18In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen? 19Es ist wie ein Senfkorn, das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.
20Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

„In jener Zeit sprach Jesus: Wem ist das Reich Gottes ähnlich, womit soll ich es vergleichen?“ (Lk 13,18)

Ich betete und verlor mich ganz im Heiligsten Willen Gottes, und hatte dabei einige Zweifel in meinem Geist über all das, was mein süßer Jesus mir über seinen Heiligsten Willen gesagt hatte.
Da drückte Er mich an sich und erleuchtete meinen Geist mit folgenden Worten: „Meine Tochter, mein Wille ist Anfang, Mitte und Ende jeder Tugend; ohne den Keim meines Willens kann man nicht von wahrer Tugend sprechen.
Er ist wie der Same einer Pflanze: je tiefer er seine Wurzeln in den Boden versenkt hat, umso höher wird der Baum, den der Same enthält.
So ist also zuerst der Same da, dieser formt die Wurzeln aus; die Wurzeln haben die Kraft, die Pflanze unter der Erde hervorsprießen zu lassen, und im Maß wie sich die Wurzeln in die Erde senken, bilden sich die Zweige, die so in die Höhe wachsen, dass sie eine schöne Krone bilden, welche den Ruhm des Baumes darstellen wird, der durch seine Überfülle an Früchten zum Nutzen und zur Ehre dessen gereichen wird, der den Samen gesät hat.
Dies ist das Bild meiner Kirche: der Same ist mein Wille, in dem meine Kirche geboren wurde und heranwuchs. Doch für das Wachstum eines Baumes braucht es Zeit, und damit einige Bäume Früchte bringen, dauert es Jahrhunderte lang. Je wertvoller die Pflanze ist, umso länger dauert es.
So ist es mit dem Baum meines Willens: da er der kostbarste, edelste, göttlichste, höchste ist, brauchte er Zeit um zu wachsen und seine Früchte bekannt werden zu lassen.
So hat die Kirche also den Samen gekannt, und wusste, dass es ohne Ihn keine Heiligkeit gibt. Dann hat sie die Zweige erkannt, doch sie war stets um diesen selben Baum herum.
Jetzt muss sie seine Früchte kennenlernen, um sich davon zu ernähren und sie zu genießen. Dies wird mein ganzer Ruhm und meine Krone sein, die Glorie und Krone aller Tugenden und der ganzen Kirche.
Nun, warum wunderst du dich also, dass Ich statt die Früchte meines Willens früher kundzutun, sie dir nach so vielen Jahrhunderten geoffenbart habe? Wie könnte Ich die Früchte bekanntmachen, wenn es den Baum noch nicht gab?
Mit allem geht es so: Wenn einer König werden soll, wird er nicht zum König gekrönt, ehe nicht das Reich, das Heer, die Minister und der Königspalast feststehen – er wird zum Schluss gekrönt. Wollte man den König krönen, ohne das Reich, die Armee usw. aufgestellt zu haben, wäre das ein Spottkönig.
Nun, mein Wille sollte alles krönen und die Vollendung meiner Ehre seitens der Geschöpfe sein, da die Seele nur in meinem Willen sagen kann: ‚Ich habe alles vollbracht‘; und da Ich in ihr alles erfüllt finde, was Ich will, zeige Ich der Seele nicht nur die Früchte, sondern ernähre sie und lasse sie eine solche Höhe erreichen, dass sie alle übertrifft.
Deshalb liebe und schätze Ich es so sehr, dass die Früchte, die Wirkungen, die unermesslichen Schätze, die mein Wille enthält, und der große Nutzen, den die Seele erlangt, wenn sie in Ihm lebt, bekannt werden. Wenn man sie nicht kennt, wie könnte man sie ersehnen? Und noch viel weniger können sich die Menschen davon ernähren.
Wenn Ich das Leben in meinem Willen nicht bekanntmachen würde – seine Bedeutung und die Werte, die Er enthält – dann würde der Schöpfung und den Tugenden die Krone mangeln und meinem Werk würde die Krönung fehlen.
Siehe deshalb, wie notwendig es ist, dass alles, was Ich dir über meinen Willen gesagt habe, kundgemacht und bekannt wird, und auch der Grund, warum Ich dich so sehr dränge und wie Ich dich immer aus der gewöhnlichen Ordnung heraustreten lasse?
Wenn Ich auch andere Geschöpfe und die Gnaden, die Ich ihnen erwiesen habe, erst nach ihrem Tod bekannt mache, so lasse Ich bei dir, die du noch am Leben bist, zu, dass dies, was Ich dir über meinen Willen gesagt habe, bekannt werde, denn wenn man es nicht weiß, wird es weder geschätzt noch geliebt werden.
Die Kenntnis wird wie ein Dünger die Früchte des Baumes reifen lassen, und von den gut herangereiften Früchten werden sich die Geschöpfe ernähren. Wie sehr werden Wir Uns beide dann darüber freuen!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 15. Juli 1923)

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… „Meine Tochter, es ist meine Angewohnheit, meine größten Werke zuerst auf du und du, in der Vertrautheit mit einer einzigen Seele, zu wirken. Tatsächlich war meine Mutter [nur] eine, und mit Ihr allein führte Ich das ganze Werk und das große Wunder meiner Inkarnation aus.
Niemand drang in unsere Geheimnisse ein, noch drangen sie in das Heiligtum unserer Wohnungen ein, um zu sehen, was zwischen Mir und der Himmlischen Herrin vorging.
Auch hatte Sie in der Welt weder eine hohe Stellung noch Autorität inne, denn Ich nehme bei meiner Auswahl nie auf Würde und höheren Rang Rücksicht, sondern Ich sehe auf das kleine Individuum, in dem Ich meinem Willen ins Angesicht sehen kann, der die größte Würde und Autorität ist.
Obwohl Sie keine Stellung noch Würde noch Überlegenheit in der Welt hier unten hatte, hingen von der Erhabenheit des kleinen jungen Mädchens von Nazareth, das meinen Willen besaß, Himmel und Erde ab.
In ihren Händen lag das Schicksal des Menschengeschlechts, lag das Los meiner ganzen Herrlichkeit, die Ich von der gesamten Schöpfung empfangen sollte.
So genügte es, dass das Geheimnis der Inkarnation in der Einen, meiner Auserwählten, gebildet werde, damit die anderen das Gut der Erlösung empfangen konnten. Eine war meine Menschheit, und aus ihr ging die Generation der Erlösten hervor.
Daher genügt es, in einem Geschöpf das gesamte Gut zu bilden, das benötigt wird, um die Generation aus diesem Gut hervortreten zu lassen, wie ein Same genügt, um die Generation dieses Samens abertausendmal vervielfältigen zu können.
Darum liegt die ganze Macht, die Kraft, die Fähigkeit, die für eine schöpferische Kraft erforderlich ist, in der Bildung des ersten Samens. Ist der erste gebildet, ist er wie die Hefe, um weitere Generationen zu bilden.
So genügt Mir eine einzige Seele, damit Ich in ihr, wenn sie Mir die absolute Freiheit gibt, das Gut einschließe, das Ich will, und in ihr die Sonne des Höchsten FIAT bilde.
Diese Sonne wird mit ihren Strahlen auf die Oberfläche der Erde treffen und die Generation der Söhne und Töchter meines Willens heranbilden.
Nun musst du wissen, dass alle unsere größten Werke in sich das Abbild der göttlichen Einheit tragen, und je mehr Gutes zu tun sie bestimmt sind, umso mehr Gutes schließen sie von dieser höchsten Einheit ein.
Siehst du, auch in der Schöpfung gibt es Gleichnisse dieser göttlichen Einheit, die, während es einzigartige Werke sind, so viel Gutes tun, wie es die ganze Vielfalt unserer anderen Werke zusammen nicht vollbringt. Schau auf das Firmament, die Sonne ist eine, doch wie viele Güter enthält sie nicht?
Wie viel Gutes bringt sie nicht der Erde? Man kann sagen, dass das Leben der Erde von der Sonne abhängt: während sie eine ist, umschließt sie mit ihrem Licht alle und alles, trägt alles in ihrem Schoß aus Licht und gibt jedem einen bestimmten Akt.
Je nach den verschiedenen Dingen, die sie erfüllt, teilt sie die Fruchtbarkeit mit, die Entfaltung, die Farbe, die Süßigkeit, die Schönheit. Dennoch ist die Sonne eine, während die Sterne viele sind, doch bewirken sie nicht so viel Gutes, wie es die Sonne der Erde erweist, obwohl sie [nur] eine ist.
Die Macht eines einzigen, von der schöpferischen Macht belebten Aktes, ist unbegreiflich. Es gibt kein Gut, das nicht aus diesem hervorgehen könnte. Er kann das Angesicht der Erde verwandeln – von trockener, wüster Erde in einen blühenden Frühling.
Der Himmel ist einer, und deshalb dehnt er sich überall aus. Das Wasser ist eines, und obwohl es an verschiedenen Orten der Erde verteilt zu sein scheint, indem es Meere, Seen, Flüsse bildet, kommt es doch beim Herabsteigen vom Himmel in einer einzigen Form herunter, und es gibt keinen Ort auf der Erde, wo kein Wasser ist.
So sind die von Uns erschaffenen Dinge, die in sich das Abbild der göttlichen Einheit tragen, jene, die am meisten Gutes tun, es sind die notwendigsten, und ohne sie könnte die Erde kein Leben haben.
Glaube daher nicht, meine Tochter, dass du allein bist, es ist die Einheit eines großen Werkes, das Ich in dir entfalten muss, oder dass du keine äußere Würde und Autorität hast – das besagt nichts.
Mein Wille ist mehr als alles. Sein Licht scheint stumm zu sein, doch in seinem Schweigen erfüllt Er den Verstand der Menschen und lässt sie so beredt sprechen, dass Er die Gelehrtesten verwirrt und zum Schweigen bringt.
Das Licht spricht nicht, aber ermöglicht einen zu sehen, es macht die verborgensten Dinge bekannt. Das Licht spricht nicht, doch mit seiner milden und süßen Wärme erwärmt es, erweicht die härtesten Dinge, die verstocktesten Herzen.
Das Licht enthält keinen Samen, keinerlei Materie, alles ist rein in ihm, man sieht nichts anderes als eine Welle von strahlendem, silbrigem Licht, doch es versteht, derart einzudringen, dass es bewirkt, dass die unfruchtbarsten Dinge generieren, sich entwickeln und fruchtbar werden.
Wer kann der Kraft des Lichtes widerstehen? Niemand. Auch die Blinden – wenn sie es nicht sehen, so fühlen sie doch seine Wärme. Die Stummen und die Tauben fühlen und empfangen das Gut des Lichtes. Nun, wer kann dem Licht meines ewigen FIAT widerstehen?
Alle seine Kenntnisse werden mehr sein als die Strahlen des Lichtes meines Willens, welche die Erdoberfläche treffen, und in die Herzen eindringend werden sie das Gut bringen, welches das Licht meines Willens enthält und zu geben versteht.
Doch diese Strahlen müssen ihre eigene Sphäre haben, von der sie ausgehen, sie müssen in einem einzigen Punkt konzentriert sein, von dem sie zutage treten, um das Morgenrot, den Tag, den Mittag und den Sonnenuntergang in den Herzen zu bilden, um von neuem aufzugehen.
So bist du die Sphäre, dieser eine Punkt. Die in ihm konzentrierten Strahlen sind meine Kenntnisse, welche der Generation der Kinder des Reiches meines Willens die Fruchtbarkeit verleihen werden.
Deshalb rate Ich dir stets, aufmerksam zu sein, damit keine von meinen Kenntnissen verloren geht, sonst würdest du einen Strahl aus dem Inneren deiner Sphäre verloren gehen lassen, und du kannst nicht einmal alle Schätze begreifen, die er enthält.
Jeder Strahl enthält nämlich eine spezielle Wohltat, die er den Kindern meines Willens erweisen soll. Du würdest Mich der Glorie dieses Gutes für meine Kinder und auch dich selbst der Herrlichkeit berauben, einen weiteren Lichtstrahl aus deiner Sphäre zu verbreiten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 22. Dezember 1926)

„Es ist wie ein Senfkorn…“ (Lk 13, 19)

… „Meine Tochter, beruhige dich, Ich wähle, wen Ich will; wisse jedoch, dass Ich alle meine Werke zwischen Mir und einem einzigen Geschöpf beginne; nachher breiten sie sich aus. In der Tat, wer war der erste Zuseher meines Fiat der Schöpfung?
Adam, etwas später Eva, das war sicher keine Menschenmenge; nach vielen Jahren erst wurden Massen daraus, ja ganze Völker, die Zuschauer meiner Schöpfung waren.
Beim zweiten Fiat war nur meine Mutter Zuseherin, nicht einmal St. Josef wusste etwas davon, und meine Mutter befand sich mehr noch als in deiner Lage; so groß war die schöpferische Kraft meines in ihr gewirkten Werkes, dass sie betreten war und nicht die Kraft fühlte, jemandem davon Mitteilung zu machen.
Wenn es St. Josef später erfuhr, so war Ich es, der ihm das Geheimnis offenbarte. In ihrem jungfräulichen Schoß also spross dieses Fiat wie ein Same, es bildete sich die Ähre, um den Samen zu vermehren und trat dann ans Licht. Doch wer waren die Zuseher?
Ganz wenige; in der Kammer von Nazareth waren es allein meine teure Mutter und der heilige Josef. Als meine Menschheit dann heranwuchs, ging Ich hinaus und gab Mich zu erkennen, aber nicht allen; später breitete sich diese Kenntnis aus und wird sich weiter ausbreiten.
So wird es auch beim dritten Fiat sein: es wird in dir heranreifen, die Ähre wird sich bilden, und der Priester allein wird davon Kenntnis haben; dann einige wenige Seelen, und später wird es sich ausbreiten und denselben Weg nehmen wie die Schöpfung und Erlösung.
Je mehr du dich zermalmt fühlst, umso mehr wächst die Ähre des dritten Fiat in dir und setzt Frucht an: sei daher aufmerksam und treu.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 24.1.1921)

„Außerdem sagte er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist wie der Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war“ (Lk 13,20+21)

… Danach durchquerte ich weiterhin das endlose Meer des Göttlichen Fiat. Im Maß, wie ich meine kleinen Akte im Ewigen Willen tat, bildeten sich viele Keime in meiner Seele. Die Samen dieser Keime waren aus Licht des Göttlichen Willens gebildet – in vielfältigen Farben, aber alle von Licht belebt.
Da ließ sich mein süßer Jesus sehen, wie Er diese Keime einen nach dem andern anhauchte, und als Er dies tat, wuchsen diese Keime so hoch, dass sie die Unermesslichkeit Gottes berührten.
Ich war erstaunt über die Güte Jesu, meines Höchsten Gutes, der diese Keime so liebevoll in seine heiligsten Hände nahm, sie anhauchte und dann alle geordnet in meine Seele legte.
Da blickte Er mich liebevoll an und sagte zu mir: “Meine Tochter, wo immer die schöpferische Kraft meines Göttlichen Willens ist, hat mein göttlicher Hauch die Macht, die Akte des Geschöpfes unermesslich zu machen.
Wenn nämlich das Geschöpf in meinem Fiat wirkt, tritt die schöpferische Kraft in seinen Akt ein und legt die Quelle der göttlichen Unermesslichkeit in ihn hinein, und der kleine geschöpfliche Akt wandelt sich um: einer in eine Quelle von Licht, ein anderer in eine Quelle der Liebe, wieder andere in Quellen der Güte, der Schönheit oder Heiligkeit.
Mit einem Wort, je mehr Akte die Seele tut, umso mehr göttliche Quellen erwirbt sie. Diese wachsen so hoch, dass sie sich in der Unermesslichkeit ihres Schöpfers verlieren.
Es ist wie beim Sauerteig, der das Mehl durchsäuern kann, vorausgesetzt, man gibt beim Brotbacken die kleine [Portion] Sauerteig als Fermentationskeim dazu. Fügt man aber keine Hefe hinzu, so wird, selbst wenn das Mehl dasselbe ist, das Brot nie aufgehen, sondern ungesäuert bleiben.
So ist mein Göttlicher Wille, der wirksamer als der Sauerteig den menschlichen Akt in göttlicher Weise fermentiert, wobei der menschliche Akt zu einem göttlichen Akt wird.
Wenn Ich den Keim meines Göttlichen Willens im Akt des Geschöpfes vorfinde, freue Ich Mich daran, seinen Akt anzuhauchen, und lasse ihn so hoch aufgehen, dass er unermesslich wird.
Umso mehr, als Wir diesen Akt ‘Unseren Akt’ nennen können – ‘Unseren Willen, der im Geschöpf wirkt’.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 15. September 1929)

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… Dann erwog ich, wie schwierig mir das Kommen des Reiches des Göttlichen Willens schien, und mein geliebter Jesus fügte hinzu:
„Meine Tochter, wie der Sauerteig die Kraft hat, das Brot zu durchsäuern, so ist mein Wille der Sauerteig in den Akten des Geschöpfs. Wenn die Seele meinen Göttlichen Willen in ihre Akte ruft, so bleiben sie von Ihm durchsäuert, fermentiert und bilden das Brot des Reiches meines Willens.
Nun reicht die Hefe aber nicht aus, um viel Brot herzustellen, sondern es braucht [auch] eine Menge Mehl sowie jemanden, der Mehl und Hefe vermischt. Es ist Wasser nötig, das verbindende Element zur Verknetung von Mehl und Hefe, damit der Sauerteig fermentieren kann und das Mehl diese durchsäuernde Kraft empfängt.
Dann braucht man Feuer, um dieses Brot zu backen, damit es eine nährende und verdauliche Speise wird. Braucht man für die Zubereitung nicht mehr Zeit und mehr Akte, als es zu essen? Das Opfer besteht in seiner Herstellung, gegessen wird es sofort und dabei verkostet man den Geschmack des Opfers.
So ist also, meine Tochter, der Sauerteig meines Göttlichen Fiat nicht ausreichend, der nur die Kraft hat, deine Akte zu fermentieren, sie vom menschlichen Willen zu entleeren und in das Brot des Göttlichen Willens umzuwandeln.
Es braucht vielmehr fortgesetzte Akte und Opfer, und zwar für eine lange Zeit, sodass mein Wille mit seiner durchsäuernden Kraft all diese Akte fermentiert, um viel Brot herzustellen und es für die Kinder seines Reiches bereit und in Reserve zu halten.
Wenn alles bereitet ist, müssen Wir nur noch die [nötigen] Ereignisse beschließen, und das ist leichter und wird schneller geschehen, da es in unserer Macht steht, die Zweitursachen zu bewegen, um das zu tun, was Wir wollen.
Tat Ich bei der Erlösung nicht dasselbe? Meine langen dreißig Jahre des verborgenen Lebens waren wie die Hefe, in der alle meine Akte fermentiert wurden, um das große Erlösungswerk zu bilden und zu durchsäuern.
Das kurze öffentliche Leben und meine Passion waren mein durchsäuertes Brot, das mein Göttlicher Wille in meinen Akten bereitete und durchsäuerte. Dies brach Ich allen als Brot und gab es ihnen zum Essen, damit alle das Brot der Erlösten empfangen und die nötige Kraft erwerben, sich zu retten.
Mache dir daher keine Sorgen, sondern tue deine Pflicht und lasse dir keinen Akt entgehen, dem du nicht die Hefe meines Willens hinzufügst, damit dein Wesen von Ihm fermentiert wird, und Ich werde an alles Übrige denken.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 29; 10. Mai 1931)