1In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: 2Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.
3Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. 4Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!
5Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, 6wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.
7Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. 8Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert eingeladen zu werden.
9Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein. 10Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen.
11Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. 12Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.
13Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. 14Denn viele sind gerufen, aber nur wenige auserwählt.

„Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete“ (Mt 22, 2)

Ich dachte über das oben Geschriebene nach, und der gebenedeite Jesus erklärte mir weiter:
„Meine Tochter, es ist wirklich wahr, dass das Höchste Wesen am Anfang der Schöpfung seine Vermählung mit der Menschheit feierte. Es war wie bei einem Bräutigam, den seine böse Braut veranlasst, sich vor dem Hof von ihr zu trennen.
Trotzdem bleibt im Bräutigam eine Zuneigung im eigenen Herzen, und er denkt und ersehnt es, dass seine Erwählte sich ändert: „Wer weiß, vielleicht kann ich wieder mit ihr zusammenkommen und mich aufs Neue mit ihr im Hochzeitsbund vermählen.“
Daher lässt er oft Botschaften an ihr Ohr dringen, dass er sie liebt. So machte es Gott. Obwohl die Vermählung mit der Menschheit am Göttlichen Hof aufgelöst wurde, bewahrte Er eine Zuneigung für sie und sehnte sich, obschon Er weit weg war, nach dem neuen Band der Vermählung mit der Menschheit.
Daher zerstörte Er weder den Palast, den Er mit so viel Pracht und Herrlichkeit errichtet hatte, noch entzog Er der Menschheit die Wohltat der Sonne, die den Tag bildete, sondern Er ließ alles bestehen, damit jene, die Ihn beleidigt hatte, Gebrauch davon machen konnte. Mehr noch, Er erhielt sogar die Kommunikation aufrecht, indem Er von Beginn der Welt an bald diesen, bald jenen Guten erwählte.
Diese Guten glichen Boten, Postboten, die manch kleine Briefe, Telegramme oder Telefonanrufe vom Himmel brachten, mit der Ankündigung, dass der ferne Bräutigam sie nicht vergessen hat, dass er sie liebte und die Rückkehr der undankbaren Braut wünschte.
Je mehr Ich im Alten Bund die Guten, die Patriarchen und die Propheten vervielfältigte, umso eindringlicher waren die Einladungen und die Post, die zwischen Himmel und Erde hin und her eilte – mit jenen Nachrichten, dass Gott die neue Vereinigung ersehnte.
So wahr ist dies, dass Er, da Er die Glut seiner Liebe nicht länger zurückhalten konnte und die gefallene Menschheit damals noch nicht disponiert war, eine Ausnahme machte, und die jungfräuliche Königin und die Menschheit des WORTES mit dem Band wahrer Vermählung traute.
Dadurch sollte die gefallene Menschheit durch diese Beiden wieder erhoben werden und Er seine Vermählung mit der ganzen Menschheit feiern können. So bildete meine Menschheit die neue Verlobung mit der ganzen Menschheit auf dem Kreuz. Alles, was Ich tat und litt, bis hin zum Kreuzestod, waren lauter Vorbereitungen, um die ersehnte Hochzeit im Reich des Göttlichen Willens zu verwirklichen.
Nun, nach der Verlobung gibt es noch Unterpfänder und Gaben, die übergeben werden sollen, und diese sind die Kenntnisse über mein Göttliches FIAT: in ihnen wird der Menschheit das große Geschenk verliehen, das Mir der Mensch im Garten Eden zurückgewiesen hatte, d.h., das ewige, unendliche und grenzenlose Geschenk meines Willens. Diese Gabe wird die gefallene Menschheit so sehr anlocken, dass sie Uns dafür [im Gegenzug] das Geschenk ihres armen Willens machen wird.
Dies wird nach einer so langen Kette der Korrespondenz und der Treue von Seiten Gottes, und der Unbeständigkeit, Undankbarkeit und Kälte seitens der Menschen wie eine Bestätigung und Besiegelung der Einheit der Brautleute sein.
So hat sich also, meine Tochter, der Mensch herabgewürdigt und verlor mit dem Rückzug aus meinem Willen alle Güter. Um sich zu adeln und alles wieder zu erwerben und die Rehabilitation der Vermählung mit seinem Schöpfer zu erhalten, muss er von neuem in das Göttliche FIAT eintreten, von Dem er ausgegangen war.
Es gibt keine Mittelwege, nicht einmal meine eigene Erlösung reicht aus, um den Menschen zum Ursprung der glücklichen Ära seiner Erschaffung zurückkehren zu lassen. Sie – die Erlösung – ist Mittel, Weg, Licht, Hilfe, aber nicht das Ziel; das Ende ist mein Wille, denn Er war der Anfang. Wer Anfang war, muss von Rechts wegen (aus Gerechtigkeit), auch dessen Ziel sein.
So muss die Menschheit in meinen Göttlichen Willen eingeschlossen werden, um in ihrem adeligen Ursprung und ihrer Glückseligkeit wieder hergestellt zu werden, und um von neuem die Vermählung mit ihrem Schöpfer in Kraft zu setzen. Daher genügt unserer Liebe nicht die große Wohltat, welche meine Erlösung dem Menschen erwiesen hat, sondern sie ersehnt mehr.
Die wahre Liebe gibt sich nie zufrieden, sie ist erst dann befriedigt, wenn sie sagen kann: „Ich habe nichts mehr, was Ich geben könnte.“
Im Wissen, dass der Mensch glücklich, siegreich, herrlich zu Mir, in den edlen Zustand zurückkehren kann, in dem er von Gott erschaffen worden ist, und zwar, indem mein Wille in ihrer Mitte regiert – siehe darum ist alle Sehnsucht Gottes, sind meine Seufzer und Mitteilungen auf die Bekanntmachung und Herrschaft unseres Willens hingeordnet.
Dann erst kann Ich zu unserer Liebe sagen: „Beruhige dich, unser geliebter Sohn ist an seinem Ziel angekommen! Er ist jetzt schon im Besitz unseres Erbes, das ihm bei der Erschaffung verliehen wurde, was unser FIAT ist!“ Und während er das Unsrige besitzt, besitzen Wir ihn.
Daher ist die Vermählung von neuem geschlossen, die Brautleute sind an ihren Ehrenplatz zurückgekehrt, und es bleibt nichts anderes als zu feiern und ein solch großes Glück nach einem so langen Schmerz zu genießen.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 24; 16. Juni 1928)

„Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte“ (Mt 22, 11)

Ich betrachtete das Geheimnis der Geißelung, und bemitleidete meinen süßen Jesus, als Er sich so gedemütigt inmitten seiner Feinde sah, seines Gewandes entkleidet, unter einem Sturm von Schlägen; da trat mein liebenswürdiger Jesus in dem Zustand, in dem Er war, als Er gegeißelt wurde, aus meinem Inneren heraus und fragte mich:
„Meine Tochter, willst du wissen, warum man Mich entkleidete, als Ich gegeißelt wurde? In jedem Geheimnis meiner Passion kümmerte Ich Mich zuerst darum, wie Ich den Bruch zwischen dem menschlichen und dem Göttlichen Willen ausbessern könne, und dann erst um die Beleidigungen, welche dieser Bruch hervorgebracht hat.
Als der Mensch im Garten Eden die Bande der Einheit zwischen dem Höchsten Willen und dem seinen zerriss, beraubte er sich der königlichen Kleider meines Willens und kleidete sich in die elenden Lumpen seines eigenen, der schwach, unbeständig und unfähig zum Gutestun war.
Mein Wille war ein süßer Zauber für Adam, der ihn in einem ganz reinen Licht eingetaucht hielt und ihn nichts anderes kennen ließ als seinen Gott, von Dem er ausgegangen war, Der ihm nichts anderes schenkte als Wonnen ohne Zahl. Und er war so ganz davon in Anspruch genommen, welch große Schätze sein Gott ihm gab, dass er keinen Gedanken an sich selbst hatte.
O wie glücklich war der Mensch, und wie freute sich die Gottheit, ihm so viele Vollkommenheiten ihres Wesens mitzuteilen, wie viel ein Geschöpf nur aufnehmen kann, um es sich ähnlich zu machen!“ Kaum hatte Adam die Verbindung mit unserem Willen gebrochen, verlor er das königliche Gewand, den Zauber, das Licht und die Seligkeit.
Er betrachtete sich selbst ohne das Licht meines Willens, und als er sich ohne den Zauber, der ihn gefesselt hatte, betrachtete, erkannte er sich [, und wie unfähig er ohne mein Licht war], er schämte sich und verspürte Angst vor Gott, sodass sogar seine eigene Natur die traurigen Wirkungen davon empfand: er fühlte die Kälte und Nacktheit und spürte das lebhafte Bedürfnis, sich zu bedecken.
Wie unser Wille ihn im Hafen unermesslicher Wonnen bewahrte, so versetzte ihn sein eigener Wille in den Hafen des Elends. Unser Wille war alles für den Menschen, und in Ihm fand er alles. Es war gerecht, dass er, da er aus Uns hervorgegangen war und als unser geliebter Sohn in unserem Willen lebte, von dem Unsrigen lebte, und dieser unser Wille sollte für alles aufkommen, was er benötigte.
Als er nun in seinem eigenen Willen leben wollte, hatte er alles nötig, denn der menschliche Wille hat nicht die Macht, für alle Bedürfnisse aufzukommen, noch beinhaltet er die Quelle des Guten in sich; so war er gezwungen, sich die zum Leben notwendigen Dinge mühsam zu verschaffen.
Siehst du also, was es bedeutet, nicht mit meinem Willen vereint zu sein? O, wenn alle das wüssten, hätten sie nur diese eine Sehnsucht, dass mein Wille komme und auf der Erde herrsche!
So hätte, wenn Adam sich nicht vom Göttlichen Willen zurückgezogen hätte, auch seine Natur keine [materiellen] Kleider gebraucht, und er hätte sich nicht seiner Nacktheit geschämt, noch wäre er dem Leiden wegen der Kälte, der Hitze, des Hungers oder der Schwäche unterworfen gewesen.
Doch diese natürlichen Dinge waren [im Vergleich dazu] beinahe nichts, sie waren vielmehr Symbol des großen Gutes, das seine Seele verloren hatte.
Nun, meine Tochter, bevor Ich zur Geißelung an die Säule gebunden wurde, wollte Ich entkleidet werden, um die Nacktheit des Menschen zu erleiden und sie wieder gutzumachen, als er sich des königlichen Gewandes meines Willens entkleidete.
Ich fühlte in Mir eine so große Beschämung und Pein, als Ich Mich inmitten von Feinden, die Mich verspotteten, so entblößt sah, dass Ich über die Nacktheit des Menschen weinte und meinem Himmlischen Vater meine Blöße aufopferte, damit der Mensch von neuem mit dem Königsgewand meines Willens bekleidet werde.
Und damit Mir dies nicht verweigert werde, opferte Ich als Preis dafür mein Blut, mein in Stücken herausgerissenes Fleisch auf, und ließ Mich nicht nur der Kleider entblößen, sondern auch meiner Haut, um den Preis zahlen zu können und für das Verbrechen dieser Nacktheit des Menschen Genugtuung zu leisten.
Ich vergoss so viel Blut in diesem Geheimnis, wie in keinem anderen, sodass es ausreichte, um den Menschen wie mit einem zweiten Gewand, einem Gewand aus Blut zu bekleiden, um ihn von neuem zu bedecken und ihn dadurch zu wärmen, rein zu waschen und ihn zu disponieren, das königliche Gewand meines Willens zu empfangen.”
Als ich dies hörte, fragte ich überrascht: „Mein geliebter Jesus, wie kann es sein, dass der Mensch durch den Rückzug aus deinem Willen das Bedürfnis nach Kleidung empfand, dass er sich schämte und Angst hatte?
Du jedoch hast stets den Willen des Himmlischen Vaters getan und eine Einheit mit Ihm gebildet, und deine Mutter hat nie ihren Willen gekannt – und dennoch hattet Ihr Bedürfnis nach Kleidung und Nahrung und empfandet Kälte und Hitze…” Und Jesus erwiderte: „Und doch, meine Tochter, ist es genauso.
Wenn der Mensch sich wegen seiner Nacktheit schämte und so vielen natürlichen Übeln unterworfen wurde, so gerade deshalb, weil er den süßen Zauber meines Willens verlor; und obwohl die Seele das Böse tat, und nicht der Körper, war dieser jedoch indirekt wie der Komplize des schlechten Willens des Menschen.
Die Natur wurde vom bösen Willen des Menschen gleichsam profaniert, daher mussten beide, die Seele und der Leib, die Strafe für das verübte Böse erleiden.
Was Mich betrifft, so tat Ich sicherlich immer den Höchsten Willen, doch Ich fand bei meinem Kommen nicht den unschuldigen Menschen vor, den Menschen vor der Sünde, sondern Ich fand den sündigen Menschen vor, mit all seinem Elend.
So musste Ich Mich mit ihm verbrüdern und alle Übel der Menschen auf Mich nehmen, Mich den Bedürfnissen des Lebens unterwerfen, als wäre Ich einer von ihnen.
In Mir gab es zwar dieses Wunder, dass Ich, wenn Ich es wünschte, nichts benötigte, weder Kleidung, noch Speise, noch etwas anderes, doch Ich wollte dieses Wunder aus Liebe zum Menschen nicht in Anspruch nehmen, sondern wollte Mich in allem opfern, auch in den unschuldigsten Dingen, die von Mir selbst erschaffen worden waren, als Zeugnis meiner glühenden Liebe zu ihm; im Gegenteil, dies diente dazu, um von Gott, meinem Vater zu erflehen, dass Er mit Rücksicht auf Mich und meinen ganz Ihm geopferten Willen, dem Menschen das edle Königsgewand unseres Willens wieder zurückgebe.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 16; 14. Januar 1924)

“Das Hochzeitsgewand” (Mt 22,12)

Ich befand mich in meinem gewöhnlichen Zustand und dachte gerade an die Passion unseres Herrn und opferte sie auf, besonders die Dornenkrönung. Ich betete, dass Er so vielen blinden Geistern Licht spenden und sich bekannt machen möge, denn „es ist unmöglich, Dich zu kennen und Dich nicht zu lieben.“
Als ich das sagte, trat mein anbetungswürdiger Jesus aus meinem Inneren heraus und sprach zu mir: „Meine Tochter, wie viel Verderben verursacht der Stolz in den Seelen!
Es genügt, wenn Ich dir sage, dass er eine Trennungsmauer zwischen dem Geschöpf und Gott bildet und sie von meinen Abbildern in Dämonen umwandelt.
Wenn es dich dann so schmerzt und betrübt, dass die Geschöpfe so verblendet sind, dass sie den Abgrund, in dem sie sich befinden, selbst weder begreifen noch sehen, und es dir so am Herzen liegt, dass Ich ihnen helfen möge, dann dient meine Passion dem Menschen als Kleid, das seine größten Armseligkeiten zudeckt, ihn verschönert und ihm all das Gut zurückerstattet, dessen er sich wegen der Sünde beraubt und das er verloren hat; Ich gebe dir die Passion also zum Geschenk, damit du sie für dich verwendest und für wen du willst.“
Als ich das hörte, befiel mich große Furcht, da ich die Größe dieser Gabe sah und fürchtete, nicht fähig zu sein, diese Gabe zu verwenden und deshalb dem Geber selbst zu missfallen.
So sagte ich: „Herr, ich fühle nicht die Stärke, ein solches Geschenk anzunehmen, ich bin zu unwürdig für eine derartige Gunst, es ist besser, wenn Du sie behältst, Der Du alles bist und alles weißt.
Du weißt, wer sie benötigt und bei wem es angemessen ist, dieses so kostbare Gewand von unermesslichem Wert anzubringen. Doch ich Arme, was kann ich wissen? Und wenn es nötig ist, es jemandem anzulegen, und ich tue es nicht, welche strenge Rechenschaft würdest Du nicht von mir fordern?“
Jesus erwiderte: „Fürchte dich nicht, der Geber selbst wird dir die Gnade verleihen, diese Gabe, die Er dir geschenkt hat, nicht nutzlos zu bewahren. Glaubst du denn, dass Ich dir ein Geschenk mache, um dir damit zu schaden? Niemals.“
Ich wusste nichts zu antworten, doch blieb ich weiterhin erschrocken und wie in der Schwebe und wollte mir vorbehalten zu hören, was Herrin Gehorsam darüber dachte.
Es ist jedoch klar, dass dieses Gewand nichts anderes bedeutet als alles, was Unser Herr gewirkt, verdient und gelitten hat, worin das Geschöpf das Gewand findet, um seine Nacktheit, die der Tugenden entblößt ist, zu bedecken, Reichtümer, um sich zu bereichern, Schönheit, um sich schön zu machen und zu schmücken und das Heilmittel für alle seine Übel.
Als ich das der Frau Gehorsam sagte, meinte sie, ich solle einwilligen. (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 6; 30. Mai 1904)

——————-

Ich verrichtete meine gewohnten Akte im Höchsten FIAT, und mein angebeteter Jesus trat aus meinem Inneren heraus und sagte zu mir: „Meine Tochter, bei der Erschaffung des Menschen setzte die Gottheit ihn in die Sonne des Göttlichen Willens, und in ihn alle Geschöpfe.
Diese Sonne diente ihm als Kleid, nicht nur für die Seele, sondern ihre glänzenden Strahlen waren so zahlreich, dass sie auch den Körper bedeckten.
Sie waren für ihn mehr als ein Kleid und zierten ihn und machten ihn so schön, dass weder Könige noch Herrscher je so geschmückt gekleidet waren, wie Adam mit diesem Kleid aus dem strahlendsten Licht erschien.
Es täuschen sich jene, die behaupten, dass Adam vor der Sünde nackt war. Falsch, falsch! Wenn alle von Uns geschaffenen Dinge geschmückt und bekleidet sind, sollte nicht er, der unser Juwel war, der Zweck, für den alle Dinge erschaffen worden sind, das schönste Kleid und den schönsten Schmuck von allen besitzen?
Deshalb gebührte ihm das schöne Kleid des Lichtes der Sonne unseres Willens, und da er dieses Kleid aus Licht besaß, hatte er kein Bedürfnis nach materiellen Kleidern, um sich zu bedecken.
Als er sich aber aus dem Göttlichen FIAT zurückzog, zog sich auch das Licht aus der Seele und seinem Leib zurück, er verlor sein schönes Kleid, und da er sich nicht mehr von Licht umgeben sah, fühlte er sich nackt.
Er schämte sich, sich als einziger nackt unter allen geschaffenen Dinge zu sehen und fühlte das Bedürfnis, sich zu bedecken. So bediente er sich der bei den geschaffenen Dingen im Überfluss vorhandenen Dinge, um seine Nacktheit zu bedecken.
Dies ist so wahr, dass nach meinem höchsten Schmerz über den Anblick meiner aufgeteilten Kleider und meiner verlosten Tunika, meine Menschheit bei der Auferstehung keine anderen Kleider annahm, sondern sich mit dem strahlendsten Gewand der Sonne meines Höchsten Willens kleidete.
Es war dasselbe Kleid, das Adam besaß, als er erschaffen wurde, denn um den Himmel aufzutun, musste meine Menschheit das Gewand des Lichtes der Sonne meines Höchsten Willens tragen – eine königliche Bekleidung.
Indem sie Mir die Insignien eines Königs und die Herrschaft in meine Hände legte, öffnete Ich den Himmel für alle Erlösten, stellte Mich meinem himmlischen Vater vor und bot Ihm die unversehrten und schönen Gewänder meines Willens dar, mit denen meine Menschheit bekleidet war, damit Er alle Erlösten als unsere Kinder anerkenne.
So ist mein Wille, während Er Leben ist, gleichzeitig das wahre Kleid der Erschaffung des Geschöpfes, und hat somit alle Recht[sansprüch]e über es. Doch wie vieles tun sie doch, um aus diesem Licht zu entfliehen! Stehe deshalb fest in dieser Sonne des ewigen FIAT, und Ich werde dir helfen, dich in diesem Licht zu bewahren.“
Als ich dies hörte, sagte ich zu Ihm: „Mein Jesus und mein Alles, wie kommt das? Wenn Adam im Zustand der Unschuld keine Kleider brauchte, da das Licht deines Willens mehr als ein Kleid war, und auch die Höchste Königin deinen Willen unversehrt besaß, und Du der Wille selbst warst: und doch hat weder die Himmlische Mutter noch Du, Kleider aus Licht getragen, sondern Ihr beide habt euch materieller Kleider bedient, um euch zu bedecken. Wie geht das?“
Und Jesus begann von neuem zu sprechen: „Meine Tochter, sowohl Ich als auch meine Mutter kamen, um uns mit den Geschöpfen zu verbrüdern, Wir kamen, um die gefallene Menschheit aufzurichten, und folglich ihre Armseligkeiten und Demütigungen, in welche sie gefallen waren, auf Uns zu nehmen, um sie auf Kosten unseres eigenen Lebens zu sühnen.
Wenn Wir mit Licht bekleidet wären, wer hätte es gewagt, sich Uns zu nähern und mit Uns Umgang zu pflegen? Wer hätte im Lauf meiner Passion gewagt, Mich zu berühren? Das Licht der Sonne meines Willens hätte sie geblendet und zu Boden geworfen.
Deshalb musste Ich ein größeres Wunder wirken, indem Ich dieses Licht [des Göttlichen Willens] unter dem Schleier meiner Menschheit verbarg und wie einer von ihnen erschien, denn meine Menschheit repräsentierte nicht den unschuldigen Adam, sondern den gefallenen Adam.
So musste Ich Mich all seinen Übeln unterwerfen, indem Ich sie auf Mich nahm, als wären sie die Meinen, um sie vor der göttlichen Gerechtigkeit zu sühnen.
Als Ich jedoch vom Tode auferstand, was den unschuldigen, den neuen Adam repräsentierte, ließ Ich das Wunder aufhören, die Kleider der strahlenden Sonne meines Willens unter dem Schleier meiner Menschheit verborgen zu halten, und Ich blieb von reinstem Licht bekleidet: mit diesem königlichen und blendenden Gewand vollzog Ich den Eintritt in mein Vaterland und ließ dabei die Pforten offen, die bisher verschlossen waren, um all jene eintreten zu lassen, die Mir folgen würden.
Wenn die Menschen also unseren Willen nicht erfüllen, gibt es kein Gut, das sie dabei nicht verlieren, und kein Übel, das sie sich nicht einhandeln.“ …“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 12. Dezember 1926)

——————-

… “Stieg Ich vom Himmel auf die Erde herab; da Ich menschliches Fleisch annahm, begründete jeder meiner Akte, Leiden, Gebete, Tränen, Seufzer, Werke und Schritte ein Recht für die Menschengeschlechter auf den Besitz des Reiches des Fiat.
Ich kann behaupten, dass meine Menschheit euch und allen gehört, und wer in dieses Reich eingehen möchte, wird in ihr die Tür, die Rechte und das Königsgewand finden, um darin einzutreten.
Meine Menschheit ist das Kleid, das all jene gebührend bedecken und kleiden muss, die das Reich besitzen werden. Meine Liebe ist so groß, dass ich weitere Menschen berufe, die Ich mit wunderbaren Gnaden und mit dem Opfer ihres Lebens in meinem Willen leben lasse.
Diese werden neue Rechte begründen und ihr Leben dafür einsetzen, um der Menschheitsfamilie den Besitz meines Reiches zu gewähren.
Dein Wille möge daher stets in dem Meinem wirken, damit du dich nach der Vollendung deiner Akte zum Himmlischen Vaterland aufschwingen kannst.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 34; 8. April 1937)