Dienstag der 3. Adventswoche (Mt 21,28-32)
28In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg! 29Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht.
30Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch. 31Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der zweite. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
32Denn Johannes ist gekommen, um euch den Weg der Gerechtigkeit zu zeigen, und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.
„Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht“ (Mt 21,29)
… Danach schien Er mich aus mir heraus zu bringen und ließ mich die Vielzahl der Menschen sehen, und das Gute, welches sie tun können, doch nicht tun, und deshalb die Verherrlichung, die Gott erhalten müsste, doch nicht empfängt. Ganz betrübt fügte Jesus hinzu:
„Meine Geliebte, Mein Herz brennt für die Ehre meiner Herrlichkeit und das Wohl der Seelen. Für jedes Gute, das sie unterlassen, empfängt meine Glorie eine fehlende Stelle, und ihre Seelen – auch wenn sie nichts Böses tun, sind, da sie nicht das Gute tun, das sie tun könnten, wie diese leeren Räume, die zwar schön sind, aber nichts enthalten, das bewundert werden könnte, nichts, das den Blick fesselt, und somit empfängt ihr Eigentümer keine Verherrlichung.
Wenn sie etwas Gutes tun und etwas anderes unterlassen, sind sie wie jene ganz ausgeräumten Zimmer, in denen man nur ein paar Gegenstände und ohne Ordnung sehen kann. Meine Geliebte, komm und nimm an diesen Leiden teil, am Eifer, den mein Herz für die Verherrlichung der Göttlichen Majestät und für das Wohl der Seelen empfindet, und versuche, diese leeren Stellen meiner Glorie zu füllen.
Du kannst dies tun, indem du keinen einzigen Augenblick deines Lebens vergehen lässt, ohne mit meinem Leben vereint zu sein; das bedeutet, in all deinen Handlungen, sei es Gebet oder Leiden, Ruhe oder Arbeit, Schweigen oder Gespräch, Traurigkeit oder Freude, und sogar in der Speise, die du zu dir nimmst – kurz, in allem, das dir widerfahren mag, wirst du die Intention machen, Mir die ganze Verherrlichung zu geben, welche die Menschen Mir in diesen Handlungen geben sollten, und du wirst für das Gute aufkommen, das sie tun sollten, und nicht tun, in der Absicht, diese Intention so oft zu wiederholen, als Ich die Verherrlichung nicht empfange, und wie viel Gutes sie unterlassen.
Wenn du dies tust, wirst du diesen leeren Platz der Glorie einigermaßen auffüllen, die Ich von den Geschöpfen empfangen müsste, und mein Herz wird eine Erholung in meinem brennenden Eifer fühlen; von dieser Erfrischung werden kleine Gnadenflüsse zum Wohle der Sterblichen fließen, die ihnen mehr Kraft zum Gutestun einflößen werden.“
Dann befand ich mich in mir selbst. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 4. September 1901)
„Er antwortete: Ja, Herr!, ging aber nicht. Da wandte er sich an den zweiten Sohn und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn, und er ging doch“ (Mt 21,29+30)
Heiligste Mutter, deine schönen Unterweisungen entzücken mich, und wie sehr ersehne ich das wirksame Leben des Göttlichen Willens in meiner Seele! Auch ich will von meinem Jesus und von dir, Mutter, untrennbar sein. Um das sicher zu erreichen, musst du meinen Willen in deinem mütterlichen Herzen eingeschlossen lassen und darfst ihn mir niemals geben, wenn du auch siehst, dass es mich viel kosten sollte. Nur so kann ich sicher sein; sonst werden es immer nur Worte sein, ohne dass Taten folgen. Daher empfehle ich mich dir und erhoffe alles von dir. (aus „Die Jungfrau Maria im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta: 29. Tag)
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… „Meine gesegnete Tochter, das Leben in meinem Willen wird so große Überraschungen und solch vielfältige göttliche Neuheiten in sich bergen, dass es selbst die Engel und Heiligen zum Staunen bringen wird, zumal es in meinem Willen keine [bloßen] Worte, sondern Taten gibt: die Worte, Wünsche und Absichten selbst verwandelt mein Wille in Fakten und vollendete Werke.
Außerhalb meines Willens beschränken sich die Wünsche der Seele auf Worte, Sehnsüchte und Absichten, aber in meinem Willen erwirbt – da Er die schöpferische Kraft besitzt – das, was das Geschöpf will, den Wert von vollendeten Fakten, von Werken voller Leben; umso mehr, da die in unserem Willen lebende Seele schon darüber Bescheid weiß, was Wir tun, und fühlt, was Wir wollen.
Daher folgt sie Uns in den Werken und will das, was Wir wollen. Sie kann auch nicht darauf verzichten, noch sich abseits stellen. Unser Fiat wird für die Seele das größte Bedürfnis, ohne Das sie nicht auskommen kann. Es ist für sie mehr als der Atem, den sie ein- und ausatmen muss, mehr als die Bewegung mit dem äußersten Bedürfnis, sich zu bewegen.
Mit einem Wort, mein Wille ist alles für diese Seele, und ohne Ihn zu leben ist ihr unmöglich. Sei daher aufmerksam und schwinge dich stets in unserem Fiat auf.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 35; 10. April 1938)

