Dienstag der 2. Adventswoche (Mt 18,12-14)
12In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte?
13Und wenn er es findet – amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 14So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht.
„Und wenn er es findet – amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine…“(Mt 18,13)
Ich fuhr in meinem gewohnten Zustand fort, da ließ sich mein stets liebenswürdiger Jesus in meiner Nähe sehen, sein Herz war ganz in Flammen und bei jedem Herzschlag kam ein Licht aus seinem Herzen hervor; dieses Licht umgab mich ganz und verteilte sich auf die ganze Schöpfung. Ich war darüber erstaunt, und Er sagte zu mir:
„Meine Tochter, Ich bin ewiges Licht, und alles, was aus Mir hervorgeht ist Licht, sodass nicht nur mein Herzschlag Licht ausströmt, sondern jeder Gedanke von Mir, jeder Atemzug, jedes Wort, jeder Schritt, jeder Tropfen meines Blutes sind Lichter, die von Mir ausströmen und sich inmitten aller Geschöpfe verteilend, sich als Leben an die Stelle jedes einzelnen von ihnen setzen, und dafür die Vergeltung ihrer kleinen Lichter wünschen, da auch sie Lichter sind, die von meinem eigenen Lichte ausgeströmt sind, aber die Sünde verkehrt das Wirken der Kreatur in Finsternis.
Meine Tochter, so sehr liebe Ich die Geschöpfe, dass Ich sie in meinem Hauch empfing und sie auf meinen Knien gebar, um sie auf meinem Schoß ausruhen zu lassen und in Sicherheit zu bewahren, aber die Geschöpfe entfliehen Mir, und da Ich sie nicht in meinem Atem wahrnehme noch auf meinen Knien finde, so ruft mein Atem sie beständig, meine Knie sind des Wartens müde und Ich gehe, sie überall zu suchen, dass sie zu Mir zurückkehren.
Ach, in welche Bedrängnis des Schmerzes und der Liebe versetzen Mich die Geschöpfe!“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 13; 28. September 1921)
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… „Meine Tochter, es ist unser Wille, dass das Geschöpf wieder in unseren Schoß und in unsere Schöpferarme aufsteige, damit Wir ihm von neuem unseren ständigen Hauch mitteilen, und ihm in diesem Hauch den Strom schenken, der alle Güter, Freuden und Wonnen erzeugt.
Doch damit Wir dem Menschen diesen Hauch geben können, muss er in unserem Willen leben, denn nur in Ihm kann er ihn empfangen und ihn Uns geben.
Unser Fiat hat die Eigenschaft, dass Es das Geschöpf unzertrennlich von Uns macht – und was Wir von Natur aus tun und sind, das kann es durch Gnade tun. Bei der Erschaffung des Menschen stellten Wir ihn nicht in eine Entfernung von Uns.
Vielmehr gaben Wir ihm, damit er mit Uns zusammen sei, unseren eigenen Göttlichen Willen, der ihm den ersten Akt geben sollte, damit er gemeinsam mit seinem Schöpfer handle.
Das war der Grund, warum unsere Liebe, Macht und Schönheit, unser Licht und unsere Freuden alle zugleich hervorquollen, aus unserem Göttlichen Sein überflossen, und jenem den Tisch deckten, den Wir mit so großer Liebe mit unseren Schöpferhänden geformt und mit unserem eigenen Hauch gezeugt hatten.
Wir wollten Uns an unserem Werk erfreuen, ihn glücklich sehen mit unserem eigenen Glück, schön mit unserer Schönheit, reich an unserem Reichtum.
Umso mehr, da es unser Wille war, dem Geschöpf nahe zu bleiben, gemeinsam zu wirken und Uns gemeinsam mit ihm zu unterhalten. Spiele kann man nicht aus einer Entfernung spielen, sondern in der Nähe.
Deshalb war das einzige Mittel, das sich zwangsläufig aus der Erschaffung heraus ergab und um unser Werk und die Zielsetzung zu wahren, für die Wir es erschaffen haben, dass Wir den Menschen mit dem Göttlichen Willen ausstatteten.
Dieser sollte ihn genauso bewahren, wie er aus unseren Schöpferhänden hervorgegangen ist, und der Mensch würde sich all unserer Güter erfreuen, und Wir könnten Uns an seinem Glück freuen.
Daher gibt es – damit der Mensch an seinen Ehrenplatz zurückkehre und abermals zusammen mit seinem Schöpfer wirke, und Sie sich gegenseitig unterhalten – keine anderen Mittel als seinen Wiedereintritt in unser Fiat.
Dieses Fiat soll den Menschen triumphierend in unsere Arme legen, die ihn schon erwarten, um ihn eng an unsere göttliche Brust zu drücken und ihm zu beteuern: ‘Endlich bist du nach sechstausend Jahren zurückgekehrt!
Du bist umhergeirrt, hast alle Übel durchgemacht – weil es nichts Gutes ohne unser Fiat gibt – , du hast genug Erfahrungen gesammelt und am eigenen Leib verspürt, was es heißt, aus Ihm herauszugehen.
So tritt niemals mehr aus Ihm heraus – und nun komm und ruhe dich aus und freue dich an dem, was dir gehört, denn in unserem Willen wurde dir alles gegeben.’ Sei daher achtsam, meine Tochter. Wir werden dir alles geben, wenn du stets in unserem Fiat lebst.
Unser Atem wird seine Wonne darin finden, immer über dir zu hauchen, um unsere Freuden, unser Licht und unsere Heiligkeit in dich überfließen zu lassen.
Er wird dir auch die Gesinnung unserer Werke mitteilen, damit Wir die kleine Tochter, die aus unserem Göttlichen Willen neu generiert wurde, immer zusammen mit Uns behalten können.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 26; 28. April 1929)
„So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht“ (Mt 18, 14)
… „Wieviel Liebe, wieviel Liebe! Siehst du, wie Ich litt! Als der Schmerz sich in Mir bildete, sagte Ich: ‚Mein Leid, geh, lauf, eile auf der Suche nach dem Menschen, hilf ihm, und meine Leiden werden die Kraft der seinen sein.‘
Als Ich mein Blut vergoss, sagte Ich zu jedem Tropfen: ‚Lauft, eilt, rettet Mir den Menschen, und wenn er tot ist, gebt ihm das Leben, aber das göttliche Leben, und wenn er flieht, lauft ihm von hinten nach, umgebt ihn von allen Seiten, beschämt ihn mit Liebe, bis er sich ergibt.‘
Als sich die Wunden meines Körpers unter den Geißelhieben bildeten, wiederholte Ich: ‚Meine Wunden, bleibt nicht bei Mir stehen, sucht den Menschen, und wenn ihr ihn findet, von Schuld verwundet, setzt euch wie ein Siegel auf ihn, um ihn wieder zu heilen‘; so stellte Ich alles also, was Ich tat und sagte, um den Menschen herum auf, um ihn in Sicherheit zu bringen.
Auch du sollst aus Liebe zu Mir nichts für dich behalten, sondern lasse alles hinter dem Menschen her eilen, um ihn zu retten, und Ich werde dich wie ein anderes ‚Ich-Selbst‘ betrachten.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 4. Oktober 1917)
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… „Meine Tochter, die Seele, die ihren eigenen Willen tut, sondert sich von allen ab und arbeitet allein. Niemand hilft ihr, niemand verleiht ihr Kraft oder Licht, um ihre Handlungen bestmöglich zu tun.
Alle überlassen sie der Gewalt ihres eigenen Ich, einsam, ohne Stütze und Verteidigung: man könnte sie die Verlassene, Verlorene der Schöpfung nennen.
Als gerechte Strafe muss die Seele, die ihren Willen tun möchte, die ganze Last der Einsamkeit erleiden, in die sie sich selbst gebracht hat, und das Fehlen jeglicher Hilfe. O, wie groß ist mein Schmerz, so viele Geschöpfe auch von Mir abgesondert zu sehen!
Damit sie am eigenen Leib verspüren, was es heißt, ohne meinen Willen zu handeln, bleibe Ich quasi in weiter Ferne und lasse sie die ganze Last des menschlichen Willens fühlen, der ihnen niemals Ruhe gibt und zu ihrem grausamsten Tyrannen wird.
Das genaue Gegenteil trifft auf die Seele zu, die meinen Willen tut: alle sind mit ihr, der Himmel, die Heiligen, die Engel, denn zur Ehre und aus Respekt vor meinem Göttlichen Wollen fühlen sich alle verpflichtet, dieser Seele zu helfen und sie in jenen Akten zu unterstützen, in die mein Wille eintritt.
Er selbst bringt die Seele mit allen in Verbindung und befiehlt allen, ihr zu helfen, sie zu verteidigen und ihr Gesellschaft zu leisten. Die Gnade lächelt ihr schon zu, das Licht erglänzt in ihrer Seele und sie reichen ihr das Beste, das Schönste für ihren Akt.
Ich selbst bin rege tätig in der Seele, die meinen Willen tut und lasse meine Akte in den ihren fließen, um die Ehre, Liebe und Herrlichkeit meiner Akte im Akt der Seele zu erlangen, die in meinem Willen tätig war.
Daher also fühlt sie sich mit allen verbunden und nimmt die Kraft, Unterstützung, Gesellschaft und Verteidigung seitens aller wahr.
So kann die Seele, die meinen Willen tut und in Ihm lebt, die Wiedergefundene der Schöpfung genannt werden, die Tochter, Schwester und Freundin aller. Sie gleicht der Sonne, die aus der Höhe ihrer Sphäre Licht verströmt, das größer wird und alle in ihr Licht einschließt.
Sie schenkt sich allen, verweigert sich niemandem, umarmt als treue Schwester alles und verleiht allem Geschaffenen als Pfand ihrer Liebe ihre wohltuende Wirkung, wobei sie sich selbst zum Leben der Wirkung macht, die sie ausspendet: in einigen Dingen bildet sie das Leben der Süßigkeit heran, in anderen das Leben des Duftes, das Leben der Farben usw.
So verströmt auch mein Wille aus der Höhe seines Throns sein Licht. Wo Er eine Seele findet, die Ihn aufnehmen und in sich herrschen lassen möchte, umgibt, umfängt, wärmt und bearbeitet Er sie, damit sie heranreife und so sein wunderbares Leben einschließe, als wäre es das Leben der Seele.
Aufgrund dieses Lebens ist alles und sind alle mit dieser Seele, da alles meinem anbetungswürdigen Willen gehört.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 26. November 1933)
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Leidender Heiland! Während ich, an dein Herz geschmiegt, mich damit beschäftige, deine Schmerzen zu betrachten, nehme ich wahr, dass krampfhaftes Zittern deine Menschheit befällt.
Alle deine Glieder sind in Aufruhr, als ob eines sich vom anderen lösen wollte. In den durch die entsetzlichen Zuckungen hervorgerufenen Qualen rufst du mit lauter Stimme: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Bei diesem Ruf erbeben alle, die Finsternisse werden dichter, deine vom Schmerz versteinerte Mutter erbleicht und ist nahe daran, in Ohnmacht zu fallen.
Mein Leben, mein Alles, mein Jesus, was sehe ich? Ach, du bist dem Tode nahe. O wenn dich doch die Leiden, die so treu bei dir ausharren, wenigstens jetzt verlassen würden!
Selbst nach so großen Qualen schaust du mit unermesslichem Schmerz jene Seelen, die dir noch nicht gänzlich angegliedert sind, schaust auch die zahlreichen Seelen, die verlorengehen, empfindest schmerzlich die Trennung von jenen, die sich von dir lossagen.
Du, der du der göttlichen Gerechtigkeit Genugtuung leisten musst, empfindest die Todesangst eines jeden, sogar die Peinen, die sie in der Hölle zu leiden haben, und rufst mit starker Stimme allen zu:
„O verlasst mich nicht! Wollt ihr noch mehr Leiden, wohlan, ich bin dazu bereit, aber trennt euch nicht von meiner Menschheit. Denn diese Trennung ist für mich der Schmerz der Schmerzen, der Tod über jeden Tod.
Alles Übrige werde ich für nichts erachten, hätte ich nicht eure qualvolle Trennung zu erdulden. O habt Mitleid mit meinem Blut, mit meinen Wunden und mit meinem Tod. Unaufhörlich lasse ich eure Herzen den Ruf vernehmen: O verlasst mich nicht!“
Meine Liebe, wie leide ich mit dir! Du ringst mit dem Tode, das Haupt sinkt auf deine Brust, das Leben will dich verlassen. Meine Liebe, auch ich fühle mich dem Tode nahe und möchte mit dir ausrufen: „Seelen, Seelen!“
Von diesem Kreuz, von diesen deinen Wunden werde ich nicht weggehen, weil ich Seelen von dir erbitten will. Wenn du es willst, steige ich in die Herzen aller Menschen hinab und umgebe sie mit deinen Leiden, damit sie dir nicht entrinnen.
Wenn es möglich wäre, würde ich mich an die Eingangspforte der Hölle stellen, um jene Seelen zum Rückzug zu zwingen, die für sie bestimmt sind, und sie zu deinem Herzen führen.
Mein Jesus, du schweigst, und ich beweine deinen nahen Tod. O wie habe ich Mitleid mit dir! Ich drücke dein Herz fest an das meinige und erweise ihm alle Zärtlichkeiten, deren ich fähig bin.
Um dir einen Trost zu spenden, der deinen Leiden gerecht wird, möchte ich göttliche Zärtlichkeit haben und dir mit ihr all meine Teilnahme bezeigen, möchte mein Herz in einen Strom von Wonne verwandeln, um diese in dein Herz zu gießen und dir die Bitterkeit zu versüßen, die du angesichts des Untergangs so vieler Seelen empfindest.
Zu schmerzvoll erklingt dein Schrei, weil dich der Vater verlassen hat, aber noch schmerzvoller ist für dich der Untergang der Seelen, die sich von dir entfernen. Er ist es, der deinem Herzen so bittere Klage entlockt. O Jesus! Vermehre in allen die Gnade, dass keine Seele verlorengehe.
Meine Sühne soll jenen, die sich ins Verderben stürzen würden, so zum Nutzen gereichen, dass sie nicht verworfen werden. Ich bitte dich auch, mein Jesus, um deiner äußersten Verlassenheit willen, den dich liebenden Seelen Beistand zu leisten, denen du dich zu entziehen scheinst, um sie zu Gefährten deiner Verlassenheit zu haben.
Mögen die Leiden dieser Seelen gleich Stimmen sein, welche die Seelen in deine Nähe rufen und dich so in deinem Schmerz aufrichten. (aus „Die Stundenuhr der Passion Jesu Christi“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Stunde von 12 bis 13 Uhr: Erste Stunde des Todeskampfes Jesu am Kreuz)


