HOCHFEST DER OHNE ERBSÜNDE EMPFANGENEN JUNGFRAU UND GOTTESMUTTER MARIA (Lk 1, 26-38)

26In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa namens Nazaret 27zu einer Jungfrau gesandt. Sie war mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.
28Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. 29Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.
30Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. 31Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
32Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. 33Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben.
34Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35Der Engel antwortete ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.
36Auch Elisabeth, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. 37Denn für Gott ist nichts unmöglich. 38Da sagte Maria: Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

„Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir“ (Lk 1, 28)

Diesen Morgen, nachdem ich sehr zu kämpfen hatte, kam die Königin Mutter mit dem Kind in ihren Armen; sie gab Ihn mir und trug mir auf, Ihn mit ständigen Liebesakten zu umgeben.
Ich tat so viel ich konnte, und als ich dies tat, sagte Jesus mir: Meine Geliebte, die wohlgefälligsten und tröstlichsten Worte für meine Mutter sind diese: ‚Dominus Tecum.’ (‚Der Herr ist mit dir’).
Denn kaum hatte der Erzengel diese ausgesprochen, da spürte sie, wie ihr das ganze Göttliche Wesen mitgeteilt wurde und sie fühlte sich so sehr mit göttlicher Macht erfüllt, dass sich angesichts der göttlichen Macht, die ihre auflöste, und meine Mutter mit der göttlichen Macht in ihren Händen verblieb.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 10. Januar 1903)

—————-

… ‚Mein süßer Jesus, während ich Dich so umschlungen halte, will ich Dir meine Liebe bezeugen, meine Dankbarkeit und all das, was das Geschöpf Dir gegenüber zu tun verpflichtet ist dafür, dass Du unsere Königin und Mutter unbefleckt erschaffen hast, die schönste, die heiligste, ein Wunder an Gnaden; dass Du sie mit allen Gaben bereichert und sie auch zu unserer Mutter gemacht hast.
Und dies tue ich im Namen aller vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Geschöpfe. Ich möchte gleichsam wie im Flug jeden Akt der Geschöpfe, jedes Wort, jeden Gedanken, Herzschlag, Schritt nehmen und Dir in jedem von ihnen sagen: ‚Ich liebe Dich, ich danke Dir, ich preise Dich, Ich bete Dich an für alles, was Du an meiner und deiner Himmlischen Mutter getan hast.‘
Jesus nahm meinen Akt mit so großer Freude an, dass Er zu mir sagte: „Meine Tochter, mit großer Sehnsucht wartete Ich auf diesen deinen Akt im Namen aller Generationen; meine Gerechtigkeit und meine Liebe fühlten das Bedürfnis nach dieser Vergeltung, denn groß sind die Gnaden, die auf alle niedersteigen, dadurch dass Ich meine Mutter so sehr bereichert habe.
Und doch haben sie dafür niemals ein Wort, ein Dankeschön für Mich.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 18. Dezember 1920)

—————-

… „Meine Tochter, die Unbefleckte Empfängnis meiner geliebten Mama war außerordentlich und ganz wunderbar, sodass Himmel und Erde darüber staunten und ein Fest feierten.
Alle Drei Göttlichen Personen wetteiferten miteinander: Der Vater goss ein unermessliches Meer von Macht aus; Ich, der Sohn, ein unendliches Meer von Weisheit, und der Heilige Geist ein unermessliches Meer ewiger Liebe, die miteinander verschmolzen und ein einziges Meer bildeten, und mitten in diesem Meer geschah die Empfängnis dieser Jungfrau, der Auserwählten unter den Auserwählten.
Die Gottheit steuerte also die Substanz dieser Empfängnis bei, und jenes Meer war nicht nur der Lebensmittelpunkt dieses wunderbaren und einzigartigen Geschöpfes, sondern blieb um die Jungfrau herum, nicht nur, um sie vor allem abzuschirmen, was sie verdunkeln könnte, sondern um ihr in jedem Augenblick neue Schönheiten, neue Gnaden, Macht, Weisheit, Liebe, Vorrechte usw. zu verleihen.
So wurde ihre kleine Natur in der Mitte dieses Meeres empfangen, bildete sich und wuchs unter dem Einfluss dieser göttlichen Wellen heran, sodass – sobald dieses edle und einzigartige Geschöpf empfangen war – die Gottheit nicht warten wollte, wie Sie es gewöhnlich bei den anderen Geschöpfen tut, sondern ihre Umarmungen, die Vergeltung ihrer Liebe, ihre Küsse wünschte und sich an ihrem unschuldigen Lächeln erfreuen wollte.
Deshalb schenkte Ich ihr, sobald sie empfangen war, den Vernunftgebrauch, stattete sie mit allen Wissenschaften aus, ließ sie unsere Freuden kosten und zeigte ihr unseren Kummer hinsichtlich der Schöpfung.
Vom Mutterschoß an schon kam sie in den Himmel, zu Füßen unseres Thrones, um Uns zu umarmen und unsere Liebe zu vergelten mit ihren zärtlichen Küssen; und sich in unsere Arme werfend, lächelte sie Uns so freudig an, voll Dankbarkeit und Danksagung, dass sie Uns zum Lächeln brachte.
O, wie schön war der Anblick dieses unschuldigen und bevorzugten Geschöpfes, bereichert mit allen göttlichen Eigenschaften, wie es in unsere Mitte kam, ganz Liebe und Vertrauen, ohne Angst.
Tatsächlich ist es allein die Sünde, die zwischen Schöpfer und Geschöpf eine Distanz aufbaut, die Liebe unterbricht, das Vertrauen auflöst und Angst einflößt.
So kam sie in unsere Mitte als Königin, die Uns mit ihrer von Uns geschenkten Liebe beherrschte, bezauberte, in Festfreude versetzte und Uns noch mehr Liebe entlockte.
Und Wir ließen sie gewähren, genossen die Liebe, die sie Uns entriss und setzten sie zur Königin des Himmels und der Erde ein. Himmel und Erde jauchzten und feierten gemeinsam mit Uns, da sie nach so vielen Jahrhunderten ihre Königin hatten.
Die Sonne lächelte in ihrem Licht und schätzte sich glücklich, ihrer Königin mit ihrem Licht dienen zu dürfen. Der Himmel, die Sterne und das ganze Universum lächelten vor Freude und feierten festlich, da sie ihre Königin erfreuen und ihr die Harmonie der Sphären und ihrer Schönheit zeigen sollten.
Die Pflanzen lächelten, die ihre Königin ernähren sollten, und auch die Erde lächelte und fühlte sich geehrt, ihr die Wohnung zur Verfügung zu stellen und von den Füßen ihrer Herrscherin betreten zu werden.
Nur die Hölle klagte und fühlte ihre Kraft wegen der Herrschaft dieser erhabenen Herrin dahinschwinden. Doch weißt du, was der erste Akt dieses Himmlischen Geschöpfes war, als sie sich zum ersten Mal vor unserem Thron befand?
Sie wusste, dass alle Übel des Menschen von der Abspaltung seines Willens vom Willen seines Schöpfers herrührten, und zitternd und unverzüglich band sie ihren Willen zu Füßen meines Thrones, ohne ihn überhaupt kennen zu wollen.
Und mein Wille band sich an sie und begründete sich zur Mitte ihres Lebens, sodass sich zwischen ihr und Uns alle Ströme, alle Beziehungen, alle Verbindungen auftaten und es kein Geheimnis gab, das Wir ihr nicht anvertrauten.
Es war in der Tat der schönste, der größte, der heroischste Akt, den sie vollzog, ihren eigenen Willen Uns zu Füßen zu legen; dieser Akt entzückte Uns und bewirkte, dass Wir sie zur Königin über alles einsetzten.
Siehst du also, was es bedeutet, sich an meinen Willen zu binden und den eigenen nicht zu kennen? Der zweite Akt war, dass sie sich aus Liebe zu Uns zu jeglichem Opfer anbot; der dritte, dass sie Uns die Ehre und Herrlichkeit seitens der ganzen Schöpfung, die der Mensch Uns genommen hatte, indem er seinen eigenen Willen tat, zurückerstattete.
Und vom Mutterschoß an schon weinte sie aus Liebe zu Uns, da sie Uns beleidigt sah, und auch aus Schmerz über den schuldigen Menschen. O, wie rührten Uns diese unschuldigen Tränen, und wie sehr beschleunigten sie die ersehnte Erlösung!
Diese Königin beherrschte Uns, fesselte Uns, entriss Uns unendliche Gnaden und machte Uns dem Menschengeschlecht so geneigt, dass Wir ihren wiederholten flehentlichen Bitten nicht widerstehen konnten noch vermochten.
Doch woher erlangte sie eine solche Macht, einen solchen Einfluss auf die Gottheit? Ach, du hast es verstanden, es war die Macht unseres Willens, der in ihr handelte und sie, während Er sie beherrschte, zur Beherrscherin Gottes selbst machte.
Wie könnten Wir zudem einem so unschuldigen Geschöpf widerstehen, das von der Macht und Heiligkeit unseres Willens beherrscht war? Dies wäre so, als würden Wir Uns selbst Widerstand leisten.
Wir erblickten in ihr unsere göttlichen Eigenschaften: wie Wellen ergossen sich über sie der Widerschein unserer Heiligkeit, unserer göttlichen Vorgehensweisen, unserer Liebe, Macht usw.
Und unser Wille, der ihre Mitte war, zog alle Spiegelungen unserer göttlichen Eigenschaften an und machte sich selbst zur Krone und Verteidigung der Gottheit, die in ihr wohnte.
Hätte diese Unbefleckte Jungfrau nicht den Göttlichen Willen als Mitte ihres Lebens gehabt, so wären alle anderen Vorrechte und Privilegien, mit denen Wir sie bereicherten, im Vergleich dazu ein absolutes Nichts gewesen. Dieser war es, der in ihr die vielen Privilegien bestätigte und bewahrte, ja sie vielmehr in jedem Augenblick noch erneut vervielfachte.
Dies ist der Grund, weshalb Wir sie zur Königin über alle einsetzen, denn Wir wirken stets mit Vernunft, Weisheit und Gerechtigkeit: sie gewährte ihrem menschlichen Willen niemals Leben und unser Wille war in ihr stets unversehrt.
Wie könnten Wir zu einem anderen Geschöpf sagen: „Du bist die Königin des Himmels, der Sonne, der Sterne usw.“, wenn es, anstatt von unserem Willen, von seinem eigenen menschlichen Willen beherrscht worden wäre?
Alle Elemente, der Himmel, die Sonne, die Erde, hätten sich dem Regime und der Herrschaft dieser Kreatur entzogen und in ihrer stummen Sprache ausgerufen: „Wir wollen sie nicht, wir sind ihr überlegen, weil wir uns nie aus deinem Ewigen Willen zurückgezogen haben.
Wie Du uns erschaffen hast – so sind wir“, hätte die Sonne gerufen mit ihrem Licht, die Sterne mit ihrem Funkeln, das Meer mit seinen Wellen, und so alles Übrige.
Wie jedoch alle die Herrschaft dieser himmlischen Jungfrau fühlten, die gleichsam wie ihre Schwester nie ihren eigenen Willen, sondern allein den Willen Gottes kennen wollte, da feierten sie nicht nur ein Fest, sondern fühlten sich geehrt, nun ihre Königin zu haben und eilten zu ihr, um ihr Gefolge zu bilden und ihr Hochachtung zu zollen, der Mond als Schemel zu ihren Füßen, die Sterne als Krone, die Sonne als Diadem, die Engel als Diener, die Menschen wie in Erwartung.
Alle, alle erwiesen ihr die Ehre und zollten ihr ihre Hochachtung. Es gibt keine Ehre und Herrlichkeit, die unserem Willen nicht gegeben werden kann, sei es, wenn Er in Uns handelt, wie auf seinem eigenen Thronsitz, oder wenn Er im Geschöpf wohnt…“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 8. Dezember 1922)

—————-

Ich dachte an die Unbefleckte Empfängnis meiner Königin und Mutter; nachdem ich kommuniziert hatte, zeigte sich mein stets liebenswürdiger Jesus wie in einem ganz hell erleuchteten Zimmer, und in diesem Licht konnte man alles sehen, was Er im Laufe seines ganzen Lebens getan hatte: es war die geordnete Aufstellung seiner Verdienste, seiner Werke, Leiden, Wunden, seines Blutes – alles, was das Leben eines Gottmenschen in sich barg; Er war gleichsam gerade dabei, einer Ihm überaus teuren Seele [mit seinen Verdiensten] zuvorzukommen, um sie auch vom geringsten Schatten des Bösen zu bewahren.
Ich war über so viel Aufmerksamkeit Jesu erstaunt, und Er sprach zu mir: „Meiner kleinen Neugeborenen will Ich die Unbefleckte Empfängnis der ohne Sünde empfangenen Jungfrau bekanntmachen.
Zuerst sollst du wissen, dass meine Gottheit ein einziger Akt ist: alle Akte konzentrieren sich in einem einzigen. Dies bedeutet, Gott zu sein, es ist das größte Wunder unseres Dreieinigen Göttlichen Wesens: keiner Abfolge von Akten unterworfen zu sein. Und wenn es der Seele scheint, dass Wir bald dieses tun und bald etwas anderes, bedeutet es vielmehr, das bekannt zu machen, was in diesem einzigen Akt [für Uns schon immer] vorhanden ist.
Da nämlich das Geschöpf unfähig ist, alles zugleich zu erkennen, lassen Wir ihm [unsere Wahrheit] nach und nach erkennen.
Nun, alles, was Ich, das Ewige Wort, in meiner angenommenen Menschheit tun sollte, bildete einen einzigen Akt mit jenem einzigen Akt, den meine Gottheit enthält.
Bevor also dieses edle Geschöpf empfangen wurde, existierte alles schon, was das Ewige Wort auf Erden tun sollte. So stellten sich in dem Akt, als diese Jungfrau empfangen wurde, all meine Verdienste, meine Leiden, mein Blut und alles, was das Leben eines Gottmenschen enthielt, um ihre Empfängnis auf, und sie wurde in den endlosen Abgründen meiner Verdienste, meines göttlichen Blutes und im unermesslichen Meer meiner Leiden empfangen.
Durch diese blieb sie unbefleckt, schön und rein; meine unschätzbaren Verdienste versperrten dem Feind den Weg, und er konnte ihr in keinster Weise schaden.
Es ist gerecht, dass Jene, die den Sohn eines Gottes empfangen sollte, zuerst selbst in den Werken dieses Gottes empfangen werde, um dann dieses Wort empfangen zu können, das zur Erlösung des Menschengeschlechtes kommen sollte.
So wurde sie zuerst in Mir empfangen, und Ich wurde dann in Ihr empfangen. Es galt nur mehr, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, dies den Menschen be-kanntzumachen, doch in der Gottheit war es gleichsam schon geschehen.
Deshalb war es jenes hervorragende Geschöpf, welches am reichlichsten die Früchte der Erlösung erntete, oder vielmehr deren vollständige Frucht empfing; da sie in dieser [Erlösung] empfangen war, liebte, schätzte und bewahrte sie wie ihr Eigentum alles, was der Sohn Gottes auf Erden wirkte.
O, die Schönheit dieser zarten Kleinen! Sie war ein Wunder der Gnade, eine Großtat unserer Gottheit; sie wuchs als unsere Tochter auf, war unsere Zierde, unsere Freude, unsere Ehre und Herrlichkeit.”
Als mein süßer Jesus dies sagte, dachte ich in meinem Geist: „Es ist wahr, dass die Königin Mutter in den endlosen Verdiensten meines Jesus empfangen wurde, doch ihr Blut und ihr Leib wurden im Schoß der heiligen Anna empfangen, die nicht von dem Makel der Erbsünde ausgenommen war.
Wie kann es daher sein, dass sie nichts von den vielen Übeln ererbt hat, die wir alle von der Sünde unseres ersten Vaters Adam geerbt haben? Und Jesus: „Meine Tochter, du hast noch nicht verstanden, dass alles Böse im Willen liegt.
Es war der Wille, der den Menschen, d.h. seine Natur überwältigte, nicht die Natur den Willen des Menschen. So blieb die Natur auf ihrem Platz, wie sie von Mir geschaffen worden war – darin änderte sich nichts.
Es war sein Wille, der sich änderte und sich gegen nichts geringeres als den Göttlichen Willen stellte, und dieser rebellische Wille überwältigte seine Natur, schwächte und verseuchte sie und machte sie zur Sklavin der niedrigsten Leidenschaften.
Es war, als würde ein Behälter voller Düfte oder Kostbarkeiten ausgeleert und mit Moder oder unedlem Zeug angefüllt: ändert sich etwa das Gefäß?
Geändert hat sich das, was man hineingetan hat, doch der Behälter ist stets derselbe, und er wird höchstens, je nach seinem Inhalt, mehr oder weniger schätzenswert. So war der Mensch.
Die Tatsache, dass nun meine Mama in einem Geschöpf aus dem Menschengeschlecht empfangen wurde, fügte ihr keinerlei Schaden zu, da ihre Seele gegen jede Sünde immun war.
Zwischen ihrem Willen und dem ihres Gottes gab es keine Trennung, die göttlichen Ströme fanden weder ein Hindernis noch einen Widerstand, um sich über sie zu ergießen, und in jedem Augenblick strömten stets neue Gnaden auf sie herab.
Mit diesem Willen und dieser ganz heiligen, ganz reinen, ganz schönen Seele blieb also das Gefäß ihres Leibes, den sie von ihrer Mutter bekam, duftend, wiederhergestellt, geordnet und vergöttlicht, sodass sie auch von allen natürlichen Krankheiten frei war, von denen die menschliche Natur befallen war.
O, ja! Gerade sie war es, die den Keim des ‚FIAT VOLUNTAS TUA wie im Himmel so auf Erden‘ empfing, der sie adelte und in ihrem Ursprung wiederherstellte, wie der Mensch von Uns erschaffen wurde, ehe er sündigte, ja sie übertraf ihn noch.
Sie wurde immer noch schöner durch die ständigen Ströme dieses FIAT, das allein die Eigenschaft besitzt, Abbilder herzustellen, die Dem ganz ähnlich sind, der sie erschaffen hat.
Und kraft dieses Göttlichen Willens, der in ihr wirkte, kann man sagen, dass sie durch die Gnade das ist, was Gott von Natur aus ist. Unser Wille kann alles tun und überall hingelangen, wenn die Seele Ihm Handlungsfreiheit gibt und unser Werk nicht mit ihrem menschlichen Willen unterbricht.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 8. Dezember 1923)

—————-

… Heute ist das Fest der Unbefleckten Empfängnis. Meere der Liebe, der Schönheit, der Macht und der Glückseligkeit flossen aus der Gottheit über dieses Himmlische Geschöpf.
Was den Menschen daran hindert, in diese Meere einzutreten, ist der menschliche Wille. Was Wir einmal tun, das tun Wir immer, ohne je aufzuhören, Wir bleiben im ständigen Akt, es zu tun. In der Gottheit ist das Geben Natur, mit einem unaufhörlichen Akt.
Daher treten diese Meere noch immer über die Ufer, und die Königin Mutter erwartet ihre Töchter, damit Sie sie in diesen Meeren leben lässt und viele kleine Königinnen aus ihnen macht.
Dem menschlichen Willen jedoch ist der Eintritt untersagt, es gibt keinen Platz für ihn, und nur, wer vom Göttlichen Willen lebt, kann Zutritt haben. Daher kannst du, meine Tochter, wann immer du willst, in die Meere deiner Mutter eintreten.
Mein Göttlicher Wille ist dein Garant, mit Ihm wirst du freien Weg und Eintritt haben. Mehr noch, Maria erwartet und wünscht dich. Und du wirst unser und ihr Glück durch deine Glückseligkeit verdoppeln.
Wir sind glücklicher, wenn Wir geben, und wenn das Geschöpf unsere Wohltaten nicht annimmt, unterdrückt es die Seligkeit in Uns, die Wir ihm geben wollen. Daher wünsche Ich nicht, dass du bedrückt bist.
Heute ist das größte Fest, da der Göttliche Wille in der Königin des Himmels Leben hatte. Es war das Fest aller Feste, der erste Kuss, die erste Göttliche Umarmung, die das Geschöpf seinem Schöpfer gab, kraft unseres FIAT, welches das erhabene Kind besaß – das Geschöpf, das sich mit seinem Schöpfer an die Tafel setzte.
So ist heute auch auf eine besondere Art dein Fest, wegen der Sendung, die dir mein Göttlicher Wille verliehen hat. Komm deshalb in die Meere der Unbefleckten Königin und freue dich an ihrem und deinem Fest.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 25; 8. Dezember 1928)

—————-

… „Meine Tochter, Ich will dich noch tiefer in die Unbefleckte Empfängnis meiner Heiligsten Mutter eindringen lassen, in ihre Wunder, wie Sie ihren Schöpfer liebte und aus Liebe zu Uns alle Geschöpfe liebte.
Die kleine Königin begann im Akt der Empfängnis ihr Leben zusammen mit dem Göttlichen Willen und somit gemeinsam mit ihrem Schöpfer; daher fühlte Sie die ganze Kraft, die Unermesslichkeit und das Feuer der göttlichen Liebe, die so gewaltig war, dass Sie sich verloren und ertränkt von Liebe fühlte und nicht anders konnte, als Den zu lieben, der Sie so sehr liebte.
Sie fühlte sich so sehr geliebt, weil Gott Ihr sogar seinen Willen in ihre Macht gegeben hatte, dass Sie Ihn als eigenes Leben besitze: dies kann man die größte Liebe Gottes nennen, die heldenhafteste Liebe, die Liebe, die allein sagen kann: ‚Ich habe nichts mehr zu geben, Ich habe dir schon alles gegeben.’
Und die kleine Königin bediente sich dieses Lebens, um Ihn [so] zu lieben, wie Sie geliebt wurde. Sie verlor keinen Augenblick, ohne Ihn zu lieben und suchte, Ihm in der Liebe gleichzukommen.
Nun machte unser Göttlicher Wille, der die Allsicht aller Dinge besitzt, und vor dem sich nichts verbergen kann, diesem heiligen Geschöpf alle menschlichen Generationen gegenwärtig, jede Sünde, die sie begangen hatten und begehen würden.
Vom ersten Augenblick ihrer Empfängnis an begann die Himmlische Kleine, die kein anderes Leben kannte als allein jenes des Göttlichen Willens, sich mit göttlichem Schmerz wegen jeder Sünde der Menschen zu betrüben, sodass sie rund um jede Schuld ein Meer der Liebe und des göttlichen Schmerzes bildete.
Mein Wille, der keine geringen Dinge zu tun vermag, formte in ihrer schönen Seele Meere des Schmerzes und der Liebe wegen jeder einzelnen Sünde und für jedes einzelne Geschöpf.
So wurde die Kleine Heilige Jungfrau schon vom ersten Augenblick ihres Lebens an zur Königin der Schmerzen und der Liebe. Wenn unser Wille, der alles vermag und Ihr solchen Schmerz und solche Liebe eingeflößt hatte, Sie nicht mit seiner Macht gestützt hätte, so wäre Sie wegen jeder Sünde gestorben und ebenso viele Male von Liebe verzehrt worden, als Geschöpfe existieren sollten.
So begann unsere Gottheit, kraft unseres [wirkenden] Willens, göttlichen Schmerz und göttliche Liebe für alle und jeden einzelnen zu empfinden. O, wie fühlten Wir Uns für alle genuggetan und vergolten!
Wegen dieses Schmerzes und dieser göttlichen Liebe fühlen Wir Zuneigung zu allen! Mariens Liebe war so groß, dass sie Uns beherrschte und Uns jene Seelen lieben ließ, die Sie liebte, sodass, als dieses erhabene Geschöpf ans Licht der Welt trat, das Ewige Wort sich beeilte, sich auf die Suche nach den Menschen zu begeben und sie zu retten.
Wer kann der Macht unseres im Geschöpf wirkenden Willens widerstehen? Und was kann das Geschöpf nicht tun und erlangen, wenn es nur will? Maria war es ja, die die Erlösung vorbereitete, ihren Schöpfer besiegte und das Ewige Wort auf die Erde herabbrachte.
O, wenn alle die große Wohltat begriffen, die Wir der Menschheit erwiesen haben, indem Wir ihnen diese Himmlische Königin schenkten, dann würden sich alle an ihre mütterlichen Knie drücken, um von Ihr diesen Göttlichen Willen zu erflehen, dessen Leben Sie besitzt!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 12. April 1935)

—————–

… „Ich will meine Himmlische Mutter ehren und die Geschichte ihrer Unbefleckten Empfängnis erzählen. Nur Ich kann davon sprechen, weil Ich der Urheber eines so großen Wunders bin.
Nun, meine Tochter, der erste Akt dieser Empfängnis war ein Fiat von Uns, ausgesprochen mit solcher Feierlichkeit und einer derartigen Gnadenfülle, dass er alles und alle einschloss.
Alles konzentrierten Wir in dieser Empfängnis der Jungfrau. Unser Göttliches Fiat, in dem Vergangenheit und Zukunft nicht existieren, hatte die Inkarnation des Wortes gegenwärtig, und ließ Maria empfangen und inkarniert werden in meiner eigenen Inkarnation, der des zukünftigen Erlösers.
Mein Blut, das im Akt war, als ob Ich es gerade vergießen würde, besprengte Sie, schmückte Sie, bestätigte Sie und stärkte Sie beständig auf göttliche Weise. Doch das genügte meiner Liebe nicht. All ihre Akte, Worte und Schritte wurden zuerst in meinen Akten, Worten und Schritten empfangen, und erst dann wurden sie lebendig.
Meine Menschheit war die Zuflucht, das Versteck, die Inkorporation dieses Himmlischen Geschöpfs. Wenn Sie Uns also liebte, war ihre Liebe in meiner Liebe inkarniert und empfangen – o, wie sehr liebte Sie Uns!
Ihre Liebe schloss alles und alle ein. Ich kann sagen, dass Sie so liebte, wie ein Gott zu lieben versteht, mit unseren eigenen Torheiten der Liebe gegen Uns und alle Geschöpfe; und zwar mit einer Liebe, die, wenn sie einmal liebt, liebt und immer und unaufhörlich liebt.
Ihr Gebet wurde in meinem Gebet empfangen und besaß daher einen unermesslichen Wert und Macht über unser Höchstes Sein: wer könnte Ihr etwas verweigern? Ihre so zahlreichen Leiden, Schmerzen und Martyrien wurden zuerst in meiner Menschheit empfangen, und dann [erst] fühlte Sie in sich das Leben der Leiden und der qualvollen Martern, alle beseelt von göttlicher Stärke.
So kann man sagen, dass Sie in Mir empfangen wurde, ihr Leben von Mir ausging. Alles, was Ich tat und litt, stellte sich um dieses heilige Geschöpf auf, um Sie zu geleiten, und damit Ich Mich ständig über Sie ergieße und zu Ihr sagen könne: ‚Du bist das Leben meines Lebens, Du bist ganz schön, Du bist die erste Erlöste.
Mein Göttliches Fiat hat Dich geformt, Dich angehaucht und Dich in meinen Werken empfangen werden lassen, in meiner eigenen Menschheit.‘ Nun, meine Tochter, die Empfängnis dieses himmlischen Geschöpfs im Menschgewordenen Wort wurde von Uns mit höchster Weisheit, mit unerreichbarer Macht, mit unerschöpflicher Liebe und mit einer Zierde vollbracht, die unseren Werken angemessen ist.
Da Ich, das Wort des Vaters, vom Himmel herabsteigen sollte, um im Schoß einer Jungfrau Fleisch anzunehmen, genügte der Heiligkeit meiner Gottheit nicht nur die Jungfräulichkeit und die Tatsache, dass Sie vom Makel der Erbsünde ausgenommen war.
Vielmehr war es für unsere Liebe und Heiligkeit vonnöten, dass diese Jungfrau zuerst in Mir empfangen wurde, mit all den Vorrechten, Tugenden und Schönheiten, die das Leben des Fleischgewordenen Wortes besitzen sollte.
Somit konnte Ich dann in Jener empfangen werden, die in Mir empfangen worden war. Ich fand in Ihr meinen Himmel, die Heiligkeit meines Lebens, mein eigenes Blut, das Sie hervorgebracht und so oft betaut hatte.
Ich fand meinen eigenen Willen vor, der Ihr seine göttliche Fruchtbarkeit mitteilte und das Leben ihres Sohnes bildete, der zugleich der Sohn Gottes war. Um Sie würdig zu machen, Mich empfangen zu können, umkleidete mein Göttliches Fiat Sie und hielt Sie unter seiner beständigen Herrschaft, die alle Akte besitzt, als wären sie ein einziger Akt.
Um Ihr alles geben zu können, rief mein Fiat meine vorhergesehenen Verdienste, ja mein ganzes Leben in den Akt (d.h. wie wenn sie gerade jetzt geschehen), und goss dies ständig in ihre schöne Seele ein.
Deshalb kann Ich allein die wahre Geschichte der Unbefleckten Empfängnis und ihres ganzen Lebens erzählen, weil Ich Sie in Mir empfing und über alles Bescheid weiß.
Wenn die Heilige Kirche von der Himmelskönigin spricht, kann sie bloß die ersten Lettern des Alphabets ihrer Heiligkeit und Größe und der Gaben, mit denen Sie bereichert wurde, buchstabieren.
Wenn du wüsstest, welches Wohlgefallen Ich empfinde, wenn Ich von meiner Himmlischen Mutter spreche, dann würdest du Mir, wer weiß wie viele Fragen stellen, um Mir oft die Freude zu machen, von Jener zu sprechen, die Ich so sehr liebe und die Mich so geliebt hat!“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 8. Dezember 1936)

—————-

Heute fand mein armer Geist, als er im Göttlichen Willen schwamm, die Empfängnis der Königin des Himmels gerade im Gange, im Akt vor. Die Wunder und Überraschungen sind unbeschreiblich! Da dachte ich mir: ‚Was kann man denn noch über die Unbefleckte Empfängnis aussagen, nachdem so viel gesagt worden ist?’
Da überraschte mich mein liebenswürdiger Jesus ganz festlich, als wollte Er die Empfängnis der Himmelskönigin feiern und sprach zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wie viel habe Ich noch über die Empfängnis dieses Himmlischen Geschöpfes zu sagen!
Es war ein Leben, das Wir erschufen, nicht ein Werk.
Zwischen einem Werk und einem Leben besteht ein großer Unterschied. Zudem war es ein göttliches und ein menschliches Leben, in dem die höchste Übereinstimmung an Heiligkeit, Liebe und Macht herrschen sollte, dass das eine dem anderen gleichkomme.
So groß waren die Wunder, die Wir bei der Erschaffung dieses Lebens wirkten, dass Wir das größte Wunder und eine Kette von Wundern wirken mussten, damit dieses Leben die Güter fassen konnte, die Wir in Ihr hinterlegten, verwahrten.
Dieses heilige, ohne Erbsünde empfangene Geschöpf, fühlte das Leben seines Schöpfers, Seinen tätigen Willen, der nichts anderes tat, als neue Meere der Liebe zu erwecken. O, wie sehr liebte Sie Uns! Sie fühlte Uns in und außerhalb von sich selbst, und Sie eilte, um sich überall und in allem befinden zu können, wo das Leben ihres Schöpfers war!
Es wäre das härteste und grausamste Martyrium für Sie gewesen, wenn Sie nicht überall sein könnte, um Uns zu lieben. Unser Wille brachte Sie zum Fliegen, und unser Leben – während Es in sich verblieb – ließ sich überall finden, um sich lieben zu lassen und um sich an Jener zu erfreuen, die Uns so sehr liebte und von dem Sie wiedergeliebt wurde.
Vernimm nun eine andere Überraschung: als Sie empfangen wurde, begann Sie ihren Lauf, und Wir liebten Sie mit einer unendlichen Liebe. Sie nicht zu lieben, wäre auch für Uns das grausamste Martyrium gewesen.
Als Sie sich daher beeilte, draußen unser Leben aufzuspüren, das Sie im Inneren besaß – denn ein Gut ist niemals vollständig, wenn man es nicht innen und außen besitzt – wurde Sie empfangen im Himmel und in den Sphären des Himmels.
Dort bildeten die Sterne eine Krone für Sie, huldigten Ihr und erklärten Sie zu ihrer Königin. Sie erwarb die Rechte einer Königin über alle Himmelskörper.
Unsere Unermesslichkeit erwartete Sie in der Sonne, und Sie lief und wurde in der Sonne empfangen, welche Sie, sich auf ihrem verehrungswürdigen Haupt zum Diadem machend, mit Licht bekleidete und als Königin des Lichtes pries.
Unsere Unermesslichkeit und Macht erwarteten Sie im Wind, in der Luft, im Meer, und Sie eilte, lief, ohne in ihrem Lauf zu verweilen und blieb im Wind, in der Luft, im Meer empfangen und erlangte die Königsrechte über alles.
So lässt die erhabene Herrin ihre Macht, ihre Liebe, ihre Mutterschaft im Himmel, in der Sonne, im Wind und im Meer fließen, bis hin zur Luft, die alle einatmen. Überall und allerorten und in allen blieb Sie also empfangen.
Wo immer unsere Macht und Unermesslichkeit war, errichtete Sie ihren Thron, um Uns und alle zu lieben. Dies war das größte Wunder, das unsere mächtige Liebe wirkte: Sie zu bilokieren, in allen geschaffenen Dingen und Wesen zu vervielfältigen, damit Wir Sie in allen und überall finden könnten.
Die Himmelskönigin handelt wie die Sonne: auch wenn jemand ihr Licht nicht will, setzt sich ihr Licht durch und spricht: ‚Ob du mich willst oder nicht, ich muss meinen Lauf vollenden, ich muss dir Licht spenden.‘
Während man sich aber vor dem Sonnenlicht verbergen kann, kann sich vor der Höchsten Herrin niemand verstecken, sonst könnte man Sie nicht tatsächlich die universelle Königin und Mutter aller und von allem nennen.
Und Wir vermögen keine Worte zu sagen, ohne Fakten zu schaffen.
Siehst du also, wie weit unsere Macht und Liebe bei der Empfängnis dieses Heiligen Geschöpfes gingen? Wir erhoben Sie zu solcher Höhe und Herrlichkeit, dass Sie sagen kann: „Wo mein Schöpfer ist, da bin Ich, um Ihn zu lieben. Er hat Mich mit solcher Macht und Herrlichkeit bekleidet, dass Ich die Herrscherin über alles bin, und alles von Mir abhängt.
Mein Herrschaftsbereich erstreckt sich überallhin, sodass Ich, während Ich in allen Dingen empfangen bin, in Mir den Himmel, die Sonne, den Wind, das Meer und alles empfangen habe, alles in Mir besitze, auch meinen Schöpfer, und Ich Herrscherin und Herrin über alle bin.
Dies ist meine ganze unerreichbare Größe, meine Herrlichkeit, der niemand gleichkommt, meine große Ehre, dass Ich mit meiner Liebe alle umfange, alle liebe und allen gehöre, und sogar die Mutter meines Schöpfers bin.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 8. Dezember 1937)

—————-

… „Meine gesegnete Tochter, heute ist das Fest der Unbefleckten Empfängnis. Es ist das schönste Fest, das größte Fest für Uns und den Himmel und die Erde. Im Akt, da Wir dieses himmlische Geschöpf aus dem Nichts riefen, wirkten Wir solche Wunder und Wunderwerke, dass Himmel und Erde davon erfüllt wurden.
Alle riefen Wir herbei, niemand wurde beiseitegestellt, damit alle zugleich mit Ihr neu geboren würden: es war die Wiedergeburt von allen und von allem. Unser Göttliches Wesen floss so sehr aus Uns über, dass Wir Ihr im Akt der Empfängnis Meere der Liebe, der Heiligkeit und des Lichtes zur Verfügung stellten, mit denen sie alle lieben, alle heilig machen und allen Licht verleihen konnte.
Das Himmlische Mägdlein fühlte, wie in ihrem Herzen ein unzählbar großes Volk neu geboren wurde. Und was tat unsere Vatergüte?
Zuerst gaben Wir Sie (Maria) Uns Selbst zum Geschenk, damit Wir Uns an Ihr erfreuen und Sie umwerben mögen, und Sie Uns genieße und umwerbe, sodann machten Wir Sie jedem Menschen zum Geschenk.
O, wie sehr liebte Sie Uns und alle mit solcher Intensität und Fülle, dass es keinen Ort gibt, wo sich ihre Liebe nicht zeigt. Die ganze Schöpfung, die Sonne, der Wind, das Meer – alle sind voll von der Liebe dieses heiligen Geschöpfs, denn auch die Schöpfung fühlte sich mit Ihr zu neuer Herrlichkeit wiedergeboren, umso mehr als alle Menschen [jetzt] die große Ehre hatten, ihre Königin zu besitzen.
Wenn Sie Uns daher zum Wohle ihres Volkes bittet, sagt Sie mit einer Liebe, der Wir nicht widerstehen können, zu Uns: ‚Anbetungswürdige Majestät, erinnert Euch an das, was Ihr Mir gegeben habt. Ich gehöre schon Euch und Ich gehöre [auch] ihnen.
Deshalb müsst Ihr mich zu Recht erhören.’“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 36; 8. Dezember 1938)

—————-

„Meine Tochter, höre mir zu; es ist mein mütterliches Herz, das dich so sehr liebt, und sich über dich ergießen will. Wisse, dass ich dich in meinem Herzen eingeschrieben habe und dich als wahre Tochter liebe; aber ich empfinde einen Schmerz, weil ich dich deiner Mutter nicht ähnlich sehe.
Weißt du, was uns unähnlich macht? Es ist dein Wille, der dir die Frische der Gnade raubt, die Schönheit, die den Schöpfer verliebt macht, die Stärke, die alles überwindet und erträgt, die Liebe, die alles verzehrt … Alles in allem, es ist nicht der Wille, der deine himmlische Mutter beseelt.
Du sollst wissen, dass ich meinen menschlichen Willen nur kannte, um ihn zur Ehre meines Schöpfers in jedem Augenblick zum Opfer zu bringen; mein Leben war ganz erfüllt im Göttlichen Willen.
Vom ersten Augenblick meiner Empfängnis an wurde ich gebildet, belebt und in sein Licht getaucht, das mit seiner Macht meinen menschlichen Kern reinigte, da ich ohne Erbsünde empfangen wurde. Meine Empfängnis war makellos und so ehrenvoll, dass sie den Ruhm der göttlichen Familie bildete, nur weil das Allmächtige FIAT sich über meinen Kern ergoss; rein und heilig wurde ich empfangen.
Hätte sich der Göttliche Willen nicht zärtlicher als eine Mutter, über meinen Kern ergossen, um die Auswirkungen der Erbsünde zu verhindern, so hätte mich das traurige Los der anderen Menschen getroffen, die mit der Erbsünde empfangen worden sind.
Die primäre Ursache war also nur der Göttliche Wille; ihm seien die Ehre, der Ruhm und der Dank, dass ich ohne Erbsünde empfangen war.
Jetzt, Tochter meines Herzens, höre deiner Mutter zu: Lege deinen menschlichen Willen beiseite; sei froh, eher zu sterben als ihm einen Akt des Lebens zu gestatten; deine himmlische Mutter hätte sich es vorgezogen, tausend und abertausend Mal zu sterben als nur einen einzigen Akt aus meinem Willen zu tun …
Willst du mich also nicht nachahmen? Wenn du deinen Willen zu Ehren deines Schöpfers geopfert hältst, dann wird der Göttliche Wille in deiner Seele den ersten Schritt tun, und du wirst dich von einem himmlischen Schein geformt fühlen, gereinigt und erwärmt, wirst die Keime deiner Leidenschaften in dir vernichtet fühlen, und du wirst dich in die ersten Schritte im Reich des Göttlichen Willens versetzt fühlen.
Sei also aufmerksam; wenn du mich treu anhörst, werde ich dich führen, mit der Hand auf die unbegrenzten Wege des Göttlichen FIAT bringen, ich werde dich unter meinem blauen Mantel beschützt halten, und du wirst meine Ehre, mein Ruhm und mein und dein Sieg sein.
Die Seele:
Unbefleckte Jungfrau, nimm mich auf deine mütterlichen Knie und sei meine Mutter; mit deinen heiligen Händen nimm Besitz von meinem Willen, reinige ihn, forme und erwärme ihn mit der Berührung deiner mütterlichen Hände; lehre mich, einzig und allein im Göttlichen Willen zu leben.
Tagesaufopferung:
Um mich heute von den Morgenstunden an und in all deinen Handlungen zu ehren, wirst du deinen Willen in meine Hände legen und mir sagen: Meine Mama, bringe du selbst das Opfer meines Willens meinem Schöpfer dar.
Stoßgebet:
Meine Mutter, schließe den Göttlichen Willen in meine Seele ein, damit er seinen ersten Platz einnimmt und dort seinen Thron und seinen Wohnsitz formt. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 1. Tag)

„Du hast bei Gott Gnade gefunden“ (Lk 1, 30)

… „Meine Tochter, Maria, die Unbefleckte, war ein kleines Licht aus dem menschlichen Stamm, da die menschliche Erde ihr Ursprung war – Sie war jedoch stets Tochter des Lichtes, da kein Makel in dieses Licht eindrang.
Doch weißt du, wo ihre ganze Größe liegt, wer Ihr Hoheit verlieh, wer die Meere des Lichtes, der Heiligkeit, der Gnade, der Liebe, der Schönheit, der Macht, innerhalb und außerhalb von Ihr bildete? Meine Tochter, das Menschliche kann niemals weder Großes tun, noch Großes geben.
So wäre die Himmelskönigin das kleine Licht geblieben, wenn Sie nicht ihren Willen, der das kleine Licht war, gleichsam beiseitegestellt und sich nicht von meinem Göttlichen Willen erfüllen lassen hätte, in Welchem Sie ihr kleines Licht gleichsam verlor.
Jener, Der kein kleines Licht, sondern eine grenzenlose Sonne ist, die Sie ganz erfüllte, bildete Meere des Lichtes, der Gnade und Heiligkeit um Sie herum und schmückte Sie so, dass Er Sie ganz schön machte – mit allen Schattierungen Göttlicher Schönheiten – dass Sie Den in sich verliebt machte, Der Sie erschaffen hatte. Ihre Unbefleckte Empfängnis, so schön und rein sie war, war immer [nur] ein kleines Licht.
Es hätte weder ausreichende Kraft noch Licht besessen, um Meere des Lichtes und der Heiligkeit zu bilden, wenn unser Göttlicher Wille nicht das kleine Licht erfüllt und es in eine Sonne umgewandelt hätte; und wenn das kleine Licht, nämlich der Wille der Himmlischen Herrin, sich nicht damit begnügt hätte, sich in der Sonne des Göttlichen FIAT zu verlieren, um sich von Ihm beherrschen zu lassen.
Dies war das große Wunder, das Reich meines Göttlichen Willens in Ihr. Mit Ihm wurde alles, was Sie tat, zu Licht. Sie ernährte sich von Licht, nichts trat aus Ihr hervor, was nicht Licht war, da Sie die Sonne meines Göttlichen Willens in ihrer Macht hatte, dass sie so viel Licht daraus schöpfte, wie Sie wollte.
Da es dem Licht eigen ist, sich auszubreiten, zu herrschen, zu befruchten, zu erleuchten, zu erwärmen, so breitete sich die Erhabenheit der Höchsten Königin mit der Sonne meines Göttlichen Willens, die Sie besaß, in Gott aus.
Ihn beherrschend, bezwang Sie Ihn, auf die Erde zu steigen, Sie wurde befruchtet mit dem ewigen Wort, erleuchtete und erwärmte das Menschengeschlecht. Man kann sagen, dass Sie alles in der Kraft des Reiches meines Willens tat, das Sie besaß.
Alle anderen Vorrechte kann man Zierden dieser Mutter und Königin nennen, doch die Substanz all ihrer Güter, ihrer Höhe, Schönheit, Größe und Erhabenheit, war die, dass Sie das Reich meines Willens besaß. Deshalb sagt man von Ihr [nur] das Geringere, doch über das Bedeutendere redet man nichts.
Das heißt, dass man von meinem Willen wenig oder nichts weiß, daher sind sie fast alle stumm, was Ihn betrifft.” (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 23; 8. Dezember 1927)