Freitag der 27. Woche im Jahreskreis (Lk 11,15-26)
14In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. 15Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
16Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
18Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. 19Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
20Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. 21Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; 22wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.
23Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. 24Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
25Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft, 26dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.
„Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein“ (Lk 11,17)
Als ich meinen gewohnten Zustand fortsetzte, sprach mein süßer Jesus zu mir:
„Meine Tochter, die Finsternis ist so dicht und die Geschöpfe stürzen sich noch mehr hinein, ja, sie graben sich in diesen Finsternissen selbst den Abgrund, wo sie umkommen werden; der Verstand des Menschen ist blind geblieben, er hat kein Licht mehr, um das Gute anzusehen, sondern nur das Böse, das ihn überfluten und ihn umkommen lassen wird: sodass sie dort, wo sie glaubten, Sicherheit zu finden, den Tod finden werden. Ach, meine Tochter, meine Tochter!“
Dann fügte Er hinzu:
„Die in meinem Willen vollbrachten Akte sind wie Sonnen, die alles erleuchten; denn für jeden Akt, den die Seele in meinem Willen tut, erleuchtet eine weitere Sonne blindgewordene Geister und strahlt Licht in jene, die ein wenig guten Willen haben, um dem Abgrund [der Hölle] zu entrinnen; die anderen [ohne guten Willen] werden alle umkommen.
Wie viel Gutes bewirken daher in diesen Zeiten der dichten Finsternis, die in meinem Willen vollbrachten Akte der Seelen! Wenn sich jemand retten können wird, dann wird es allein kraft dieser in meinem Willen vollbrachten Akte sein!“ Er sprach es und zog sich zurück.
Dann kehrte er von neuem zurück und fügte hinzu: „Die Seele, die meinen Willen tut und in Ihm lebt, könnte Ich meine Kutsche nennen, und Ich habe die Zügel über alles in der Hand: Ich halte die Zügel des Verstandes, der Gefühle, der Wünsche, und nicht einen davon lasse Ich in ihrer Macht; und um es bequemer zu haben, setze Ich Mich auf ihr Herz, und meine Herrschaft ist vollständig; und Ich mache, was Ich will: Bald lasse Ich den Wagen dahineilen, bald lasse Ich ihn fliegen, Er trägt Mich zum Himmel, Ich reise rund um die ganze Erde, bald wieder halte Ich an.
O, wie glorreich und siegreich bin Ich und herrsche und befehle.
Wenn aber die Seele nicht meinen Willen tut und im menschlichen Willen lebt, geht der Wagen kaputt, sie entreißt Mir die Zügel und Ich verbleibe ohne Herrschaft, wie ein armer, aus seinem Reich vertriebener König; und der Feind nimmt meinen Platz ein, und die Zügel bleiben in der Gewalt der eigenen Leidenschaften.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 28.9.1917)
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Ich machte meine gewohnten Akte im Höchsten Willen, und ein unzugängliches Licht hüllte mein kleines Wesen ein und machte mir alle Werke meines Schöpfers wie gegenwärtig.
Ich hatte ein „Ich liebe Dich” für jedes geschaffene Ding, eine Bewegung für jede Bewegung, eine Anbetung und ein anerkennendes Danke für die ganze Schöpfung.
Ich begriff jedoch, dass es eben dasselbe Licht war, das mir dieses „Ich liebe Dich” für jedes Ding, jene Bewegung, jene Anbetung verlieh. Ich war nur in der Gewalt dieses Lichtes, und während es mich ausdehnte, machte es mich zugleich kleiner und tat mit meiner Kleinheit, was es wollte.
Als ich nun in diesem Zustand war, litt ich, da ich meinen süßen Jesus nicht sah, und dachte mir: „Jesus hat mich verlassen, und in diesem gebenedeiten Licht weiß ich nicht, wohin ich meine Schritte lenken soll, um Ihn wieder zu finden, denn man sieht weder einen Anfang noch ein Ende.
O heiliges Licht, lasse mich Jenen finden, Der mein ganzes Leben ist, mein höchstes Gut!” Doch als mich der Schmerz der Beraubung meines Jesus verzehrte, trat Er voller Güte aus meinem Inneren heraus und sprach ganz zärtlich zu mir:
„Meine Tochter, warum fürchtest du dich? Ich verlasse dich nicht, sondern es ist vielmehr der Höchste Wille, der Mich in dir ausblendet. Das Licht meines Willens ist grenzenlos, unendlich, hier gibt es keine Grenzen, weder sieht man, wo es beginnt, noch wo es aufhört.
Meine Menschheit hingegen besitzt ihre Grenzen und Beschränkungen. Und da meine Menschheit geringer ist als mein Ewiger Wille, bleibe Ich in Ihn eingehüllt und wie in den Schatten gestellt.
Während Ich in dir bin, überlasse Ich meinem Willen das Handlungsfeld und erfreue Mich an seinem göttlichen Wirken in der Kleinheit deiner Seele und bereite eine neue Lektion für dich vor, um dich immer mehr die Wunder meines Höchsten Willens erkennen zu lassen.
Sei deshalb sicher, dass Ich bei dir bin, wenn du in Ihm schwimmst, ja Ich tue vielmehr mit dir, was du tust, und um Ihm das ganze Wirkungsfeld zu geben, bin Ich in dir wie verborgen, um Mich an seinen Früchten zu erfreuen.
Nun, meine Tochter, wisse, dass das wahre Licht untrennbar ist. Schau, auch die Sonne in der Atmosphäre hat dieses Vorrecht und besitzt die Einheit des Lichtes.
Das Licht in ihrer Sphäre ist derartig verdichtet, dass sie kein Atom davon verliert, und obwohl sie in die Tiefe herabsteigt, indem sie die ganze Erde mit Licht erfüllt, teilt sich das Licht nie.
Es ist derartig kompakt in sich selbst, eine solch unzertrennliche Einheit, dass sie nie etwas von ihrem Sonnenlicht verliert.
Dies ist so wahr, dass sie ihre Strahlen zusammen ausbreitet und überall von der Erde die Finsternis vertreibt, und ihr ganzes Licht zusammen wieder zurückzieht, wobei sie nicht einmal die Spuren ihrer Atome zurücklässt.
Wenn das Sonnenlicht teilbar wäre, wäre die Sonne schon lange ärmer an ihrem Licht geworden und hätte nicht mehr die Kraft, die ganze Erde zu erleuchten, und man könnte sagen: „Geteiltes Licht, trostlose Erde.”
So kann die Sonne ihren Sieg besingen: sie besitzt ihre ganze Kraft und all ihre Effekte dank der Einheit ihres Lichtes.
Wenn die Erde so viele wunderbare und unzählige Wirkungen empfängt, dass man die Sonne das Leben der Erde nennen kann, kommt alles von der Einheit des Lichtes, das sie besitzt, dass sie seit so vielen Jahrhunderten nicht einmal ein Atom ihres Lichtes verloren hat, das Gott ihr anvertraut hat.
Daher ist sie stets triumphierend, majestätisch, feststehend und immer stabil, um in ihrem Licht den Triumph und die Herrlichkeit des ewigen Lichtes ihres Schöpfers zu rühmen.
Nun, meine Tochter, die Sonne ist das Symbol meines Ewigen Willens, und wenn dieses Symbol die Einheit des Lichtes besitzt, umso mehr dann mein Wille, der nicht Symbol ist, sondern die Wirklichkeit des Lichtes.
Die Sonne kann ein Schatten des unzugänglichen Lichtes meines Willens genannt werden. Du hast seine Unermesslichkeit geschaut, dass man keinen Ball aus Licht sieht wie bei der Sonne, sondern unermessliche Weite, wo das menschliche Auge weder ein Ende noch einen Anfang sehen kann.
Und doch ist die grenzenlose Ausdehnung dieses Lichtes enthalten in einem einzigen Akt des Ewigen Willens. All dieses ungeschaffene Licht ist derart kompakt, dass es untrennbar und unteilbar wird; so besitzt Es, mehr als die Sonne, die ewige Einheit, in welcher der Triumph Gottes und aller unserer Werke begründet ist.
Nun, dieser Triumph der Einheit des Höchsten Willens, der Mittelpunkt seines Sitzes, seines Thrones, ist der Mittelpunkt der Heiligsten Dreifaltigkeit.
Von diesem göttlichen Zentrum gehen seine leuchtendsten Strahlen hervor und erfüllen das ganze himmlische Vaterland: alle Heiligen und Engel werden von der Einheit meines Willens umhüllt und empfangen seine unzähligen Wirkungen.
Mein Wille, der alle zu sich hinzieht, macht aus ihnen eine einzige Einheit mit der Höchsten Einheit unseres Willens. Diese Strahlen erfüllen die ganze Schöpfung, und die Einheit meines Willens bildet ihre Einheit mit der Seele, die in meinem Willen lebt.
Schau, die Einheit dieses Lichtes meines Willens, der im Mittelpunkt der Drei Göttlichen Personen ist, ist bereits in dir festgemacht, so ist eines das Licht, einer der Akt, einer der Wille.
Nun, wann immer du nun deine Akte in dieser Einheit vollbringst, sollst du wissen, dass sie bereits diesem einzigen Akt des Mittelpunkts [unseres Göttlichen Willens] einverleibt sind, und die Gottheit ist bereits mit dir, um das zu tun, was du tust.
Die Himmlische Mutter, die Heiligen und Engel und die ganze Schöpfung, alle wiederholen sie im Chor deinen Akt und fühlen [in deinen Akten] die Wirkungen unseres Höchsten Willens.
So achte aufmerksam auf das nie zuvor gesehene Wunder unseres einzigen Aktes, der Himmel und Erde erfüllt, dieses Wunder der Dreifaltigkeit selbst, die sich mit dem menschlichen Geschöpf vereint, und sich gleichsam zum ersten Akt des Akts des Geschöpfs macht.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 27. Mai 1926)
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… „O Macht meines Willens, wie groß bist du! Du allein vereinigst das größte, das höchste Wesen, mit dem kleinsten und niedrigsten und bildest daraus ein einziges!
Du allein hast die Kraft, das Geschöpf von allem freizumachen, das nicht zu Dir gehört, um mit deinen Widerspiegelungen diese Ewige Sonne in ihm bilden zu können, die, mit ihren Strahlen Himmel und Erde erfüllend, sich mit der Sonne der Höchsten Majestät vollständig vereint.
Du allein besitzt diese Kraft, die höchste Macht mitzuteilen, auf eine Art, dass das Geschöpf sich mit deiner Kraft zu diesem [einen] einzigen Akt des Schöpfergottes erheben kann.
Ach, meine Tochter, wenn das Geschöpf nicht in der Einheit meines Willens lebt, verliert es die einzigartige Kraft und bleibt wie getrennt von dieser Kraft, die Himmel und Erde erfüllt und das ganze Universum trägt, als wäre es die kleinste Flaumfeder.
Nun, wenn die Seele sich nicht von meinem Willen beherrschen lässt, verliert sie die einzige Kraft in allen ihren Handlungen, daher bleiben alle ihre Akte, da sie nicht von einer einzigen Kraft ausgehen, untereinander gespalten: geteilt die Liebe, gesondert die Handlung, losgelöst das Gebet. So sind alle Akte des Geschöpfes, da sie zertrennt sind, arm, unzulänglich und ohne Licht.
Daher ist die Geduld armselig, die Liebe schwach, der Gehorsam lahm, die Demut blind, das Gebet stumm, das Opfer leblos und kraftlos, denn da das Leben meines Willens fehlt, fehlt die einmalige Kraft, die alles vereinend, jedem Akt des Geschöpfes dieselbe Kraft verleiht.
Somit bleiben diese Akte nicht nur untereinander getrennt, sondern durch den menschlichen Willen beschädigt – daher hat jeder seinen Fehler.
Dies widerfuhr Adam. Mit dem Rückzug aus dem Höchsten Willen verlor er die einmalige Kraft seines Schöpfers, und da ihm [nur] seine menschliche begrenzte Kraft blieb, fühlte er die Anstrengung in seinem Arbeiten.
Umso mehr, als die Energie, die er in die Erfüllung einer Handlung legte, ihn schwächte, und wenn er eine weitere tun sollte, fühlte er nicht mehr dieselbe Kraft wie zuvor. So erfuhr er am eigenen Leib die Armseligkeit seiner Handlungen.
Da ihm die einzigartige Kraft fehlte, waren seine Handlungen nicht nur gespalten, sondern jede wies ihre eigenen Fehler auf. Es erging ihm wie einem reichen Herrn, der ausgedehnteste Besitztümer hat.
Solange diese einem einzigen Herrn gehören, prunkt dieser mit ihnen und macht große Ausgaben, er hat wer weiß wie viele Diener unter sich, und von den großen Gewinnen, die er einstreift, tätigt er stets neue Erwerbungen.
Doch stelle dir vor, dieser Besitz wird mit anderen Erben aufgeteilt: dann wäre seine große Kraft schon verloren. Weder kann er mit seinem Besitz so angeben wie früher, noch Neues erwerben, sondern er müsste seine Ausgaben einschränken, seine Diener wären nur wenige.
Damit ist seine Größe und Vornehmheit verschwunden, es bleiben kaum die Spuren davon. So ging es dem Adam. Mit dem Rückzug aus meinem Willen verlor er die eine einzige Kraft seines Schöpfers, und damit verlor er seine Vornehmheit und Herrschaft und fühlte auch keine Kraft mehr, im Guten zu prunken.
So geht es dem, der nicht ganz in die Arme meines Willens hingegeben ist, denn mit Ihm verwandelt sich die Kraft des Guten in [die eigene] Natur, und die Armut gibt es nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 8. August 1926)
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Die Beraubungen meines süßen Jesus werden immer länger. O wie lässt Er mich nach seiner Rückkehr schmachten! Wie scheinen die Stunden und Tage Jahrhunderte zu sein ohne Ihn, doch Jahrhunderte der Nacht, nicht des Tages!
Nun, während ich voll Sehnsucht auf seine Rückkehr wartete, trat Er wie ein aufflammender Blitz aus meinem Inneren hervor, drückte mich an sich und sagte zu mir:
„Meine Tochter, der Mensch wurde von Gott mit drei Kräften erschaffen, mit Gedächtnis, Verstand und Willen, und zwar damit er in Verbindung mit den Göttlichen Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit bleiben könne.
Diese waren wie Wege, um zu Gott aufzusteigen, wie Türen, um einzutreten, wie Zimmer, um [darin] seinen ständigen Aufenthalt zu bilden, das Geschöpf zu Gott hin, Gott zum Geschöpf.
Diese sind die königlichen Wege für den einen wie den anderen, die goldenen Pforten, welche Gott auf dem Grund der Seele niederlegte, damit die Höchste Herrschaft der Göttlichen Majestät eintreten könne, das sichere und unerschütterliche Gemach, wo Gott seinen himmlischen Aufenthalt nehmen solle.
Nun, um sein Reich im Inneren der Seele bilden zu können, möchte mein Wille diese drei Kräfte, die dem Geschöpf gegeben sind, um es zur Ähnlichkeit mit seinem Schöpfer zu erheben, in der Ordnung des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes vorfinden.
Mein Wille würde seine Besitztümer nicht verlassen, wenn diese drei Kräfte der Seele in der Ordnung Gottes wären, und Er würde glücklich und wie natürlich herrschen, denn indem sie in der Ordnung Gottes blieben, würden diese drei Kräfte die Ordnung in sich selbst und außerhalb von sich selbst bewahren; das Reich des Willens Gottes und jenes des Geschöpfes wären kein geteiltes Reich, sondern ein einziges, und somit wären ihre Herrschaft und ihre Regierung eine einzige.
Umso mehr, als mein Wille nicht regieren kann, wo keine Ordnung und Harmonie herrschen – diese untrennbaren Eigenschaften und unerlässlichen Merkmale der Göttlichen Personen.
Und die Seele kann nie geordnet sein und mit ihrem Schöpfer harmonieren, wenn sie nicht ihre drei Kräfte geöffnet hält, um von Gott seine geordneten Eigenschaften und harmonischen Wesensmerkmale zu empfangen, sodass mein Wille, wenn Er die göttlichen Harmonien und die höchste Ordnung des göttlichen und menschlichen Reiches vorfindet, daraus ein einziges bildet und darin mit seiner vollen Herrschaft regiert.
Ach, meine Tochter, welche Unordnung herrscht in den drei Kräften der menschlichen Seele! Man kann sagen, dass sie Uns die „Tür vor der Nase“ zugeschlagen und die Wege versperrt haben, um unseren Schritt zu hindern und die Kommunikation mit Uns zu unterbrechen, während es das größte Geschenk war, das Wir ihnen machten, als Wir sie schufen.
Diese drei Kräfte sollten dazu dienen, Den zu verstehen, der die Menschen erschaffen hat, damit die Seele zur Ähnlichkeit mit Ihm heranwachse, und – indem ihr Wille in den ihres Schöpfers eingeschmolzen ist, Ihm das Recht gebe, Ihn herrschen zu lassen.
Deshalb kann der Höchste Wille nicht in der Seele herrschen, wenn diese drei Kräfte – Verstand, Gedächtnis und Wille – sich nicht vereinen, um zu der Bestimmung zurückzukehren, für den Gott sie [im Menschen] erschaffen hat.
Bete daher, dass diese drei Kräfte zur Ordnung und Harmonie ihres Schöpfers zurückkehren, damit mein Höchster Wille [in ihnen] in vollem Triumph herrschen kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 19; 12. August 1926)
„Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute. Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich“ (Lk 11, 21+23)
… Dann dachte ich mir: „Mein erster Vater Adam besaß, ehe er sündigte, all diese Bande und Beziehungen der Verbindung mit der ganzen Schöpfung, denn da er den Höchsten Willen unversehrt besaß, war es gleichsam natürlich, in sich die ganzen Verbindungen wahrzunehmen, wo immer Er wirkte.
Als er sich nun aus diesem so heiligen Willen zurückzog, empfand er da nicht den Riss, der ihn von der ganzen Schöpfung trennte, den Bruch aller Verbindungen und alle Bande, die wie in einem einzigen Zug von ihr abgerissen wurden?
Wo ich nur beim Gedanken, ob ich einen Akt tun oder nicht tun soll, und allein wenn ich zögere, fühle, wie der Himmel zittert.
Ich spüre, wie die Sonne sich zurückzieht, die ganze Schöpfung erschüttert wird und dabei ist, mich allein zu lassen, sodass ich zusammen mit ihnen erzittere und erschrocken, ohne zu zögern das tue, was ich tun soll. Wie konnte er das tun? Fühlte er nicht diesen so qualvollen und grausamen Riss?“
Und Jesus bewegte sich in meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, Adam empfand diesen so qualvollen Riss. Trotzdem fiel er ins Labyrinth seines Willens, der ihm keine Ruhe mehr gab, weder ihm noch seinen Nachkommen.
Die ganze Schöpfung zog sich wie in einem einzigen Zug von ihm zurück, es zogen sich die Seligkeit zurück, der Friede, die Kraft, die Erhabenheit, alles. Er blieb allein mit sich selbst. Armer Adam, wie teuer kam ihn der Rückzug aus meinem Willen zu stehen!
Allein das Gefühl, isoliert und nicht mehr von der ganzen Schöpfung begleitet zu sein, jagte ihm solchen Schrecken und solches Entsetzen ein, dass er zu einem ängstlichen Menschen wurde, er fürchtete sich vor allem und sogar vor meinen Werken selbst, und das zurecht, denn es heißt: ‚Wer nicht mit Mir ist, der ist gegen Mich’.
Da er nicht mehr mit meinen Werken verbunden war, sollten sie sich zurecht gegen ihn stellen. Armer Adam, es gibt viele Gründe, ihn zu bemitleiden: er hatte nicht das Beispiel eines anderen vor Augen, der gefallen war und von dem großen Übel, das ihm widerfahren war, sodass er vorsichtig wäre, nicht zu fallen. Er hatte keine Vorstellung vom Bösen.
Tatsächlich, meine Tochter, hat das Böse, die Schuld, der Fall eines anderen zwei Wirkungen: für den, der schlecht ist und fallen will, dient es als Vorbild, als Antrieb, gleichsam als Anstiftung, um in den Abgrund des Bösen zu stürzen.
Dem, der gut ist, und der nicht fallen möchte, dient es als Gegenmittel, Abschreckung, Hilfe und zur Verteidigung, um nicht zu fallen.
Denn wenn man das große Übel sieht, dient einem das Unglück des anderen als Lehrbeispiel, um nicht zu fallen und nicht denselben Weg zu gehen, um nicht in dieselbe unglückliche Lage zu geraten.
So macht einen das Übel des anderen aufmerksam und vorsichtig. Der Fall Adams ist für dich also eine große Hilfe, eine Lektion, ein Ruf, während er selbst hingegen keine Lektion vom Bösen hatte, denn das Böse gab es damals noch nicht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 10. November 1926)

