicht [erst] am Ende der Tage, sondern während sie noch auf Erden lebt.
Sie ersteht zum Licht und kann sagen: ‚Meine Nacht ist beendet‘, sie steht auf in der Liebe ihres Schöpfers, so dass Kälte und Schnee für sie nicht mehr existieren, sondern nur das Lächeln des himmlischen Frühlings.
Sie ersteht zur Heiligkeit, welche die Schwächen, das Elend, die Leidenschaften unverzüglich vertreibt, sie ersteht zu all dem, was vom Himmel kommt.
Wenn sie die Erde, den Himmel und die Sonne betrachtet, so tut sie dies, um die Werke ihres Schöpfers darin zu finden und einen Anlass zu haben, Ihm über seine Herrlichkeit und die lange Geschichte seiner Liebe zu erzählen.
Wer also in meinem Willen lebt, kann sagen, wie der Engel zu den frommen Frauen am Grab: „Er ist auferstanden, Er ist nicht mehr hier“. Wer in meinem Willen lebt, kann dasselbe sagen: „Mein Wille ist nicht mehr bei mir, er ist auferstanden im Fiat.“
Wenn die Wechselfälle des Lebens, Gelegenheiten und Leiden die Seele umgeben, als wollten sie gleichsam ihren Willen suchen, kann die Seele erwidern: ‚Mein Wille ist auferstanden, ich habe ihn nicht mehr in meiner Macht.
Als Ersatz dafür besitze ich den Göttlichen Willen, und mit seinem Licht will ich alles einhüllen, was mich umgibt – Umstände und Leiden, um daraus ebenso viele göttliche Eroberungen zu machen.‘
Die in unserem Willen lebende Seele findet das Leben in den Akten ihres Jesus, und unser tätiger, erobernder und triumphierender Wille wirkt stets in ihr und bringt Uns eine solche Glorie dar, dass sie der Himmel nicht fassen kann.
Lebe daher stets in unserem Willen und verlass Ihn nie, wenn du unser Triumph und unsere Glorie zu sein wünschst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 20. April 1938)