12In jener Zeit, als sich Jesus in einer der Städte aufhielt, siehe, da war ein Mann voller Aussatz. Als er Jesus sah, warf er sich auf sein Angesicht und bat ihn: Herr, wenn du willst, kannst du mich rein machen. 13Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein! Im gleichen Augenblick wich der Aussatz von ihm.
14Jesus befahl ihm: Erzähl niemandem davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, wie es Mose angeordnet hat, zum Zeugnis für sie! 15Sein Ruf aber verbreitete sich immer mehr und große Volksmengen kamen zusammen, um zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden.
16Doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten.

„Herr, wenn du willst, kannst du machen…“ (Lk 5,12)

… „Meine Tochter, was Ich in meiner Macht einschließe, das umfasst die Seele in ihrem Willen; alles Gute also, dass sie in Wahrheit tun will, betrachte Ich so, als hätte die Seele es in Wirklichkeit getan. Ich habe Wollen und Macht, wenn Ich will, dann kann Ich. Die Seele hingegen kann vieles nicht tun, und der Wille ersetzt das Können.
So wird sie Mir ähnlich, und Ich bereichere die Seele mit all jenen Verdiensten, die ihr guter Wille einschließt, und ihr Wille tun möchte.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 11; 2.3.1916)

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Ich war in Gedanken versunken über das, was mein süßer Jesus mir über den Göttlichen Willen sagte und sprach zu mir: „Wie ist es möglich, dass die Seele solche Höhen erreichen kann, dass sie mehr im Himmel als auf der Erde lebt?“ Als Jesus dann kam, sprach Er zu mir:
„Meine Tochter, was dem Geschöpf unmöglich ist, ist für Mich alles möglich. Es ist wahr, dass es sich um das größte Wunder meiner Allmacht und meiner Liebe handelt, aber wenn Ich will, kann Ich alles, und das, was schwierig erscheint, ist für Mich ganz leicht.
Ich wünsche jedoch das ‚Ja‘ des Geschöpfes, und dass es sich wie weiches Wachs dem ausliefert, was Ich mit ihm tun will.
Ja, du sollst wissen, dass Ich, bevor Ich eine Seele dazu berufe, gänzlich in meinem Willen zu leben, sie von Zeit zu Zeit rufe, sie von allem entblöße, sie einer Art Gerichtsurteil unterwerfe [in meinem Willen gibt es nämlich keinen Urteilsspruch; alle Dinge bleiben ganz im Einklang mit Mir, daher gibt es in meinem Willen kein Urteil; wer würde es überdies je wagen, das zu beurteilen, was in meinen Willen eingeht? Und Ich richte Mich auch nie Selbst].
Und außerdem lasse Ich das Geschöpf sogar oftmals sterben, [in einem gewissen Ausmaß] auch körperlich, und bringe es von neuem zum Leben zurück; und die Seele lebt, als lebte sie nicht, ihr Herz ist im Himmel und das Leben auf Erden ist ihr größtes Martyrium.
Wie oft habe Ich nicht an dir so gehandelt? Dies alles sind Dispositionen, um die Seele zu bereiten in meinem Willen zu leben; und außerdem, wie oft habe Ich dich nicht mit den Ketten meiner Gnaden und meiner wiederholten Besuche gefesselt?
Dies geschah alles, um dich auf die Erhabenheit des Lebens im unermesslichen Meer meines Willens vorzubereiten. Stelle deshalb keine Nachforschungen an, sondern setze deinen Flug [in meinem Willen] fort.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 12; 6. März 1919)

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… Indessen dachte ich mir: ‚Das Kommen des Reiches des Göttlichen Willens scheint mir unmöglich. Wie kann es kommen, wenn die Übel auf erschreckende Weise überhandnehmen?’
Diese Worte aber erregten den Unmut meines süßen Jesus, und Er sagte zu mir: „Meine gesegnete Tochter, wenn du daran zweifelst, glaubst du nicht an meine Macht und erkennst sie nicht an, die doch keine Grenzen hat und alles kann, wenn Ich es will. Du sollst wissen, dass Wir bei der Erschaffung des Menschen unser Leben in ihn legten, er war unsere Wohnstätte.
Wenn Wir nun dieses unser Leben nicht mit seiner Zierde und Herrschaft, mit unserem vollen Triumph in Sicherheit bringen, indem Wir dem Menschen bekanntmachen, dass Wir in dieser Wohnung leben, und er sich geehrt fühlen möge, von einem Gott beherrscht und bewohnt zu sein; wenn Wir also das nicht tun, bedeutet dies, dass unsere Macht begrenzt, ihr Vermögen nicht unendlich ist.
Wer nicht die Macht hat, sich selbst zu retten, kann noch viel weniger die anderen retten. Vielmehr dient aber das wahre Gute, die grenzenlose Macht zuerst dazu, sich selbst zu retten und dann fließt sie in die anderen über. Nun, als Ich auf die Erde kam, um zu leiden und zu sterben, wollte Ich den Menschen, d.h. meine Wohnstätte, in Sicherheit bringen.
Würde es nicht auch dir befremdlich scheinen, dass, während Ich die Wohnung in Sicherheit brachte, Ich als ihr Besitzer und Bewohner, ohne seine Rechte, ohne Herrschaft und unvermögend sein sollte, sich selbst in Sicherheit zu bringen?
Ach nein, nein, meine Tochter! Dies wäre absurd und gegen die Ordnung unserer unendlichen Weisheit gewesen. Die Erlösung und das Reich meines Willens sind ganz eins und unzertrennlich miteinander verbunden.
Mein Kommen auf die Erde bewirkte die Erlösung des Menschen und sollte zugleich das Reich meines Willens errichten, damit Ich Mich selbst rette und Mir meine Rechte wieder nehme, die Mir als Schöpfer mit Recht gebühren.
Ich unterwarf Mich in der Erlösung so vielen Demütigungen, unerhörten Leiden, ja sogar dem Kreuzestod und unterzog Mich allem, um meine Wohnung in Sicherheit zu bringen und die ganze Pracht, Schönheit und Herrlichkeit wiederherzustellen, mit der Ich sie errichtet hatte, damit sie von neuem Meiner würdig sei. –
Als nun alles zu Ende schien und meine Feinde Genugtuung über meinen Tod empfanden, da rief meine grenzenlose Macht meine Menschheit wieder zum Leben.
Und mit der Auferstehung erstand alles zugleich mit Mir wieder auf: die Geschöpfe, meine Leiden und die Güter, die Ich für sie erworben hatte. Wie meine Menschheit über den Tod triumphierte, so erstand auch mein Wille wieder auf und triumphierte in den Geschöpfen, wo (indem) Er sein Reich erwartet.
Wäre meine Menschheit nicht auferstanden und hätte Ich diese Macht nicht besessen, so wäre die Erlösung gescheitert und man hätte daran zweifeln können, ob es das Werk eines Gottes wäre. Es war meine Auferstehung, die zu erkennen gab, wer Ich war, und die alle Schätze besiegelte, die auf Erden zu bringen Ich gekommen war.
So wird mein Göttlicher Wille das doppelte Siegel sein, die Übertragung seines Reiches, das meine Menschheit besaß, in die Seelen; zumal Ich ja für die Seelen dieses Reich meines Göttlichen Willens in meiner Menschheit gebildet hatte. Warum also sollte Ich es ihnen nicht gewähren? Es ist höchstens eine Frage der Zeit, doch für Uns sind die Zeiten wie ein einziger Punkt.
Unsere Macht wird so große Wunder wirken und den Menschen mit neuen Gnaden, neuer Liebe und neuem Licht überhäufen, dass unsere Wohnstätten Uns erkennen und Uns freiwillig und spontan die Herrschaft überlassen werden. Dann wird unser Leben mit seinen vollen Rechten im Menschen sichergestellt sein.
Mit der Zeit wirst du sehen, was meine Macht zu tun vermag und tun kann, wie sie alles zu erobern versteht und die verstocktesten Rebellen überwältigen kann. Wer kann je meiner Macht widerstehen?
Mit einem einzigen Hauch werfe Ich alles nieder, vernichte und stelle alles wieder her, wie es Mir am besten gefällt. Bete daher und lass deinen ständigen Ruf erschallen: ‚Es komme das Reich deines Fiat, und dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.‘“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 33; 31. Mai 1935)

„Da streckte Jesus die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein!“ (Lk 5,13)

Ich fühlte mich wie verloren im grenzenlosen Licht des Ewigen Willens, und mein süßer Jesus sagte zu mir:
„Meine Tochter, meine Gottheit braucht nicht zu arbeiten, um Werke hervorzubringen, sondern sie nur zu wollen. So will Ich sie und tue sie – die größten und schönsten Werke gehen aus Mir hervor bloß, weil Ich sie will. Das Geschöpf bewirkt nichts, wenn es nicht arbeitet und sich nicht bewegt, auch wenn es diese [Werke] wollte.
Wer sich nun meinen Willen zu Eigen macht und in Ihm wie in seinem eigenen Palast lebt, dem wird dieselbe Macht mitgeteilt, soweit es einem Geschöpf möglich ist.“… (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 15; 28. april 1923)