Adam war vor der Sünde mit Licht bekleidet, und als er sündigte, empfand er das Bedürfnis, sich zu bedecken.

… Als ich dies hörte, sagte ich zu Ihm: „Mein Jesus und mein Alles, wie kommt das? Wenn Adam im Zustand der Unschuld keine Kleider brauchte, da das Licht deines Willens mehr als ein Kleid war, und auch die Höchste Königin deinen Willen unversehrt besaß, und Du der Wille selbst warst: und doch hat weder die Himmlische Mutter noch Du, Kleider aus Licht getragen, sondern Ihr beide habt euch materieller Kleider bedient, um euch zu bedecken. Wie geht das?“ Und Jesus begann von neuem zu sprechen:
„Meine Tochter, sowohl Ich als auch meine Mutter kamen, um uns mit den Geschöpfen zu verbrüdern, Wir kamen, um die gefallene Menschheit aufzurichten, und folglich ihre Armseligkeiten und Demütigungen, in welche sie gefallen waren, auf Uns zu nehmen, um sie auf Kosten unseres eigenen Lebens zu sühnen.
Wenn Wir mit Licht bekleidet wären, wer hätte es gewagt, sich Uns zu nähern und mit Uns Umgang zu pflegen? Wer hätte im Lauf meiner Passion gewagt, Mich zu berühren? Das Licht der Sonne meines Willens hätte sie geblendet und zu Boden geworfen.
Deshalb musste Ich ein größeres Wunder wirken, indem Ich dieses Licht [des Göttlichen Willens] unter dem Schleier meiner Menschheit verbarg und wie einer von ihnen erschien, denn meine Menschheit repräsentierte nicht den unschuldigen Adam, sondern den gefallenen Adam.
So musste Ich Mich all seinen Übeln unterwerfen, indem Ich sie auf Mich nahm, als wären sie die Meinen, um sie vor der göttlichen Gerechtigkeit zu sühnen.
Als Ich jedoch vom Tode auferstand, was den unschuldigen, den neuen Adam repräsentierte, ließ Ich das Wunder aufhören, die Kleider der strahlenden Sonne meines Willens unter dem Schleier meiner Menschheit verborgen zu halten, und Ich blieb von reinstem Licht bekleidet: mit diesem königlichen und blendenden Gewand vollzog Ich den Eintritt in mein Vaterland und ließ dabei die Pforten offen, die bisher verschlossen waren, um all jene eintreten zu lassen, die Mir folgen würden.
Wenn die Menschen also unseren Willen nicht erfüllen, gibt es kein Gut, das sie dabei nicht verlieren, und kein Übel, das sie sich nicht einhandeln.“ (aus „Das Buch des Himmels“; Vorläufiger deutscher Text, aus dem Italienischen übersetzt von Studiengruppe Hl. Hannibal di Francia – DI Irmengard Haslinger – Für den privaten Gebrauch – Band 20; 12. Dezember 1926)