Dienstag der 18. Woche im Jahreskreis (Mt 15,1-2.10-14)-(Jahre A)
1In jener Zeit kamen von Jerusalem Pharisäer und Schriftgelehrte zu Jesus und sagten: 2Warum missachten deine Jünger die Überlieferung der Alten? Denn sie waschen sich nicht die Hände vor dem Essen.
10Und er rief die Leute zu sich und sagte: Hört und begreift: 11Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. 1
2Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Weißt du, dass die Pharisäer über deine Worte empört sind? 13Er antwortete ihnen: Jede Pflanze, die nicht mein himmlischer Vater gepflanzt hat, wird ausgerissen werden.
14Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.
„Hört und begreift: Nicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein“ (Mt 15, 10+11)
Als ich mich in meinem gewöhnlichen Zustand befand, dachte ich über die Reinheit nach, und darüber, dass ich mir über diese schöne Tugend keine Gedanken machte, weder dafür noch dagegen.
Mir scheint, dass dieses Thema der Reinheit mich weder belästigt noch dass ich darüber nachdenke, und ich sagte mir: „Ich weiß selbst nicht, wie ich zu dieser Tugend stehe. Doch ich will mich da heraushalten, die Liebe genügt mir in allem.“
Und Jesus ging auf meine Worte ein und sagte zu mir: „Meine Tochter, die Liebe schließt alles ein, kettet alles zusammen, gibt allem Leben, triumphiert über alles, verschönert alles, bereichert alles.
So ist die Reinheit zufrieden, keinen Akt, Blick, Gedanken oder kein Wort auszuführen, das nicht ehrbar wäre, während sie alles Übrige duldet; damit begnügt sich die Seele mit dem Erwerb der natürlichen Reinheit.
Die Liebe aber ist auf alles eifersüchtig, selbst auf den Gedanken und den Atem, so ehrbar er auch sei. Sie will alles für sich und verleiht der Seele damit nicht die natürliche, sondern die göttliche Reinheit, und so ist es mit allen anderen Tugenden.
So kann man sagen: die Liebe ist Geduld, sie ist Gehorsam, Milde, Stärke, Friede – sie ist alles. Wenn daher alle anderen Tugenden das Leben nicht von der Liebe erhalten, kann man sie höchstens natürliche Tugenden nennen, doch die Liebe verwandelt sie in göttliche Tugenden.
O welch großer Unterschied besteht zwischen diesen beiden! Die natürlichen Tugenden sind Dienerinnen, die göttlichen sind Königinnen. Die Liebe genügt dir daher in allem.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 23. Novem-ber 1910)
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Als ich weiter in meinem gewöhnlichen Zustand war, kam mein stets liebenswürdiger Jesus, legte seine heilige Hand unter mein Kinn und sagte zu mir: „Meine Tochter, du bist der Widerschein meiner Herrlichkeit.“
Dann fügte Er hinzu: „In der Welt brauche Ich Spiegel, zu denen Ich hingehen und Mich selbst betrachten kann. Nur dann kann eine Quelle als Spiegel dienen, in der man sich spiegeln kann, wenn sie rein ist, doch es nützt der Quelle nicht, dass sie rein ist, wenn das Wasser trüb ist.
Vergebens rühmt sich diese Quelle der kostbaren Steine, auf die sie gegründet ist, wenn die Wasser trübe sind; weder kann die Sonne ihre Strahlen senkrecht ins Wasser eintreten lassen, um es silbrig zu machen und ihm die Vielfalt der Farben mitzuteilen, noch können sich die Menschen darin spiegeln.
Meine Tochter, die Reinheit der Quelle ist ein Gleichnis für die jungfräulichen Seelen, die kristallklaren und reinen Wasser sind das aufrichtige Wirken, die Sonne, die ihre Strahlen senkrecht eindringen lässt, bin Ich, die Vielfalt der Farben ist die Liebe.
Wenn Ich in einer Seele also nicht Reinheit, aufrichtiges Handeln und Liebe vorfinde, kann sie nicht mein Spiegel sein. Diese sind meine Spiegel, in denen Ich meine Herrlichkeit widerstrahlen lasse, in allen anderen, selbst wenn es jungfräuliche Seelen sind, kann Ich Mich nicht nur nicht bewundern, sondern wenn Ich es [auch] wollte, würde Ich Mich in ihnen nicht erkennen.
Und das Zeichen von alledem ist der Friede; daraus wirst du erkennen, wie gering die Zahl der Spiegel ist, die Ich in der Welt habe, da es nur ganz wenige friedvolle Seelen gibt.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 10; 3. Februar 1912)
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Ich befand mich in meinem gewohnten Zustand, und dachte gerade an die Leiden meines anbetungswürdigen Jesus, besonders an jene, die die Gottheit seine Heiligste Menschheit leiden ließ.
Währenddessen fühlte ich mich in das Herz meines Jesus hineingezogen und nahm an den Qualen seines Heiligsten Herzens Teil, die die Gottheit Ihn im Verlauf seines Lebens auf Erden erleiden ließ.
Diese Leiden sind ganz verschieden von jenen, die der geliebte Jesus im Lauf seiner Passion durch die Hand der Juden erlitt; es sind Leiden, die fast nicht beschrieben werden können; über das wenige, woran ich Teil hatte, kann ich sagen, dass ich einen heftigen, bitteren Schmerz empfand, begleitet von einem Riss des Herzens selbst, dass ich wirklich zu sterben meinte. Dann gab Jesus mir gleichsam durch ein Wunder seiner Liebe das Leben wieder.
Nachdem ich das gelitten hatte, sagte Jesus dann zu mir: „Tochter meiner Leiden, wisse, dass die Leiden, die Mir die Juden zufügten, Schatten waren im Vergleich zu jenen, die Mir die Gottheit zufügte; und dies war gerecht, um völlige Genugtuung zu erlangen.
Indem der Mensch sündigte, beleidigte er die Höchste Majestät nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich, und er verunstaltet in seinem Inneren den göttlichen Teil, der ihm bei seiner Erschaffung eingeflößt worden war, sodass sich die Sünde zuerst im Inneren des Menschen bildet und dann nach außen dringt. Ja sehr oft ist es der kleinste Teil, der nach außen dringt, aber das meiste bleibt im Inneren.
Die Geschöpfe nun waren nicht fähig, in mein Inneres einzudringen und zu bewirken, dass Ich durch Leiden der Ehre des Vaters genugtat, die sie Ihm durch so viele Beleidigungen in ihrem Inneren verweigert hatten; umso mehr als diese Beleidigungen den edelsten Teil des Geschöpfes verletzten, nämlich den Intellekt, das Gedächtnis und den Willen, wo das göttliche Abbild eingeprägt ist; wer sollte also diese Aufgabe übernehmen, wenn das Geschöpf dazu unfähig war?
So war es daher gleichsam notwendig, dass die Gottheit selbst diese Verpflichtung auf sich nahm und an Mir als liebevoller Henker handelte, und zwar umso fordernder, je liebevoller er war, um volle Genugtuung für alle Sünden zu erlangen, die im Inneren des Menschen begangen werden.
Die Gottheit wollte das vollständige Werk und die volle Genugtuung [für die Sünden] der Geschöpfe, sowohl im Inneren als auch im Äußeren, sodass Ich bei der Passion, die Mir die Juden bereiteten, die äußere Verherrlichung des Vaters zufriedenstellte, die die Geschöpfe Ihm geraubt hatten; bei der Passion, die Mir die Gottheit im ganzen Verlauf meines Lebens zufügte, leistete Ich dem Vater Genugtuung für alle Sünden im Inneren des Menschen; von daher kannst du verstehen, dass die Leiden, die Ich durch die Hände der Gottheit erlitt, bei weitem die Leiden übertrafen, die Mir die Geschöpfe zufügten.
Ja man kann sie fast nicht miteinander vergleichen, und sie sind für den menschlichen Geist weniger zugänglich. Wie ein großer Unterschied besteht zwischen dem Inneren und dem Äußeren des Menschen, so ist der Unterschied noch viel größer zwischen den Leiden, die Mir die Gottheit, und jenen, die Mir die Geschöpfe am Ende meines Lebens zufügten.
Die Ersteren waren grausame Risse, übermenschliche Schmerzen, fähig, Mir den Tod zu bringen, und wiederholte Tod in den innersten Teilen sowohl der Seele als auch des Leibes; auch nicht eine Faser wurde verschont.
In den zweiten Leiden gab es bittere Schmerzen, aber keine Risse, die Mir bei jedem Schmerz den Tod verursacht hätten, doch die Gottheit hatte die Macht und das Wollen, dies zu tun.
Ach, wie viel kostet Mich der Mensch, aber der undankbare Mensch kümmert sich nicht um Mich und versucht nicht zu verstehen, wie sehr Ich ihn geliebt und für ihn gelitten habe, sodass er noch nicht einmal alles begriffen hat, was Ich in meiner Passion erlitt, die Mir die Geschöpfe zufügten.
Und wenn sie das Wenige nicht verstehen, wie können sie das Mehr begreifen, das Ich für sie gelitten habe? Daher zögere Ich, die unzähligen und unerhörten Schmerzen, die Mir die Gottheit ihretwegen zufügte, zu offenbaren; aber meine Liebe möchte einen Erguss und eine Vergeltung der Liebe, daher rufe Ich dich in die Unermesslichkeit und Erhabenheit meines Willens, wo alle diese Leiden im Akt sind.
Und du nimmst nicht nur daran teil, sondern ehrst sie im Namen der ganzen Menschheitsfamilie und erwiderst die Liebe, und gemeinsam mit Mir ersetzt du all das, wozu die Geschöpfe verpflichtet sind.
Aber zu meinem größten Schmerz und zu ihrem größten Schaden kümmern sie sich überhaupt nicht darum.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 8. Mai 1919)
„Lasst sie, es sind blinde Blindenführer. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen“ (Mt 15, 14)
Als ich in meinem gewohnten Zustand war, brachte mich der gebenedeite Jesus aus mir heraus mitten unter viele Menschen. Welche Blindheit! Beinahe alle waren blind, und einige wenige, kurzsichtig.
Nur sehr wenige konnte man wie die Sonne unter den Sternen erblicken, die äußerst scharfsichtig und ganz auf die Göttliche Sonne ausgerichtet waren; und diese Sicht wurde ihnen gewährt, da sie ganz auf das Licht des Menschgewordenen Wortes fixiert war.
Voller Mitleid sprach Jesus zu mir: „Meine Tochter, wie hat der Stolz die Welt ruiniert! Er hat sogar das kleine Licht der Vernunft vernichtet, welches alle von Geburt an mit sich tragen.
Wisse jedoch, dass die Tugend, die Gott am meisten ehrt, die Demut ist, und die Tugend, welche das Geschöpf am meisten vor Gott und den Menschen erhebt, ist die Demut.“ Als Er dies gesagt hatte, verschwand Er.
Später kam er ganz bekümmert und betrübt zurück und fügte hinzu: „Meine Tochter, drei schreckliche Züchtigungen sind daran, zu geschehen.“ Und Er verschwand wie ein Blitz, ohne mir die Zeit zu lassen, Ihm ein Wort zu sagen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 4; 30. Juli 1901)
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Mein Jesus, Leben meines armen Herzens, Deine Liebe lässt sich nicht aufhalten und deshalb kehrst Du in den Tempel zurück, um den Völkern Dein Göttliches Wort zu unterbreiten: Während die Großen, die Gelehrten, Dich nicht anerkennen wollen, siehe, da drängt sich eine Menge von Armen, Unwissenden und Leidenden um Dich, angezogen von Deiner liebenswürdigen und sanften Art, von Deiner hinreißenden Stimme.
Während Du sprichst, fühlen sie ihr Herz verwundet; eine Ader des Glücks tut sich in Deiner Seele auf, weil Du fühlst, dass Du wenigstens jene trösten, unterweisen, heilen kannst, die als Abfall der Gesellschaft betrachtet werden; auf solche Weise wirst Du der Freund, der Lehrer, der mitleidsvolle Arzt der Armen; für alle hast Du Worte des Trostes, noch verschmähst Du es, ihre leidenden Glieder zu berühren, um sie zu heilen.
Es ist immer ein rührendes Schauspiel, um Dich Blinde, Stumme, Taube, Krüppel, Lahme, Aussätzige zu sehen. All dieses menschliche Elend durchbohrt Dein Göttliches Herz und lässt Es erschaudern.
O wie bricht Dir das Herz, jene menschliche Natur in Elend verwandelt zu sehen, die so schön und so vollkommen aus Deinen schöpferischen Händen hervor gegangen ist!
Es ist der vom rechten Weg abgekommene Wille, der, indem er seine schlimmsten Wirkungen hervorbringt, die Menschheit so unglücklich macht.
Ich flehe Dich an, meine Liebe, gib, dass Dein Fiat zurückkehre, um mitten unter uns zu regieren und schlage die Unglückseligkeit in die Flucht, die der menschliche Wille verursacht hat!
Ich lasse mein „Ich liebe Dich“ in dem Akt fließen, durch den Du den Blinden die Sicht verschaffst, damit alle Menschen die Kenntnis Deines Göttlichen Willens erlangen.
Wie viele Blinde gibt es, die Deinen Göttlichen Willen nicht bemerken! O, wie bitte ich Dich von Herzen, allen die Gnade zu gewähren, Deinen Heiligsten Willen zu erkennen und zu befolgen!“. (aus „Rundgang der Seele im Reich des Göttlichen Willens“ nach den Schriften der Dienerin Gottes Luisa Piccarreta; Siebzehnte Stunde)


