1In jener Zeit sah Jesus, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. 2Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. 3Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen.
4Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

„Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben“ (Lk 21, 4)

… Ich erinnere mich, dass Jesus eines Tages, als es mir schlecht ging, sagte: „Meine Tochter, was würde geschehen, wenn die Musik in der Welt aufhörte?“ Ich sagte: „Herr, welche Musik könnte aufhören?“
Er fügte hinzu: „Meine Geliebte, deine Musik; denn wenn die Seele für Mich leidet, betet, Wiedergutmachung leistet, Mich preist, Mir ständig dankt, ist dies eine ständige Musik für mein Ohr, die Mich davon ablenkt, die Bosheit der Erde wahrzunehmen, und somit auch die angemessenen Geißeln zurückhält. Nicht nur das, sondern es ist auch Musik im Geist der Menschen und hält sie davon ab, noch Schlechteres zu tun.
Wenn Ich dich von der Erde wegnähme, würde die Musik dann nicht aufhören? Für Mich bedeutet dies nichts, denn es wäre nichts anderes, als sie von der Erde in den Himmel zu versetzen, und anstatt auf der Erde, hätte Ich sie im Himmel. Doch wie soll die Welt fortbestehen?“
Da dachte ich mir: „Das sind die üblichen Vorwände, um mich nicht mitzunehmen. Es gibt so viele gute Seelen in der Welt, die so viel für Gott tun, und unter all diesen Seelen nehme ich vielleicht bloß den letzten Platz ein.
Und doch sagt Er, dass die Musik aufhören würde, wenn Er mich abholt? Es gibt so viele, die bessere [Musik] für Ihn machen!“
Während ich darüber nachdachte, kam Er wie ein Blitz und fügte hinzu: „Meine Tochter, was du sagst, ist wahr. Es gibt viele gute Seelen, die viel für Mich tun; doch wie schwierig ist es, eine zu finden, die Mir alles gibt, damit auch Ich Mich ganz schenken kann!
Einige halten ein wenig Selbstliebe oder Selbstschätzung zurück, andere eine Zuneigung, sei es auch für heilige Menschen, andere eine kleine Eitelkeit, manche behalten eine kleine Anhänglichkeit an die Erde zurück, andere ein Interesse.
Mit einem Wort, die einen haben diese Kleinigkeit, andere jene. Alle behalten etwas Eigenes für sich und das verhindert, dass alles in ihnen göttlich sein kann.
Da also das, was von ihnen kommt, nicht durchwegs göttlich ist, wird ihre Musik in meinem Ohr und im Geist der Menschen nicht diese Wirkungen hervorbringen können.
Deshalb werden ihre vielen Werke nicht diese Wirkungen hervorbringen, noch Mir so gefallen können wie das Wenige, das jemand tut, der nichts für sich zurückhält und sich ganz Mir hingibt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 7. Februar 1904)

—————-

Ich machte meine Runden im Göttlichen Fiat, damit ich, soweit es mir möglich ist, seinen göttlichen Akten nachfolge, d.h. dem Fiat der Schöpfung und allen heiligen Akten der Seelen, einschließlich der Akte meiner Himmlischen Mutter und auch der meines geliebten Jesus.
Doch das Großartige daran war, dass sie, als ich sie aufspürte, zu den meinigen wurden. Der Göttliche Wille schenkte sie mir, und ich opferte sie meinem Schöpfer auf, als hätte ich ein Recht auf alles, als schönste Huldigung, intensivste Liebe und tiefste Anbetung für Den, Der mich erschaffen hat. Ich fühlte mich mit der Sonne bekleidet, vom Himmel mit allen Sternen umhüllt, vom Wind, von allem.
Alles war mein, denn alles war vom Göttlichen Willen. Ich war ganz erstaunt, und mein guter Jesus wiederholte seinen kurzen Besuch und sprach zu mir: „Meine gesegnete Tochter, warum wunderst du dich?
Du sollst wissen, dass alles, was heilig und gut ist, zu meinem Fiat gehört, das der Seele, die zusammen mit Ihm lebt, alles geben möchte. Es vollzieht sich ein Austausch auf beiden Seiten, das Geschöpf will nichts für sich selbst zurückbehalten, sondern Ihm alles schenken.
Und mein Wille möchte ihm alles geben, sogar Sich selbst, umso mehr, als die Schöpfung, die Erlösung, die Himmelskönigin, alle guten und heiligen Akte, nichts anderes sind als Gottes Hauch.
Er hauchte und sprach ‚Fiat’ und erschuf die ganze Schöpfung, Er hauchte und rief die Heiligste Jungfrau ins Dasein, Er hauchte und ließ das Ewige Wort auf die Erde herabsteigen, Er haucht und bringt die guten Werke aller Geschöpfe zum Leben.
Wer nun in meinem Willen lebt, tut nichts anderes, als Gottes Werke aufzuspüren, um seinen göttlichen Atem zu finden, um die Werke zu Gott zurückzubringen, als Früchte und Macht des Atems seines Schöpfers.
O, wie fühlt Er sich verherrlicht und geliebt, weil Er in den Werken, die Ihm das Geschöpf aufopfert, seinen Atem, sein eigenes Leben findet!
Wie oft das Geschöpf in seinen Werken kreist, so oft fühlt Er, wie Ihm sein Leben, seine Herrlichkeit und seine Liebe zurückgegeben werden. O, wie wartet Er auf diese Geschenke, da Er sieht, wie Ihm seine Gaben zurückerstattet werden.
Er fühlt sich in seinen Werken wiedergeliebt, wie Er Selbst geliebt hat und empfindet, wie seine Liebe und Macht anerkannt wird. Gottes Wohlgefallen darüber ist so groß, dass Er Ströme von Liebe und Gnaden über den ausgießt, der seine Werke und seine Liebe erkannt hat.
Wenn daher, meine Tochter, die Seele mit meinem Willen zusammenlebt, macht Er mit einer Liebe ohnegleichen alles, was Er besitzt, der Seele zum Geschenk. Er macht sie zur Herrin über alles, denn man hat nur über sein Eigentum das Recht, es anderen geben zu können.
Indem ihr daher mein Wille alles zum Geschenk macht, bereitet Er ihr ein weites [Betätigungs-]Feld, damit sie ihrem Schöpfer [etwas] geben kann und dafür seine doppelte Vergeltung empfange. Doch dieses Geschenk wird ihr erst dann gegeben, wenn sie unsere Werke anerkennt, schätzt und liebt.
Die Liebe gibt ihr das Recht, sich das anzueignen, was meinem Ewigen Willen gehört. Könnte mein Wille der Seele nicht alles zum Geschenk machen, was Ihm gehört, so würde Er sich in der Liebe behindert und in seinen Werken gespalten fühlen, da Er nicht sagen könnte: ‚Was Mein ist, ist dein, was Ich tue, tust [auch] du.’
Mein Wille würde das nicht ertragen und würde sprechen: ‚Zusammen zu leben, das gleiche Leben zu führen und der Seele nicht alles geben zu können, das ist für meine Liebe unmöglich; es wäre so, als könnte Ich Mich ihr nicht anvertrauen.‘ Nein, nein, Ich möchte dem, der in meinem Willen lebt, alles geben.
Wisse, dass die Liebe meines Fiat zu dem, der in Ihm lebt, so groß ist: wenn die Seele nicht willentlich, sondern aus Schwäche und Unvermögen nicht allen Akten meines Willens nachfolgt, oder auch aufgrund einer Notlage durch Leiden oder wegen anderer Gründe ihr Leben nicht in Ihm fließt, dann ist die Liebe [meines Fiat] so groß, dass mein Wille das tut, was die Seele tun sollte.
Er kommt für all ihre Mängel auf, ruft ihre Bereitschaft zurück, ihre Ordnung, ihre Liebe, damit die Seele sich aufrüttelt und ihr gemeinsames Leben wiederaufnimmt.
Und zwar [tut Er dies] deswegen, damit das menschliche Leben weder geteilt noch getrennt sei von dem Seinigen. Täte Er dies nicht, so würde ein Raum entstehen, der an Göttlichem leer ist, den seine Liebe aber nicht erträgt.
Daher gleicht Er das aus, was dem Geschöpf fehlt, weil Er wünscht, dass sein göttliches Leben im Geschöpf nie fehle, sondern ständig andauere. Kann es eine größere Liebe geben als jene, die der Seele sogar zusichert: ‚Mut, fürchte dich nicht, sondern komm mit ganzem Vertrauen, um mit Mir zu leben und vertraue dich Mir an.
Wenn du es einmal daran fehlen lässt, stets in meinem Fiat zu wirken, werde ich Mitleid mit dir haben und den aktiven Teil übernehmen, den du nicht tun kannst und dir in allem Ersatz leisten’?
Das Reich meines Willens ist ein Reich der Liebe, des Vertrauens und der gegenseitigen Übereinstimmung.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 18. März 1937)

———–—-

… „Meine kleine Tochter meines Willens, du weißt nicht, wie weit meine Liebe zu einer Seele geht, die in Ihm lebt, wie viele Erfindungen Er Mich machen und für sie arrangieren lässt. Ich bereite ihr sogar neue Überraschungen, um Mich stets mit ihr zu beschäftigten.
Damit sie immer von Mir überrascht und von Mir angezogen ist, lasse Ich ihr keine Zeit. Bald offenbare Ich ihre eine Wahrheit, bald beschenke Ich sie oder zeige ihr unsere hinreißende Schönheit und unsere Liebe, die seufzt, brennt und schmachtet, weil sie geliebt werden will.
Mit einem Wort, Ich lasse ihr einfach keine Zeit, und wünsche darüber hinaus, dass auch sie Mir keine Zeit lässt, Ich will ihr stets etwas geben.
Nun höre, was Ich tue: Um immer zu geben und zu empfangen, lade Ich die Seele zum Leben in meinem Willen ein und beschenke sie mit seiner Heiligkeit, seinem Licht, seinem Leben, seiner Liebe und seinen unendlichen Freuden, so viel sie davon nur fassen kann.
Nachdem sie einige Zeit darin gelebt hat und Ich sie für treu befunden habe, sage Ich zu ihr: „Übergib Mir das, was Ich dir gegeben habe.“ Als Beweis ihrer Liebe übergibt sie Mir, ohne einen Augenblick zu zögern, bereitwillig alles, sogar ihren Atem, ihren Herzschlag, ihre Bewegung, alles.
Alles gibt sie Mir und behält nichts für sich zurück, vielmehr ist sie glücklich, alles ihrem Jesus zu schenken. Ich nehme alles und schaue immer wieder an, was sie Mir gegeben hat, um Mich voller Glück an ihren Gaben zu erfreuen, die Ich in meinem Herzen verwahre, um sie als Besitz meiner Tochter zu genießen.
Doch glaubst du, dass Ich damit zufrieden bin? Von Seiten des Geschöpfs bin Ich befriedigt, doch meinerseits – niemals. Meine Liebe lässt Mir keine Ruhe, sie schwillt an, fließt über und lässt Mich das größte Übermaß erreichen.
Weißt du, was Ich tue? Ich übergebe mein ganzes Wesen meinem geliebten Geschöpf und verdopple alles für die Seele, was sie Mir gegeben hat.
Ich schenke ihr in doppeltem Maß Liebe, Licht und Heiligkeit, gebe ihr meinen Atem, meine Bewegung, mein eigenes Leben, sodass Ich in ihrem Atem atme, Mich in ihrer Bewegung bewege, in ihrer Liebe liebe, kurz, es gibt nichts, das Ich nicht in ihr tue. I
ch will einfach nichts ohne sie tun, sonst käme es Mir vor, als würde Ich sie nicht in all meinen Dingen lieben, und das würde meine Liebe nicht ertragen.
Wer Mir alles gegeben hat, dem muss Ich alles geben. Scheint es dir unbedeutend, dass dein Jesus dir sein Leben übergibt, damit du aus Mir leben kannst?
Und dass Ich dich um dein Leben bitte (dass Ich Mir dein Leben übergeben lasse), damit Ich in dir lebe und gleichsam Vorwände finde, um stets zu geben und stets zu empfangen, und so einen Anlass habe, dir die lange Geschichte meines Willens und die endlose Geschichte meiner Liebe zu erzählen?
Und das [tue Ich] nicht etwa, um dir einfach Neuigkeiten mitzuteilen, damit du siehst, wie gut, heilig und mächtig Ich bin, sondern um dich mit meiner Liebe, meinem Willen, meiner Heiligkeit, Güte und Schönheit auszustatten.
Ist das etwa nicht eine maßlose Liebe, die unglaublich ist?…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 16. Juni 1938)

—————-

„Mut, meine Tochter, fürchte dich nicht; deine Mama ist ganz für dich da; heute erwartete ich dich, mein Heroismus und mein Triumph im Opfer mögen dir Kraft und Mut einflößen, damit ich meine Tochter in ihren Leiden triumphieren und sie mit Heldenmut und Liebe ertragen sehe, um den Willen Gottes zu erfüllen.
Höre mir zu, meine Tochter, ich war kaum drei Jahre alt, als mir meine Eltern sagten, dass sie mich im Tempel dem Herrn weihen wollten.
Mein Herz war erfreut zu wissen, dass ich geweiht wurde und dass ich viele Jahre im Hause des Herrn verbringen sollte; aber verbunden mit meiner Freude fühlte ich einen Schmerz, eine Entbehrung des Teuersten, was man auf Erden haben kann, und zwar meiner lieben Eltern.
Ich war noch so klein, hatte die elterliche zärtliche Fürsorge nötig, und beraubte mich der Gegenwart zweier großer Heiliger. Ich sah den Tag herannahen, an dem sie sich von mir, die ich ihr Leben mit Freuden und Glück voll ausfüllte, trennen sollten.
Sie fühlten sich zu Tode betrübt; aber in ihrem Leid waren sie dennoch bereit, den heroischen Akt zu vollbringen, mich zum Herrn zu führen.
Meine Eltern lieben mich in der Ordnung Gottes und betrachteten mich als großes Geschenk, das ihnen vom Herrn verliehen worden war; das gab ihnen die Kraft, das schmerzhafte Opfer zu bringen.
Meine Tochter, wenn auch du eine unbezwingbare Kraft haben willst, um die härtesten Leiden zu erdulden, sieh zu, dass alle deine Angelegenheiten in der Ordnung Gottes seien, und schätze sie als kostbare Gaben vom Herrn, die dir von der väterlichen Hand Gottes gesandt werden.
Wisse, dass ich mich mit Mut auf meinen Gang zum Tempel vorbereitete, denn als ich meinen Willen dem Allerhöchsten übergab, und das Höchste FIAT Besitz von meinem ganzen Sein ergriff, erlangte ich von Natur aus alle Tugenden; ich war Herrin über mich selbst; alle Tugenden waren in mir wie viele edle Prinzessinnen, und je nach den Umständen meines Lebens boten sie ohne jeglichen Widerstand ihre Dienste an.
Vergebens hätten sie mich Königin genannt, wenn ich nicht die Tugend gehabt hätte, Königin über mich selbst zu sein. Ich besaß in meiner Herrschaft die vollkommene Barmherzigkeit, die unbesiegte Geduld, die bezaubernde Milde, die tiefe Demut und die vollständige Ausrüstung der anderen Tugenden.
Der Göttliche Wille beglückte die kleine Erde meiner Menschheit, die immer in Blüte stand, ohne Dornen der Laster. Siehst du also, meine Tochter, was es bedeutet, im Göttlichen Willen zu leben?
Sein Licht, seine Heiligkeit und Macht verwandeln in der menschlichen Natur alle Tugenden; er erniedrigt sich nicht, in einer Seele mit aufrührerischer Natur zu herrschen. Er ist Heiligkeit und will, um zu regieren, eine geordnete und heilige Natur.
Das Opfer meines Tempelgangs war für mich eine Eroberung, über diesem Opfer bildete sich in mir der Triumph eines Göttlichen Willens; und dieser Triumph erzeugte in mir neue Meere von Gnade, Heiligkeit und Licht, die mich in meinen Leiden glücklich machten, um neue Triumphe zu erlangen.
Meine Tochter, lege deine Hand auf dein Herz und sag deiner Mama, ob du deine Natur in Tugenden umgewandelt spürst oder ob du die Dornen der Ungeduld, das Unkraut der Gemütserregungen, die schlechten Launen der unheiligen Gefühle wahrnimmst?
Höre, lass deine Mutter machen, lege deinen Willen in meine Hände, entschlossen, ihn nicht mehr zu wollen, und ich werde dich vom Göttlichen Willen besitzen lassen, der alles aus dir verbannen wird; das, was du in vielen Jahren nicht gemacht hast, wirst du an einem Tag machen, der der Beginn des wahren Lebens, des Glücks und der Heiligkeit sein wird.“ (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 13. Tag)