Freitag der 32. Woche im Jahreskreis (Lk 17,26-37)
26In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein. 27Die Menschen aßen und tranken und heirateten bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging; dann kam die Flut und vernichtete alle.
28Und es wird ebenso sein, wie es zur Zeit des Lot war: Sie aßen und tranken, kauften und verkauften, pflanzten und bauten. 29Aber an dem Tag, als Lot Sodom verließ, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel, und alle kamen um.
30Ebenso wird es an dem Tag sein, an dem sich der Menschensohn offenbart. 31Wer dann auf dem Dach ist und seine Sachen im Haus hat, soll nicht hinabsteigen, um sie zu holen, und wer auf dem Feld ist, soll nicht zurückkehren.
32Denkt an die Frau des Lot! 33Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen.
34Ich sage euch: Von zwei Männern, die in jener Nacht auf einem Bett liegen, wird der eine mitgenommen und der andere zurückgelassen. 35Von zwei Frauen, die mit derselben Mühle Getreide mahlen, wird die eine mitgenommen und die andere zurückgelassen.
36Da fragten sie ihn: Wo wird das geschehen, Herr? 37Er antwortete: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch die Geier.
„Regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel“ (Lk 17,29)
Als ich mich in meinem gewohnten Zustand befand, ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus ganz atemlos und bedrückt sehen, doch was Ihn am meisten bedrückte, waren die Flammen seiner Liebe, die, während sie aus Ihm heraustraten, um sich zu verbreiten, durch die Undankbarkeit der Menschen gezwungen waren, sich von neuem einzuschließen.
O, wie war sein Heiligstes Herz von seinen eigenen Flammen erstickt und bat um Erleichterung! Da sagte Er zu mir:
„Meine Tochter, verschaffe Mir Erleichterung, denn Ich kann nicht mehr, meine Flammen verzehren Mich, lasse Mich dein Herz vergrößern, um meine zurückgewiesene Liebe und den Schmerz meiner Liebe hineinzulegen. Ach, die Peinen meiner Liebe übertreffen alle meine Leiden zusammen!”
Während Er dies nun sagte, legte Er seinen Mund an die Stelle meines Herzens, und hauchte es stark an, sodass ich mich anschwellen fühlte; dann berührte Er es mit seinen Händen, als wolle Er es vergrößern und kehrte zum Beatmen zurück.
Ich fühlte mich, als ob ich umkäme, doch ohne mich zu beachten, fuhr Er fort, es weiter zu beatmen. Nachdem Er es sehr stark angehaucht hatte, verschloss Er es mit seinen Händen, als legte Er ein Siegel darauf, sodass keine Hoffnung besteht, Erleichterung zu finden, und Er sprach zu mir:
„Tochter meines Herzens, Ich wollte mit meinem Siegel meine Liebe und meinen Schmerz verschließen, den Ich in dich gelegt habe, um dich fühlen zu lassen, wie schrecklich die Pein der eingeschränkten, der zurückgewiesenen Liebe ist; meine Tochter, hab Geduld, du wirst viel leiden, es ist die härteste Pein, doch ist es dein Jesus, dein Leben, der diese Erleichterung von dir will.”
Jesus allein weiß, was ich gefühlt und gelitten habe, deshalb glaube ich, ist es besser, es nicht zu Papier zu bringen.
Nachdem ich also einen Tag verbracht hatte, an dem ich mich ständig sterben fühlte, kehrte in der Nacht mein süßer Jesus zurück und wollte den Teil meines Herzens wieder weiter aufblasen; und ich sagte zu Ihm: „Jesus, ich kann nicht mehr, ich kann nicht fassen, was Ich habe, und du willst noch mehr hinzufügen?”
Und Er nahm mich in seine Arme, um mir Kraft zu geben und sprach zu mir: „Mut, meine Tochter, lasse Mich machen, es ist notwendig, sonst würde Ich dir nicht solches Leid zufügen. Die Übel haben so zugenommen, dass es wirklich notwendig ist, dass du meine Leiden lebendig erleidest, wie wenn Ich von neuem auf Erden leben würde.
Die Erde ist daran, Flammen auszuspeien, um die Geschöpfe zu züchtigen; meine Liebe, die ihnen entgegeneilt, um sie mit Gnaden zu überhäufen, verwandelt sich – zurückgewiesen – in Feuer, um sie zutreffen, sodass sich die Menschheit inmitten zweier Feuer befindet, dem Feuer des Himmels und dem Feuer der Erde.
So zahlreich sind die Übel, dass diese Feuer dabei sind, sich zu vereinen, und die Leiden, die Ich dich leiden lasse, fließen zwischen diesen zwei Feuern und hindern sie daran, sich zu vereinigen. Wenn Ich das nicht täte, wäre für die arme Menschheit alles zu Ende. Lasse Mich deshalb machen, Ich werde dir die Kraft geben und werde bei dir sein“.
Nun, während Er dies sagte, begann Er wieder, mich zu beatmen, und als wäre ich unfähig, noch mehr auszuhalten, bat ich Ihn, mich mit seinen Händen zu berühren, um mich zu unterstützen und mir die Kraft zu geben; und Jesus berührte mich, ja, indem Er mein Herz in die Hände nahm und es so fest drückte, dass Er allein weiß, was Er mich fühlen hat lassen.
Doch damit nicht zufrieden, drückte Er mir die Kehle fest mit seinen Händen, dass Ich meine Knochen brechen und die Nerven der Kehle reißen fühlte, sodass ich es empfand, als erstickte ich.
Nachdem Er mich dann einige Zeit lang in dieser Stellung gelassen hatte, sagte Er voller Zärtlichkeit zu mir: „Mut, in diesem Zustand befindet sich die gegenwärtige Generation – und in allen Klassen.
Die Leidenschaften, die sie beherrschen, sind derartig groß, dass die Menschen in diesen Leidenschaften und den hässlichsten Lastern gleichsam ertrinken; die Verkommenheit und der Schlamm sind derart, dass sie dabei sind, sie zu überfluten.
Deshalb wollte Ich dich die Pein leiden lassen, den Hals zuzudrücken: dies ist die Pein der äußersten Exzesse, und da Ich es nicht mehr ertragen kann, die Menschheit in ihren eigenen Übeln erstickt zu sehen, wollte dafür von dir eine Wiedergutmachung.
Aber wisse, dass Ich diese Pein auch litt, als sie Mich kreuzigten: sie streckten Mich auf dem Kreuz so sehr aus, dass Ich alle Nerven zerreißen und sich aufwickeln fühlte.
Und jene meines Halses erlitten eine noch größere Pein und ein Auseinanderziehen, dass Ich mich erstickt fühlte. Es war der Schrei der von den Leidenschaften überschwemmten Menschheit, die Mir den Hals zudrückend, Mich in Leiden ertränkte.
Diese meine Pein war fürchterlich und schrecklich; als Ich die Nerven, die Knochen des Halses sich anspannen fühlte, dass Ich alle Nerven des Kopfes, des Mundes und sogar der Augen zerreißen fühlte, war die Spannung derart, dass jede kleine Bewegung Mich tödliche Schmerzen empfinden ließ.
Bald machte es Mich unbeweglich und bald zog es Mich so zusammen, dass Ich auf schreckliche Art gegen das Kreuz ausschlug und sogar die Feinde selbst darüber in Schrecken gerieten.
Deshalb wiederhole Ich dir: Mut. Mein Wille wird dir die Kraft für alles geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 14; 1. September 1922)
„Wer sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen“ (Lk 17,33)
Ich bin weiterhin in meinem Zustand der Beraubung und vielleicht noch schlimmer. O Gott, welch einen Abstieg habe ich gemacht! Nie konnte ich mir vorstellen, soweit zu kommen, aber ich hoffe wenigstens, wirklich niemals aus dem Kreis seines Heiligsten Willens herauszutreten – Er ist alles für mich.
Ich würde gerne meinen bedauernswerten Zustand beweinen, und manchmal tue ich es auch, aber Jesus tadelt mich mit den Worten:
„Willst du immer ein kleines Kind sein? Man sieht, dass Ich es mit einem Kind zu tun habe – Ich kann Mich nicht auf dich verlassen; Ich hoffte, in dir den Heroismus des Opfers für Mich zu finden, aber stattdessen sehe Ich die Tränen eines kleinen Mädchens, das Opfer scheut.“
Und wenn ich also weine, dann zeigt Er sich noch härter und führt einige seiner Bravourstücke vor, und kommt an diesem Tag überhaupt nicht.
So muss ich mir Gewalt antun, nicht zu weinen und sage zu Ihm: „Du sagst, dass Du mich aus Liebe Deiner beraubst, und ich akzeptiere aus Liebe zu Dir diese Beraubung, und weine aus Liebe zu Dir nicht“.
Wenn mir dies gelingt, zeigt Er sich ein wenig nachsichtiger, sonst erlegt Er mir eine noch härtere Buße auf: mit seiner Beraubung ständig zu sterben, und doch zu leben.
Als ich einen Tag so ähnlich zugebracht hatte, konnte ich – so viel ich mich auch abmühte – meine Tränen nicht zurückhalten. Jesus ließ mich dafür zahlen, wie ich es verdiente, aber zu vorgerückter Nacht hatte Er Mitleid mit mir und ließ sich kurz sehen, so als hätte sich ein Fenster aus Licht in meinem Geist geöffnet, und sprach zu mir:
„Willst du nicht begreifen, dass du vor dem Tod allem absterben muss, dem Leiden, den Wünschen, den Gunsterweisen, allem – und dass alles in meinem Willen und in meiner Liebe sterben muss?
Das, was im Himmel ewig bleibt, ist mein Wille und die Liebe, alle anderen Tugenden finden ein Ende: Geduld, Gehorsam, Leiden, Wünsche; nur mein Wille und die Liebe hören niemals auf, daher musst du in meinem Willen und in meiner Liebe alles im Vorweg absterben lassen.
Alle meine Heiligen, und auch Ich selbst wollte es Mir nicht ersparen, die Verlassenheit vom Vater zu erleiden, um in allem im Willen und in der Liebe des Vaters zu sterben. O, wie viel mehr hätte Ich noch leiden wollen! O, wie sehnte Ich Mich danach, noch mehr für die Seelen zu tun!
Aber all dies erstarb im Willen und in der Liebe des Vaters, und so taten es auch die Seelen, die Mich wirklich liebten – und du willst das nicht verstehen“. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 9; 26. Februar 1910)
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… „Meine Tochter, wer in unserem Willen lebt, dem gehört alles; da sein Wille mit dem Unseren eins ist, gehört das, was Uns gehört, auch ihm.
So kannst du in Wahrheit sagen: ‘Ich gebe Dir meinen Himmel, meine Sonne und alles’ (vgl. Joh. 16,15). Die Liebe des Geschöpfes steigt zu unserer Liebe auf und stellt sich auf eine Stufe mit Uns.
In unserem Göttlichen Fiat verdoppelt das Geschöpf unsere Liebe, unser Licht, unsere Macht, Glückseligkeit und Schönheit. So fühlen Wir Uns nicht nur mit unserer eigenen verdoppelten Liebe geliebt, sondern mit machtvoller Liebe, mit Liebe, die Uns hinreißt, mit Liebe, die Uns glücklich macht.
Und wenn Wir Uns mit doppelter Liebe seitens des Geschöpfes, das in unserem Willen lebt, geliebt sehen, fühlen Wir Uns aus Liebe zu ihm geneigt, alle Geschöpfe mit doppelter Liebe zu lieben.
Wenn nämlich das Geschöpf in unserem Fiat lebt, verliert sein Akt das Leben und es erwirbt unseren Akt als den eigenen. Unser Akt besitzt die Quelle des Lichtes, der Macht, der Liebe, die Quelle der Glückseligkeit und Schönheit, und die Seele kann unsere Quellen verdoppeln, verdreifachen – so oft sie will, vervielfachen.
Da sie in unserem Willen lebt, lassen Wir sie gewähren und geben ihr volle Freiheit, denn alles was sie tut, bleibt in unserem Haus; nichts verlässt unsere göttlichen und endlosen Grenzen, deshalb besteht keine Gefahr, dass der Quelle unserer Güter der geringste Schaden widerfährt.
Wenn du daher stets in unserem Göttlichen Willen bleibst, ist das, was Uns gehört, das deinige, und du kannst Uns, was immer du willst, als dein Eigentum geben.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 27; 18. Oktober 1929)
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Ich komme stets zurück zum Göttlichen Willen. Meine kleine Seele scheint sich in seinem Licht aufzuschwingen, um sich zu verzehren und mein Leben in Ihm zu verlieren. Doch was geschieht? Während ich verzehrt werde, erstehe ich zu neuer Liebe, zu neuem Licht, neuer Kenntnis, neuer Kraft und neuer Einheit mit Jesus und seinem Göttlichen Willen. O glückliche Auferstehung, die meiner Seele so viel Gutes bringt! Mir scheint, dass meine Seele im Göttlichen Willen stets dabei ist, zu sterben, um das wahre Leben zu empfangen, und meinen Willen schrittweise im Göttlichen auferstehen zu lassen…
… „Meine gute Tochter, wisse, dass unser Wille sein Leben, seine Herrschaft, seinen Sitz und sein Zentrum in unserem Göttlichen Sein hat. Er bildet mit Uns ein Einziges, ja unser Leben selbst.
Aus seinem Zentrum entsendet Er seine Strahlen, die voll von seinem Leben sind, das Himmel und Erde erfüllt. Die Akte der Seele nun, die in unserem Willen lebt, werden im Zentrum Seines Lebens gebildet, d.h., in unserem Göttlichen Sein.
Wer hingegen unseren Willen nur tut, tut ebenfalls Gutes, aber lebt nicht in Ihm, und seine Akte werden in den Strahlen gebildet, die mein Wille aus seinem Mittelpunkt ausstrahlt.
Es ist ein Unterschied zwischen eine Person, die im Licht arbeitet, das die Sonne aus der Mitte ihrer Sphäre aussendet und einer, die in ihr Lichtzentrum aufsteigen kann.
Diese würde spüren, wie ihr Wesen aufgezehrt wird und in diesem Mittelpunkt des Lichts wiederauflebt, sodass sie sich nur schwer vom Inneren dieser Lichtkugel trennen könnte.
Die anderen hingegen, die im Licht arbeiten, das die Erde erfüllt, erfahren nicht die intensive Kraft des Lichtes, das sie verzehren und in eben diesem Licht wieder auferstehen lassen würde.
Obwohl sie das Gute tun, bleiben sie, was sie sind. Dies ist der Unterschied zwischen einem, der in meinem Willen lebt und einem, der Ihn [bloß] tut.
Wie viele Akte die Seele also in Ihm tut, so oft ersteht sie neu zu göttlichem Leben und verzehrt das und stirbt dem ab, was menschlich ist. Wie schön ist doch diese oftmalige Auferstehung in der Seele!
Es genügt, wenn Ich sage, dass sie von der Weisheit und Meisterhaftigkeit des Göttlichen Künstlers gebildet werden, und dies besagt alles – alles Schöne und Gute, das Wir aus dem Geschöpf machen können.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 30; 14. Dezember 1931)

