51Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. 52Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen.
53Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. 54Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet?
55Da wandte er sich um und wies sie zurecht. 56Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

„Die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte“ (Lk 9, 51)

Jesus, am Kreuz erhöht, bleibt hier hängen, ohne die Erde zu berühren. Bemühen auch wir uns, losgeschält von der Welt zu leben, von den Geschöpfen und allem, was irdisch ist?
Alles soll dazu beitragen, das Kreuz zu bilden, auf dem wir ausgestreckt hängenbleiben müssen wie Jesus, fern von allem, was irdisch ist, damit sich die Geschöpfe nicht an uns hängen. Der göttliche Heiland hat kein anderes Ruhebett als das Kreuz, keine andere Erquickung als Wunden und Schmach.
Reicht unsere Liebe zu Gott so weit, dass auch wir Ruhe im Leiden finden? Verschließen wir alles, was wir tun, Gebet und Leiden, in die Wundmale und das Blut Jesu?
Suchen wir nirgendwo Erquickung als in seinen Leiden, dann werden seine Wunden die unseren sein, sein Blut wird beständig in uns arbeiten, um unsere Seele zu reinigen und zu verschönern. So werden wir jede Gnade für uns und für die Rettung der Seelen erlangen.
Da wir das Blut Jesu in unserem Herzen in Verwahrung haben, so beten wir, wenn wir uns eine Nachlässigkeit zuschulden kommen lassen, zu Jesus, er möge nicht erlauben, dass unsere Seele in seiner Gegenwart besudelt werde, vielmehr möge er unsere Seele waschen mit seinem Blut und uns immer bei sich behalten.
Fühlen wir uns schwach, dann beten wir zu Jesus, er möge unserer Seele einen Schmuck seines kostbaren Blutes reichen, damit sie stark werde. Der gütigste Jesus betet für seine Henkersknechte und entschuldigt sie sogar.
Machen auch wir uns das Gebet Jesu zu eigen? Entschuldigen wir immerfort die Sünder vor dem Vater, um für sie Verzeihung zu erlangen, auch für jene, die uns beleidigt haben?
Wenn wir beten, arbeiten, uns erholen, vergessen wir auch jene armen Seelen nicht, die im Begriff stehen, ihr Leben auszuhauchen. Tragen wir ihnen als Beistand und Tröstung die Gebete und den Kuss der Versöhnung Jesu zu, damit sein kostbares Blut sie reinige und ihren Flug in den Himmel nehmen lasse.
Mein Jesus! Aus deinen Wunden und deinem Blut möchte ich die Kraft schöpfen, in mir dein Leben wiederholen zu können. So werde ich für alle das Gute erlangen, das du selbst getan hast. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)

„Entschloss er sich…“ (Lk 9,51)

… Da dachte ich über all das nach, was den Göttlichen Willen betrifft und fragte mich: ‚Ist es möglich, dass das Geschöpf so viel erreichen kann?’
Da nahm mein süßer Jesus seine Rede wieder auf und sagte zu mir: „Wisse, meine Tochter, sobald die Seele wahrhaft beschließt, in meinem Göttlichen Willen leben zu wollen und um keinen Preis mehr den eigenen zu tun, bildet mein Fiat mit unbeschreiblicher Liebe den Samen Seines Lebens in der Tiefe der Seele.
Dieser [Same] hat solche Macht und ist so heilig, dass er erst dann wächst, wenn er die Seele zuvor auf ihren [ordentlichen] Platz gestellt und sie von ihren Schwächen, Armseligkeiten und Makeln befreit hat, sollten diese vorhanden sein.
Man kann sagen, dass er das vorweggenommene Fegefeuer bildet und sie von allem reinigt, was verhindern könnte, dass ein Leben des Göttlichen Willens in ihr gebildet wird; denn mein Wille kann weder mit Sünden gemeinsam existieren, noch mit ihnen zusammen sein, sondern es könnte höchstens irgendeine scheinbare Schwäche geben, die von seinem Licht und seiner Glut sofort gereinigt wird.
Mein Wille hält stets den reinigenden Akt in seinen Händen, damit es kein Hindernis in der Seele gebe, das nicht nur das Wachstum, sondern auch die Entfaltung seiner Akte in den Akten der Seele aufhalten könnte.
Daher ist das Erste, was mein Wille tut, das Fegefeuer vorwegzunehmen. Er lässt es schon im Vorhinein geschehen, damit Er mehr Freiheit habe, die Seele in Ihm leben zu lassen und sein Leben nach seinem Gutdünken heranzubilden.
Sollte nun das Geschöpf nach einem entschlossenen Willensakt, in meinem Willen zu leben, sterben, wird es [sofort] den Flug zum Himmel antreten, ja, mein eigener Wille wird es sogar in seinen Lichtarmen tragen, als sein Triumph, sein Spross und sein geliebtes Kind.
Wenn dem nicht so wäre, könnte man nicht sagen: ‚Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden’; dies wäre nur eine Redensart, keine Wirklichkeit.
Da Er im Himmel herrscht, gibt es dort weder Sünden noch Fegefeuer; wenn Er gleicherweise auf Erden in der Seele regiert, kann es weder Sünde noch Angst vor dem Fegefeuer geben.
Er versteht es, sich von allem zu entledigen, weil Er allein den Regentschafts- und Herrscherposten einnehmen möchte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 27. Oktober 1935)

„Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war“ (Lk 9,53)

… „Meine Tochter, Ich liebe die Geschöpfe so sehr, dass Ich selbst Mich zum Wachposten für jedes Herz gemacht habe, um sie zu bewachen, zu verteidigen und mit meinen eigenen Händen ihre Heiligung zu bewerkstelligen.
Aber wie vielen Bitterkeiten setzen sie Mich nicht aus!
Der eine weist Mich zurück, der andere kümmert sich nicht um Mich und verachtet Mich, ein anderer beklagt sich über meine Beaufsichtigung, jener schließt Mir die Tür vor der Nase zu, und macht so meine Arbeit nutzlos.
Und Ich habe Mich nicht nur aufgestellt, um als Wachposten zu agieren, sondern Ich erwähle mit Absicht die Seelen, die in meinem Willen leben, welche Ich, da sie sich ganz in Mir befinden, gemeinsam mit Mir aufstelle, als zweite Wache für jedes Herz; diese zweiten Wächter trösten Mich, leisten Mir Ersatz für jene, und leisten Mir Gesellschaft in der Einsamkeit, zu der Mich viele Herzen zwingen, und sie nötigen Mich, diese nicht zu verlassen.
Eine größere Gnade könnte Ich den Geschöpfen nicht erweisen, als ihnen diese Seelen zu geben, die in meinem Willen leben, welche das Wunder der Wunder sind“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 28. Oktober 1916)

—————–

… „Ich fühle eine unwiderstehliche Kraft, Mich auf die Geschöpfe hin zu ergießen; Ich möchte meine Schönheit verströmen, um sie ganz schön zu machen, aber die Geschöpfe weisen, indem sie sich mit der Schuld beflecken, die göttliche Schönheit zurück und bedecken sich mit Hässlichkeit.
Ich möchte gerne meine Liebe ausgießen, aber da sie dasjenige lieben, was nicht zu Mir gehört, leben sie erstarrt vor Kälte, und meine Liebe wird abgewiesen.
Ich möchte Mich dem Menschen ganz mitteilen, ihn ganz mit meinen eigenen Eigenschaften überschatten, aber Ich werde zurückgewiesen, und indem sie Mich abweisen, erhebt sich eine Trennmauer zwischen Mir und ihm, bis schließlich jede Kommunikation zwischen dem Geschöpf und dem Schöpfer abgebrochen wird.
Aber trotz all dem fahre Ich fort, Mich zu ergießen, Ich ziehe Mich nicht zurück, um wenigstens jemanden finden zu können, der meine Eigenschaften aufnimmt, und wenn Ich ihn finde, verdopple, verhundertfache Ich die Gnaden für ihn, Ich ergieße Mich ganz in ihn, um aus ihm ein Wunder der Gnade zu machen.
Entferne daher diese Besorgnis aus deinem Herzen; ergieße dich in Mich und Ich ergieße Mich in dich. Jesus hat dir das gesagt und es genügt; denke an nichts und Ich werde alles tun und an alles denken.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 16. April 1918)