20In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. 21Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.
22Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. 23Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher!
24Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. 25Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

„Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch“ (Lk 17,20-21)

An diesem Morgen ließ sich mein süßer Jesus sehr leidend sehen, dass meine arme Seele vor Mitleid verging. Alle seine Glieder waren verrenkt; Er hatte so tiefe und schmerzende Wunden, dass Er seufzte und sich unter den schmerzhaften Krämpfen wand.
Er näherte sich mir, als wolle Er mich an seinen Leiden teilnehmen lassen: bei seinem bloßen Anblick fühlte ich, wie sich seine Leiden in mir widerspiegelten; da sprach Jesus voller Güte zu mir:
„Meine Tochter, Ich kann nicht mehr. Berühre meine bitteren Wunden, um sie zu lindern, drücke deinen Kuss der Liebe auf sie, damit deine Liebe die Krämpfe abschwäche, die Ich erdulde.
Dieser so überaus schmerzvolle Zustand ist das wahre Bild [des Zustandes] meines Willens unter den Menschen: Er ist in ihrer Mitte, doch wie geteilt, denn da sie ihren eigenen Willen, und nicht den Meinen tun, ist mein Wille gleichsam verrenkt und wie von den Menschen verwundet. Vereinige daher deinen Willen mit dem Meinen und erleichtere meine [schmerzhafte] Verrenkung.”
Ich drückte Ihn an mich und küsste die Wunden der Hände. O, wie schmerzten sie Ihn wegen so vieler, auch heiliger Werke, die jedoch ihren Ursprung nicht im Willen Gottes haben!
Um den Schmerz zu lindern, nahm ich sie fest in meine Hände, und Jesus ließ sich alles gefallen, im Gegenteil, Er wünschte es; so machte ich es auch bei den anderen Wunden, sodass Er fast den ganzen Morgen bei mir blieb. Bevor Er mich verließ, sagte Er abschließend zu mir:
„Meine Tochter, du hast Mich besänftigt, Ich fühle meine Gebeine [wieder] eingerenkt; doch weißt du, wer Mir Linderung verschaffen und meine ausgerenkten Knochen wieder einrichten kann?
Die Seele, die meinen Willen in sich herrschen lässt. Wenn sie ihren Willen beiseite stellt und ihm auch nicht einen einzigen Akt des Lebens zugesteht, macht sich mein Wille zum Herrn der Seele: Er regiert, befiehlt und herrscht – und verhält sich wie in seinem eigenen Haus, d.h. in meiner Himmlischen Heimat.
Da es also mein Haus ist, handle und verfüge Ich als Besitzer und gebe das Meine dazu; denn da es meine Wohnstätte ist, kann Ich darin aufstellen, was Ich will, und damit tun, was Ich will, und Ich empfange die größte Ehre und Herrlichkeit, die Mir das Geschöpf darbringen kann.
Wer indessen seinen eigenen Willen tun möchte, macht sich selbst zum Herrn, verfügt und befiehlt, und mein Wille ist wie ein armer Fremder, um den man sich nicht kümmert und zuweilen sogar verachtet.
Ich möchte etwas von dem Meinigen dazulegen, doch kann Ich es nicht, weil der menschliche Wille Mir keinen Platz freimachen will; auch in den heiligen Dingen möchte er den Ton angeben (die erste Geige spielen), und Ich kann nichts von Mir dazugeben. Wie schlecht geht es Mir in der Seele, die ihren Willen herrschen lässt!”
Es ist so ähnlich wie bei einem Vater, der einen seiner Söhne in der Ferne besucht, oder bei einem Freund, der zu einem anderen Freund geht. Wenn er klopft, wird die Tür geöffnet, doch er wird kühl empfangen und im ersten Zimmer stehen gelassen.
Niemand bereitet ihm eine Mahlzeit oder ein Bett, wo er sich ausruhen könnte. Man lässt ihn weder an den eigenen Freuden noch an den Sorgen teilhaben. Welche Beleidigung, welcher Kummer für diesen Vater oder Freund! Wenn er Glückwunschgeschenke mitgebracht hat, lässt er nichts davon zurück, sondern geht weg, in der Tiefe seines Herzens durchbohrt.
Ganz anders ist es in einer Seele, die meinen Willen in sich herrschen lässt: sobald die Kinder des Vaters oder Freunde, den Vater oder Freund erblicken, beginnen sie ein Fest zu feiern, bereiten die schönste Mahlzeit, das weichste Bett, ja sie geben ihm sogar volle Besitzrechte über das ganze Haus, und auch über sich selbst.
Ist das nicht der größte Erweis von Ehre, Liebe, Respekt und Unterwerfung gegen einen Vater oder einen Freund? Und wie viele schöne und gute Dinge werden diese nicht als Dank für so viel Großzügigkeit zurücklassen? So ist mein Wille.
Er kommt vom Himmel, um in den Seelen zu wohnen, doch anstatt Mich Herr und Meister sein zu lassen, behandeln sie Mich wie einen Fremden und Verwahrlosten.
Doch mein Wille geht nicht fort, selbst wenn sie Mich wie einen Fremden behandeln; Ich bleibe in ihrer Mitte und warte darauf, dass Ich ihnen meine Schätze, meine Gnaden und meine Heiligkeit schenken kann.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 17; 8. Februar 1925)

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… „Meine Liebe, dein Wille ist überall, sodass alle in Ihm leben, und doch empfangen nicht alle diese Ähnlichkeit.” Und Jesus fügte sofort hinzu: „Und was hat dies damit zu tun, meine Tochter?
Es ist wahr, dass alle in meinem Willen leben, denn es gibt keinen Ort, an dem Er sich nicht befindet, doch fast alle leben in Ihm als Fremde, oder wie Söldner, andere gezwungenermaßen, andere in Auflehnung.
Solche leben in Ihm und kennen Ihn nicht, noch besitzen sie seine Güter, sondern sie sind Usurpatoren des Lebens selbst, das sie von meinem Willen empfangen haben.
Jeder ihrer Akte vergrößert die Unähnlichkeit zwischen ihrem Willen und Dem ihres Schöpfers, es ist die Bestätigung ihrer Armut, ihrer Leidenschaften und der dichten Finsternis, mit der sie sich anfüllen, sodass sie blind sind für alles, was Himmel ist.
Um zur Gleichheit mit meinem Willen zu gelangen, kann man nicht als Fremder leben, sondern als Besitzer; wer in Ihm leben möchte, muss alle Dinge als die eigenen ansehen und sich ganz um sie kümmern; deshalb ist es nötig, eine Sache zu kennen, um sie zu lieben und zu besitzen.
So schön und gut etwas auch ist, wenn man es nicht gänzlich besitzt, liebt und schätzt man es nicht, und wendet nicht die ganze Fürsorge auf, die es verdient, man hat stets einen gleichgültigen Blick, wenn man es betrachtet, und einen Herzschlag ohne Leben, um es zu lieben.
Wenn einem jedoch eine Sache gehört, ist man ganz Auge, um sie zu betrachten, und ganz Herz, um sie zu lieben, man schätzt sie und macht daraus sogar einen Götzen für das eigene Herz.
Die Sache an sich ist nicht schöner geworden, sie ist dieselbe, die sie war und hat keinerlei Veränderung erfahren; die Veränderung trat bei der Person ein, die sie erworben hat und sie wie etwas behält, das ausschließlich ihr gehört.
Das also erhält die Seele, wenn sie in meinem Willen lebt: Sie empfängt Ihn als ihr Eigentum, besitzt Ihn, empfindet seine himmlische Aura, sein Leben des Himmels, die Ähnlichkeit mit Dem, Der sie erschaffen hat, und in meinem Willen lebend, fühlt sie sich übersät mit den Widerspiegelungen ihres Schöpfers.
In allem nimmt sie die Macht dieses FIAT wahr, das allen Dingen Leben gibt, und in dem Ozean der Güter, die sie besitzt, spricht sie: „Wie glücklich bin ich! Der Wille Gottes ist mein, ganz mein, ich besitze Ihn und liebe Ihn.” Deshalb breiten sich alle in meinem Willen vollbrachten Akte über alle aus, und alle nehmen an ihnen teil.
Siehst du, als du beim ersten Tagesanbruch sagtest: „Mein Geist steige auf im Höchsten Willen, um alle Intelligenzen der Geschöpfe mit deinem Willen zu bedecken, damit alle in Ihm sich erheben, und ich erweise Dir im Namen aller die Anbetung, Liebe und Unterwerfung jedes geschaffenen Verstandes“, während dieser Worte legte sich ein himmlischer Tau über alle Geschöpfe, der sie bedeckte, um allen die Erwiderung deines Aktes zu bringen.
O wie schön war es, alle Geschöpfe mit diesem himmlischen Tau bedeckt zu sehen, den mein Wille bildete, dessen Symbol der nächtliche Tau ist, der sich am Morgen auf allen Pflanzen befindet, um sie zu schmücken und ihnen Fruchtbarkeit zu verleihen, und jene, die am Verdorren sind, am Austrocknen zu hindern.
Mit seiner himmlischen Berührung scheint Er eine Berührung des Lebens auf sie zu legen, damit sie gedeihen. Wie bezaubernd der Tau am frühen Morgen auch ist, noch viel bezaubernder und schöner ist der Tau der Akte, welche die Seele in meinem Willen bildet.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 18; 4. Juni 1919)

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„… Was täte eine Person, nachdem sie unter unerhörten Opfern und lange Zeit ein Werk getan hat, das ihr das Leben kostet und von unschätzbarem Wert ist – und die, nur weil dem Werk ein Punkt, eine Schattierung oder ein Farbton fehlt, das Werk nun nicht vollenden kann, das sie so viel kostet?
Wie schön, kostbar und unschätzbar wertvoll das Werk auch ist, dass es das Vermögen, den Ruhm und das vollkommene Glück jener Person darstellen würde – so kann sie es doch weder der Öffentlichkeit zeigen, noch behaupten, dass es ein vollständiges Werk ist, weil ein Punkt fehlt.
Für diese Person würde sich das Leben in Kummer verwandeln, und sie empfände die Last ihres zwar schönen, aber unvollendeten Werkes. So ist sie unglücklich und fühlt sich gedemütigt statt geehrt. Wie viele Opfer würde sie nicht bringen?
Sie würde ihr Leben hingeben, um diesen einen Punkt anzubringen und ihr Werk damit zu vollenden. In dieser Lage befinden Wir Uns. Nichts fehlt unserem Werk der Schöpfung – Himmel, Sonnen, Werke und Pracht jeder Art.
Doch ein Punkt fehlt – und zwar ein Punkt, der mein so schönes Werk entstellt. Aber dieser Punkt ist der wichtigste, es ist die schönste Nuance, die lebhafteste Farbe, die in der Schöpfung fehlt: alles und alle leben in meinem Fiat, doch ein Punkt davon – und zwar die Menschheitsfamilie – ist außerhalb von Ihm, ist außerhalb meines Reiches und lebt im Unglück.
Welcher Schmerz! In meinem Willen ist Platz für jeden, und doch gibt es welche, die außerhalb von Ihm leben. O wie sehr entstellen sie unsere Schöpfung und machen sie unvollständig! Was würden Wir nicht alles tun, um sie vollendet zu sehen?
Jedes Opfer, meine Tochter, Wir sind gewillt, alles zu tun. Ich habe bereits mein Leben in der Erlösung hingegeben, um diesen Punkt im Schöpfungswerk anzubringen.
Wenn sie erkennen, was Wille Gottes bedeutet und das viele Gute, das Er tun kann, und dass es für Uns das einzige ist, das Uns am meisten am Herzen liegt, nämlich die Rechte unseres Göttlichen Fiat in Sicherheit zu bringen und Ihn herrschen zu lassen, um alle mit unserer eigenen Glückseligkeit in unserem Willen glücklich zu sehen – dann werden sie beim Lesen dieser Schriften über das Große, das Ich dir offenbarte und in deiner Seele wirkte, nicht mehr überrascht sein, sondern sagen: ‘Für einen so heiligen Willen, der alles getan hat, war es gerecht, dass Er einen solchen Aufwand an Gnaden und so viele erhabene Lehren in jener Seele entfalte, in der Er die erste Schatzkammer („Depot“) seines Reiches anlegen sollte – damit wir Ihn verstehen, Ihn lieben und uns nach Ihm sehnen können.’
Sei daher aufmerksam, weil es darum geht, einem Göttlichen Willen seine Rechte zu geben, um das Werk der Schöpfung zu vollenden.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 16. Mai 1929)

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Ich dachte mit etwas Sorge über das Göttliche Fiat nach, und tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf über das, was mein süßer Jesus mir darüber gesagt hatte – besonders über sein Reich.
Ich überlegte: ‘Aber herrscht der Göttliche Wille jetzt auf Erden? Er ist zwar überall, und es gibt keinen Ort, an dem Er nicht existiert, aber hat Er sein Zepter in der Hand und seine absolute Befehlsgewalt unter den Völkern?’
Als sich mein Geist in so vielen Gedanken verlor, trat mein liebenswürdiger Jesus aus meinem Inneren und sprach zu mir: „Meine Tochter, mein Göttlicher Wille regiert. Er kann mit Mir, dem Ewigen Wort, verglichen werden.
Als Ich vom Himmel herabstieg, schloss Ich Mich im Schoß meiner Himmlischen Mutter ein, und wer wusste schon davon? Niemand, nicht einmal der heilige Josef wusste zu Beginn meiner Empfängnis, dass Ich schon in ihrer Mitte war, nur meine unzertrennliche Mutter war aller Dinge gewahr (vgl. Lk 17,20).
So ereignete sich das große Wunder meiner Herabkunft vom Himmel auf die Erde: In Wirklichkeit war Ich – während Ich in meiner Unermesslichkeit überall existierte und Himmel und Erde in Mir versenkt waren – mit meiner ganzen Person im mütterlichen Schoß der Unbefleckten Königin eingeschlossen.
Niemand kannte Mich und Ich war allen unbekannt. Dies ist also der erste Teil der Parallele zwischen Mir, dem Göttlichen Wort, Das vom Himmel herabstieg, und meinem Göttlichen Willen, der seinen ersten Schritt hin zu seiner Herrschaft auf Erden tut.
Wie damals meine ersten Schritte auf die Jungfräuliche Mutter gerichtet waren, so lenkte mein Wille seine ersten Schritte zu dir.
Als Er deinen Willen von dir verlangte und du ihn Ihm überließest, da bildete Er sofort seinen ersten Akt der Empfängnis in deiner Seele; und als Er dir seine Kenntnisse mitteilte und sie dir als viele göttliche Schlückchen reichte, bildete Er sein Leben und begann mit der Errichtung seines Reiches.
Doch wer wusste lange Zeit etwas davon? Niemand; nur Ich und du wussten von allem, und nach einiger Zeit erfuhr mein Stellvertreter, der dich leitete, davon, was in dir geschah – Symbol meines Repräsentanten, des heiligen Josef.
Er sollte von den Menschen für meinen Vater gehalten werden und hatte, ehe Ich aus dem mütterlichen Schoß hervortrat, die große Ehre und Gabe, darum zu wissen, dass Ich bereits in ihrer Mitte war.
Diesen ersten Schritten ließ Ich den nächsten folgen. Ich reiste nach Betlehem, um dort geboren zu werden und wurde von den Hirten dieses Ortes erkannt und besucht. Doch es waren keine einflussreichen Personen und sie behielten die wunderbare Nachricht für sich, dass Ich schon zur Erde gekommen war.
Sie befassten sich daher auch nicht damit, Mich überall bekannt zu machen und zu verbreiten – und Ich blieb weiterhin der verborgene und allen unbekannte Jesus. Doch war Ich, obwohl unbekannt, bereits in ihrer Mitte – wieder ein Sinnbild für meinen Göttlichen Willen.
Sehr oft kamen andere Stellvertreter von Mir von nah und fern zu dir, welche die schöne Nachricht über das Reich meines Göttlichen Willens vernommen hatten, über seine Wahrheiten und dass Er erkannt werden möchte.
Sie beschäftigten sich jedoch nicht mit seiner Verbreitung, teils aus mangelndem Einfluss oder aus fehlendem Willen. So blieb Er unbekannt und ignoriert, obwohl Er schon in ihrer Mitte war.
Doch weil Er nicht bekannt ist, ist Er nicht an der Herrschaft. Er herrscht nur in dir, wie Ich allein bei meiner himmlischen Mutter und meinem Nährvater, dem heiligen Josef, lebte. Der dritte Schritt meines Kommens auf die Erde ist das Exil: Die heiligen Sterndeuter hatten Mich aufgesucht und mit ihrer Suche ein wenig Unruhe erweckt.
Dies hatte dem Herodes Angst gemacht, der, anstatt sich ihnen anzuschließen und Mich ebenfalls zu besuchen, sich gegen mein Leben verschwören und Mich töten wollte.
Daher musste Ich notwendigerweise in die Verbannung gehen: auch dies versinnbildlicht meinen Göttlichen Willen: sehr oft scheint Er einiges Interesse zu erwecken, dass sie Ihn durch Publikation bekanntmachen möchten.
Doch was geschieht? Manche werden von Angst gepackt, andere fürchten, sich zu kompromittieren, andere wollen sich unter diesem oder jenem Vorwand nicht opfern – alles löst sich in Worten auf, und mein Göttlicher Wille bleibt aus der Mitte der Völker verbannt.
Ich kehrte [dennoch] nicht in den Himmel zurück, sondern blieb unter den Menschen im Exil, nur mit meiner Göttlichen Mutter und dem Heiligen Josef, die Mich sehr gut kannten und für die Ich das Paradies auf Erden war – während Ich für die anderen gleichsam nicht existierte.
So ist es auch mit meinem Willen: nachdem Er sein Leben mit dem Gefolge seiner Kenntnisse in dir herangebildet hat und [noch] nicht die Wirkungen erzielt und den Zweck erreicht, wozu Er sich bekannt gemacht hat, wie könnte Er dann [sein Werk verlassen und] fortgehen?
In der Tat, wenn Wir beschließen, ein Werk zu tun oder eine Wohltat zu spenden, kann Uns niemand davon abbringen. So wird auch mein Göttlicher Wille trotz seiner Verbannung und Verborgenheit – so wie Ich nach dreißig Jahren des verborgenen Lebens mein öffentliches Leben ausübte und Mich bekannt machte – nicht stets verborgen bleiben können.
Er wird vielmehr sein Ziel erreichen, sich bekannt zu machen, um unter den Menschen zu herrschen. Sei daher aufmerksam und wisse die große Gabe meines Göttlichen Willens in deiner Seele zu schätzen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 21. Oktober 1929)